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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hund trotz Leishmaniose adoptieren?


Latavia
16.12.2005, 13:46
Hallo!

Ich habe mich bei einer "Nothilfe für Hunde" Station in einen wundervollen Hund verliebt. Sie kommt aus Spanien und wurde positiv auf Leishmaniose getestet.

Ich habe schon einige Stunde mit surfen verbracht um irgendetwas brauchbares über den Verlauf so einer Krankeheit zu erfahren. Dazu jetzt also meine Fragen:

Die Leishmaniose ist bei ihr noch nicht sichtbar ausgebrochen. Kann man da schon im Vorfeld behandeln? Wenn ja, würde sie wieder ganz Gesund werden? Über Kosten habe ich auch nur wenig gelesen, aber scheinbar ist da ein bestimmtes Präperat fuer die Behandlung sogar bezahlbar.

Ich will nicht, dass dieser wunderschoene Hund im Tierheim sitzt und die Leishmaniose vielleicht noch ausbricht und sie sich quaelt.

Kann man es wagen?

Liebe Grüße,
Juliane

Elena
16.12.2005, 14:52
Hallo Juliane,

diese Frage kannst nur Du entscheiden. Eins sollte Dir aber klar sein, der Hund kann immer einen LM-Schub erleiden, das lässt sich nicht ausschliessen. Ob und wann und in welchem Aussmass er erkrankt, kann Dir keiner sagen.

Es gibt Hunde, die (ob nun hoher oder niedriger Titer) sehr gut mit LM klarkommen und stabil gehalten werden, und es gibt Hunde (ob nun hoher oder niedriger Titer), die sehr sehr schwer erkranken und auch daran sterben.

Daher kann man auch schlecht was über die Kosten sagen. Du musst zumindest mit den Kosten für regelmässige Tests rechnen. Danach hängt es vom Hund und seinem Immunsystem ab - das geht von er kommt ohne Medikamente aus, über ist unter Allopurinol stabil, bis zu sehr kostspieligen Behandlungen, die evtl. nicht mal helfen.
Natürlich kannst Du den Hund mit einigen Sachen unterstützen, damit er stabil bleibt - aber inwieweit er darauf anspricht, lässt sich im Vorfeld nicht sagen.

Könntest Du von der Orga nähere Angaben zu der LM bekommen? Titerbestimmung, Blutbild, wie ist der Organzustand?

Und Du musst entscheiden, ob Du mit einem kranken Hund leben kannst. Dabei geht es nicht nur um die möglichen Kosten, sondern es kann auch eine erhebliche psychische Belastung bedeuten. Vielleicht registriert Du Dich, und liesst Dir einige von den Hundegeschichten durch. Dann kannst Du Dir vielleicht ein besseres Bild machen.

tizian_2003
16.12.2005, 15:02
Hallo Juliane,

vor etwas mehr als zwei Jahren ging es mir so wie dir jetzt. Zu meiner Hündin wollte ich gern einen Zweithund dazu nehmen, wir hatten den anderen Hund bereits kennen gelernt, die Hunde verstanden sich gut. Der Rüde war damals frisch aus Spanien gekommen.

Dann erfuhr ich, dass er leishmaniose- und ehrlichiosepositiv war. Ich habe im Internet gewühlt und mindestens eine Nacht nicht geschlafen. Ich habe auch nicht mehr erfahren als du jetzt. Weil einem eben im Voraus auch niemand seriöserweise eine Prognose geben kann. Das ist genauso, wie Elena es dargestellt hat.

Ich habe mich damals für den Hund entschieden und bereue es nicht. Er ist übrigens an beiden Krankheiten schwer erkrankt, aber heute stabil. Und ich bin in die ganze Problematik hineingewachsen und heute hier aktiv :) .

Ich wünsche dir alles Gute für deine Entscheidung!

Liebe Grüße
Andrea

Kerstin
18.12.2005, 17:02
Hallo Juliane!
Ich kann mich nur Elenas und Andreas Meinung anschließen...
Wir haben unsere Specknase jetzt fast zwei Jahre. Wir wußten von Anfang an, dass sie positiv ist, aber wir wurden nicht so recht über die mögliche Schwere der Krankheit informiert und ähnlich wie Andreas habe ich mir die Nächte um die Ohren gehauen, um das bestmögliche für den Hund zu erreichen.
In den ersten Wochen und Monaten bei uns hatte Tica sehr unter der Leishmaniose zu leiden, aber nach und nach ging es ihr besser und mittlerweile ist sie so stabil wie ein kranker Hund nur sein kann. Wir haben im Moment großes Glück, von daher habe ich keinen Tag mit Tica bereut!

Eines möchte ich noch ergänzen:
Man muß bereit sei vieles was altbewährt schien zu hinterfragen, neues entdecken und teilweise dem Strom entgegen zu schwimmen. Wenn ich mal als Beispiel anführen darf, mußte ich z. B. lernen, dass nicht alles was ein Tierarzt zum Thema LM sagt richtig sein muss und so war es bei uns nötig den TA zu wechseln. Jetzt haben wir eine tolle Ärztin, die ansich immer nur das tut, was wir ihr sagen. Das ist nicht die "Norm". Auch haben wir gelernt unseren Hund anders als die meißten Hundebesitzer zu ernähren und auch sowas wie die regelmäßigen Impfungen kommen für unseren Hund nicht mehr in Frage.
Man benötigt also auch ein gewisses Maß an "Bärbeissigkeit", Willenskraft, Diplomatie und Durchsetzungsvermögen ;)