PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blutarmut


Tessi
05.05.2006, 12:38
Hallo,

ich bin neu in diesem Forum und auf mich kommt diese Krankheit gerade erst zu.

Einer meiner Dalmis kommt zwar aus Mallorca, aber er hat sich nicht infiziert.

Nun bekomme ich nächsten Sonntag eine Pflegehündin, die LM positiv ist. Wie weit die Krankheit fortgeschritten ist, weiß ich noch nicht. Ich wurde jedoch darüber informiert, dass die Hündin in letzter Zeit sehr stark abgenommen hat. Das kann jedoch auch mit der Tierheimsituation zusammenhängen, der ja nicht alle Hunde so sehr gewachsen sind. (Sie ist noch auf Mallorca, im TH) Weiterhin hat man bei ihr eine Anämie (Blutarmut) festgestellt.

Nun meine Frage: Kann es sein, dass die Anämie mit der Leishmaniose zusammenhängt? Ich habe ein wenig gesucht im Internet, aber nur einen "blassen" Hinweis in diese Richtung gefunden.
Oder wird sie wahrscheinlich eine weitere Krankheit haben?

Über jede Antwort werde ich mich freuen!!!

Liebe Grüße
Tanja

chicca
05.05.2006, 19:23
hallo Tanja,

herzlich willkommen erst einmal hier im forum!
Du hast ein blödes wochenende für Deine fragen gewählt, weil dies wo/e treffen von Parasitus ist und all unsere spezialfachfrauen hier aus dem forum nicht online sein werden..

viel weiterhelfen können werde ich Dir nicht, vielleicht fällt ja noch sonst jemandem etwas auf..
was die frage zu der anämie angeht, so könnte ich mir vorstellen, dass es eher weniger mit der leishmaniose zu tun hat, denn mit einer der anderen sog. mittelmeerkrankheiten - z.b. bei der Babesiose werden die roten blutkörperchen in relativer schnelligkeit vernichtet- und bei der Babesiose wäre es auch angeraten, relativ schnell zu handeln, wenn sie ausgebrochen sein sollte.
hast Du so guten kontakt zu der orga, dass Du einen mittelmeercheck anfragen kannst - oder, sollten sie einen gemacht haben, die ergebnisse zur verfügung gestellt bekommen könntest?

Melanie
05.05.2006, 21:44
Hallo Tanja,

eine Anämie kann durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden, darum ist es sehr schwierig hier ohne weiteren Werte, Befunde etc. etwas zu sagen...

Darum im Vorweg: Ich möchte Dich weder entmutigen die Hündin in Pflege zu nehmen, noch möchte ich Dir etwas "vorlügen"...

Wichtig wäre bei der Hündin - wie Cora schon schrieb - nicht nur die Leishmaniose getestet zu haben, sondern auch die Babesiose, die Ehrlichiose und Filarien...

Bei bereits gesicherter Leishmaniose sollte zudem ein großes Blutbild inkl. Retikulozyten (anhand dieser erkennt man, ob überhaupt noch rote Blutkörperchen im Rückenmark gebildet werden), die Leber- und Nierenwerte und optimalerweise eine Eiweiss-Elektrophorese (um ein akutes Geschehen feststellen zu können) gemacht werden.

Mit diesem Werten könnten wir Dir hier relativ wahrscheinlich sehr gut weiterhelfen ;)

Ohne diese Werte trotz allem mal ein paar Hinweise:

Es kann zum Beispiel eine Babesiose oder Ehrlichiose vorliegen, die dann direkter Auslöser der Anämie wäre. Mit Behandlung der Grunderkrankung würde dann auch die Anämie abklingen.

Es kann ein Nierenversagen - ausgelöst durch die Leishmaniose - akut oder chronisch vorliegen. Diese würde dann in der Folge eine Anämie zur Folge haben, die ebenfalls mit der Behandlung der Grunderkrankung in den Griff zu bekommen wäre; es sei denn es läge bereits ein chronisches Nierenversagen vor, dann spricht man in der Regel von einer nicht-regenerativen Anämie, die durch das Nicht-Vorhandensein von Retikulozyten bestätigt würde. Das wäre der "worst-case" sozusagen...

Insgesamt würde ich bei der Organisation von der die Hündin kommt, alle vorhandenen Laborparameter anfordern, damit wir hier schon einmal Starthilfe leisten können. Zudem würde ich abklären, wie es mit der Übernahme der Folgekosten (und auch da lüge ich Dir nicht in die Tasche: Um die Tests auf alle Mittelmeerkrankheiten und der o. g. Laborwerte kommt man nicht herum, wenn man der Hündin professionell helfen will...) aussieht.

Wir helfen Dir gerne - sind aber auch auf diese Infos angewiesen!

Liebe Grüße,
Mel

Tessi
08.05.2006, 10:38
Hallo,

ich bedanke mich ganz herzlich für Eure Hilfe.

Derlei Werte habe ich nicht. Ich sollte mit der Hündin zu meiner Tieräztin gehen und sie dort entsprechend untersuchen und behandeln lassen. Die Kosten werden voll vom Verein getragen.

Aber so wie es momentan aussieht, schafft sie es gar nicht bis hierher. Sie ist am Wochenende in dem besagten Tierheim auf Mallorca zusammengebrochen und in die Klinik gebracht worden. Sie muss wohl auch einen sehr hohen Titer haben.

Ich fürchte, dann ist die Leishmaniose schon sehr weit fortgeschritten und die Rettung kommt zu spät, nicht wahr?

Trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe.
Da ich dem Verein weiterhin mit einer Pflegestelle zur Verfügung stehen werde, wird die Problematik immer mal wieder Gegenwart werden.

....und vielleicht schafft die Hündin es ja doch noch zu uns....

Viele Grüße
Tanja

tizian_2003
08.05.2006, 22:00
Hallo Tanja,

das hört sich ja alles traurig an. Ob die Leishmaniose allein für die Anämie verantwortlich ist, kann man so nicht sagen. Vermutlich liegt noch eine andere Erkrankung vor. Ein so krankes Tier, welches dann in die Krankheit hinein geimpft werden muss, kann man aber auch nicht ausfliegen. Ich hoffe, dass die Orga vor Ort einen Weg der Behandlung findet und die Hündin dort noch eine Chance bekommt!

Liebe Grüße
Andrea