Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ehrlichiose
Hallo,
ich habe letzte Woche aus Athen einen Rüden bekommen, den ich hier vermitteln möchte. Er wurde in Athen Leishmaniose negativ getestet, aber leider Erlichose positiv. Er bekommt seit einer Woche Vibramycin und die Behandlung soll nach 3 Wochen abgeschlossen sein. Reicht das, oder muß er weiter behandelt werden?
Könnt ihr mir weiterhelfen ?
Grüße Lisa7
Christiane
20.06.2005, 23:59
Hi Lisa,
Bei Ehrlichiose gibt man ein Doxycyclin-Hyclat, und ich kann gerade nicht genau herausfinden, was genau im Vibramycin an Inhaltsstoffen enthalten ist. Müsste morgen mal im Büro in die Ifap-Liste schauen.
Unser Parasitologe Torsten Naucke empfiehlt in den meisten Fällen eine längere Gabe - je nach Symptomen und Erregerdichte sowie vergangener Zeitraum seit der Infektion zwischen 28 und 42 Tage.
Ehrlichien sind Bakterien, die die weißen Blutkörperchen befallen, und die erfahrungsgemäß sehr hartnäckig sind.
Die richtige Dosierung ist wichtig - unsere Hunde hier bekommen 10 mg / kg Körpergewicht, und zwar 2 mal täglich. Also z. B. ein 20 kg schwerer Hund bekommt morgens und abends jeweils 200 mg.
Bei dieser Krankheit ist es besonders wichtig, dass man für gleichmäßige Tagesspiegel sorgt, damit die Ehrlichien zwischendurch keine Zeit zur Erholung haben. Also möglichst immer genau alle 12 Stunden geben.
Wenn Du eine andere Dosierungsanweisung bekommen hast, dann ruf ihn doch mal an - er kann es Dir dann für Deinen Einzelfall erklären. 02208-770998.
Wichtig ist auf jeden Fall, dass Du das Medikament gut in einem dicken Stück Fleisch einpackst und nach dem Futter gibst. Wenn es an die Speiseröhre kommt, kann es stark reizen, und ebenso im Magen.
Ich hoffe, das hilft Dir ein bisschen weiter!
Ich habe ihn gerade gewogen, 23 kg.
Er bekommt aber vom griechischen Arzt nur zwei Mal 100g. Der Wirkstoff in Vibramycin ist auch Doxycyclin. Dann war wohl alles umsonst. Danke für die Hilfe.
Andrea
Hallo Lisa,
jetzt wäre es noch interessant zu wissen, welches Doxycyclin ihr habt.
Unter http://www.pfizer.com/pfizer/download/uspi_vibramycin_vibra-tabs.pdf habe ich einige Angaben gefunden. Es gibt offensíchtlich verschiedene Präparate unter dem Namen Vibramycin, in denen jeweils verschiedene Doxycycline enthalten sind. Falls das Präparat, das du für deinen Hund bekommen hast, in irgendweiner Weise tabletten/kapselförmig ist (davon gehe ich mal aus), dann wird es wohl das Doxy-Hyclat enthalten. Schau bitte sicherheitshalber nochmal auf die Packung oder den Waschzettel.
Bei den auf der Seite beschriebenen Präparate, die andere Doxys enthalten, handelt es sich um flüssige Dareichungen.
Hallo,
ich habe nachgeguckt, es steht Doxycycline Monohydrate drauf, der Rest ist auf griechisch. Ist die Dosierung dann doch richtig?Ich habe eine griechisch sprechende Frau gebeten, den Arzt in Athen noch einmal zu fragen, warum die Dosierung so niedrig ist. Ob das etwas nützt , weiß ich auch nicht. Der Hund hat allerdings am Anfang der Therapie eine Spritze bekommen, die noch einmal wiederholt werden soll. Die zweite Spritze kommt mit der Post, dann weiß ich, was es ist.
Alles sehr verwirrend.
Vieke Grüße
Andrea
Christiane
21.06.2005, 17:09
Doxycyclin Monohydrat ist auf Wasserbasis, das ist nicht so wirksam beim Hund. Das Doxy Hyclat wird langsamer abgebaut - sehr wichtig, weil der Hund einen viel schnelleren Stoffwechsel hat als ein Mensch, und daher einen größeren Zeitraum zwischen den Gaben unbehandelt bliebe.
Die Spritze aus Griechenland wird mit größter Wahrscheinlich was anderes sein: Imidocarb. Das ist eigentlich ein Babesiosemittel, wurde früher auch schon gegen Ehrlichiose empfohlen, davon ist man aber heute abgekommen.
Es könnte allenfalls sein, dass die beiden Mittel sich zum Teil ergänzen, und Dein Tierarzt deshalb die geringere Doxy-Gabe verordnet hat. Ob das nach heutigem Wissensstand Sinn macht, kann ich Dir nicht sagen -- das müsste Torsten Naucke besser erklären können.
Bevor Du jetzt etwas in der Therapie umwirfst, ruf ihn unbedingt an. Dann bist Du auf der sicheren Seite.
Ich habe heute meinem Pflegehund auf Anraten der griechischen Ärzte ein zweites Mal Imizol spritzen lassen. Er hat herzzereissend geschrien ,weil die Spritze in den Muskel musste. Er hatte schon vorher Angst vor Menschen ,was sich jetzt natürlich verschlimmerte. Ich hoffe ,es war nicht umsonst. Die Ärztin riet dazu,in ca. 12 Wochen einen erneuten Bluttest auf alle Mittelmeerkrankheiten zu machen, obwohl er kurz vor der Abffahrt noch Leishmaniose negativ war. Ich frage mich ,wie ich den Hund jemals vermitteln werde, weil ich weder weiß, ob die Antibiotikatherapie erfolgreich war, noch, ob er nicht doch noch andere Krankheiten in sich trägt. Stimmt es eigentlich, dass jeder "Südhund" diese Krankheiten in sich trägt? Ich höre um mich herum nur solche Geschichten. Ich arbeite selbst im Tierschutz und habe nie mitbekommen, dass darauf hingewiesen wird, dass ein Mittelmeer- Hund vielleicht Leishmaniose hat und man ihn testen lassen sollte. Man lässt die Leute also bewußt im Irrglauben,dass sie einen gesunden Hund bekommen, um die Vermittlung nicht zu erschweren. Mir selbst ist das auch passiert, weil man als Anfänger von diesen Krankheiten nichts weiß.
Was meint ihr dazu?
Christiane
27.06.2005, 23:16
Hallo Lisa,
ich habe Dein Thema mal zusammengeführt, sonst weiß nachher niemand mehr den Zusammenhang.
Du hattest noch gar nicht auf unsere Infos geantwortet ... hattest Du denn mal bei Torsten Naucke nachgefragt? Der arme Hund mit 2 Imizol Injektionen plus Antibiotika ... ich hoffe, es hilft wenigstens.
Ich habe ihn leider noch nicht erreicht. Gibt es eine Zeit, wo es am besten ist?
Weißt du, wann es sinnvoll ist einen Bluttest zu machen, ob die Therapie geholfen hat?
Lenny ist übrigens heute wieder munter und frißt auch wieder.
Viele Grüße
Andrea mit Lisa,Lenny, Karlchen und Mieze
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