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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Frankreich- Urlaub, jetzt krank- HILFE!


Unregistriert
10.05.2010, 14:13
Hallo Zusammen,

ich war den April über bis letzte Woche mit meinen Hunden in Südfrankreich. Trotz Scalibor etc. hatte meine 8,5 Jahre alte Retrieverhündin im Gegensatz zu meinem Rüden einige angesaugte Zecken, die eine braune Farbe hatten :-(

Am Samstag ging es ihr den ganzen Tag über nicht so gut, sie wirkte etwas schlapp. Spätabends habe ich Fieber gemessen: 39,9°C. Sie wollte nicht mal Leckerlis haben und auch nicht aufstehen. Am nächsten Morgen hatte sie 40,3°C und sie war sehr, sehr matt, wollte nicht trinken und essen, obwohl sie IMMER Hunger hat. Unsere Tierärztin stellte auch fest, daß sie etwas dehydriert war. Die Lymphknoten etc. und auch das Abhören waren aber negativ.

Aufgrund des schlechten Zustands (niedriger Blutdruck etc.) und weil die Gefäßwände wohl zusammenfielen, war es nicht möglich einen Zugang zu legen. Zwei Tierärzte mühten sich lange an allen 4 Pfoten ab, aber der Zugang konnte nicht gelegt werden bzw. er funktionierte nicht. Man konnte aber etwas (sehr wenig) Blut bekommen. Sie bekam subcutane Infusionen und ein Schmerzmittel, außerdem bekam sie Doxycyclin in Form von Renaxan, weil der Verdacht auf eine der Südkrankheiten bestand.

Der Bluttest lieferte folgendes Ergebnis:
Werte: (Referenzwerte)

WBC: 4.4 (6.0- 12.0) !
RBC: 4.66 (5.50- 8.50) !
HGB: 10.6 (15.0- 20.0) !
HCT: 33.2 (44.0- 57.0) !
PLT: 54 (200- 450) !
MCV: 71 (60- 77)
MCH: 22.7 (17.0- 23.0)
MCHC: 31.9 (31.0- 36.0)
RDW: 12.8 (14.0- 17.0) !
MPV: 8.9 (6.7- 11.1)

%Lym: 11.0% (0.0- 100.0)
%MO: 3.1% (0.0- 100.0)
%GRA: 85.9% (0.0- 100.0)

Sie hat also eine deutliche Anämie.

Heute war es wieder nicht möglich Blut zu nehmen... :-( Es kamen lediglich 5 Tropfen, die für den Anti- Körper- Schnelltest verwendet wurden. Ergebnis: negativ, also kein Nachweis auf Anaplasmose, Borreliose, Ehrlichiose oder Herzwürmer. Das Blut aus dem Ohr zur Testung auf Babesiose wurde ins Labor geschickt (ging gestern nicht, weil Sonntag), Ergebnis kommt am Mittwoch.

Die Temperatur ging gestern abend runter auf 39,0°C, heute morgen war sie bei 39,4° und jetzt hat sie 39,0°C. Sie trinkt viel (Fleischbrühe) und war gestern abend fitter, aber heute früh war sie wieder matt. Mittlerweile gehts ihr wieder deutlich besser (Schmerzmittel?)

Wir sollen ihr das Ronaxan weiter geben (4 Wochen), weil bei diesen Symptomen die Wahrscheinlichkeit einer Südkrankheit gegeben ist, auch wenn bis jetzt noch keine Antikörper nachweisbar sind. Babesiose steht ja noch aus. Ansonsten bekommt sie auch noch Rimadyl.

Was könnt ihr mir zu diesen Symptomen bzw. der Behandlung sagen? Oder zu Ronaxan- habt ihr ein paar Tipps für mich? Mir wurde gesagt, daß es ein heftiges AB sei.

Freu mich über jeglichen Input- herzlichen Dank dafür!

LG
Silke

Jeanie
10.05.2010, 14:31
Hallo, Silke,

mit Sicherheit werden sich noch Fachfrauen bei dir melden.
Ich will dir nur vorab einen wichtigen Hinweis geben - Ronaxan stets gut eingepackt geben, es sollte in einem Rutsch geschluckt werden. Ronaxan ist stark schleimhautätzend und sollte deshalb auch nicht auf leeren Magen gegeben werden. Gut eignen sich dafür Hühnerherzen, weil die Tablette in die natürliche Kammer geschoben werden kann oder in ein dickes Stück Gulasch versenken.
Leberwurst oder Frischkäse eignen sich nicht so gut, könnte bis es unten ankommt abgeschmiert sein.
Ronaxan sollte auch alle 12 Stunden verabreicht werden, damit der Wirkstoffpegel gleich bleibt. Dosis: 10mg/Kg Körpergewicht - 28 Tage lang.
Für deine Fellnase :toitoitoi

Tilly
10.05.2010, 14:49
Hallo Silke,


Ich gehöre auch nicht zu den Fachfrauen, wollte nur sagen:

Herzlich Willkommen hier - auch wenn de Anlass nicht erfreulich ist.

Soweit ich weiß, ist eine akute Babesiose die ersten Tage nicht über Antikörper nachweisbar, dafür im Blutausstrich.

Hier mal ein Erfahrungsbericht:

http://www.inselhunde.de/lumpi.htm

Ganz doll :toitoitoi für Euch.

Unregistriert
10.05.2010, 14:55
Ich danke euch für eure Hilfe und liebe Begrüßung! :)

Habe jetzt mal weiter recherchiert und bekomme gerdae etwas die Flatter, weil ich mir nicht sicher bin, ob Ronaxan überhaupt gegen Babesiose- wenn das die Ursache sein sollte- hilft???
Ich möchte natürlich ungern eine unnütze und heftige Ronaxan- Therapie anfangen...
Die TÄ sagte uns aber, daß es besser ist wir fangen gleich damit an, als wenn wir die Behandlung beginnen, wieder abbrechen und in 3 Wochen, wenn dann doch Antikörper vorhanden sind, wieder damit beginnen...

Oh je, bin mir gerade mit allem so unsicher...

Tilly
10.05.2010, 15:02
WENN es eine Babesiose sein sollte:

Akute Babesiose
Eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung, die möglichst rascher Behandlung bedarf.
Eine akute Babesiose (frisch infiziert) kann ab 3. Tag per Giemsa-Blutausstrich nachgewiesen werden (zu dieser Zeit ist der Antikörpertest NOCH negativ)

Therapie:
Die Therapie erfolgt mit Carbesia.
Carbesia ist kein in Deutschland zugelassenes Medikament, ist aber DAS Mittel der Wahl und muss erst über eine internationale Apotheke bestellt werden.
Da dies meistens zu lange dauert, sollte man rumtelefonieren, ob es in einer Praxis oder Klinik vorrätig ist.

Es wird zwei mal im Abstand von 14 Tagen gespritzt.

Da die Injektion sehr schmerzhaft ist, sollte vorher ein Betäubungsmittel gespritzt werden.

Behandelt wird mit 0,25ml Carbesia pro 10kg Körpergewicht subkutan (unter die Haut) 2mal im Abstand von 14 Tagen.

Ganz wichtig erscheint mir noch, den Tierarzt darauf hinzuweisen, dass die Dosierung 0,25 ml pro 10kg Körpergewicht ist.

Üblicherweise werden Dosierungen oft pro kg Körpergewicht angegeben und dadurch sind schon Hunde gestorben, weil Carbesia zu hoch dosiert wurde.

Die Fachfrauen werden sich aber noch melden.

Unregistriert
10.05.2010, 15:15
DANKE, Beate, das hatte ich auch im Netz gefunden, weshalb ich ja so unruhig bin.
Bis jetzt haben wir ja noch keinen Nachweis aus dem Kapillarblut, erst am Mi.
Im Endeffekt haben wir ins Blaue hinein mit Ronaxan behandelt, aber da Luna so hohes Fieber hatte und die Anämie etc., musste sie anbehandelt werden. Und es geht ihr ja schon besser.
Wenn der Babesioetest positiv ist, würde dann ja wahrscheinlich Carbesia verwendet und das Ronaxan abgesetzt werden, oder? Und geht das einfach so? Ich möchte ihr natürlich ungern so Hammertabletten geben, aber natürlich muß sie auch antherapiert werden, da es ihr so schlecht ging. Jeder Tag ohne Medizin wäre ein verlorener Tag, oder?

Jeanie
10.05.2010, 15:16
wenn wir die Behandlung beginnen, wieder abbrechen und in 3 Wochen, wenn dann doch Antikörper vorhanden sind, wieder damit beginnen...

...interpretiere ich das richtig? Du hast noch nicht begonnen, Ronaxan zu geben? Wenn das so ist, würde ich abwarten, was unsere Fachfrauen dazu sagen.
Denn es ist schon so, ein AB abbrechen, kann zu Resistenzen führen. :winke:

Unregistriert
10.05.2010, 15:44
Hallo Evi,

da habe ich mich vielleicht ungenau ausgedrückt: sie ist schon mit Ronaxan anbehandelt. Aber Ronaxan wirkt ja gegen Einzeller und damit auch gegen Babesien. Für eine Anbehandlung ist es also, soweit ich es verstanden habe, geeignet. Für eine gezielte Behanndlung gegen Babesien, sollte das nun die tatsächliche Ursache sein, würde man dann wohl besser Carbesia verwenden, so sind zumindest meine momentanen Rechercheergebnisse. Die TÄ sagte, daß ja durchaus erst in 3 Wochen Antikörper gegen Ehrlichiose, Anaplasmose etc. vorhanden sein können (die heute im Schnelltest nicht vorhanden waren, obwohl sie schon Symptome hat).
Immerhin ist das Fieber ja schon gesunken und sie ist nicht mehr so stark matt, wie sie es noch gestern war. Also scheint es ja anzuschlagen.

Liebe Grüße und Danke für eure Hilfe
Silke

Tilly
11.05.2010, 15:32
Hallo Silke,

wie gehts Deiner Maus?

tizian_2003
11.05.2010, 17:45
Hallo Silke,

wenn es bei einer frischen Infektion noch keine Antikörper gibt, kann man einen Direktnachweis machen. Babesien (auch andere Erreger) kann man im Blutausstrich sehen, sonst bietet sich eine PCR an. Ronaxan ist zu einer Babesiosebehandlung nicht geeignet, dazu nimmt man Carbesia. Ein Hinweis auf eine Babesiose kann dunkler Urin sein.

Liebe Grüße
Andrea

Diana*
11.05.2010, 18:26
Liebe Silke,

ich habe bei meinem Hund eine akute Babesiose mit all den Symptomen, wie Du sie beschreibst, erlebt.

Gottseidank hat mein TA aufgrund dieser optischen Anzeichen (er hatte auch ganz helle, fast weiße Schleimhäute) sofort reagiert und auf Verdacht (!) Carbesia gespritzt, das er in seiner Praxis vorrätig hatte. (Ist nicht überall so, da das Mittel in Deutschland noch nicht zugelassen ist).

Das ebenfalls unter großen Schwierigkeiten abgenommene Blut wurde sofort eingeschickt und am nächsten Tag bereits hatte sich der Verdacht aufgrund einer PCR bestätigt. Mittlerweile war mein Nathan schon fast wieder "wie neu";-))) und in wenigen Tagen war ihm nichts mehr anzumerken.

Wichtig ist auch, daß das Carbesia entsprechend der Größe Deines Hundes bei der Gabe verdünnt wird, da es sonst sehr unangenehm für ihn ist und auch Nebenwirkungen wie Erbrechen, kurzfristige Krämpfe, etc. auftreten können, die jedoch rasch wieder verschwinden. 14 Tage später erhielt er die 2. Injektion, die er ebenfalls recht gut weggesteckt hat.

Liebe Grüße und gute Besserung !

Siegrun mit Nathan

atb
11.05.2010, 23:55
Wichtig ist auch, daß das Carbesia entsprechend der Größe Deines Hundes bei der Gabe verdünnt wird, da es sonst sehr unangenehm für ihn ist und auch Nebenwirkungen wie Erbrechen, kurzfristige Krämpfe, etc. auftreten können, die jedoch rasch wieder verschwinden.

Dosiert! Statt "verdünnt" ist hier "dosiert" DOSIERT (0,25 ml pro 10 kg Körpergewicht) gemeint - und Nebenwirkungen können gleichwohl auftreten, sind aber idR schnellstens überwunden.

Diana*
12.05.2010, 08:09
Liebe Anke,

ich widerspreche Dir ja nur ungern, aber ich bin mir ganz sicher, daß mein TA mir erklärt hat, daß er bei der 2. Injektion die empf. Dosis von 0,25 ml nochmals verdünnt hat, da Nathan sich beim ersten Mal so heftig aufgeführt und mich vor Schmerz sogar in die Hand gebissen hat.

Beim 2. Mal zeigte er dagegen außer einem kurzen Aufschrei keine weiteren Reaktionen.

Schmusebacke
12.05.2010, 08:21
Hallo Siegrun,
häufig ziehen Ärzte ein leichtes Mittel zur örtlichen Betäubung mit auf - damit das Carbesia nicht so brennt. Wurde bei Naddi beim 2. mal auf meine Anregung hin auch gemacht. :winke:

Tilly
12.05.2010, 08:25
Bei Maja wurde bei beiden Impfungen vorher ein Betäubungsmittel gespritzt.

Hoffentlich hören wir noch was von dem Hund...

Ich finde es immer schade, dass die Leute sich dann garnicht mehr melden, schließlich würde man ja gerne wissen, wie es dem Hund geht...

Silke, es wäre schön, wenn Du nochmal schreiben würdest.

unregistriert
23.05.2010, 14:21
Hallo Ihr Lieben,

bitte entschuldigt mein Nichtmelden- ich hatte so viel um die Ohren und habe meine restliche Zeit meiner Hündin gewidmet.

Ihr geht es schon viel besser. Sie wird immer noch mit Ronaxan behandelt und wir ziehen die Behandlung auch weiter durch. Ihre Anämie ist schon viel besser geworden. Blut haben wir aber seit dem nicht mehr nehmen lassen/ können, weil sie damals im akuten Stadium ja so schlechte Erfahrungen beim TA machen musste, da sie kurz vor einem Kollaps/ Schockzustand stand und deshalb kein Blut kam/ keine Infusionslegung möglich war (= Gefäßwände fielen zusammen). Sie sollte sich also erstmal etwas erholen. Sie hatte von den ganzen Versuchen um Zugänge zu legen Hämatome und Schwellungen an allen 4 Pfoten bekommen...
In zwei Wochen gehen wir wieder zur Blutkontrolle, in 3 Tagen zur normalen Kontrolle.

Ich melde mich, wenn es was Neues gibt.

Herzlichen Dank für eure Hilfe!

Grüßle
Silke