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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leishmaniose in Andalusien


proudroses
11.04.2010, 07:38
Hallo liebe Forengemeinde,

nun habe auch ich unerwartet den Weg hier ins Forum gefunden, und hoffe, dass ich gemeinsam mit euch in den kommenden Wochen nicht verzweifeln werde.

Vielleicht werden einige von euch mich gleich verurteilen, wie naiv ich doch bin, aber ich denke, dass die meisten mich verstehen werden.

Mein Mann und ich haben gestern quasi den Hund von unseren Nachbarn adoprtiert. Heute sollte er aufgrund von LM eingeschlaefert werden.

Die Vorgeschichte ist die, dass wir diesen tollen Hund, ein Akbash, der jetzt zwei Jahre alt ist, sowieso schon seit ca. 1 Jahr die notwendige Aufmerksamkeit geben, die Hunde benoetigen. Letztes Jahr im Oktober haben wir unseren Nachbarn darauf hingewiesen, dass der Hund einen Arzt benoetigt, da seine Haut eztrem schuppig wurde, das Fell glanzlos und er eitrigen Ausfluss aus den Augen hatte.
Der Nachbar tat dies auch, aber angeblich sei alles in Ordnung.

Letzte Woche dann, habe ich ihn noch einmal darauf angesprochen, mit dem Ergebniss, dass er endlich einen Bluttest machen liess.

Das Ergebnis LM positiv - und somit aus andalusischer Sicht das Todesurteil.

Nun hatte ich mich die ganze Nacht von Freitag bis Samstag in LM eingelesen, und zog gemeinsam mit meinen Mann den Schluss, dass es vielleicht doch eine Chance fuer den Hund gibt.

Gesagt, getan ... wir sprachen mit unserem Nachbarn, und bekamen gruenes Licht. Der Hund gehoert jetzt uns...

Nachdem ich von unserem Nachbarn die Ergebnisse des Bluttestes anforderte, sagte er mir, die haette er nicht. Gab mir jedoch eine Karte von einem TA, worauf vermerkt war LM positiv + Ekzem + Pioderma. Nun mein Verdacht liegt darin, dass der TA lediglich einen Schnelltest gemacht hat.

Morgen werde ich zu unserer TAin gehen, und mit ihrer Hilfe ein komplettes Blutbild machen lassen, und hoffentlich Therapiemoeglichkeiten aufgreifen.

''Adrie'' macht nach aussen hin einen relativ ''starken'' Eindruck. Dass dieser Hund viel schlaeft, liegt u.a. auch in der Rasse. Momentan ist sein Fell glanzlos und sehr duenn, und von dem schuppigen Ekzem gezeichnet. Seine Augen traenen viel mit diesem eitrigen Ausfluss.

Dass er momentan untergewichtig ist, fuehren wir aber mehr darauf zurueck, dass unser Nachbarn ihn nicht korrekt gefuettert hat. Im Januar war der Hoehepunkt des Gewichtsverlustes zu sehen. Man konnte wirklich seine Rippen etc. sehen.

Wir fingen an ihn zusaetzlich zu fuettern. Seitdem packt er kontinuierlich Gewicht wieder drauf.

Seit gestern fuettern wir ihn nun 3 mal pro Tag, was er auch ohne weiteres frisst.

So, das soll es von meiner Seite aus gewesen sein. Ich hoffe, dass ich zukuenftig auch hier viel Rat und Unterstuetzung bekommen werde. Vielleicht auch Erfahrungen des einen oder anderen.

Liebe Gruesse von der Costa del Sol.

Chonissi
11.04.2010, 10:23
Hallo,
:welcome: in diesem Forum. Ich finde es ganz toll das ihr der armen Fellschnauze eine Chance gebt weiter zu leben. Leishmaniose muss nicht zwangsläufig ein Todesurteil für den Hund bedeuten.
Verurteilt wird hier keiner und unwissend waren wir irgendwann alle hier.

Um hier eine fachliche Beratung zu erhalten fehlen allerdings noch ein paar Angaben. Welche kannst du >hier< (http://www.leishmaniose-forum.com/showthread.php?t=6930) nachlesen.

LM Hunde brauchen ein stressfreies Leben und gutes Futter. In diesem Zusammenhang wäre es wichtig zu wissen WAS du fütterst. Viele von uns ernähren ihre Hunde frisch. Könntest du dir das vorstellen.???

Vielleicht hilft es ja auch weiter hier mal die eine oder andere Hundegeschichte zu lesen um das Handling mit einem LM Hund besser in den Griff zu bekommen.

Petra & Shadow
11.04.2010, 10:40
Hallo, auch ein herzliches Willkommen von uns :welcome: Ich finde es toll, das Ihr Adrie ein Zuhause gebt, trotz der anscheinend positiven Leishmaniose - Respekt! Verurteilen tut Euch hier sicher keiner, wir alle haben mal ganz klein zum Thema Mittelmeerkrankheiten angefangen.

Chep läßt Grüße an seine alte Heimat ausrichten, er kommt aus Roquetas de Mar.

atb
11.04.2010, 10:40
Hallo Sarah,

auch von mir ein Willkommen im Forum!

Hoffentlich bereut Ihr nicht, diesen Hund adoptiert zu haben, denn meine Vorschläge werden gleich ins Geld gehen:

An Untersuchungen wäre folgendes zu empfehlen:

Komplettes sog. Reiseprofil (also Tests auf Leishmaniose, Babesiose, Ehrlichiose, Hepatozoon canis, Mikrofilarien = Knott-Test), großes Blutbild, Organwerte sowie eine Eiweißelektrophorese mit Kurvendarstellung (heißt bei Euch Proteinogramma).

Höchst vorsorglich, für den Fall, dass der TA aufgrund der Hautgeschichte Cortison einsetzen möchte - lasst die Finger davon! Cortison ist bei Leishmaniose contraindiziert. Hier sollte vielmehr auch Diagnostik in Richtung Milben- oder Pilzbefall erfolgen.

Weiterhin sollte man vor dem TA-Besuch wissen, dass gerade in Spanien bei sich bestätigender Leishmaniose standardisiert gerne zu einer Glucantime-Behandlung geraten wird. Hier sollte man zunächst die weiteren Befunde abwarten und anhand derer entscheiden, ob neben einer - in Eurem Fall wohl erstmaligen - Behandlung mit Allopurinol noch stärkere Geschütze aufgefahren werden müssen. Als Alternative zu Glucantime, das stark leber- und nierentoxisch ist und gegen das sich bereits Resistenzen ausgebildet haben, wäre dann auch noch der Einsatz von Milteforan zu diskutieren.

Genaueres können wir Dir sagen, wenn wir die o.g. Befunde vorliegen haben.

Viel Glück!

proudroses
11.04.2010, 11:11
Dankeschoen fuer diese nette Aufnahme hier. In den naechsten Tagen werde ich fuer Adrie einen eigen Thread eroeffnen, aber erst dann, wenn uns die Komplettergebnisse der naechsten Blutuntersuchung vorliegen. So macht es wenig Sinn.

Ich hatte mir hier schon rausgesucht, auf was genau wir testen lassen muessen.

Zu der Frage des Futters kann ich nur soviel sagen, dass wir momentan einen Mix zwischen Trocken und Frisch fuettern. d.h. 1 x pro Tag frisch, 1 x gemixt, und 1x Trockenfutter. Wir moechten den Hund langsam umstellen, da er bislang ausschliesslich mit einem Billigtrockenfutter gefuettert wurde, und selbst das zu wenig.

Die Frage mit dem Geld, tja das ist so eine Sache. Aber wer a sagt, muss auch b sagen. Da wir schon 5 Hunde haben, kommt es auf den einen ''Scheisser'' auch nicht mehr an. Vor 5 Monaten erkrankten unsere Welpen an einer heimtueckischen Krankheit. Unsere TAin sagte, wir werden es nicht schaffen. Tagtaeglich, ueber 5 Tage spritzten wir unseren kleinen einen Mix, bestehend aus 2 verschiedenen Praeperaten. Kostenwert einer Spritze 50,00 Euro x zwei und das ganze mal 5 zuzueglich der Blutuntersuchungen etc.

Aber Geld kann nicht wirklich aufwiegen, was die Hunde uns wiedergeben. Ganz nach dem Motto: Totgesagte leben laenger sind wir also auch bei Adire guten Mutes.

Wir sind wirklich fuer jeden Ratschlag dankbar. Denn nichts ist schlimmer als Unversuchtes unversucht zu lassen.

LG

Brilliant
11.04.2010, 20:16
Hallo, Sarah,

wichtig wäre für Adrie auch ein Scalibor Halsband, erstens um Zecken, Flöhe und weiterhin Sandmücken abzuwehren und damit er nicht zur Verbreitung der LM beiträgt. Deine anderen Hunde schützt du auch? Adrie keinesfalls impfen lassen.

Ich finde euer Engagement auch klasse!

proudroses
12.04.2010, 04:56
Unsere Hunde haben dieses Halsband schon laenger. Und duer Adrie werde ich heute vom TA gleich eins mitbringen.

Zudem lassen wir sie nachts drinne schlafen... den Platz haben wir dafuer.:zwink:

proudroses
26.04.2010, 11:25
Ich moechte mich heute noch einmal zu Wort melden, denn ich denke, dass wir heute dafuer belohnt worden sind, dass wir uns entschieden haben, Adrie zu adoptieren.

Wir haben bei unserem TA Bluttests machen lassen, die Auswertung war so gesehen positiv. Ja, er ist an LSM erkrankt, aber nichts - was man nicht mit Tabletten regulieren kann.
Der Grund fuer seinen schlechten Allgemeinzustand ist Zeckenfieber. Aber auch hier bekamen wir Antibiotikum.

Ich moechte hier gar nicht soviel erzaehlen, denn letztlich werden die naechsten zwei Wochen zeigen, ob die Therapie anschlaegt oder nicht.

Aber trotzdem glaube ich schon jetzt, dass ein Hund es wert ist, einmal genauer hinzuschauen und an ihn zu glauben. Und manchmal zahlt sich Hartnaeckigkeit dann doch aus.

Liebe Gruesse an alle

Schmusebacke
26.04.2010, 11:27
Hallo Sarah,
das freut mich für Euch und für die arme Nase :happy::happy:
Ich wünsch Euch ganz viel Glück:winke:

Unregistriert
28.04.2010, 19:29
Eine kurze Frage sei mir erlaubt, irgendwie finde ich nicht die richtigen Antworten im Netz.
Unsere TAin hat uns empfohlen den Hund mit rotem Fleisch zu fuettern, um seine roten Blutkoerperchen wieder auf Trab zu bringen.

Ich bin mir da jetzt aber ein wenig unsicher, was und in welchem Zustand das Beste fuer ihn waere. Habt ihr da vielleicht irgendwelche Tipps fuer mich?

Vielen Dank.

tizian_2003
29.04.2010, 17:38
Hallo Unbekannt,

ich nehme mal an, dein Hund hat eine Anämie. Dann ist die Behandlung der Grunderkrankung, die dazu geführt hat, die Basis. Ich denke mal, das wird gemacht. Wenn du deinen Hund zusätzlich bei der Blutbildung unterstützen willst, können wir täglich einen Vitamin-B-Komplex und evtl. ein Eisenpräparat (z. B. Fortain) bei Eisenmangel empfehlen.

Welches das beste Futter für deinen Hund ist, können wir ohne weitere Infos nicht sagen. Hochwertiges (wir empfehlen die eigene Zubereitung) und das, was er verträgt! Hilft dir das weiter?

Liebe Grüße
Andrea