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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leishmaniose - Kastration?


Paya
10.06.2010, 16:42
Meine Hündin Paya, ca.5-6 Jahre, aus Spanien hat laut letztem Befund 2,7 Leishmanien-Antikörper (ELISA), also negativ, im Januar 2009 einen Titer von 1:50, die Elektrophorese ist auch völlig normal, auch alle anderen Werte. trotzdem hatte sie sehr heftige Beschwerden: Hautjucken, starker Fellverlust, "Blumenkohl" in den Ohren und Attacken, wo die Ohren rot werden und anschwellen und auch Schmerzen hervorrufen. Sie reibt sie dann heftig und so ein Anfall dauert ca. 1/4 Std.
was nun die Ursachen sind trotz der niedrigen Werte ???
Sie nimmt aber auch Allopurinol 300 morgens und abends 1 Tabl. Ab heute soll sie erstmal nur die Hälfte nehmen.
Sie hatte vorige Woche wegen ihren heftigen Beschwerden Antibiotikum und eine Schmerzspritze bekommen und es ist deutlich besser.
Dieses Mal könnte die Scheinschwangerschaft evtl. der Auslöser gewesen sein (hatte mit Helga gesprochen).
Es ist nun die Frage: Lasse ich sie kastrieren, was ja auch eine körperliche Belastung ist für den Körper und ändert sich dann etwas??? Am besten geht es ihr, wenn sie heiß ist, dann ist von alledem nix zu merken. Würde vielleicht auch eine Hormonbehandlung gehen oder was könnte man sonst noch tun?
Vielen Dank im voraus und liebe Grüße Bärbel und Paya

tizian_2003
10.06.2010, 17:58
Hallo Bärbel,

es wäre schön, wenn du Payas Befunde mal einstellen könntest. Guck mal hier (http://www.leishmaniose-forum.com/showthread.php?goto=newpost&t=6930), was wir brauchen, um dir zu helfen. Ich bitte dich auch, ihre aktuellen Beschwerden zu schildern und ggf. ein Foto von Hautveränderungen zu zeigen.

Liebe Grüße
Andrea

Paya
10.06.2010, 21:11
Hallo Andrea,
habe eingangs alle Daten mitgeteilt und auch die Beschwerden, die ja durch die Behandlung am
Abklingen sind. Ein großes Blutbild wurde dieses Mal nicht gemacht, werde es das nächste Mal anfordern, auch die Kurve war nicht dabei, nur die o. a. Werte. Aber alle Werte sind lt. TÄ in Ordnung.
Was ich so im Forum gelesen habe, sprechen alle ihre Beschwerden für eine Leishmanioseerkrankung, trotz der niedrigen Werte. Hauptproblem sind die Ohren (keine Entzündung, eher Wucherungen im Ohr). Sie bekommt richtige Attacken, wird alles rot und schwillt an, wie schon beschrieben.
Meine Frage ist, lasse ich sie kastrieren oder nicht, macht es Sinn???
Liebe Grüße Bärbel

tizian_2003
10.06.2010, 21:36
Hallo Bärbel,

ich weiß nicht, "ob es Sinn macht", deinen Hund zu kastrieren! Wofür soll es gut sein? Tut mir leid, aber ich verstehe dein Posting nicht.

Dein Hund ist negativ auf Leishmaniose getestet, aber alle Beschwerden sprechen für diese Krankheit? Aha. Aber alle Werte sind in Ordnung? Nun, warum bekommt sie dann Allopurinol?

Wegen "Wucherungen im Ohr" bekam sie ein Antibiotikum und eine Schmerzspritze und nun klingt das ab? Das ist ja prima, was alles hat das aber mit einer möglichen Kastration zu tun? Ich würde dir gern helfen, aber dein Problem erschließt sich mir aus deiner Schilderung leider nicht.

Liebe Grüße
Andrea

claudia61
11.06.2010, 07:16
ich beschäftige mich immer wieder mit diesem thema.
meine hündin ist nicht nur LM+, sie ist auch epileptikerin, mittlerweile sowas 13j. alt und hat probs mit dem bewegungsapparat(aufgrund jahrelanger fehlbelastung durch ein kaputtes vorderbein). sie ist seit 2003 bei mir.
kastrationsfreund bin ich nicht. ich sehe das als sehr gut überlegte einzelfallentscheidung.
bisher war ich auch immer zu dem schluss gekommen, das zu lassen. das risiko war mir schlicht zu hoch. gelegentliche probleme haben wir dank hom. beh. gut im griff gehabt. das wäre für mich immer wieder der erste weg. die behandlung hat ihren hormonhaushalt zurechtgerückt.
nun hat sich eine situation ergeben, wo ich wieder drüber nachdenken muss.....

aber von daher die anregung, ob nicht eine klass.hom.behandlung in frage käme.
bei der schilderung der probleme denke ich, dass da sehr gute chancen bestünden......

Astrid
11.06.2010, 10:52
Hallo Ihrs,

in dem Fall würde ich mich Claudias Ausführungen komplett anschliessen. Nicht immer ist eine Kastration überhaupt "die" Lösung. Man muss sich immer bewußt machen, dass durch die Wegnahme der Hormondrüsen (Eierstöcke bei der Hündin und Hoden beim Rüden) der ganze Hormonhaushalt auch "ins Wanken" gerät und die übrigen Hormondrüsen dadurch ganz schön ins Schleudern geraten können, salopp ausgedrückt.

Sehr gute Ausführungen zu diesem Thema gibt es von PD Gansloßer in seinen Vorträgen und in seinem Buch "Verhaltensbiologie für Hundehalter". Für ihn wird der Hund durch eine Kastration stoffwechselmäßig schlagartig zum Senior - das aber macht sich eigentlich kaum jemand bewußt. In jedem Fall ist eine Kastration immer mit einem derben Eingriff ins Immungeschehen zu sehen, wie eigentlich jede Operation. Doch normalerweise dient eine Operation der Verbesserung der Gesundheit, indem z. B. kranke Organe entfernt werden und es wird immer abgewägt, ob es nötig und sinnvoll ist.

Natürlich ist es "bequem", wenn eine Hündin nicht mehr läufig wird, aber keineswegs von der Natur so vorgesehen. Die Natur verschwendet nichts, schon gar nicht läßt sie Organe entstehen, die es eigentlich gar nicht braucht. DAS ist vielmehr wieder Interpretation des Menschen, einfach alles "wegzuoperieren", was irgendwie stört, weil man es halt wegoperieren kann.

Daher meine ich auch, dass eine Hündin, die behütet und gut betreut in einem Privathaushalt lebt (und somit nicht bei jeder Hitze der Gefahr einer "Zwangsbedeckung mit unerwünschtem Nachwuchs" ausgesetzt ist) durch andere Maßnahmen in einen stabilen, regelmäßigen Zyklus gebracht werden sollte. Und Homöopathie ist da nunmal nicht die schlechteste Wahl...:floet:

Sollte das wirklich zu keinerlei Stabilisierung führen, kann man immer noch über eine - dann allerdings medizinisch begründbare - Kastration nachdenken.

Doch auch hier gilt wieder, dass eine Scheinschwangerschaft rein biologisch gesehen durchaus sinnvoll - und somit keinesfalls grundsätzlich krankhaft - ist. In freier Wildbahn könnte die "welpenlos" milchgebende, in einem Rudel lebende, Hündin nämlich im Notfall als Amme einspringen für die möglicherweise verunfallte Alphahündin, deren Welpen dann verwaist wären. Somit wäre sie für die Sicherung und den Erhalt und Fortbestand des Rudels zuständig.

Gansloßer verweist auch gerne auf die Literatur von Frau Dr. Niepel, die leider schon verstorben ist:

http://www.buecher.de/shop/hunde/kastration-beim-hund/niepel-gabriele/products_products/detail/prod_id/22809722/

Also kann man keinesfalls grundsätzlich sagen, dass oder inwiefern eine Kastrastion sinnvoll ist - oder auch nicht.

Paya
11.06.2010, 12:32
Danke für Eure Anteilnahme!
Ich bin auch überhaupt nicht für unnötige Kastrationen. Meine TÄ riet mir dazu, weil sie sehr scheinträchtig war und dieser ständige Juckreiz, da dachten wir, es wäre vielleicht gut und sich durch die Scheinträchtigkeit ja auch Geschwülste bilden können. Der Scheinträchtigkeit bin ich dieses Mal mit Pulsatilla zu Leibe gerückt und es hat gut angeschlagen. Muß mich nun noch schlau machen, daß ich da im Vorfeld schon etwas mache.
Wir hatten im Februar schon einen OP-Termin, aber da ist sie vorher heiß geworden. Hatte auch selber schon Bedenken wegen der Kälte usw.
Machmal gibt es auch Schicksal, oder? Hab es fast so empfunden.
Meine Überlegungen gingen nun aber da hin, ob es für die LM halt besser wäre, eine Kastration vornehmen zu lassen. Und ich wollte auch sowieso noch fragen, ob in punkto LM hömopathische Mittel schon eingesetzt bzw. Erfolg hatten.
LG Bärbel

tizian_2003
11.06.2010, 22:54
Hallo Bärbel,

möchtest du die Leishmaniose und die Notwendigkeit von Allopurinol nicht mal abklären lassen?

Liebe Grüße
Andrea

Paya
12.06.2010, 08:53
Hallo Andrea,
das habe ich, zumindestens versucht! sie hat ja definitv LM und bekommt allopurinol seit 2008. im allgemeinen geht es, es treten aber immer mal wieder diese heftigen schübe auf, zuletzt wahrscheinlich durch die scheinschwangerschaft ausgelöst. habe im forum gelesen, daß es noch andere mittelmeerkrankheiten gibt und will nun meine TÄ fragen, ob wir in dieser richtung noch untersuchungen machen können. nur die symptome, so wie ich es gelesen habe, sprechen für LM.
LG Bärbel

tizian_2003
12.06.2010, 18:17
Hallo Bärbel,

wir können dir die Beratung nur anbieten. Mir scheint zwischen
aus Spanien hat laut letztem Befund 2,7 Leishmanien-Antikörper (ELISA), also negativ, im Januar 2009 einen Titer von 1:50, die Elektrophorese ist auch völlig normal, auch alle anderen Werte und
sie hat ja definitv LM
doch ein Widerspruch zu liegen. Und da deine Hündin seit 2008 Allopurinol bekommt, wäre es mir Anlass genug, da mal nachzuforschen. Aber das musst du natürlich wissen.

Liebe Grüße
Andrea

Paya
12.06.2010, 19:07
Hallo Andrea, ich weiß nicht, was du meinst? ich bin doch mit ihr in behandlung und gehe in ca. 4 wochen wieder zur blutuntersuchung.
LG Bärbel

carina
12.06.2010, 19:14
Hallo,

Wenn deine Hündin sowohl einen negativen Titer hat als auch keine Auffälligkeiten im Blutbild, warum bekommt sie dann jahrelang Allopurinol?

Und wodurch zeichnen sich diese Schübe aus?

Rinchen
12.06.2010, 20:48
hallo Bärbel,

herzlich willkommen hier, jetzt habe ich dich endlich gefunden. Wie ich sehe seit ihr schon voll im Thema. Ich hoffe, dass dir die Fachfrauen hier ein wenig helfen können. Bei Thema Kastration und LM wäre ich selbst ein wenig vorsichtig. Ich glaube bei Rina hat die Kastration und die Impfung danach erst richtig die LM in Gang gebracht. Bei einem Hund der LM hat sollte man jeglichen Stress vermeiden, d.h. Impfung und auch jede OP bedeutet Stress, natürlich kann auch eine Scheinschwangerschaft Stress bedeuten. Ich glaube das muss man dann von Fall zu Fall abwägen. Aber was bei Euch her muss - das habe ich hier gelernt - ist unbedingt diese Elektrophoresekurve, damit man wirklich sehen kann ob eine Leishmaniose aktiv ist.

Claudi und co.
13.06.2010, 16:26
Hallo Bärbel,

ich versuche noch mal ein bisschen zu hinterfragen und erklären:
In Deinem ersten Posting hast Du Angaben zu zwei LM-Tests Deiner Hündin gemacht, nur zu einem schriebst Du tatsächlich, dass er negativ sei 2,7 Leishmanien-Antikörper (ELISA), also negativ (obwohl ich bei diesem Wert an einen pos.Test von LaboKlin denken würde).
Hast Du Dich da vielleicht einfach verschrieben und wolltest POSITIV sagen???
Hast Du vielleicht die Original-Befunde bei Dir, so dass Du für uns die Ref.-Werte angeben kannst für die einzelnen Testergebnisse?
Dann lässt sich überprüfen, ob nun positiv oder nicht.
So wie Du postest, klingt es also erstmal so, als sei Dein Hund zwar negativ getestet, alle Blutwerte normal, aber aufgrund der beschriebenen Symptome bekommt er Allo?
@Kristin:Hautjucken, starker Fellverlust, "Blumenkohl" in den Ohren und Attacken, wo die Ohren rot werden und anschwellen und auch Schmerzen hervorrufen. Sie reibt sie dann heftig und so ein Anfall dauert ca. 1/4 Std.
Später schreibst Du, sie hat ja definitv LM
Von daher die Verwunderung hier...
Dazu noch die Zwischenfrage wegen der Allo-Dosierung: Wie schwer ist Paya?
Und: Frage an die Fachfrauen, unabhängig davon, ob in diesem Fall Allo nun angeraten ist oder nicht: Sollte bei einer Dosisreduzierung nicht langsam vorgegangen werden? Ist das o.k., wenn von einem auf den anderen Tag nur noch die Hälfte gegeben wird?

Ob nun die Symptome wirklich einer LM zuzuordnen sind, kann ich nicht beurteilen.
Ich bin ja nun mal keine Fachfrau, wage aber trotzdem hier mal die Behauptung, wenn Deine Paya tatsächlich schlimme LM-Schübe hätte, wie Du es ausdrückst, dann würde sich das mit ziemlicher Sicherheit in den oben genannten Blutuntersuchungen zeigen!
Das tut es aber offenbar nicht!
Auch würde Deine Hündin wohl nicht so gut darüber hinwegkommen, zwischendurch alles o.k. sein und dann der nächste Schub kommen?! So klingt Deine Beschreibung? O.k. man weiß es nicht, vermutlich ist nichts unmöglich...

Ein großes Blutbild mit Organwerten, eine Eiweißelektrophorese mit Kurvendarstellung, DAS sind die Werte, die die Fachfrauen hier zur Beurteilung sichtbar als Ganzes mit den zugehörigen Referenzwerten vorliegen haben müssen (nicht nur die abweichenden Werte) neben den Beschreibungen, die Du zum klinischen Bild Deiner Hündin abgibst.

Viele TÄ geben bei einem LM pos. Befund sofort Allo und das lebenslang. Dass dies längst nicht immer nötig ist, zeigt sich hier im Forum durch jahrelange Erfahrung und viele Fälle!!! Wir vertrauen dieser Erfahrung! Wenn weder Allgemeinzustand noch Blutwerte der Hunde auf eine aktuelle Aktivität der Erreger hinweisen, wird nicht zwangsweise aufgrund des pos. Tests Allo gegeben.
Darum hier die Nachfragen, dass Du trotzdem Allo gibst!

Wenn Du Dich um Paya sorgst, tun wir das hier auch. Jeder will das Beste für sie!
Eine Narkose stellt mit Sicherheit für einen LM pos. Hund ein noch größeres Risiko als für einen scheinbar gesunden Hund dar! Letztendlich kannst nur Du diese Entscheidung treffen und diese würde ich nur nach aktuellen, kompletten Blutwerten treffen! Ein gesamtes Reiseprofil mal erstellen zu lassen, wäre sicher auch nicht verkehrt.
Und wenn in Sachen Scheinschwangerschaft und co. auch mit Naturheilkunde
was zu machen ist, würde ich das in Eurem Fall wohl auch einer OP vorziehen. Hormonimplantate wären auch noch eine Möglichkeit.
Aber erst einmal würde ich abklären wollen, woher diese "Ohrensymptomatik" kommt... Denn die Leishmanien sollten sich eigentlich von einer Antibiotika-Spritze und Schmerzmittel NICHT sonderlich beeindrucken lassen...

Also schau doch mal, ob Du Dich nicht doch zu einem kompletten Check durchringen magst, dann kann Dir hier "zielsicherer" geholfen werden!

Alles Gute

Claudi und co.

Andrea fragte nach einem Foto der Hautveränderungen. Hast Du vielleicht mal eines machen können? Auch das wäre hilfreich.