Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund annehmen mit Leishmaniose 1:80 aus Spanien?
Hallo,
wie auch schon andere hier im Forum, stehe ich vor der Frage, ob ich einen Hund aus Spanien zu mir nehmen soll. Er wurde positiv auf Leishmaniose getestet (Titer 1:80) und bekommt das übliche All...? Das schlägt anscheinend gut bei ihm an. Er ist jetzt 11 Monate alt und ein Lausbub. Ich habe mich gleich in ihn verguckt.
Bisher hatte ich aber noch keinen eigenen Hund und ich möchte mich deshalb so gut wie möglich vorher informieren, was da so auf mich zukommt und ob ich mich wirklich für diesen Hund entscheiden soll.
Für Infos und Tipps bin ich sehr dankbar.
Brilliant
08.06.2008, 18:17
Hallo, Du,
weisst du, ob der Hund Krankheitssymptome hatte oder hat oder ob er das Allopurinol 'nur' aufgrund eines festgestellten Titers bekommt? Bei einem Hund unter einem Jahr besteht nämlich die Möglichkeit, dass er Antikörper von der (positiven) Mutter mitbekommen hat. 1:80 ist ein sehr niedriger Titer und von daher wäre es denkbar. Um die Situation besser beurteilen zu können, bräuchten die Fachfrauen aber viel mehr Informationen. Am aussagefähigsten wäre ein grosses Screening (Blut- und Organwerte) und eine Eiweisselektrophorese in Kurvendarstellung plus einer Beschreibung seines Zustandes. Frag doch mal bei der vermittelnden Organisation nach und wenn du Befunde bekommst, kannst du diese hier rein stellen.
Ein positiver LM-Hund kann ein normales Hundealter erreichen, wenn man einige Dinge berücksichtigt. Nach der Grundimmunisierung keine weiteren Impfungen (nur gesunde Hunde dürfen geimpft werden, das steht auch so im Beipackzetter der Impfstoffe), was sich auf Reisen ins Ausland auswirkt, weil du dann keinen gültigen Impfpass vorweisen kannst; eine hochwertige, möglichst frisch zubereitete Ernährung (oder hochwertiges Dosenfutter) - hier gibt es eine Ernährungsberaterin, die dir dabei hilft. Und du solltest dir überlegen, ob du im Fall des Ausbruchs der LM die Belastungen (auch psychisch und finanziell) leisten kannst und willst.
Wenn du noch Fragen hast, melde dich!
tizian_2003
08.06.2008, 18:52
Hallo Nicole,
es ist gut, dass du dich im Vorfeld informierst! Einen leishmaniosepositiven Hund als Ersthund finde ich mehr als problematisch, muss ich ehrlich sagen. Dieses "er nimmt das übliche Allo und es schlägt gut an" ist die übliche Beschwichtigung, die viel verbreitet wird. Leider sieht es dann oft nicht so harmlos aus, dazu kannst du hier hunderte Geschichten nachlesen. Lass dir Zeit und stöber im Forum mal ein wenig herum.
Liebe Grüße
Andrea
Hallo,
danke für die schnellen Antworten. Wir wohnen hier sehr grenznah (Schweiz) und es wäre schon gut, wenn ich denn Hund auch mit in die Schweiz nehmen könnte. Geht das dann aufgrund der fehlenden Impfungen überhaupt?
Das psychische und finanzielle sind auch noch so Punkte die mir ein wenig Sorgen machen. Habe schon gehört, das so eine Therapie bei einem Ausbruch an die 500 Euro kostet. Und das ist sicher noch niedrig gerechnet. Dazu die Futterkosten, die durch die Spezialernährung auch noch hoch sein können. Ich werde nach den Blut- und Organwerten nachfragen. Das wird doch sicher auch in Spanien bei einem positiven Hund durchgeführt, oder?
Ansonsten: Jedem dem ich Bilder von dem Hund zeige ist sofort von ihm begeistert und angetan. Danke für Euere Hilfe
Hallo Nicole!
Da Du den Hund normalerweise nur geimpft vermittelt bekommst, wäre eine Mitnahme in die Schweiz bis zum Ablauf der Impfung kein Problem. Aber es ist natürlich eine grundsätzliche Frage wie Du danach verfahren willst/solltest.
Bei Mitnahme in die Schweiz solltest Du auch bedenken, dass der Hund nicht kupiert sein darf bzw. keine verkürzten Ohren und Rute haben darf. Oder Du benötigst eine Bescheinigung vom Tierarzt, dass dies angeboren, durch einen Unfall bedingt etc. ist, falls unbekannt. Jedenfalls meine ich, dass dies auch für Touristen gilt, da würde ich mich sicherheitshalber nochmal erkundigen.
Ja, im Normalfall wird bei einem positiven Hund auch in Spanien ein Blutbild und eine Eiweisselektrophorese gemacht.
500 EUR ist sicherlich eine eher geringe Summe, würde ich sagen.
Wäre ich persönlich an Deiner Stelle würde ich auch bedenken, dass der Hund mit 11 Monaten noch sehr jung ist und einiges an Erziehung benötigen wird. Damit allein kann man sich leicht überfordert fühlen, vor allem, wenn es das erste eigene Haustier ist oder man allgemein noch nicht so viel Erfahrung mit Hunden hat. Die Hundeschule kann ebenfalls recht hohe Kosten verursachen. Zu bedenken ist auch welche Grösse der Hund ausgewachsen erreichen könnte und welcher/welchen Rasse(n) er angehören könnte. Könnte das wirklich zu Dir "passen"?
Es ist natürlich sehr schön, wenn einem ein Hund vom Aussehen her sehr gut gefällt und auch allen Freunden und Verwandten. Da fällt es sicher jedem schwer einen klaren Kopf zu bewahren :) Ich persönlich würde aber davon abraten, sich vom Aussehen all zu sehr beeinflussen zu lassen. Zum einen kann ein Hund in Wirklichkeit ganz anders aussehen und wirken als auf einem Foto. Aber vor allem: Das Aussehen hilft einem ja nicht beim Zusammenleben ;) Hier, würde ich sagen, sollten Charakter und Verhalten (eher) ausschlaggebend sein. Ausserdem vor allem die Überlegung, ob man mit seinem Leben dem Hund und seinen Bedürfnissen - auch im Bezug auf die eventl. Erkrankung - gerecht werden kann.
Ich will Deine Begeisterung nicht dämpfen und bestimmt hast Du Dir auch schon über Vieles Gedanken gemacht, aber mir waren eben diese Punkte aufgefallen ;) Egal wie Du Dich entscheidest, wirst Du sicherlich hier Tips und Hilfe finden!
Liebe Grüsse
Andrea
Michael Hansen
09.06.2008, 19:38
Hallo Nicole,
die Frage, einen Hund mit LM-Titer aufzunehmen, wird hier des öfteren gestellt. Einen der Beiträge findest Du hier (http://www.leishmaniose-forum.de/showthread.php?t=8764).
Vieleicht hilft er Dir ein wenig bei Deiner Entscheidungsfindung.
LG Michael, Tanja, Icona und Rita (die 2007 an den Folgen von LM verstarb) im Herzen
Hallo,
vielen Dank für Euere schnellen und informativen Antworten. Ich habe hier schon einige Zeit verbracht und viele von den mutigen, hoffnungsvollen und auch traurigen Geschichten gelesen.
Und JAAA!! ich bin sehr euphorisch was diesen Hund betrifft und genau deswegen möchte ich mich vorher auch so gut wie möglich über alles informieren.
Im Moment denke ich, so süß ich diesen Rapauken auch finde, das ich ihm wohl gar nicht das alles bieten kann, was er benötigen würde. Ich muß mich ja auch erst mal selber dann in alles hinein finden, was ein Hund so braucht und wir müssten dann quasi voneinander lernen... Dabei braucht aber wohl gerade dieser Hund eine stressfreie, stabile, sichere Umwelt. Eine Entscheidung gegen diesen Hund, ist vielmehr eine Entscheidung für ihn, damit er bei jemand anderen genau das finden kann, was er benötigt.
Nochmals vielen Dank für Euere Hilfe und ich finde es toll was hier viele an Einsatz bringen und auf die Beine stellen für ihre Hunde! Das macht wirklich Mut! Weiter so :-))
Liebe Grüße,
Nicole
Brilliant
10.06.2008, 22:05
Das ist eine sehr verantwortungsbewusste Entscheidung!:clap: Solltest du dich für einen Hund aus dem Ausland entscheiden, besteht leider trotzdem das Risiko einer Infektion mit den sog. Mittelmeerkrankheiten, u. U. selbst wenn der Hund 'negativ' getestet ist. Für unsere Chica haben wir auch ein LM negativ Attest und sie ist halt doch positiv.
Darauf wollte ich dich nur noch einmal hinweisen. Aber eine Garantie gibt's für nix.;) Viel Erfolg auf deinem Weg zum Traumhund.
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