Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leishmaniose
Hallo,
da wir seit kurzem einen Hund aus Fuerteventura haben und ich mich mit leishmaniose etc. sonst überhaupt nicht auskenne habe ich hier ein paar dringende Fragen. Der Hund ist ca. 1,5 Jahre alt und ist nun seit ca. 2,5 Wochen in Deutschland. Er wurde auch von der Pflegefamilie getestet. Dieser Tetst ist bzgl. Leishmaniose negativ hat aber wohl die Ehrlichosewerte etwas erhöht. Da mir gesagt wurde ein richtiges Ergebnis kann erst gemacht werden wenn der Hund min. 8 Wochen in Deutschland ist, bin ich nun etwas verunsichert, da Colombo ( mein Hund ) einige Stellen aufweist, wo er Schorf auf der Haut hat, und das Fell in ganz kleinen Büscheln nach und nach rausfällt. Die Pflegefamilie sagte uns das er sich mit dem Rüden gebissen hatte, diese Stelle sieht man auch und dort fehlt auch etwas Fell, aber das dürfte ja nicht an zwei anderen Stellen in der Nähe sein, oder? Kann mir da vielleicht irgent jemand helfen und sagen ab wann ein Test sinnvoll und aussagekräftig ist, bzw. können diese kleinen Fellbüschel und Schof einfach nur vom Stress kommen?
Christiane
Don Skelletti
06.08.2005, 12:03
Hallöchen,
ich glaube das mit den 8 Wochen ist Quatsch.Der Titer kann bestimmt werden sobald der Hund 6 Monate alt ist.Dr.Naucke macht diesen Test und das sehr gründlich.Ich hoffe du kommst auf ein Negatives Ergebniss und wünsche dir viel Glück.
Petra
hallo don skeletti,
vielen dank für die schnelle antwort, das habe ich mir auch gedacht das das mit den 8 wochen quatsch ist, wir weren jetzt einfach mal abwarten und in einigen monaten nochmal testen lassen, und hoffen das unser schatz völlig gesund ist:-)
tizian_2003
06.08.2005, 15:46
Hallo Christiane,
Leishmaniose ist auf den Kanaren sehr selten. Es gibt aber einige andere Krankheiten dort, z.B. Trypanosoma, Ehrlichiose, Filarien, Babesiose. Es wäre sinnvoll, den Hund gezielt testen zu lassen. Du kannst das über Parasitus (Untersuchungsantrag) (http://www.parasitus.com/vorlagen/parasitus_untersuchung.pdf) machen lassen.
Lieben Gruß
Andrea
Christiane
06.08.2005, 15:55
Hallo Christiane,
Ich würde den Hund bei Torsten Naucke durchchecken lassen. Auf den Kanaren gibt es kaum Leishmaniose, aber dafür andere Krankheiten, wie: Ehrlichiose, Babesiose, Filarien, Hepatozoonose, Trypanosoma. Für die letzten beiden gibt es derzeit gar keinen Test. Torsten Naucke untersucht deshalb Blut und Buffycoat (einen Blutteil, den man beim Zentrifugieren erhält) unter dem Mikroskop. Darin kann man die Erreger ggf. sehen. Den Leish-Test lässt man sicherheitshalber mitlaufen, aber diesbezüglich brauchst Du Dir keine großen Sorgen machen.
Wenn Du bei ihm testen lassen möchtest, dann findest Du hier unser Formular:
www.parasitus.com/vorlagen/parasitus_untersuchung.pdf
Da Du bei Deinem Hund Probleme vermutest, würde ich ihn ruhig jetzt schon testen lassen.
Für die Kanaren kannst Du einfach das Portugal-Profil ankreuzen und "Kanaren" danebenschreiben. Außerdem würde ich noch den Punkt "0" mit ankreuzen, damit gleich gezielt untersucht werden kann, falls Filarien gefunden werden.
Die Tests bei uns sind 20 % günstiger, wenn man Mitglied ist. Die Mitgliedschaft ist ab 10 Euro jährlich zu haben. Falls es Dich interessiert, kannst Du gleichzeitig den Mitgliedsantrag dazulegen:
www.parasitus.com/vorlagen/beitritt_mit_satzung.pdf
Ich wünsche Dir, dass alles ok ist und die Hautveränderungen wirklich nur von der Beißerei kommen.
Hallo,
habe mir grad diesen Beitrag durchdelesen und habe nun ein paar Fragen: Was ist denn ein Titer? Und warum kann ein Test erst mit 6 Monaten durchgeführt werden bzw. warum ist er erst dann sinnvoll? Habe seit zwei Wochen eine Hündin aus Mallorca, welche ca. 5 Mon. sein dürfte. In den Ohren hat sie jeweils eine kleine Wunde (verkrustet), die auch nicht richtig abheilt und da hab ich nun auch Befürchtungen... bin auf diesem Gebiet aber noch absoluter Neuling.
Über Antworten würde ich mich sehr freuen!
Gruß Cleo
Christiane
06.08.2005, 20:33
Hallo Cleo,
Ein Titer ist ein Ergebniswert einer Verdünnungsreihe. Solche Werte sind üblich bei allen Antikörper-Untersuchungen.
Ein junger Hund kann mit einem geringen Wert Leishmaniose-positiv getestet werden, obwohl er selbst gar nicht infiziert ist. Deshalb wartet man meist erst mal ab, aber nur wenn keine Symptome da sind.
Ohrverkrustungen sind typisch bei Leishmaniose, und auf Mallorca sind sehr viele Hunde infiziert.
Ich würde ihn also testen lassen, das geht auch bei uns (Parasitus Ex). Den Link zu unserem Formular habe ich oben schon gepostet.
Für weitere Fragen machst Du am besten ein eigenes Thema für Deinen Hund auf, damit es nicht zu Verwechslungen kommt.
Du kannst Dich auch im Forum als Mitglied anmelden, dann kannst Du die Suchfunktion benutzen und die Erfahrungen anderer nachlesen.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter!
Hallo,
vielen Dank nochmal für die vielen schnellen antworten mit tipps und ratschlägen ich werde das blut von dr. naucke testen lassen, denke das ist das beste und hoffe das die tests negativ sind:-)
liebe grüße christiane und colombo
Hallo,
wir haben nun den Test vom Tierarzt, unser Schatz wurde eigentlich überall negativ getestet, ausser das er einen 'Titer bei Ehrlicha Canis hat von 1:40 hat. Weiß jemand was so ein Titer aussagt? Da ich den Hund den Stress erst in einigen Monaten aussetzten möchte, würde es mioch interessieren, ob jemand damit Erfahrungen hat...
LG Colombo und Christiane
Christiane
17.08.2005, 21:31
Hallo Christiane,
dieser Titer ist sehr niedrig, und das Testergebnis ist in dem Fall fraglich. Das heißt, es kann sein oder auch nicht, dass er Ehrlichiose hat. Ein großes Blutbild würde nähere Infos liefern. Hast Du so was auch?
Und wie gehts dem Fell?
Wenn er keine Probleme hat, auch nicht müde ist oder ähnliches, kannst Du sicher etwas abwarten, bis Du erneut testest.
schnuffi
31.08.2005, 01:00
Hallo !
Ich habe Interesse an einem 10 Jährigen kleinen Hund aus dem Ausland, der seit ca. 1,5 Wochen in Deutschland in einem Tierheim lebt.
Mir wurde gesagt dass der Hund erst nach ca. 4 Monaten auf LM getestet werden kann, vorher kann der Titer nicht festgestellt werden - hab mich auch nur gewundert, weil ich vorher in diesem Forum war u. gelesen hab dass das Quatsch wäre.
Aber wie soll man da widersprechen ?
Ich befürchte fast das Tierheim will die Kosten für die Mittelmeerkrankheiten einsparen, indem sie die Tiere einfach nicht testet.
@ Christiane
"Ohrverkrustungen sind typisch bei Leishmaniose"
dieser kleine Hund hat Verkrustungen an seinen Beinen, an anderen Stellen hab ich bis jetzt noch nichts gesehen.
Weist die Verkrustung an den Beinen schon LM aus ?
Über eine Antwort würde ich mich freuen, Danke :-)
Viele Grüsse
schnuffi
Christiane
31.08.2005, 01:24
Hallo Schnuffi,
sag einfach, dass Du keinen ungetesteten Hund nimmst.
Wenn es nun (von Deiner Seite aus) genau dieser sein soll, dann kannst Du ihn auch auf Deine Kosten testen lassen.
Ich würde allerdings von einer Orga, die solch einen Blödsinn erzählt, obwohl sie es besser wissen sollten, gar keinen Hund nehmen.
Wenn Du einen abnimmst, holen sie gleich wieder den nächsten und vermitteln ihn an andere, die vielleicht gar nichts darüber ahnen.
Falls Du ihn testen lassen möchtest, sag einfach Bescheid, das kannst Du auch bei uns. Ich stelle Dir dann gern ein Profil zusammen.
Am besten schickst Du mal die Verantwortlichen dieser Orga hier her, wir erklären es ihnen dann schon :).
Verkrustungen an den Beinen KÖNNEN ein Zeichen für Leishmaniose sein, muss aber nicht. Gewissheit bringt nur ein Test. Bilder davon findest Du auf unserer Homepage (www.parasitus.com/krankheiten/leishmaniose/symptome/symptome.html)
schnuffi
05.09.2005, 02:19
Hallo Christiane,
danke für die Rückantwort :-)
Ich habe nun auch noch einer Tierärztin geschrieben und diese gefragt nach wievielen wochen man einen Test machen kann.
Diese hat mir geantwortet: "Auszug aus E-Mail":
"die krankheiten werden von parasiten übertragen und dauern einige zeit bis
sie sich im tier manifestieren. das heisst es kann schon eine weile dauern,
bis eine erkrankung im blut nachgewiesen werden kann."
Was denn nun "einige Zeit" bedeutet weiss ich auch nicht.
Ich fragte sie ob es wahr ist dass man es erst nach ca. 4 Monaten testen kann.
Ich gehe heute nochmals in dieses Tierheim, habe mir auch noch einen zweiten Hund dort angeschaut, den ich ganz süss finde.
Habe mir einen Teil dieses Threads ausgedruckt und werde ihn vermutlich dem Tierheimpersonal dort übergeben. *schlotter* .. ob ich danach noch einen Hund von denen bekomme ist wohl fraglich ;-)
Wobei es eigentlich klar sein sollte dass ich mich doch nur ausführlich und gut über meinen zukünftigen Hausbewohner informieren will - spricht das nicht für einen Verantwortungsbewussten Menschen ?
Ich werde mich die Tage nochmals melden.
Viele Grüsse & Gute Nacht
schnuffi
Christiane
05.09.2005, 10:17
Hallo Schnuffi,
es kann zwar ein paar Wochen dauern, bis nach einer frischen Infektion ein Titer im Blut messbar ist.
Mit einem Test warten würde ich deshalb z. B. dann, wenn Du mit deinem deutschen Hund in Spanien warst und wissen möchtest, ob er sich dort infiziert hat.
Wenn aber ein 10-jähriger Hund aus Spanien kommt, ist es da nicht absurd zu glauben, dass er sich genau in den letzten paar Wochen im Land erstmals infiziert haben könnte???
Für mich sind das Ausreden, weil sie das Geld für den Test nicht ausgeben wollen bzw. zuerst den Hund vermitteln wollen, weil darauf spekuliert wird, dass ihn der neue Besitzer totzdem behält, wenn sich später eine Infektion herausstellt.
Du musst es selbst entscheiden, aber ich würde einen Hund von einer Organisation nehmen, die verantwortungsvoller damit umgeht. Nicht alle kommen auf die Idee wie Du, sich vorher zu informieren. Und in solchen Orgas wie diese zu sein scheint, sind dann solche Leute wie Du nicht gern gesehen. In anderen dagegen schon, das kannst Du mir glauben!
schnuffi
10.09.2005, 15:00
Hallo Christiane,
du hast recht !
Ich hab mir das alles nochmals gut überlegt, war auch nicht mehr an besagtem Tag in diesem Tierheim, weils ja eh nix bringt - hab per E-Mail denen mitgeteilt dass ich keinen ungetesteten Hund übernehme.
War für die scheinbar so in Ordnung, schade nur dass dadurch kranke Tiere vermittelt werden und die Besitzer davon nichts wissen.
Es tut allerdings schon noch ein bisschen weh dass ich keinen der beiden lieben Hunde dadurch nehmen kann *schnief*.
Naja, ich werde sicherlich später schon noch einen Hund finden, aktiv suche ich ja "erst" seit 9 Monaten *schluck*.
Viele Grüsse & danke für die Antworten :-)
schnuffi
Christiane
10.09.2005, 17:41
Hallo Schnuffi,
was für einen Hund suchst Du denn? Wir haben hier eine ganze Reihe Tierschutzvereine im Forum, die Dir sicher gern einen getesteten Hund vermitteln.
Hallo,
ich bräuchte bitte auch mal ein paar Tipps von Fachleuten. Ich interessiere mich für einen kleinen Hund, der in Spanien verletzt und sehr heruntergekommen auf der Straße gefunden wurde und jetzt dort von Tierschützern betreut wird. Bei den Kerlchen wurde leichte Leishmaniose festgestellt und er wird zur Zeit mit Alopurinol erfolgreich behandelt. Ich würde ihm gerne ein Zuhause bieten, habe aber noch 3 Hunde und auch Katzen.
Stimmt es wirklich, das L. nicht ansteckend ist, auch wenn offene Hautstellen vorhanden sind?
Ich habe schon von sehr hohen Behandlungskosten gelesen, wenn die Krankheit ausbricht. Was kommt den da so auf einen zu?
Worauf muß ich denn gefasst sein, wenn ich einen solchen Hund aufnehme?
Der Hund wird von einer Tierärztin betreut, die mir, glaube ich, sehr offen und ehrlich alles mitgeteilt hat, was ich zu diesem Hund wissen muß. Mich würden einfach noch weitere kompetente Meinungen interessieren und ich freue mich auf Antwort.
Viele Grüsse
Sonny
Christiane
20.09.2005, 14:26
Hallo Sonny,
Wenn ein Hund offene Leishmaniose-Ekzeme hat, dann sind dort auch Leishmanien enthalten. Damit theoretisch eine Ansteckung erfolgen könnte, müssen diese dann direkt aus dem Ekzem in eine offene Wunde des Gegenübers eingebracht werden.
Diese Möglichkeit ist denkbar, bewiesen wurde sie noch nie, und Tierversuche machen wir bei Parasitus Ex e. V. nicht.
Zu den Kosten für einen Leishmaniose-kranken Hund:
Es kann teuer werden, vor allem wenn man nicht direkt von Anfang an die richtige Hilfe findet. Wir haben hier mehrere Leute, die viele tausend Euro für die Behandlung ihres Hundes bezahlt haben.
Alles hängt davon ab, wie stabil man den Hund bekommt, und das wiederum wird stark beeinflusst durch das Impfen vor der Reise, der stressige Transport, die neue Umgebung und bei vielen Hunden auch durch Angst vor Menschen und dem neuen Umfeld, dem sie sich ja nicht entziehen können.
Am besten meldest Du Dich hier im Forum an, dann kannst Du die Geschichte und den Krankheitsverlauf von Dutzenden von Hunden im Mitgliederbereich nachlesen.
Die ersten Kosten wirst Du gleich nach der Ankunft haben, denn dann sollten auf jeden Fall die wichtigsten, vor Ort vorkommenden Krankheiten getestet werden. Wenn Du das bei uns machst, kostet es um die 100 Euro oder auch etwas mehr, wenn einzelne Tests positiv sind und weitere Diagnostik erforderlich ist.
Wenn Du Dich für den Hund entscheidest, solltest Du sicher sein, dass Du ihn auch behalten kannst, wenn er akute Schübe bekommen sollte - und zwar in zeitlicher, psychischer und finanzieller Hinsicht.
Wenn Du ihn nimmst, bist Du und Dein Hundi uns hier im Forum natürlich herzlich willkommen.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter, und wünsche Dir Glück für die richtige Entscheidung.
Hallo Christiane,
vielen Dank zuerst für Deine schnelle und ausführliche Antwort.
Aber das macht mir ja nicht wirklich Mut. Vom Typ her ist das Kerlchen ja so gestrickt, dass er sich bei mir wohlfühlen könnte. ABER, er soll noch kastriert werden und auf einer Seite muß wohl noch der Oberschenkelkopf entfernt werden und eine Gesichts-OP steht auch noch an, da er durch die Narben am Kopf die Augen nicht schließen kann. Bevor er dann endlich ausreisen könnte, muß auch noch geimpft werden.
Das haut ihn dann doch um, oder???????????
Offene Hautläsionen durch die LM hat er bis jetzt nicht - nur Verletzungen durch den Autounfall.
Eigentlich ist er eine richtig arme Socke und hätte endlich ein ruhiges Endzuhause verdient. Ich hatte gehofft, dass bei einer leichten Leishmaniose die Chancen wesentlich besser sind, den Hund stabil zu halten. Kann man denn anhand des Titers beurteilen, wie lange er möglicherweise schon infiziert ist bzw. den möglichen Verlauf vorhersagen?
Grüsse
Sonny
Christiane
20.09.2005, 19:47
Hallo Sonny,
der arme Kerl!
leichte Leishmaniose ist ein nicht ganz richtiger Begriff. Man kann von einer Leishmaniose sprechen, die im Moment stabil ist, oder im Moment leichte Symptome hat, aber das sieht man dem Hund nicht von außen an.
Man braucht dazu die Leber- und Nierenwerte sowie ein Blutbild und DAZU den äußerlichen Zustand, um zu sagen, wie es tatsächlich aussieht. Man muss auch nach anderen Krankheiten schauen.
Soll das alles in Spanien vor der Ausreise operiert werden, und zwischendurch kommt er zur Erholung nach der OP wieder ins Tierheim? Oder ist er privat untergebracht und man kann sicher sein, dass sich jemand richtig um ihn kümmert?
Ich kann von hier aus kaum etwas raten. Man kann sich nur für das kleinere Übel entscheiden. Ich sehe in den schweren Operationen auch ein großes Risiko, vor allem wenn er niemand hat, der ihn richtig pflegt (Tierheim). Es hört sich aber so dramatisch an, als ob er ohne die OPs auch nichts vom Leben hätte ... Oder könnte man ihn herholen, aufpäppeln und dann operieren, wenn er fitter ist?
Schreib doch mal ein paar mehr Einzelheiten, vielleicht fällt uns dann noch was ein.
Hallo Christiane,
das Kerlchen befindet sich in Privatpflege bei einer Tierärztin. Für Ende des Monats ist bereits diese Gesichts-OP geplant, damit er vielleicht seine Augen wieder schließen kann. Es wird vermutet, dass ihn jemand mit Säure verätzt hat, dann wurde er ausgesetzt und von einem Auto angefahren. Er tut mir in der Seele leid, aber er soll sich schon sehr gut erholt haben. Die OP´s sollen wohl alle noch dort durchgeführt werden. Ich denke schon, dass es machbar wäre die Hüft-OP in D durchzuführen (muß aber wohl sein, da die Hüfte wohl durch den Unfall nach vorne verschoben wäre?) und die Kastration kann man bestimmt auch noch aufschieben, vielleicht muß sie ja auch gar nicht sein. Hier in der Region gibt es 2 sehr gute Kliniken, ich wäre dazu auch bereit - aber diese Leishmaniose. Das ist das Einzige, was mich wirklich abschreckt, besser gesagt, mich sehr verunsichert. Es stört mich ja nicht, dass vielleicht seine Lebenserwartung nicht so hoch ist und dass er regelmäßig zum TA muß. Aber dass die Krankheit so schlecht einzuschätzen ist und schwierig zu behandeln ist, lässt mich doch sehr zögern. Wie Du schon sagtest: Für ihn muß ein JA zwingend lebenslänglich gelten. Etwas anderes möchte ich für ihn auch nicht. Einfach Augen zu und durch? Wäre er nicht vielleicht besser als Einzelhund untergebracht?
Ich werde die TÄ jetzt noch mal anmailen, vielleicht ergibt sich ja noch was Neues.
Grüsse
Sonny
Hier noch ein Auszug aus der letzten E-Mail. Sie ist Spanierin, daher der leichte Akzent im Schreibstil.
Ich habe den Eindruck, dass hier sehr offen und ehrlich beraten wird und dass sie genau weiß, was sie tut. Sie hat auch angeboten, nach einer evtl. Übernahme jederzeit für mich da zu sein, das finde ich sehr sehr positiv.
"Wir haben eine komplete Analyse und eine zweite Blutkontrolle getan und seine Werte sind jezt ganz in Ordnung: die Blutzellen sind ok, die Nieren und Leberwerte auch ok, und Urinanalyse ist auch in Ordnung. Er nimmt Alopurinol Tabletten jede 12 Stdn. und vielleicht wird er sie viele Jahre brauchen. Manche Hunde dürfen einige Monate ohne das Medikament leben.Wenn man einen Hund mit Leishmaniose hat, muss man denken dass zumindest 1 oder 2 Blut+Harnkontrolle im Jahr nötig sind, auch wenn da keine Symptome sind. Viele Hunde die die Leishmaniose haben können viele Jahre ganz gut mit der richtigen Behandlung leben. Einige können Komplikationen auch haben, das hängt von jedem Fall ab. Ich bin sehr positiv über ihn. Seine Haare wachsen langsam, und langsam bekommt er einen schöneren Aspekt... er hat soviel Energie und Lust zum leben :-)."
Jetzt aber Gute Nacht an Alle
Sonny
Christiane
20.09.2005, 20:49
Hallo Sonny,
als Einzelhund wäre es sicher einfacher, vor allem für den Besitzer.
Ich habe hier 4 kranke Hunde, von denen 2 eigentlich munter sind und längere Spaziergänge machen könnten, 1 Hund hat Diabetes und kommt nicht wirklich wieder richtig auf die Beine und 1 Hündin hat Knochenkrebs und mag gerade ein paar Meter laufen, um ihre Geschäfte zu erledigen und vielleicht ein kleines bisschen mit den anderen zu spielen, wenn es gerade gut geht.
Irgend wer wird immer zu kurz kommen. Bei uns hat sich das nun leider so entwickelt, aber einen kranken, pflegebedürftigen zu einem gesunden Rudel dazu zu nehmen ist sehr schwierig. Der Kleine wird ja vor allem nach der Hüftoperation längere Zeit geschont werden müssen - und evtl. auch mehr Ruhe haben wollen.
Letzteres geht bei uns gut, weil für die anderen immer genügend Spielkameraden da sind UND ich genügend Platz in der Wohnung habe, damit sich die Kranken zurückziehen können.
Die Leishmaniose-Hunde sind bei mir nicht mal diejenigen, die am teuersten sind, die sind stabil und munter. Insulin, Spritzen, Blutzucker-Messstreifen, exotische Kost und Nahrungszusätze wegen vieler Allergien bei Skadi und dazu noch Sharas Krebsbehandlung fressen an die 600 Euro jeden Monat - wenns reicht. Davor ist man also auch ohne Leishmaniose nicht sicher.
Aber wenn eine Chemo gegen die Leishmaniose ansteht und ständig Laborwerte kontrolliert werden müssen, dann ist das jedenfalls ein Riesenklotz am Bein, mit dem man einfach rechnen muss.
Überleg es Dir gut, ob Du, Deine vorhandenen Hundis und der Kleine damit glücklich werden könntet. Eine Alternative wäre ja sonst, dass Du Dich aktiv bemühst, einen guten Besitzer für den Kleinen zu finden, der sich nur um ihn kümmern kann - evtl. mit Deiner (finanziellen oder persönlichen) Hilfe im Hintergrund.
Hallo Christiane,
hast Du die Befunde noch gelesen, die ich direkt vor Deiner Antwort noch eingestellt habe? Das hört sich doch ganz gut an, oder?
Die vorübergehende Schonung des Kerlchens sehe ich nicht als so problematisch an, auch Rückzugsmöglichkeiten hätte er genug.
Aber ob er auf Dauer wirklich mit den anderen mithalten kann, darüber mache ich mir schon Gedanken.
Es wird schwierig sein, für ihn ein Zuhause zu finden. Also mir fällt jedenfalls niemand ein, der bereit wäre einen kranken und vielleicht auch noch gehbehinderten Hund aufzunehmen, der dann evtl. auch nicht mehr so lange lebt. Aber versuchen kann man es ja, die Idee ist gar nicht schlecht.
Grüsse
Sonny
Christiane
23.09.2005, 14:15
Hallo Sonny,
was die Frau schreibt hört sich ehrlich an.
Du musst Dir selbst aber darüber klar werden, was auf Dich zukommen kann, und entscheiden, ob Du dem gewachsen bist.
Hier im Forum findest Du viele verschiedene Fälle, die Du zum Teil über lange Zeit zurückverfolgen kannst.
Wenn Du Dich für den Hund entscheidest, bist Du mit ihm hier herzlich willkommen!
Hallo,
habe euch eben entdeckt und soviele Fragen.....
Erstmal zu uns: Wir haben am 31.08. eine Hündin (Golden Retriever) von Mallorca als Pflegefamilie übernommen. Ihr Alter wird bisher auf ca. 5 Jahre geschätzt.
Nach ihrer Ankunft war sie sehr schlapp, ihre Kondition insgesamt schlecht und sie hechelte fast ununterbrochen. Beim TA bestand dann erstmal der Verdacht auf eine Herz-Entzündung. Da auch die Atemwege verschleimt waren, wurde 8 Tage mit Antibiotika behandelt. Ihr Zustand besserte sich schon nach wenigen Tagen. 13 Tage nach ihrer Ankunft wurde dann Blut entnommen, um ein großes Blutbild zu machen und die Mittelmeerkrankheiten zu testen. Die inneren Werte (Leber, Herz, Nieren etc.) waren alle gut. Die anderen Werte kamen etwas später und hier stellte sich heraus, daß der Leishmaniose-Titer stark erhöht ist (1024).
Äußerlich kann ich keine direkten Symptome erkennen (Ohren fransig, Nase verkrustet, Brillenbildung etc.). Lediglich eine offene Stelle am Hinterlauf könnte ein Zeichen sein.
Ihr Gesamtzustand hat sich massiv verbessert - ihre anfängliche Unruhe (immer von ständigem Hecheln begleitet) hat sich völlig gelegt. Sie liegt entspannt und ruht. Ihr Appetit ist die ganze Zeit gut und ein bisschen Gewichtsverlust wäre eigentlich nicht schlecht (will damit nur andeuten, daß sie ganz gut "bei chick" ist).
Hintergrund meiner Recherchen ist der, daß ich beabsichtige, sie zu behalten. Sie ist uns allen so ans Herz gewachsen und hat sich so wunderbar in unseren Tagesablauf eingegliedert, daß kaum noch etwas dagegen spricht. Nur möchte ich auch in etwa einschätzen können, was auf uns alle zukommt.
Mittlerweile billige ich dem erhöhten Titer nicht mehr so viel Aufmerksamkeit zu, da viele Faktoren wie Stress, Impfen, ihre gesamte Lebensumstellung usw. in meinen Augen den Test beeinflußt haben können. Ich habe mir vorgenommen, den Test in einem gewissen Zeitraum (6-8 Wo.) zu wiederholen und ihr bis dahin die Ruhe und Zeit zu lassen, die sie braucht. Meine Tierärztin sieht das anders und würde gerne zeitnah medikamentös behandeln.
Wie seht ihr das denn?
Viele Grüße
Gela
tizian_2003
25.09.2005, 21:27
Hallo Gela,
es ist sicher richtig, eine mögliche Behandlung nicht allein von einem Antikörper-Titer abhängig zu machen. Aber diese äußeren Symptome, die du beschreibst, wie fransige Ohren, Brillenbildung etc., können auch völlig fehlen, und dennoch kann der Hund akut erkrankt sein.
Es wäre gut, wenn du das vollständige Blutbild des Hundes mal hier einstellen könntest. Aufschlussreich wäre auch eine Eiweiß-Elektrophorese, an der man ganz gut ablesen kann, ob ein akutes Krankheitsgeschehen vorliegt. Es ist auch wichtig zu wissen, auf welche Krankheiten genau der Hund getestet wurde.
Wenn du die Tests ohnehin wiederholen lassen möchtest, kannst du das auch beim nächsten Mal über Parasitus machen lassen. Diese Tests sind äußerst zuverlässig, für Mitglieder preisgünstiger, und man wird dir speziell ein Mallorca-Profil zusammenstellen.
Ich nehme an, du willst die Hündin auch behalten, wenn sich die Leishmaniose bewahrheiten sollte? Hier bist du gut aufgehoben.
Viele Grüße
Andrea
Hallo Andrea,
danke für die schnelle Antwort. Ich habe die Laborwerte jetzt vorliegen:
Untersuchung Messwert Dim. Normalber.
Materialien
Serum
EDTA-Blut
Hämatologie
Blutbild, kleines
Leukozyten 7.9 /nl 6.0-12.0
Erythrozyten 7.2 /pl 5.5-8.5
Hämoglobin 17.2 g/dl 14.0-19.0
Hämatokrit 0.52 l/l 0.40-0.57
MCV 71.5 fl 60.0-77.0
MCH 24 pg 17-25
MCHC 33 g/dl 31-36
Thrombozyten 327 /nl 150-500
Differentialblutbild
Neutrophile 53- % 55-80
Lymphozyten 34 % 13-35
Monozyten 2 % bis 9
Eosinophile 10 % bis 10
Basophile 1+ % bis 0
LUC 0 % bis 3
Differentialblutbild
absolut
Neutrophile absolut 4.17- /nl 4.20-9.00
Lymphozyten absolut 2.67 /nl 1.00-3.60
Monozyten absolut 0.16- /nl 0.20-2.00
Eosinophile absolut 0.79 /nl 0.10-1.20
Basophile 0.08 /nl bis 0.08
Large unstained cells 0.00 /nl bis 0.60
abs.
Infektionsserologie
Ehrlichia canis-Ak 1:20
Interpretation des Ehrlichientiters (IgG):
< 1:20: keine Antikoerper nachweisbar
1:20 - 1:40: AK-Titer im positiven Grenzbereich
1:80 u. hoeher: deutlich positiv, Therapie empfehlenswert,
. Mittel der Wahl: Doxycyclin
Leishmanien-Ak 1:1024
Interpretation des Leishmanientiters (IFAT):
<1:16: keine Antikoerper nachweisbar
1:16-1:64: niedriger Antikoerpertiter
1:128: Titer im positiven Grenzbereich
1:256 und hoeher: hoher Antikoerpertiter
ab 1:128: ist eine Therapie empfehlenswert. Mittel der
Wahl: Glucantime R oder Pentostam R, evtl. kombiniert
mit Allopurinol (Richtdosis: 21mg/kg/Tag) . Eine Therapie
mit Allopurinol allein kann probiert werden.
Die Entscheidung, ob Kimba bei uns bleibt oder nicht, haben wir immer noch nicht gefällt - wir schieben es vor uns her. Hierbei spielt für uns die Leishmaniose eher eine kleine Rolle. Es ist, wie es ist und wir werden damit umgehen können.
Leider sind wir beide schwankend berufstätig - mal mehr, mal weniger - im Moment leider mehr, sodaß ich mich fragen muß, ob wir der Maus auf lange Sicht wirklich gerecht werden und ihr immer geben können, was ihr zusteht.
Gott sei Dank drängt uns noch nichts zu einer Entscheidung - so lassen wir uns einfach noch ein bisschen Zeit - aber bei dem Gedanken, daß sie hier eines Tages ausziehen könnte, verkrampft sich mein Herz doch sehr.
Viele Grüße und jetzt schon mal ein dickes Dankeschön für die nette Aufnahme.
Gela
tizian_2003
28.09.2005, 12:17
Hallo Gela,
hast du auch die Leber-, Nierenwerte, Elektrolyte etc., alles, was bei einem großen Screening dabei ist? Das wäre wichtig.
Nach Ehrlichiose sieht das Blutbild nicht aus, auch wenn der Titer grenzwertig interpretiert wird. Dass Stress, Impfen, Reise etc. den LM-Titer beeinflusst haben können ist richtig, aber dass nichts dran ist, halte ich eher für unwahrscheinlich. Mallorca ist für LM ein Hochrisikogebiet, das hat sie sich wahrscheinlich mitgebracht. Wenn es mein Hund wäre, würde ich bei Parasitus alle dort möglichen Krankheiten noch einmal testen lassen (auch Filarien) und dann in Absprache mit Dr. Naucke (bei positiver Bestätigung) Allopurinol einsetzen.
Melde dich doch richtig bei uns an, dann kannst du nach erfolgter Freischaltung auch im Mitgliederbereich stöbern und lesen!
Viele Grüße
Andrea
Hallo Andrea,
bin jetzt angemeldet.
Die Laborwerte des großen Blutbildes habe ich angefordert. Sobald sie da sind, stell ich sie rein.
Bis dahin - viele Grüße
Gela
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