alfonsweig
30.08.2005, 20:40
Hallo,
ein Hund in unserer näheren Umgebung hat eine nachgewiesene Leishmaniose (u.a. ausgefranste Ohren).
Besteht in unseren Bereichen die Gefahr eine Übertragung ohne den Zwischenwirt Mücke? Können auch andere Mücken außer Sandmücken die Leishmanien übertragen?
Welche Gefährdung bestht für Kinder (4 und 6 Jahre) bzw. was würdet Ihr empfehlen?
Vielen Dank für Eure Ratschläge
Alfons
Christiane
31.08.2005, 01:07
Hallo Alfons,
Original geschrieben von alfonsweig
Besteht in unseren Bereichen die Gefahr eine Übertragung ohne den Zwischenwirt Mücke?
Kaum. Bei einer Bluttransfusion auf einen anderen Hund wäre es möglich, oder wenn eine kranke Hündin Junge bekommt.
Können auch andere Mücken außer Sandmücken die Leishmanien übertragen?
nein.
Welche Gefährdung bestht für Kinder (4 und 6 Jahre) bzw. was würdet Ihr empfehlen?
Wenn der Hund keine offenen Wunden hat, besteht keine Gefahr. Bei offenen Ekzemen, die durch Leishmaniose verursacht wurden, kann das Wundsekret Leishmanien enthalten. Wenn man das direkt in eine offene Wunde eines (kleinen) Kindes bringen würde, bestünde theoretisch die Möglichkeit einer Übertragung. Dies wurde jedoch noch nie nachgewiesen.
Wundsekret, das z. B. durch Abstreifen irgendwo in der Umgebung kleben bleiben kann, ist nach ein paar Minuten an der Luft inaktiv.
Allerdings würde ich kleine Kinder schon aus hygienischen Gründen nicht zu Hunden mit offenen Wunden lassen.
Durch Spielen, Hautkontakt, Speichel oder sogar Bisse wird keine Leishmaniose übertragen. Leishmanien dringen auch nicht durch intakte Haut oder Schleimhaut in den Körper ein.
Wenn der Hund lediglich in Eurer Nachbarschaft wohnt, ohne dass Ihr viel mit ihm zu tun habt, ist das Risiko = 0.
Ein reales Risiko, das viele Leute nicht bedenken hast Du dagegen, wenn Du mit Deinen Kindern in den Süden fährst. Überall dort sind nicht nur infizierte Straßenhunde, die vielleicht nachts vor Deiner Tür schlafen, sondern auch massenhaft infizierte Sandmücken, die ab Dämmerung unterwegs sind. In jedem Straßencafe, das nicht gerade direkt am (windigen) Strand liegt, und in jedem Quartier unterhalb des 2. Stockwerks können Deine Kinder abends und nachts infizierte Stiche bekommen, sofern sie nicht unter einem imprägnierten Mosikonetz schlafen.
Es werden auch einige krank. Dass das trotz der vielen Urlauber mit Kleinkindern nicht massenweise passiert, zeigt Dir so in etwa, wie das Risiko mit dem Nachbarshund für Kinder tatsächlich einzuschätzen ist.
Ich hoffe, das hilft Dir weiter.
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