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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Anaplasmose?


Unregistriert
31.10.2009, 19:11
Hallo,
ich brauche Eure Hilfe.

unser Hund hatte schon zweimal eine Babesiose und eine Anaplasmose. Die letzte Erkrankung war 2007 und wurde mit Carbesia und Ronaxan behandelt.

Nun hat er Symptome, die der TA nicht einordnen kann.

Vor 5 Tagen hat er erbrochen und hatte Durchfall, für einen Tag. Er will seit der Zeit nicht fressen, trinkt aber. Ist total schlapp und schläft nur noch.
Der TA hat ein kleines Blutbild gemacht.
Folgende Werte sind verschoben:
ALP 20-150 erhöht auf 164
ALT 10-118 erhöht auf 1261
HCT 44-57 erniedrigt auf 42,5
MPV 6,7-11 erniedrigt auf 6,45

Fieber war bei 37,6

Erbrechen und Durchfall hat er nicht mehr, die Urinuntersuchung von heute morgen war unauffällig.

Nun hat er gestern und heute Spritzen bekommen, ein Antibiotikum, ein fiebersenkendes Mittel und eines gegen Übelkeit.
Gestern hat er noch eine Infusion (Kochsalzlösung) bekommen, danach war er minimal munterer und konnte etwas essen.
Heute nach der zweiten Behandlung will er nicht fressen und schläft nur noch. Er geht sehr wacklig und ist teilnahmslos.

Der TA will nun auf Verdacht Carbesia spritzen, er denkt an eine Anaplasmose. Evtl. auch eine Infektion.

Was meint Ihr dazu? Was sollte weiterhin untersucht werden? Ich weiss nicht weiter.

Danke und viele Grüsse
Kerstin

renny11111
31.10.2009, 19:33
Hallo Kerstin,

kannst du die Befunde mal komplett einstellen? Nur dann kann man etwas dazu sagen. Wo kommt dein Hund her? Wie alt ist er? In welcher Dosierung wurde damals das Ronaxan zur Behandlung der Anaplasmose gegeben und über welchen Zeitraum?

Erzähl doch mal ein bißchen mehr.

Unregistriert
31.10.2009, 23:10
Hallo Renny,

unser Hund ist 6 Jahre alt, er ist aus Deutschland. Behandelt wurde er mit Ronaxan über einen Zeitraum von zwei Wochen, die Dosierung genau weiss ich nicht mehr, war aber angepasst an sein Gewicht.

Wir haben ihn aber heute abend in die Tierklinik gebracht. Sein Zustand hat sich verschlechtert, Fieber stieg auf 40 Grad. Die Blutwerte sind auch verschlechtert. Der Hämatokrit ist abgefallen, die Erythrozyten auch, die Leukozyten sind erhöht, die Thrombozyten normal.
Er ist in der Klinik geblieben, bekommt jetzt Carbesia und Infusionen. Blut ins auswärtige Labor kann man am Wochenende nicht geben. Soll am Montag weggeschickt werden, sie wollen dann auf Anaplasmose und Babesiose testen. Haben Verdacht auf eine chronische Infektion, wir haben in den letzten Wochen keine Zecke bei ihm entdeckt, vielleicht aber auch nicht gemerkt, er hat ein total dickes Fell.

Evtl. wird nächste Woche noch geröngt und Ultraschall gemacht, ob doch etwas anders dahintersteckt.

Morgen stelle ich alle Werte ein, muss sie abschreiben, das krieg ich jetzt nicht hin.

Vielleicht kann mir noch jemand sagen, wie das Labor testen soll, nutzen die normalen Antikörper überhaupt was?

Danke
Kerstin

atb
31.10.2009, 23:31
Hallo Kerstin,

man therapiert eine Anaplasmose mit einem Doxycyclinhyclat (zB Ronaxan) in der Dosierung von 10 mg/kgKW über einen Zeitraum von mindestens 4 Wochen.

Titer sind zur Beurteilung des Krankheitsgeschehens nicht relevant.

Wichtig sind Blutbild, Organwerte und Eiweißelektrophorese mit Kurvendarstellung.

Lass uns mal auf die Befunde gucken!

Unregistriert
01.11.2009, 14:37
Hallo,

wir waren heute vormittag in der Tierklinik und konnten unseren Hund mit nach Hause nehmen. Das Fieber war heute morgen im Normalbereich und er war etwas munterer. Die Tierärzte haben ihm gestern abend Carbesia gespritzt und die Nacht über bekam er Infusionen.

Hier sind die Werte von gestern abend, die hat die Klinik ausgewertet.

Leukozyten 6-12 auf 13,87 erhöht
Erythrozyten 5,5-8,5 erniedrigt auf 5,49
Hämoglobin 9,32-12.42 auf 8,3 erniedrigt
Hämatokrit 44-57 auf 37,84 erniedrigt
MCH 1,06-1,43 auf 1,5 erhöht
RDW 14-17 auf 11,71 erniedrigt
MPV 6,7-11,1 auf 5,93 erniedrigt

das sind die Werrte die auffällig waren, in der Klinik ging man jetzt von einer Babesiose aus, ob eine Neuinfektion oder etwas chronisches konnten die nicht sagen.
Wir sollen jetzt beobachten und Fieber kontrollieren, falls sich der Zustand verschlechtert wieder kommen.
Ansonsten bekommt der Hund ab morgen Antibiotika, Amoxicyclin mit Clavulansäure, erstmal für 5 Tage wg. den erhöhten Leukozyten. Nächsten Freitag sollen wir wieder kommen, dann werden die Blutwerte nochmals kontrolliert. Ob weitere Tests gemacht werden, wird dann entschieden.

Ist die Vorgehensweise so richtig? Könnt Ihr was zu den Werten und der Behandlung sagen? Auf was müssen wir jetzt achten, welche Untersuchungen wären wichtig?

Danke nochmals
Kerstin

Unregistriert
01.11.2009, 14:41
Hier noch die Thrombozytenauswertung

Freitag: Normbereich 240-460 bei unserem Hund 256

gestern abend war der Wert dann bei 286

Passt das alles zu einer Anaplasmose oder Babesiose oder könnte evtl. etwas ganz anderes dahinterstecken?

Gruss Kerstin

Brilliant
01.11.2009, 18:24
Hallo, Kerstin,

damit sich die Fachfrauen ein Bild machen können, benötigen sie nicht nur die Werte ausserhalb der Referenz, sondern alle Werte. Kannst du die bitte noch dazu schreiben?

Unregistriert
01.11.2009, 19:06
Hier dann noch die anderen Werte von Samstagabend.

MCv norm: 60-77 69
MCH 1.06-1,43 1,5
MCHC 19,25-22,36 21,93
RDW 14-17 11,71 erniedrigt
EOS % von 0-100 bei 6,9%
Lymphos % von 0-100 bei 11,1%
Monos % von 0-100 bei 4%
Granulos % von 0-100 bei 84,9%
Lymphos Wert norm: von 1-3,6 bei 1,5
Monos Wert norm: 0-0,5 bei 0,5
Granulos Wert norm: 3-10 bei 12

Am Freitag waren noch folgende Werte erhöht:

ALP norm: 20-150 bei 164
ALT norm: 10-118 bei 1.261 (stark erhöht)

Heute abend habe ich Fieber gemessen, das ist weiterhin im Normbereich, er hat auch gefressen und trinkt, ist aber weiterhin sehr matt, müde und wackelig auf den Beinen.

Gruss Kerstin

renny11111
01.11.2009, 21:33
Hallo Kerstin,

aus den dürftigen Werten irgendwelche Rückschlüsse auf eine bestimmte Krankheit zu ziehen ist sehr schwierig. Ich würde, wie schon vorgeschlagen, ein großes Sreening plus einer Eiweißelektrophorese mit Kurve in Auftrag geben. Vielleicht gibt uns das mehr Klarheit. Außerdem würde ich in eurem Fall zu einer PCR auf Babesiose und Anaplasmose raten, da eine Titerbestimmung aufgrund der schon durchgemachten Infektionen vermutlich positiv ausfallen wird und in dem Fall nicht sehr aufschlussreich sein wird. Bei einer akuten Anaplasmose sind normalerweise die Thrombos erniedrigt, was bei euch aber nicht der Fall ist. Was sagt denn dein TA zu den erhöhten Leberwerten? Eine Vergiftung wurde ausgeschlossen?

Zur Unterstützung der Leber empfehle ich dir Silimarin in der Dosierung 200mg/10kg Köpergewicht 2x täglich, zusätzlich wegen der Anämie einen Vit.B Komplex und KaVit-Tropfen 2-3 mal täglich 3-5 Tropfen.

Unregistriert
02.11.2009, 06:58
Hallo Renny,

vielen Dank für Deine Ratschläge.

Ich werde die Sachen heute in der Apotheke besorgen. Wie sollte denn das Vitamin-B-Präparat dosiert sein? und kennst du ein Silymarin-Produkt das man empfehlen kann?

An eine Vergiftung haben wir auch schon gedacht, der TA hat das verneint und bringt die erhöhten Leberwerte mit der Babesiose in Verbindung.
Ich habe gestern die Werte der damaligen Babesiose mit den wenigen vom Wochenende verglichen. Es war damals nie ein Leberwert erhöht und die Thrombozyten waren immer tief unten und es war jedesmal Blut im Urin zu finden.
Für mich passt das ganze nicht zusammen, ich glaube nicht wirklich an eine Babesiose.

ich werde heute nochmals mit der Klinik sprechen und das grosse Blutbild veranlassen. Evtl. werde ich auch eine zweite Meinung einholen.
Wir haben auch an Leptospirose gedacht, auch das wurde von der Klinik verneint da der einzige Nierenwert den sie gemessen haben (Creatinin) im Normbereich war.


Da am Samstagabend Carbesia gespritzt wurde, nutzt denn diese PCR-Untersuchung noch was? Oder sind die evtl. vorhandenen Babesien wegen der Impfung nicht mehr gut nachzuweisen?

Wie könnte man denn eine Vergiftung nachweisen und welche Test müssten bei einer Leptospiren-Untersuchung gemacht werden?

Viele Grüsse
Kerstin

renny11111
03.11.2009, 14:43
Hallo Kerstin,

Wie sollte denn das Vitamin-B-Präparat dosiert sein?

je nachdem wie schwer dein Hund ist, kannst du die Kinderdosis oder die Erwachsenendosis nehmen. Silymarin bekommst du in DM-Märkten oder in der Apotheke oder auch hier (http://www.vitamine-abc.com/?shopid=vitalstore&subshopid=Deutsch&act=product&prod_index=2%2D2130)

nutzt denn diese PCR-Untersuchung noch was?

so kurz nach der Carbesiagabe wohl schon, obwohl auch eine PCR nur im positiven Falle beweisend wäre, sollte sie negativ ausfallen wäre man leider auch nicht schlauer.

welche Test müssten bei einer Leptospiren-Untersuchung gemacht werden?


auf Leptospiren gibt es einen AK-Test aus Serum oder eine PCR aus Urin, wobei die PCR wohl zu bevorzugen ist. Ist dein Hund gegen Lepto geimpft? Dann würde der AK-Test auf jeden Fall positiv ausfallen, auch ohne dass dein Hund nun an Lepto erkrankt ist. Schau mal hier (http://www.laboklin.de/de/VetInfo/aktuell/lab_akt_0808.htm) findest du eine gute Info dazu.

Unregistriert
03.11.2009, 15:27
Hallo Renny,

lieben Dank für die vielen Tipps. Die Vit-K-Tropfen kann ich morgen in der Apo abholen.

Gestern habe ich noch mit einem anderen TA gesprochen. Der konnte die Werte so auch nicht direkt einordnen, fand es aber auch gut, dass Carbesia gespritzt wurde, da es sich bei unserem Hund auch um eine reaktivierte Babesiose handeln könnte.
Eine Vergiftung schliesst er aus, er meint, dann würde sich die Blutgerinnung verändern und das würde man an den Thrombozyten erkennen, die bei unserem Hund bisher im Normbereich geblieben sind.

Morgen bekommen wir evtl. die ersten Werte der Kotuntersuchung und Freitag ist Blutkontrolle. Ich werde dann auch nochmal Urin untersuchen lassen. Dann geht das Blut auch ins auswärtige Labor, sobald ich diese Werte dann habe stelle ich sie hier rein.

Seit Sonntagmorgen ist unser Hund fieberfrei, jedoch immer noch sehr schlapp, er schläft fast den ganzen Tag. Richtig fressen tut er nicht, es ist ihm immer noch sehr übel, was aber auch vom AB kommen kann.

Viele Grüsse
Kerstin

renny11111
03.11.2009, 22:36
Hallo Kerstin,

sobald ich diese Werte dann habe stelle ich sie hier rein.


ja, mach das mal, vielleicht fällt uns noch etwas auf. Wurde eigentlich mal eine Sono der Leber gemacht?

Gute Besserung für deinen Buben.

Unregistriert
14.11.2009, 17:56
Hallo Renny,

konnte mich leider nicht früher melden, mein Computer hat gestreikt, seit heute ist er aus der Reparatur zurück.

Danke noch für die guten Wünsche, unserem Hund geht es viel besser. Gewisse Untersuchungen auch vom Kot waren negativ, eine PCR auf Babesiose war nicht mehr möglich, wäre zu lange nach der Spritze erfolgt.

Stelle jetzt das Blutbild nicht ein, die Werte haben sich immens verbessert. Der TA meint, in vier Wochen werden nochmal die Werte untersucht. Dann würde es auch erst Sinn machen, die Antikörper zu testen.

Danke für die vielen Tipps auch wegen Mariendistel und Vit-Ka-Tropfen, bekommt dem Buben gut.

Lieber Gruss
Kerstin

Unregistriert
23.11.2009, 13:30
Hallo,

seit der letzten Nachricht ist ja jetzt noch einige Zeit vergangen.
Ich hoffe Deinem Hund geht es wieder gut.

Beim Durchlesen der Krankengeschichte könnte ich mir vorstellen, daß es möglicherweise gar nichts mit Babesiose oder Anaplasmose zu tun gehabt hat. Eine Erkrankung der Bauchspeicheldrüse käme bei den beschriebenen Problemen z.B auch in Frage.

Grüsse

Hanno

Unregistriert
03.05.2010, 19:49
Bei unserer Hündin wurden bei einem großen Blutbild vor 6 Wochen Babesiose und Anaplasmose diagnostiziert.
Die Babesiose wurde mit 2 Carbesia Spitzen innerhalb 2 Wochen und die Anaplasmose mit Doxycyclin behandelt.
Da unsere Hündin die ersten 3 Wochen ständig Fieberschübe über 40 Grad hatte, bekam sie etliche Kortisonspritzen und wurde danach auf Tabletten (Prednisolon 50 mg) umgestellt.
Nach 3 langen Wochen gingen die Fieberschübe zurück, der Hund war wieder fit, hatte Spaß und war fast wieder die alte.
Vor 2 Tagen war sie erneut schlapp, übergab sich ständig, wollte nichts fressen.
Der TA gab ihr daraufhin erneut Carbesia. Gestern ging es ihr daraufhin schon wieder etwas besser, sie fraß wieder und musste sich auch nicht übergeben.
Heute Morgen erneuter Besuch beim Tierarzt, hund war zwar schwach, aber interessiert am Leckerchen, nichts besonderes.
Mittags brach sie mir nach dem Wasserlassen zusammen, bewegte sich nicht mehr.
Wieder auf dem Weg zum TA ist sie mir gestorben. Wahrscheinlich Herzversagen.
Ich wünsche das wirklich niemandem. War mein erster Hund. Sie wäre Ende Mai 8 geworden - für nen Labrador nicht wirklich alt.