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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegschaft für Leishmaniose-Hund aus Spanien


Unregistriert
05.08.2009, 12:27
Hallo Forumsmitglieder und Gäste!

Ich habe mich in einen sehr süßen Hund verguckt und die Tierschutzorganisation Arme Pfoten e.v. wegen einer Pflegschafts-Übernahme angemailt. Ich bekam die Info, dass der Hund Leishmaniose-positiv ist. Er sei bereits mit Glucantime behandelt und habe alles gut weggesteckt. Sein Titer ist 1:160. Er hat eine Schulterhöhe von 35cm und ist 4 Jahre alt.
Nun habe ich einige sehr abschreckende Berichte im Internet über diese Krankheit gelesen. Ich kann mich zwar gut um den Hund kümmern, da ich als Freiberuflerin fast nur Zuhause arbeite, da ich mich aber gerade erst selbständig mache, bin ich nicht in der Lage, horrende Tierarztkosten aufzubringen und habe nicht die Zeit, um den Hund von TA zu TA zu bringen. Ausserdem hätte ich Probleme, einen todkranken Hund an andere Menschen weiter zu vermitteln. Meine Fragen:
-Ist mit der Gabe von Glucantime die Krankheit halbwegs eingedämmt?
-Kennt jemand die ungefähren Kosten, die mit einem (kleinen) Leishmaniose-Hund auf mich zukommen?
-Was sollte ich zukünftigen Hundeeltern mitteilen, falls ich den Hund weitervermitteln kann?
Da ich dem Lütten sehr gern helfen würde, wäre ich total dankbar für ein paar Infos, wie ich mich am Besten verhalte. Wenn es machbar ist, werde ich den Süßen in Pflege nehmen.

Viele Grüße von
Suse

carina
05.08.2009, 15:12
Hallo Suse,

wie geht es dem Kleinen denn jetzt? Hatte er vorher überhaupt Symptome oder wurde er nur (unnötigerweise) aufgrund seines Titers behandelt?

Ausgeheilt ist die Krankheit nicht. Sie kann jederzeit (wieder?) ausbrechen. Mit einem guten Zuhause, gutem Futter können manche Hunde so stabil gehalten werden, dass ihr eigenes Immunsystem die Leishmanien in Schach hält und sie nicht erkranken. Aber eine Garantie gibt es nicht.

tizian_2003
05.08.2009, 17:59
Hallo Suse,

Ist mit der Gabe von Glucantime die Krankheit halbwegs eingedämmt?

Das wissen wir im konkreten Fall nicht, da wir keinerlei Werte deines zukünftigen Vielleicht-Pflegis kennen. Rezidive sind häufig.

Kennt jemand die ungefähren Kosten, die mit einem (kleinen) Leishmaniose-Hund auf mich zukommen?

Nein. Es gibt Hunde, die kommen mit der Infektion gut klar, regelmäßige Basisuntersuchungen reichen bei ihnen aus, weil die Krankheit vielleicht nie zum Ausbruch kommt. Im schlimmsten Fall kommt es zu einem heftigen Verlauf, wenig bis kein Ansprechen auf die Therapiemöglichkeiten, Leid und Tod durch Nierenversagen. Und dazwischen gibt es alle Abstufungen.

Was sollte ich zukünftigen Hundeeltern mitteilen, falls ich den Hund weitervermitteln kann?

Guck doch mal hier (http://www.parasitus.com/parasitus/traumhund.pdf), das ist schon mal eine gute Basis.

Liebe Grüße
Andrea

Unregistriert
06.08.2009, 09:58
Hallo!
Normalerweise tragen die Tierschutzvereine immer die Kosten für die Behandlung von Pflegehunden.
Ich bin schon lange eine Pflegestelle und kenne es gar nicht anders.

Die Spanier glauben teilweise noch, dass man durch Glucantime Leishmaniose heilen kann. Sie geben es im Regelfall jedem Hund, der positiv getestet wird.

Neu ist, dass sie das gleiche mit Milteforan machen. Anschließend geben alle Allopurinol lebenslang.

Es ist die Frage was der richtige Weg ist. Ob wir Nordeuropäer uns es herausnehmen können, das zu verurteilen, obwohl dort unzählige Hunde so behandelt werden?

Ich denke, wenn der Hund die Glucantime überstanden hat: gut. Allopurinol geben und fertig. Blutbilder alle paar Monate und das ganze im Auge halten. Glucantime wird hier auch von VIELEN nach wie vor angewandt und empfohlen. Auch von Laboklin und Dr. Naucke. So oder so ist es IMMER ein Risiko-Nutzen-Abgleich.

Wir haben Bekannte in Spanien, die haben mehrere Leishmaniosehunde, die auch NACH dem Ausbruch mit Glucantime behandelt wurden und dann anschließend Allopurinol bekamen, bis heute...diese Hunde sind alle über 12 Jahre alt. Glucantime ist sicher die Holzhammermethode, aber wenn ein Hund sie überstanden hat, war es wohl die richtige Entscheidung.

Wenn man ein klein wenig wahnsinnig ist, kann man gut einen Leishmaniose-Hund zu sich nehmen, aber man muss auf jeden Fall über ein finanzielles Polster verfügen, weil mangeldes Geld, kann schnell zum Problem werden. Man kann die Hunde nicht krankenversichern, bzw trägt die Versicherung nichts, was mit der Leishmaniose zu tun hat!!

Allein, dass man mit so einem Hund nicht mehr ins Ausland fahren kann, ist für viele ein Handycap..man muss es sich halt gut überlegen. Für das Geld was ich seit Jahren in meinen Hund pulvere, hätte ich mindestens eine dekadente Kreuzfahrt unternehmen können. Glücklicherweise habe ich wen, der den Hund hütet wenn ich mal ins Ausland möchte, hat man den nicht, muss er mit und dann heißt es Bodensee oder Ostfriesland.

Ich würde dir raten nochmal mit der Orga zu reden, das wird ja nicht deren erster Leishmaniose-Hund sein!

Anda-Lusi
06.08.2009, 11:36
Hallo,

ich habe zwei LM-positive Hunde aus Spanien nicht als Pflegestelle, sondern direkt von dort fest adoptiert.

Meine Lusi hat konstant seit der Ankunft einen Titer von circa 1 :160 , hatte aber noch nie Symptome.

Yeti galt als negativ (hat im Impfpass stehen: LM negativ ), ich habe ihn hier gleich untersuchen lassen, da hatte er einen Titer von 1:50 und jetzt einen sehr schweren Schub ( 1:3200) mit massiven gesundheitlichen Problemen, ich will ihn sowieso unter gar keinen Umständen wieder hergeben, aber ich bin sicher ein Hund mit diesen massiven gesundheitlichen Problemen ( und Kosten ) wäre nicht vermittelbar.

Ich denke, Du solltest für Dich entscheiden, ob Du bei Bedarf einem positiv getesteten Hund , bei dem akute gesundheitliche Probleme auftreten könnten , auch für längere Zeit eine Pflegestelle sein könntest, der Hund würde es Dir auf jeden Fall danken !

Unregistriert
06.08.2009, 15:02
Hallo ihr alle und ein ganz großes DANKE für die vielen lieben Antworten!

Der Hund ist 4 Jahre alt und hatte bisher lt. Tierheim keine Symptome und ist behandelt worden, weil dort alle positiven Hunde behandelt werden. Er hat Glucantime gut überstanden. Sein Titer ist oben ja schon angegeben.
Das macht mir jetzt wieder Mut. Ich hatte im Internet solche Horrorgeschichten über LM-Hunde gelesen, dass mir ganz flau war. Ich denke, ich werde euren Ratschlägen folgen und die Behandlung der Leishmaniose explizit nochmal mit der Tierschutzorganisation verhandeln, sodass ich alles Andere übernehme, aber nicht die exorbitanten Kosten für die Leishmaniose-Behandlung bei einem Schub. Das müsste man ja in den Pflegevertrag aufnehmen können. Ich denke, wenn der Lütte in Spanien bleibt, hat er keine Chance. Aber hier bei mir in Hamburg schon. Ich habe einen spanischen Tierschutz-Hund oft bei mir zum drauf Aufpassen und bei dem muss ich schon ständig aufpassen, dass mir den niemand klaut oder abschwatzt. Mit der richtigen Pflege und dem richtigen Verwöhnprogramm werde ich diesen hier auch hochpäppeln, da bin ich sicher. Wenn ich dann verrückt genug bin, adoptiere ich ihn wohl am Ende auch noch selbst ;)

Viele Grüße an euch alle, ich werde euch bestimmt noch mal mit Fragen nerven, wenn es mit dem Hundi klappt und er hier hier bei mir ist!!!

Suse

carina
07.08.2009, 09:34
Hallo Suse,

ich wünsche dir und dem Hundi alles Gute!