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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wäre Leishmaniose unserer Emmy heilbar gewesen?


éla1971
03.07.2008, 18:41
Hallo,
wir sind vor einigen Monaten nach Paraguay ausgewandert. Dort wollte es der Zufall, dass wir innerhalb der ersten Wochen über eine Tierarztpraxis ein kleines Hündchen von ca. 10 Wochen bekamen, und uns sofort Beide in sie verliebten.
Ihr Name war Emmy. Ja leider war… Nachdem die Gute 6 Tage lang anfangs nur morgens, gegen Ende der Woche dann mittlerweile alles erbrochen hatte, was man Ihr zu Fressen und Trinken gab, brachten wir Sie am Freitag zu einem Tierarzt, welcher Sie untersuchet, Temperatur maß und meinte es könne sich nur um einen Magen Darm Virus handeln. Sie bekam 3 Spritzen gegen den Virus und das gleiche geschah auch am Samstag.
Noch immer hatte Emmy kein Fieber, doch der Appetit ließ am Wochenende deutlich nach, so dass Sie nur noch Wasser zu sich nahm und immer alles relativ schnell wieder erbrach.
Am vergangenen Sonntag fuhren wir dann in die Tierklinik, wo man Sie 3 Tage zur Beobachtung liegen lassen wollte. Sie bekam Infusionen incl. Medikamenten gegen den Brechreiz, die Magenkrämpfe und ein Mittel zur Beruhigung.
Einen Tag später, am Montag teilte der Arzt mit, dass Sie noch immer alles erbricht und daher eine Blutuntersuchung veranlasst hat. Am Dienstag bekamen wir dann die schlimme Nachricht, Emmy habe eine hochgradige Leishmaniose, erbricht mittlerweile Blut und vor allem die Nieren seien schon sehr angegriffen, und es wäre besser für das Hündchen es einschläfern zu lassen.
Eine gute Bekannte von uns, welche selbst seit Jahren 5 Hunde hat, legte uns auch nahe, dass dies wohl für die Emmy das Beste sei. Sie hat schon 2 Ihrer Hunde qualvoll an dieser Krankheit enden sehen.
Wir stimmten dem also zu.
Es tut schrecklich weh und Sie fehlt uns so arg, die Gute, doch es sollte wohl nicht sein…
Gestern bezahlten wir die TA Rechnung und bekamen alle Laborbefunde ausgehändigt, woraufhin ich alles übersetzte und im Internet etwas recherchierte.
Emmy wurde das BB, sowie Leber und Nierenwerte untersucht und eben eine Testung auf Leishmaniose durchgeführt.
Das BB war mit Ausnahme der Leukozyten welche ganz leicht erhöht waren völlig in Ordnung gewesen, wie auch die Leberwerte.
„Nur“ das Gesamteiweiß lag bei 9,8 (Normw. 5,4-7,5).
Allerdings waren Kreatenin 10,0 (Normw. bis 1,6mg)
und der Harnstoff 259 (Normwert hier 20-50mg) enorm hoch gewesen.
Auch wenn es jetzt eigentlich zu spät ist, würde ich gerne wissen wollen, ob diese Entscheidung wirklich korrekt war und es kein Fehler gewesen ist dem zuzustimmen.
Kann der Leishmaniose Titer auch bei andern Infektionskrankheiten erhöht sein, ohne dass L. vorliegt?
Hätte man Sie retten können, oder wäre es für den Hund wirklich ein Leben voller Qualen geworden?

tizian_2003
03.07.2008, 21:33
Hallo Manuela,

quäl dich nicht. Die Geschichte der kleinen Emmy ist traurig, ihr Leben sollte doch gerade erst anfangen. Aber wahrscheinlich konnte man sie wirklich nicht mehr retten. Offenbar lag ein akutes Nierenversagen vor. Ob allein die Leishmaniose die Symptome alle ausgelöst hat, werden wir nicht mehr ergründen. Wahrscheinlich nicht, vielleicht/wahrscheinlich lag ein zusätzlicher Infekt vor, der das dauerhafte Erbrechen auslöste.

Sieh mal, das ist beim Menschen ähnlich. Was ein sonst kräftiger Erwachsener wegstecken kann, kann bei kleinen Kindern, erst recht Säuglingen zum Tod führen. Schnell tritt eine Dehydrierung ein, die Organe werden in Mitleidenschaft gezogen. Bei so hohen Krea und Harnstoffwerten war keine Rettung mehr möglich.

Zünde eine Kerze für sie an und lass sie los. Du hast alles richtig gemacht.

Liebe Grüße
Andrea

MadMax
03.07.2008, 22:34
Hallo èla,

die hohen Kreatinin und Harnstoffwerte deuteten auf ein enormes Nierenversagen hin. Daher auch die Symptome des starken Erbrechens und auch der Appetitlosigkeit.

Meine Cocker Spaniel Hündin ist im Alter von fast 11 Jahren vor 4 Wochen an langsamen Nierenversagen gestorben bzw. haben wir sie dann einschläfern müssen. Die Symptome fingen bei Ihr auch so an Mattheit, langsames Laufen, nur noch schlafen, kein Appetit mehr und immer wieder erbrechen. Dies dauerte 2,5 Wochen. Sie baute immer mehr ab Tag für Tag. Ihre Werte waren 1 Woche vor dem Einschläfern ebenfalls sehr hoch- Kreatinin 9,72mg/dl. Bei diesen Werten fühlt man sich selber nur noch wie der Tod wurde mir von der TÄ gesagt. Behandeln kann man eine geschädigte Niere nur bei Werten unter 3 mg/dl. Alles was darüber ist, wäre die Niere irreparabell geschödigt und nicht mehr zu retten. Der Mensch bekommt eine Dialyse (Blutwäsche) oder eine neue Spenderniere, wenn vorhanden. Bei Tieren ist dies nur in Ausnahmen bisher praktiziert worden.

Es tut mir sehr leid um Eure Emmy. Ich weiss nur zu gut wie es schmerzt einen solch ehrlichen und ewig zutraulichen Kamerad zu verlieren. Vorallem wenn man die Zeit des Leidens miterlebt hat, schmerzt es besonders. Beim Einschläfern meiner Hündin habe ich nur noch gespürt wie mir ein grosses Stück Herz aus der Brust gerissen wird und meine Seele geschriehen hat vor Schmerz. Es war Grausam. Daher wird es noch lange dauern bis man dies verarbeitet hat aber vergessen wird man es nie, darüber bin ich mir bewusst. Bleibt tapfer und denkt an die schönen Momente die Ihr hattet auch wenn es nur kurz war.

Liebe Grüsse, Martin

Dorismaya
03.07.2008, 22:46
Manuela wir denken an euch und Emmy.
Ihr geht es jetzt wieder gut.http://img397.imageshack.us/img397/7135/bloodyrosewl2.gif

éla1971
03.07.2008, 22:55
Danke Andrea,
Es nimmt sicher nicht die Schmerzen des Verlustes unserer Emmy, dennoch ist mein Gewissen ein klein wenig beruhigter und ich bzw. wir haben so richtig entschieden.
Es sollte eben nicht sein.

Liebe Grüße aus Luque

éla1971
04.07.2008, 13:14
Lieber Martin,

es tut mir sehr leid, das auch Du Dein Hündchen verlieren musstest!!
Im Grunde weiß ich ja nun, dank all Eurer Beiträge, dass es wohl wirklich das Beste so für Emmy gewesen sein muss und wir auch die richtige Entscheidung getroffen haben. Darüber bin ich wirklich sehr froh, denn ich hätte mir das sonst niemals verzeihen können.
Ich bin nur (leider) ein Mensch der solche Dinge nur schlecht akzeptieren will/kann, auch wenn mir nichts anderes übrig bleibt als dies zu tun.
Es braucht eben alles seine Zeit, wie es so schön heißt...
Wirst Du Dir irgendwann einen neuen Hund suchen?
Liebe Grüße aus Luque

éla

www.paraguay24.de

MadMax
04.07.2008, 16:07
Hi 'ela,

ja ich bin genauso schwer beim akzeptieren wie Du. Und ich habe nach 4 Wochen einen neuen Hund aus Teneriffa, aus einem Tierschutz ein neues zu Hause gegeben. Du wirst es nicht glauben, wie auch ich es noch nicht glaube, aber mein neuer Hund "Boomer", ebenfalls wieder ein Cocker Spaniel nur diesmal ein Rüde, leidet wahrscheinlich, nach gestrigem Ergebnis, an Leishmaniose. Du kannst Dir nicht vorstellen was für ein Gefühlschaos nun wieder in mir herscht.
Er ist gerade mal ein Jahr alt und wurde in Tneriffa negativ 1:40 Titer auf LM getestet, mit Befund(!). Nun bekam er am linken Auge diese typischen Anzeichen (Rötung, Schwellung, Harausfall etc.) Ein IFTA-Nachtest brachte nun ein grenzwertiges Ergebnis von 1:100 Titer. Es muss nicht LM sein aber die Anzeichen deuten daraufhin. Das schlimme vorallem hier in Deutschland ist, das sich die regionalen TÄ nicht auskennen oder ungenügend Wissen über Diagnostik bzw. Therapien haben. Das bedeutet man ist auf weitere Hilfen wie hier im Forum angewiesen. Glaube mir ich leide noch sehr an dem Verlust meiner Hündin und nun nach 5 Wochen habe ich vielleicht den nächsten Todkranken Hund durch sein Leben zu begleiten. Dabei ist er ein Goldschatz von Hund. Ich möchte Dich nicht abschrecken aber bedenke das auch wenn Du Dich vorher informierts über den Gesundheitszustand und darauf im Vorfeld achtest das er getestet wurde auf typische Mittelmeerkrankheiten, dies noch lange kein Gesundheitszeugnis ist. Dies muss ich nun leider sagen.
Es gibt Menschen die können es nur schwer ertragen wenn sie anderes Leid miterleben. Das ich auch dazu gehöre war mir vorher nie bewusst, erst als ich erleben musste wie in 2,5 Wochen meine Hündin Tag für Tag schwächer und schwächer wurde, ist mir selber bewusst geworden wie dies an der eigenen Psyche zerrt und nun geht es vermutlich weiter. Die Frage ist auch was für Schäden man selber daraus mitbekommt. Denn dann bin ich auch keine Unterstüzung für meinen kranken Boomer Bub. So viele Ansichten welche sich in den letzten 2 Monaten bei mir geändert haben, werfen teilweise Angst über einen selbst auf. Was ich damit sagen will ist man fragt sich selber immer wieder wer man ist und wie man im Leben so weiterkommen kommen kann.

Wenn Ihr wieder einen Hund an Eurer Seite haben möchtet so sucht Euch bitte einen! Aber auch dieser kann ebenso Krank werden und Eure seelische Hilfe in Anspruch nehmen. Doch allein die Berreicherung an Liebe und Ehrlichkeit die eine Hund einem gibt ist alle mal Grund genug sich dafür zu entscheiden.

Emmy, Jacky (meine Hündin) und viele weitere sind nun Wohlauf und Gesund im sogenannten Regenbogenland, toben, spielen und chauen auf uns Menschen herab. Du kannst Dir sicher sein sie warten auf uns dort und wir werden irgendwann wieder alle vereint sein.

Die Regenbogenbrücke


Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen, Hügeln und saftigem grünen Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken,
und es ist warmes schönes Frühlingswetter.

Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.

Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.

Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen, die sie auf der Erde so geliebt haben.

So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.

Dein Gesicht wird geküsst, wieder und wieder,
und Du schaust endlich wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.

Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens, und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...

"Paul C.Dahm"

Ciao Martin

éla1971
04.07.2008, 18:06
Hallo Martin,

das ist ja schrecklich was ich heute morgen lesen musste!! Wenn ein Hund im Anfangsstadium der Leishmanise ist und noch keine inneren Organe betroffen sind, dann kann die Krankheit aber doch teilweise auch heilbar sein, wie ich auf verschiedene Internetseiten gelesen habe, oder nicht?
Ich kann mir gut vorstellen wie Du Dich jetzt fühlst und vor allem muss man doch trotzdem verdammt stark sein, einfach dem Hündchen zu liebe.
Ich war erschrocken über das ungenügende Wissen deutscher Tierärzte diese Krankheit betreffend, denn ich glaubte die letzten Tage wirklich, das es sicher in Deutschland bessere Diagnostik und auch Therapieverfahren geben würde als hier in Paraguay. Doch dem scheint nicht so zu sein.
Wir werden sicher in den kommenden Wochen wieder ein kleines Hündchen zu uns nehmen, doch auf keinen Fall möchte ich das es weder die gleiche Rasse noch Farbe wie unsere Emmy hat. Ich glaube damit könnte ich dann nicht so gut umgehen.
Ich wünsche Dir und Deinem Boomer alles Glück der Welt, vielleicht entwickelt sich ja doch allesweniger schlimm, als wie Du befürchtest.
Weshalb eigentlich hast Du Dir kein Hündchen aus Deutschland gesucht?
Auch da sind die Tierheime doch mehr als überfüllt und zahlreiche Vierbeiner warten auf ein besseres, neues zu Hause? Ich denke nur das sie Gefahr eine Erkrankung an L. vielleicht geringer gewesen wäre...

Saludos
éla

maave
26.07.2008, 06:29
Auch wir haben am 19.07.08 unseren geliebten Bela durch diese Erkrankung verloren,er war erst 4 Jahre alt.Ich kann es einfach nicht aktzeptieren das er nicht mehr da ist,ständig quälen mich Vorwürfe ob es nicht doch noch eine Rettung gegeben hätte.Es gibt einfach keinen Trost,es tut nur weh.Vielleicht würde es mir helfen wenn ich mit anderen betroffenen Hundebesitzern reden könnte,die ihren Bub oder Mädchen auch so verloren haben,ich habe mich immer darauf verlassen das ein Hund mit Leishmaniose,der mit Allopurinol behandelt wird ,mit dieser Erkrankung alt werden kann-wurde mir von versch. Tierärzten gesagt,man ließt u.hört es überall,aber das es so schlimm enden kann,darauf waren wir nicht vorbereitet.
Mit vielen Tränen u.Bela für immer in meinem Herzen
Vera

renny11111
26.07.2008, 23:43
Hallo Vera,

ich verstehe sehr gut, was in dir vorgeht. Trotz allem nützt es nichts sich zu zermartern und sich Vorwürfe zu machen. Das bringt dir Bela leider auch nicht wieder zurück. Du hast bestimmt alles getan, was möglich war, aber es gibt höhere Mächte.......

Schau mal hier (http://www.leishmaniose-forum.de/showthread.php?t=11284), vielleicht hilft dir das etwas weiter und du kannst dir auch deine Sorgen und Gedanken von der Seele schreiben. Hier findest du immer Ohren, die dir weiter helfen oder auch einfach nur zuhören.

Alles Liebe, der Schmerz wird nie vergehen, aber man kann und muss lernen, damit umzugehen.