Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Hepatozoonose
Hallo!
Ich habe seit 20.Mai eine ehemalige Strassenhündin aus Portugal zur Pflege.
Molly ist eine Retriever-Mischlingsdame, um die 10 Jahre alt.
Sie hat folgende Titer postiv:
Ehrlichien: 1:4000
Babesien: 1:1280
desweiteren wurden 27 Gamoten??? von Hepatozoon canis gefunden.
Die Behandlung für die Babesiose wurde in Portugal begonnen Imizol.
Wir haben jetzt in der letzten Woche mit der Ronaxan-Therapie begonnen.
Leber-, Nierenwerte, und das Blutbild waren in Ordnung.
Hat jemand Erfahrung mit Hepatozoonose? Und wie habe ich den Befund zu werten, 27 Gamoten?
Die ersten Tage lag Molly apathisch auf ihrem Plätzchen. Langsam beginnt sie an unserem Leben teilzunehmen.
Kann ich irgendetwas durch Futter, etc für sie tun?
Christiane
30.05.2006, 12:55
Hallo Kerstrin,
Hepatozoen scheinen in Portugal weit verbreitet zu sein, wir bekommen immer mehr solcher Fälle.
Die Gamonten sind praktisch die "Keime" der Hepatozoen, sie sitzen in den weißen Blutkörperchen und warten darauf, dass die nächste Zecke sie einsaugt und mitnimmt.
Die Gamonten machen ansonsten nichts Böses. Schwieriger sind die Zysten, von denen die Gamonten produziert werden. Die sitzen in diversen Organen, unter anderem Leber und Milz und können auch ins Gehirn gehen.
Ich habe bisher noch keinen Hund gesehen, der größere Probleme damit gehabt hätte, obwohl es da Berichte gibt. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Probleme eher von den Zusatzinfektionen wie Leishmaniose, Ehrlichiose und anderem kommen.
Eine meiner Hündinnen aus Portugal hat auch Hepatozoonose, mit je nach Jahreszeit sehr vielen Gamonten. Außerdem hat sie noch Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose, Anaplasmose und Mammatumoren, aber es geht ihr gut.
Die Gamonten tauchen vermehrt im Frühjahr auf, wenn die Zeckenzeit beginnt. Im Winter sind sie oft nicht zu sehen.
Wir machen gerade eine Studie mit meiner Hündin, wobei das Blut über 1 Jahr wöchentlich untersucht wird, die Menge der Gamonten bestimmt wird und einiges andere. Hoffentlich wissen wir nächstes Jahr dann mehr darüber.
Die Krankheit ist noch wenig erforscht.
Wichtig ist, dass Du den Rest behandeln lässt und ihr Stress ersparst - sowohl körperlichen wie auch solchen durch Impfungen. Dann hat sie gute Chancen, auch mit Hepatozoen alt zu werden.
Vielen Dank Christiane, für Deine ausführliche Antwort.
Molly bekommt alle Zeit der Welt sich zu erholen.
Wann sollte erneut Blut entnommen werden, direkt nach Ende der Antibiotikatherapie?
Christiane
31.05.2006, 17:10
Hallo Kerstrin,
bei einer akuten Ehrlichiose ist auch das Blutbild verändert, nur fällt das einem deutschen Tierarzt nicht unbedingt auf.
Willst Du die Werte mal hier reinstellen?
Davon würde ich abhängig machen, welche Kontrollen sinnvoll wären.
Vallhund
31.05.2006, 21:33
Hallo Kessi
Darf ich Dich fragen, über wen Du Deine Hündin bekommen hast?
Ich werde morgen das Blutbild mal hier einstellen.
Molly ist bei uns zur Pflege. Ich bin Pflegestelle für den Verein Retriever in Not.
www.retriever-in-not.de (http://retriever-in-not.de)
Molly wurde uns von AEZA übergeben.
Vallhund
01.06.2006, 20:51
Danke Kerstin. Diesen Verein kannte ich noch nicht.
Molly wird immer wacher, und agiler!:)
Hier nun die Blutergebnisse:
Erythrozyten (RBC) <T/l>: 5,82
(Norm: 5,50-8,50)
Gesamtleukozyten (WBC) <G/l>: 10,60
(Norm: 6,00-12,00)
Hämoglobin (HGB) <g/dl>: 9,80
(Norm: 9,30-11,80)
Hämatokrit (HCT) <%>: 49,00
Norm: 40,00-55,00)
MCH <pg/Zelle> 16,90
(ohne Normwertangabe)
MCHC (Hgb/Hkt*100)<g/dl>: 20,10
(ohne Normwertangabe)
MCV <µm^3>: 84,10
(Norm: 67,00-80,00)
Alaninaminotransferase (ALT) <U/l>: 15,00
(Norm: 0,00-50,00)
Kreatinin (CREA) <mg/dl>: 1,50
(Norm: 0,00-1,70)
tizian_2003
03.06.2006, 11:23
Hallo Kerstin,
kannst du bitte die Normwerte dazu ergänzen? Einfach in deinem Beitrag unten auf "ändern" klicken und reinschreiben.
Liebe Grüße
Andrea
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