Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : LM: Erst Titer 1:160, jetzt negativ?
Unregistriert
20.03.2011, 20:50
Hallo,
kann es sein, dass ein Hund, der vor ca. einem halben oder dreiviertel Jahr einen LM-Titer von 1:160 hatte und (womit weiß ich nicht) behandelt wurde, nun LM negativ ist?
Liebe Grüße
Karin
Schwer zu beantworten. Wurde denn ein komplettes Länderprofil erstellt?? Niedrig positive Titer können auch durch Kreuzreaktionen (z.B. mit Babesien) entstehen. Das wäre die einzige Erklärung, da LM - leider - nicht einfach so ins Nirwana entfleucht...
LG Ariane mit Sid & Lina
Unregistriert
20.03.2011, 20:59
Danke für die prompte Antwort, Ariane.
Ich denke nicht, dass ein komplettes Länderprofil erstellt wurde, denn meines Wissens werden Hunde aus diesem Tierheim nur auf Leishmaniose getestet. Aber guter Tipp, da werde ich morgen gleich nachfragen.
Liebe Grüße
Karin
Hallo Karin!
Vom Grundsatz her ist es immer sinnvoll, ein komplettes Länderprofil zu erstellen, da Auslandshunde oft noch mehr unerwünschte Dinge im Gepäck haben (die oft gut zu behandeln sind aber dennoch behandelt werden MÜSSEN und im Zusammenhang mit möglicher LM weitere Probleme verursachen können). Dringend anzuraten ist immer auch der sogenannte "Knott-Test" (Herzwürmer).
Hat Deine Frage einen Hintergrund, einen bestimmten Hund betreffend?
LG Ariane mit Sid & Lina
Unregistriert
20.03.2011, 21:09
Hallo Ariane,
das mit dem komplett-Test ist verständlich und wir haben hier selbst zwei Hunde, die auf alle MMK getestet wurden und eben auch die Behandlung gegen Filaria über sich ergehen lassen mussten. Aber mit LM kenne ich mich überhaupt nicht aus.
Bei meiner Frage geht es um eine Hündin aus einem toskanischen Tierheim, die eine Freundin eventuell als Pflegehund bei sich aufnehmen will und nun aber Bedenken wegen der Angabe "LM-Titer erst 1:160 und nun LM negativ" hat.
Liebe Grüße
Karin
Hallo Karin!
Tja, das ist immer so'ne Sache... Selbst wenn ein Hund negativ getestet wurde, kann der Titer auch nach Jahren (max. Inkubationszeit bis zu 7 Jahren) dann irgendwann dennoch positiv sein. Es empfiehlt sich daher bei Südhunden immer das Herkunftsland im Hinterkopf behalten, wenn unspezifische Symptome auftreten. Viele Hunde (bzw. deren Ernährer) haben erst nach einer wahren Odyssee hierher gefunden. LM ist eine ernstzunehmende, lebensbedrohliche Erkrankung. Es gibt aber auch eine postive Nachricht: rechtzeitig erkannt, kann vielen Hunden geholfen werden und sie können ein ganz normales Leben führen. Hier ist immer der Halter gefordert, sich kundig zu machen (TÄ sind hier leider noch immer zum Großteil überfordert) und aufmerksam zu sein (aufmerksam - NICHT panisch!).
LG Ariane mit Sid & Lina
Uschi mit Sardi
20.03.2011, 21:33
Hallo Karin,
es kann schon vor kommen, dass ein infizierter und positiv getesteter Hund, später negativ getestet wird (mit oder ohne Behandlung).
Das kann mehrere Ursachen haben, die aber nichts mit einer Heilung zu tun haben - Leishmaniose ist nichtheilbar.
1. Der Hund kommt nun so gut mit dem Erreger klar, dass er die Produktion der spezifischen Antikörper herunter fährt (diese spezifischen Antikörper sind sowieso nicht an einer erfolgreichen Abwehrreaktion gegen die Leishmanien beteiligt, denn dass kann nur die unspezifische Immunabwehr).
Sprich, Hund ist weiterhin infiziert, aber keine Antikörpertiter mehr messbar, was aber nicht bedeutet, dass das bis in alle Ewigkeit so bleibt.
Oder die Immunabwehr des Hundes ist derart zusammengebrochen, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, Antikörper zu bilden.
2. Der Hund war gar nicht LM infiziert, sondern der fragliche oder leicht positive Titer war, wie Ariane schon schrieb eine Kreuzreaktion auf einen sehr hohen Babesientiter. Um dies in Erwägung ziehen zu können, müsste man allerdings die Referenzwerte zum LM-Test wissen (ob der Titer von 1:160 tatsächlich sehr niedrig oder gar fraglich ist) und einen Antikörpertest mit sehr hohem Titer auf Babesiose haben.
3. Der 2. Test wurde bei einem anderen Labor, der ein anderes Testmaterial verwendet, gemacht, das nicht so sensitiv auf den Erregerstamm reagiert, mit dem der Hund infiziert ist.
Ganz genau ist das alles auf dieser Seite beschrieben: http://web.leishmaniose-forum.de/Laborverfahren/IFAT.html
Unregistriert
20.03.2011, 21:34
Hallo Ariane,
das habe ich bei einem Hund, der schon einige Jahre in Deutschland lebt, schon erlebt: Er war negativ getestet und ist nun doch LM positiv. Dass das möglich ist, wusste ich. Aber eben, dass es auch anders herum möglich ist, das war mir bislang nicht bekannt.
Doch ich dachte mir, vielleicht kann LM ja auch eliminiert werden, auch wenn ich das noch nicht gehört habe, sondern nur Hunde kenne, die mit LM und den LM-Schüben leben und teil durchaus ein zweistelliges Alter erreicht haben.
Na mal sehen, was der Tierschutzverein sagt.
Dir herzlichen Dank für Deine ausführlichen Antworten.
Gute Nacht.
Karin
Unregistriert
20.03.2011, 21:35
Hallo Uschi,
auch Dir ein herzliches Dankeschön. Diese Antworten werden der Interessentin für die Hündin sicher ein großes Stück weiterhelfen. Vielleicht meldet sich sich dann auch selbst hier, um noch Fragen zu stellen. Ich werde ihr den Link weiterleiten.
Liebe Grüße
Karin
... und in Ergänzung zu Uschi:
4. der erste Test war falsch-positiv (ungeeignete Reagenzien, Fehler bei Auswertung, Verwechslung im Labor, etc. ...)
Auch das gibt es.
In jedem Fall anzuraten ist Nachkontrolle durch komplettes Reiseprofil, Blutbild, Organwerte, Eiweißelektrophorese.
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