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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ehrlichiose und Impfen


Unregistriert
21.07.2009, 09:34
Hallo, wir tragen uns zur Zeit mit dem Gedanken, dass wir einen Hund aus Griechenland aufnehmen wollen. Es wurde uns gesagt, dass dieser Hund in Griechenland mit Ehrlichiose in Verbindung gekommen ist und daraufhin behandelt wurde. Danach bekam er erst das o.k. zur Ausreise nach Deutschland. Er soll geimpft, gechipt und mittlerweile auch in Deutschland kastriert worden sein.

Nun meine Frage: Geben Imfpungen und Operationen nicht neue Schübe zum Auslösen der Krankheit? Kann man einen mit dieser Krankheit infizierten Hund zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder impfen lassen, um z.B. den Schutz vor Tollwut etc. aufrecht zu erhalten?

Ihrer Antwort sehen wir gerne entgegen.

tizian_2003
21.07.2009, 22:20
Hallo Gast,

Geben Imfpungen und Operationen nicht neue Schübe zum Auslösen der Krankheit?
Möglicherweise. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass die Ehrlichiose geheilt ist.

Kann man einen mit dieser Krankheit infizierten Hund zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder impfen lassen
Einen mit einer Krankheit infizierten Hund würde ich nicht impfen lassen, denn impfen darf man nur gesunde Hunde. Ansonsten gilt das oben Gesagte.

Grundsätzlich kann ein Hund aus dem Süden auch mit weiteren dort beheimateten Infektionen in Berührung gekommen sein. Es gibt zum Teil lange Inkubationszeiten, bei Leishmaniose z. B. bis zu sieben Jahre. Auch wenn ein Tier jetzt titernegativ ist, ist das keine Garantie für dauerhafte Gesundheit. Das gilt natürlich grundsätzlich auch für hiesige Hunde und das Leben an sich, aber man sollte sich bewusst sein, dass es immer Risiken geben kann.

Liebe Grüße
Andrea

Unregistriert
22.07.2009, 07:16
Sehr geehrter Tizian,

vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe nur noch eine Frage. Könnte man denn einen Hund jetzt mit einem negativen Titer oder sehr geringen Titer impfen? Wir wohnen sehr ländlich und hier ist natürlich die Impfung gegen Tollwut, wie natürlich auch die anderen Imfpungen wichtig.

atb
22.07.2009, 10:19
Hallo Gast,

wie oben bereits geschrieben, ist auch ein negativer Titer nicht in allen Fällen beweisend, ein positiver Titer zeigt demgegenüber unabhängig von seinem Wert nur an, dass Erregerkontakt stattgefunden hat. Aufschlüsse, wie der Organismus und das Immunsystem des Hundes mit diesem Erreger zurecht kommt, gibt auch ein positiver Titer nicht.

Demgegenüber ist eine Impfung naturgemäß immer ein Eingriff in ein - im günstigsten Fall - funktionierendes System.

Jedwede Impfung sollte daher auch bei gesunden Hunden genau abgewogen werden.

Deutschland gilt übrigens seit einigen Jahren als tollwutfrei!

Zu weiteren Information empfehlen wir diese Seite (http://www.haustierimpfungen.de) zur gründlichen Lektüre.

Unregistriert
25.12.2009, 11:19
Hallo, wir tragen uns zur Zeit mit dem Gedanken, dass wir einen Hund aus Griechenland aufnehmen wollen. Es wurde uns gesagt, dass dieser Hund in Griechenland mit Ehrlichiose in Verbindung gekommen ist und daraufhin behandelt wurde. Danach bekam er erst das o.k. zur Ausreise nach Deutschland. Er soll geimpft, gechipt und mittlerweile auch in Deutschland kastriert worden sein.

Nun meine Frage: Geben Imfpungen und Operationen nicht neue Schübe zum Auslösen der Krankheit? Kann man einen mit dieser Krankheit infizierten Hund zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder impfen lassen, um z.B. den Schutz vor Tollwut etc. aufrecht zu erhalten?

Ihrer Antwort sehen wir gerne entgegen.

Hallo,

ich habe einen 6jährigen Hund aus Spanien, der 5 Wochen nach seiner Ankunft in Deutschland an Babesiose erkrankt ist, obwohl er in Spanien kurz zuvor "negativ" getestet wurde. Dank Behandlung mit Carbesia und Doxicyclin wurde er geheilt und zeigte danach keinerlei Anzeichen einer Erkrankung mehr.

Lt. int. Impfausweis wurde er am 10.02.09 gegen Tollwut geeimpft, Ablauf : 10.02.10. Impfstoff leider nicht lesbar. Gegen Parvovirose, Leptospirose und Bordetella wurde er am 11.12.08 geeimpft, Ablauf : 11.12.09. Impfstoff könnte heißen : Nobivac kc und Nobivac L.

Wann und gegen was würdet Ihr impfen lassen ? Ich möchte nun keinesfalls den "Teufel mit dem Belzebub" austreiben und ihm eine Mehrfachimpfung geben lassen, die vielleicht unerwünschte Reaktionen erzeugen kann, die letztlich nur dem Geldbeutel des TA dient ?

Vielen Dank für eine Auskunft und noch einen schönen Weihnachtsfeiertag !

Diana

Jeanie
25.12.2009, 17:29
Hallo, Diana,

hier kannst Du Dich informieren www.haustierimpfung.de

Auch ich wünsch Dir noch frohe Weihnachtsfeiertage! :baum2::akerze::baum2:

Unregistriert
27.12.2009, 11:30
Danke, Jeanie, für den Hinweis ! Hab mich dort schon schlau gemacht :

Weil Impfungen nachweislich die Balance des Immunsystems zumindest vorübergehend stören, ist es kein Zufall, wenn Hunde nach einer Immunisierung eine erhöhte Empfänglichkeit für (bakterielle) Infektionen zeigen, etwa für Ohren- oder Harnwegsinfektionen.

Mit Rücksicht auf die überstandene Babesiose möchte ich daher nur soviel wie nötig und so wenig wie möglich impfen lassen.

Außerdem ist auf der o.a. HP auch erwähnt, daß die Leptospiroseimpfung in Deutschland nur gegen 2 Leptospirenarten wirksam ist, und mir ist weiterhin derzeit ein akuter Fall eines an schwerer Gelbsucht erkrankten Hundes bekannt, der nachweislich gegen Hepatitis geeimpft wurde.

Nochmals meine Frage : Wie würdet Ihr im speziellen Fall impfen lassen ?

Danke und liebe Grüße

Diana

Jeanie
27.12.2009, 14:03
Nochmals meine Frage : Wie würdet Ihr im speziellen Fall impfen lassen ?

Hallo, Diana,

meine persönliche Antwort auf Deine Frage: Überhaupt nicht. :nixda:

Da Dein Hund aus dem Ausland kommt, wurde er, um ausreisen zu dürfen, mit dem vollen Programm ausgestattet.
Meine Jeanie ist aus Griechenland und ist vor Ausreise programmgemäß versorgt worden und wird von mir nicht mehr geimpft. :floet:

Hovi
27.12.2009, 15:01
Eine simple Tollwut-Impfung (NUR Tollwut) hat bei meinem "Er hatte ja nur Babesiose"-Hund direkt in die Katastrophe geführt.

Ich kann nur raten: Lasst es!

Kein SHP, kein T (wenn möglich), und erst recht kein Lepto als extrem nebenwirkungsträchtige Impfung (die nur gegen 2 von rund 12 Erregern schützt, und das auch nur für ca. 4 - 6 Monate).

Brilliant
27.12.2009, 15:33
Hallo, Diana,

habt ihr bei eurem Hund hier in Deutschland mal ein Länderprofil machen lassen? Das mit dem 'negativ' getestet im Ausland ist nämlich so eine Sache.:denk: Erstens kann eine Infizierung nach der Blutabnahme (im Ausland) noch quasi jederzeit statt gefunden haben (möglicherweise war es bei der Babesiose so, ihr könntet euch die aber auch hier eingefangen haben); zweitens gilt nur ein 'positives' Ergebnis als zuverlässig (leider); drittens wissen zumindest WIR hier im Forum nicht, welche Testverfahren gewählt wurden und auf was alles getestet wurde (von einem grossen Blutbild und einer Eiweisselektrophoresekurve, die Aufschluss über die Aktivität oder Inaktivität einer möglichen Erkrankung gibt, mal ganz zu schweigen).

Aus diesem Grund würde ich meinen, du weisst derzeit nicht sicher, ob dein Hund evtl. noch ein Problem in Sachen Mittelmeererkrankungen hat und von daher würde ich in jedem Fall erst nach den entsprechenden Untersuchungen ganz eventuell über eine Impfung nachdenken (warum meinst du überhaupt impfen zu wollen/sollen?).

Es gibt übrigens kooperative TÄ, die die eingetragene Tollwutimpfung auf drei Jahre verlängern, denn der Impfstoff ist bei der 1- und 3-jährigen ja der selbe. Das hätte den Vorteil, dass du mit deinem Hund (rechtlich einwandfrei) ins Ausland verreisen könntest, falls du dies möchtest. Es gibt auch noch immer HuSchu, die auf eine gültige Impfe bestehen - nur das ist eigentlich gar kein Grund, denn dann hat sie eine 'Wissenslücke' (vielleicht kann man ja miteinander reden?).

Unregistriert
27.12.2009, 17:39
Vielen Dank für Eure schnellen und informativen Antworten ! Wenn ich Euch richtig verstanden habe, ist es nach Euren Erfahrungen wohl das Beste, vorerst gar nicht impfen zu lassen (bzw. Auffrischung) bis daß eindeutig festgestellt ist, ob mein Hund noch ein Problem mit Mittelmeererkrankungen hat. Einen nachtest will ich nach Empfehlungen hier im Forum erst durchführen lassen, wenn er 12 Monate in Deutschland ist.

@ Claudia : Was meinst Du damit, daß die Tollwutimpfung bei Deinem an Babesiose erkrankten Hund geradewegs in die Katastrophe geführt hat ?

@ Manuela : Mein Hund wurde am 16.03.09 in Spanien nach dem IFAT-Test auf Babesiose, Ehrlichose und Leishmaniose NEGATIV getestet. Er kam am 27.03.09 nach Deutschland und am 03.06.09 wurde sein Blut bei Laboklin nach dem PCR-Test auf Babesiose POSITIV getestet. (Beide Tests kann ich einstellen). D.h. also, es ist nicht mehr zu klären, ob er schon infiziert nach Deutschland kam oder er sich die Erkrankung erst hier zugezogen hat.

Nach zweimaliger Carbesia-Injektion und Behandlung mit Doxycyclin und Prednisolon war er sofort beschwerdefrei und die lebensbedrohlichen Blutwerte vom 03.06., (Hämatokrit von nur noch 0,20 (Normalwert 0,44 - 0,52), Hämoglobin 66 (NW 150 – 190) und die Thrombozyten 49 (NW 150-500), also eine schwere Anämie), hatten sich binnen einer Woche verdoppelt.

Er erholte sich rasch, legte zwischenzeitlich einiges an Gewicht zu und es geht ihm anscheinend *aufholzklopf* derzeit blendend.

Habt nochmals vielen Dank für Eure Mühe, mein TA (der ihm immerhin das Leben gerettet hat, indem er bereits Carbesia gespritzt hat, noch bevor das Ergbenis von Laboklin vorlag) sieht das relativ locker und möchte ihm "die volle Dröhung" geben ...

Liebe Grüße

Diana

Hovi
27.12.2009, 18:22
@ Claudia : Was meinst Du damit, daß die Tollwutimpfung bei Deinem an Babesiose erkrankten Hund geradewegs in die Katastrophe geführt hat ?



Hallo Diana,

Die Babesiose meines Hundes lag zum Zeitpunkt der Impfung schon über 2 Jahre zurück, und ich war (aufgrund des sehr guten Allgemeinbefindens) in dem Irrglauben, sein Immunsystem sei ebenfalls komplett wiederhergestellt. Das war ein Irrglaube.

Anfang August diesen Jahres ließ ich ihn T-impfen. Bereits zwei Tage später bemerkte ich, dass er nicht mehr so fit und so fröhlich war wie sonst. Es ging ihm dann jeden Tag ein winzig kleines bißchen schlechter. Der Zusammenbruch kam 2 Wochen nach der Impfung: sehr schwere Gastritis und Colitis mit heftigem Erbrechen, er benötigte ausser den Medikamenten Buscopan, Cimetidin, MCP und Rimadyl täglich (!) Infusionen über einen Zeitraum von 10 Tagen hinweg. Das war noch nicht ausgestanden, kam eine Prostatitis dazu. Die wurde behandelt und machte unserem jetzigen Problem (schwere neurologische Ausfälle, vermutlich handelt es sich um Neosporose) Platz.

Die Impfung ist insofern "schuld", als sie dem Immunsystem meines Hundes, das offenbar anderweitig (erfolgreich!) beschäftigt war, den Todesstoß versetzte.

Wenn man einen Hund hat, dessen Immunsystem einmal mit einer sehr schweren Krankheit fertig werden mußte, tut man sehr gut daran, diesen Hund wirklich NICHT mehr impfen zu lassen. Wenn es dem Hund vermeintlich blendend geht, heißt das noch lange nicht, dass man ihn behandeln kann wie einen kerngesunden Hund. In Zukunft wird mein Hund keine Impfung, keine Spot Ons, keine Wurmkur (ausser bei akutem Befall) und sonstige Chemiekeulen mehr sehen - wenn er überhaupt wieder auf die Beine kommt!

Brilliant
27.12.2009, 18:27
Einen nachtest will ich nach Empfehlungen hier im Forum erst durchführen lassen, wenn er 12 Monate in Deutschland ist.

Hallo,

hier hast du wohl etwas missverstanden. Wenn keine Krankheitssymptome auf eine MMK hinweisen, dann empfehlen wir ein Länderprofil erst durchführen zu lassen, wenn der Hund etwa ein Jahr alt ist (ein positiver Test könnte aufgrund maternaler Antikörper zustande kommen). Wenn es mein Hund wäre, würde ich nicht länger warten. Sollte eine Krankheit vorliegen, kannst du viel dafür tun deinen Hund stabil zu halten.

Nachdem die Babesiose mittels PCR positiv getestet wurde, gehe ich davon aus, dass es eine frische Infektion war und keine mitgebrachte aus Spanien.

Warum dein TA Prednisolon (also Cortison) gespritzt hat, verstehe ich nicht. Cortison unterdrückt das Immunsystem und ist bei Parasiten fehl am Platz, da die Parasiten dann ja keine Gegenwehr vom Immunsystem haben.

Claudia's Hund geht es derzeit nicht gut und Claudia vermutet als Auslöser die Tollwut-Impfung, auch weil es zeitlich passt. Impfreaktionen erfolgen meist nicht sofort (ausser bei einer allergischen Reaktion), sondern nach ca. zwei bis vier Monaten.
Mit ein Grund warum wir das mit der Impfung nicht so locker sehen, kannst du u. a. auch hier nachlesen: http://ggtm.de/tiermediziner/fachartikel/impfen-realitaet1/
Wenn du hier registriert bist, es gibt zu dem Thema Impfreaktionen einen eigenen Thread.

Unregistriert
28.12.2009, 10:29
Nochmals ganz herzlichen Dank für Eure ausführlichen Informationen ! Der Bericht von Claudia hat mich jedoch regelrecht geschockt, daß ich am liebsten wirklich gar nicht mehr impfen lassen würde. Nur, was ist mit der Pflicht zur Tollwutimpfung und daß man in einem Tollwutverdachtsfall den Hund einziehen und töten kann ?

Mein Fazit : Ich werde also meinen Hund ZUERST auf MMK testen lassen, bevor ich weiter entscheide. Mit welchen Tests kann sicher nachgewiesen werden, daß er wieder ganz gesund ist ? Die Babesioseerkrankung war vor 7 Monaten. Mein TA arbeitet mit Laboklin zusammen.

Und was die "Chemiekeulen" angeht, womit soll ich ihn vor einer erneuten Zeckeninfektion schützen ? Wenn es denn so ist, daß er durch den Nachweis mittels PCR offenbar HIER - also 9 Wochen nach seiner Ankunft - infiziert wurde, dann muß ich irgendetwas tun !

Liebe Grüße und schon im voraus vielen Dank.

Diana

Hovi
28.12.2009, 12:41
Nochmals ganz herzlichen Dank für Eure ausführlichen Informationen ! Der Bericht von Claudia hat mich jedoch regelrecht geschockt, daß ich am liebsten wirklich gar nicht mehr impfen lassen würde. Nur, was ist mit der Pflicht zur Tollwutimpfung und daß man in einem Tollwutverdachtsfall den Hund einziehen und töten kann ?

Deutschland hat den Status "tollwutfrei". Die Chance, dass Dein Hund mit einem tollwütigen Wildtier in Kontakt kommt, geht gegen Null. Ein Restrisiko bleibt dennoch, sollte Dein Hund Kontakt mit einem nicht-tollwutgeimpften und somit illegal importierten Auslandshund haben. Das ist aber ein derart geringes Restrisiko, dass ich für mich entschlossen habe: In meine Hunde kommen fortan KEINERLEI Impfungen mehr.

Lt. int. Impfausweis wurde er am 10.02.09 gegen Tollwut geeimpft,

Damit ist Dein Hund ohnehin mindestens 3 Jahre, wahrscheinlich aber 4 oder 5 oder 6 Jahre lang, immun gegen Tollwut.


Und was die "Chemiekeulen" angeht, womit soll ich ihn vor einer erneuten Zeckeninfektion schützen ? Wenn es denn so ist, daß er durch den Nachweis mittels PCR offenbar HIER - also 9 Wochen nach seiner Ankunft - infiziert wurde, dann muß ich irgendetwas tun !


Ja, das ist in der Tat blöd und wir haben dasselbe Problem. Wir wohnen hier in einer Zeckenhochburg, es gab Tage, da hab ich von jedem meiner Hunde pro Spaziergang rund 50 Zecken abgesammelt und dabei noch 10 Stück übersehen, die sich dann festgesaugt haben... trotzdem: Jason reagiert derart heftig auf diese Gifte, dass ich sie gar nicht verwenden kann.

Dustyn dagegen reagiert zwar nicht sichtbar auf die Mittel, hatte aber trotz Ex Spot trotzdem jede Menge Zecken. Nichtsdestotrotz hatte er noch nie eine "Zeckenkrankheit", in seinem nun fast 7-Jährigen Leben aber bestimmt schon 1000e Zecken.

Man muß es einfach für sich selber abwägen... die Entscheidung ob Zeckenschutz ja oder nein und falls ja, welcher, kann Dir wohl niemand abnehmen.

Brilliant
28.12.2009, 21:08
was ist mit der Pflicht zur Tollwutimpfung

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht.

Wenn dein Hund das Scalibor-Halsband verträgt, so ist es die geringst nötige Chemie und schützt gegen Zecken, Flöhe und die Sandmücke.

Wenn ich es richtig sehe, fehlt vom Länderprofil noch ein Filarientest (Knott) und ich würde ein grosses Screening mit Eiweisselektrophorese mit Kurvendarstellung (wichtig!) machen lassen. Damit sieht man schon mal deutlich weiter. Wenn du magst, stell die Befunde hier ein und bitte die Fachfrauen um ihre Interpretation.

Unregistriert
30.12.2009, 09:27
Danke für die Empfehlung, Manuela ! Ich werde also demnächst ein
grosses Screening mit Eiweisselektrophorese mit Kurvendarstellung zur Ermittlung des aktuellen Gesundheitszustandes machen lassen und dann weiter entscheiden.

Auf Filarien und Anaplasmose ist er im Zuge des Babesien-PCR-Tests am 03.06.09 NEGATIV getestet worden. Im Bericht von Laboklin heißt es :

Bewertung
Der Babesien Befund ist zu beachten, er dürfte für die Anämie und die Thrombozytopenie verantwortlich sein. Aufgrund ihrer Morphologie werden die vorgefundenen Parasiten eher den Theilerien bzw. Cytauxzoon zugeordnet werden.

Dirofilaria immitis ("Herzwurm") Nachweis
Dirofilarien-Antigen negativ negativ

Interpretation
Das vorliegende Ergebnis wurde über einen qualitativen Immunoassay ermittelt. Falsch negative Ergebnisse können besonders dann auftreten, wenn eine geringe Wurmbelastung vorliegt. Mit falsch negativen Ergebnissen ist bis zu 6 Monate p.i. und nach mikrofilarizider Behandlung zu rechnen; die Nachkontrolle eines positiven Ergebnisses ist besonders dann anzuraten, wenn klinisch keine Hinweise für eine Erkrankung vorliegen.

Anaplasma phagozytophilum (Antikörper, IFAT)
Titer: < 1:40 < 1:40

Anmerkung Antikörpertiter
Positive Antikörpertiter sind beweisend für einen statt gefundenen Erregerkontakt. Die Höhe des Titers ist dabei unabhängig vom klinischen Bild zu interpretieren, da sie nur eine immunologische Reaktion des Körpers darstellt.
Serologische Befunde müssen daher immer im Zusammenhang mit dem klinischen Bild beurteilt werden. Fragen zur Befund- interpretation beantworten wir gerne unter Tel: 0971-72020

Sollte er mit Erlichien infiziert gewesen sein, so wurden diese lt. Aussage meines TA durch die Gabe von Carbesia und Doxycyclin sicher vernichtet.

Als Vorbeuge-Maßnahme empfiehlt er ausschließlich Advantix, da es seiner Meinung nach die beste Wirkung auch gegen Zecken hat. Verträglichkeit bei meinem Hund ist o.k., denn er wurde bereits in den Vorjahren immer wieder mit Frontline und Advantix in Spanien behandelt, wie ich aus dem alten Impfpaß entnehmen kann.

Liebe Grüße

Diana

Brilliant
31.12.2009, 12:55
Hallo, Diana,

wer ist 'er', der euch Advantix empfohlen hat?:floet: Natürlich kannst du auch Advantix geben, es ist halt mehr Chemie. Was in der Vergangenheit gut vertragen wurde, kann sich durch Wiederholung (und die ist ja erforderlich) durch Summierung ändern; mit jeder Anwendung erfährt das Immunsystem eine Schwächung ... Steter Tropfen hölt den Stein.

Meine persönliche Meinung ist, wenn es mit weniger Chemie geht, warum mehr geben? Aber letztlich musst du das für deinen Hund entscheiden.

By the way: Das Scalibor ist deutlich preiswerter als das Advantix. Und Chica hat mit Scalibor keine einzige Zecke, aber ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es Hunde gibt, bei denen das Scalibor nicht so gut wirkt; das erfährt man halt nur, wenn man es ausprobiert.

Ich hatte dir einen Knott-Test auf Mikrofilarien empfohlen, das ist was anderes als Dirofilarien. Den würde ich mitmachen lassen. Die beste Blutabnahmezeit wäre dafür zwischen 18 und 20 Uhr, für das grosse Screening sollte der Hund allerdings 12 Stunden nüchtern sein und vorher keine grosse körperliche Aktivität statt finden. Wenn du also abends gehst, muss Hund an dem Tag mal hungern.

Sollte er mit Erlichien infiziert gewesen sein, so wurden diese lt. Aussage meines TA durch die Gabe von Carbesia und Doxycyclin sicher vernichtet.
Das stimmt, wenn die Behandlung korrekt durchgeführt wurde.

Unregistriert
02.01.2010, 13:48
Nochmals vielen lieben Dank, für Deine Auskünfte, Manuela !

Zu den Dirofilarien / Microfilarien : Kurz nach seiner Ankunft in Deutschland habe ich meinen Hund beim TA zu einem allgem. Gesundheitscheck vorgestellt, da u.a. auch noch die Fäden von der Kastration zu ziehen waren. Dabei wurde er auch vorbeugend mit Milbemax gegen Herzwürmer entwurmt. Eine Kotprobe nach normaler Untersuchung auf den üblichen Wurmbefall hier einige Monate später war auch negativ. Soll ich trotzdem noch den Knott-Test machen lassen ?

Ich werde nun also auch ein Scalibor-Halsband ausprobieren und ein großes Screening, so, wie beschrieben, durchführen lassen. Erst, wenn wirklich alle Werte - soweit wie möglich - als in Ordnung festgestellt wurden, werde ich entscheiden, ob, und gegen was geeimpft werden soll. Ich werde alles tun, daß mein Kleiner auch so ein gesegnetes Alter erreicht wie mein letzter Hund, der 18 Jahre alt wurde. Mir ist jedoch klar, daß ich ihn nicht gegen alles und jedes schützen kann, Glück gehört eben zur Hundehaltung auch dazu !

Kann mir bitte noch jemand sagen, wie teuer so ein Ländertest / großes Screening ca. ist ?

Vielen Dank !

Diana

Jeanie
02.01.2010, 15:30
Hallo, Diana.

hier kannst Du die Preise ersehen editiert, da 1. der Link in den geschlossenen Bereich geht und 2. die Preise nur für Vereinsmitglieder gelten!
und wie Du siehst, der Knott-Test ist eine preisgünstige (im Vergleich zu anderen Tests) Angelegenheit und deshalb mitmachen lassen - wenn Du eh schon dabei bist. :floet:
Dazu kommen noch die Kosten Deines TA für die Blutabnahme.

Ich weiß nicht, ob es schon erwähnt wurde: Am besten ist es, die Blutprobe zu Laboklin schicken zu lassen (auch wenn Dein TA ansonsten ein anderes Labor bevorzugt), sie haben die besten Geräte besonders für die EEP. Da mußt Du u.U. diplomatisch vorgehen und Deinen Charme spielen lassen.

Unregistriert
02.01.2010, 16:45
Danke, Jeanie,

mein TA arbeitet ausschließlich mit Laboklin zusammen. Ansonsten bin ich nun leider so schlau wie zuvor, schade, eine Ca.-Angabe oder der Normalpreis hätte mir schon gereicht;-(((.

Und ob ich eine Auskunft von Laboklin direkt bekomme, wenn ich "meinen Charme spielen lasse" wage ich zu bezweifeln.

Diana

Jeanie
02.01.2010, 17:34
:sorry: an den "Löscher"

:sorry: Diana,

ich :schaf: hab mal (wieder) das GAST übersehen :mad:

für das Länderprofil, großes Screening und die EEP wirst Du etwa 150,-- rechnen müssen zzgl. die Kosten, die Dein Arzt für die Blutentnahme verlangt.

Das mit dem Charme hat sich erledigt, da Dein TA eh mit Labo zusammenarbeitet. :winke:

Brilliant
02.01.2010, 18:11
Hallo, Diana,

das Länderprofil komplett brauchst du nicht nochmal machen lassen, bis auf den Knott hast du ja bereits alles untersuchen lassen. Das grosse Screening mit Kurve dürfte um die 50 Euro kosten, plus Knott (ca. 10 Euro) plus TA-Kosten.

Milbemax soll vorbeugend gegen Dirofilarien wirken, bereits vorhandene sind damit (leider) nicht zu eliminieren, auch gegen Mikrofilarien hilft Milbemax nicht. Von daher meine ich, der Knott macht nach wie vor Sinn.

Unregistriert
03.01.2010, 10:43
Hallo Evi, hallo Manuela,

schön, daß man hier auch als Gast so viele und qualifizierte Ratschläge bekommt ! Dann werde ich mal meine Hemmungen vor dem Datenklau im Internet überwinden und mich registrieren lassen, dann unterhalten wir uns weiter.

Noch einen schönen Sonntag !

Diana