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TSV Cordula
27.08.2004, 11:24
Spielzeug für Haustiere prüfen

Frankfurt/Main (dpa/gms) - Wer schon einmal eine Zoohandlung von innen gesehen hat, mag über das riesige Angebot gestaunt haben. Doch nicht jedes Plastikspielzeug für Nager und nicht jedes Zubehör für den Vogelkäfig ist tatsächlich auch geeignet.
Tierschützer und Branchenverbände klagen immer wieder über Utensilien, die nicht artgerecht und mitunter sogar gefährlich sind. Ursache des Problems ist, dass es in Deutschland keine Kriterien für tiergerechte Produkte gibt, an die sich die Händler halten müssen. «Es gibt kein Prüfzeichen. Auf den Markt kann im Prinzip alles kommen», sagt Herbert Bollhöfer von der Wirtschaftsgemeinschaft Zoologischer Fachbetriebe (WZF) mit Sitz in Langen in Hessen.

«Vernünftige Fachgeschäfte bieten Produkte, die nicht artgerecht oder gefährlich sind, nicht an», sagt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) und der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) gibt es eine Liste ungeeigneter Produkte.

Ganz oben darauf stehen Röhrensysteme aus Kunststoff für Nager. «Korpulente Tiere können stecken bleiben, in Panik geraten und an einem Herzstillstand sterben», warnt Marion Steinbach vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. In vielen der Röhren kann auch die Luft nicht ausreichend zirkulieren, so dass dem Nager der Erstickungstod droht. Außerdem kann das Tier die Röhre annagen und Teile verschlucken. Verzichten sollten Besitzer kleiner Nager auch auf Hamsterkugeln oder -autos. Die sind bedenklich, weil sich die Tiere nicht selbst befreien können. Laut Steinbach kann das zu tödlicher Panik führen.

Für Vögel ist ebenfalls eine Reihe wenig sinnvoller Produkte im Handel erhältlich. «Noch immer werden häufig kleine Spiegel in den Käfig gehängt», so Tierärztin Astrid Behr. Verhaltensstörungen können die Folge sein: «Der Vogel beschäftigt sich mit dem Spiegelbild und bekommt kein Feedback, das macht ihn richtiggehend verrückt.»

Zu Krallen-Geschwüren können mit Sandpapier umhüllte Sitzstangen führen. Aber auch völlig glatte Stangen sind laut ZZF nicht sinnvoll, weil sie den Vögeln keinen ausreichenden Halt bieten. «Günstiger ist ungespritztes Naturmaterial», sagt Behr. Dieses muss aber regelmäßig ausgetauscht werden, da es sich nicht hundertprozentig säubern lässt.

Gut gemeint und dennoch schädlich sind laut Bollhöfer Hängematten für Leguane: «Die Tiere legen sich in der Natur gern auf Baumäste.» Die Gewohnheit soll mit den Matten nachempfunden werden. Diese seien aber meist geflochten, so dass sich die Krallen der Tiere verhaken können. «Dabei können sie sich Krallen ausreißen oder Beine brechen.»

Bei Spielzeug für Hunde und Katzen sollten die Besitzer Steinbach zufolge vor allem auf die Verarbeitung achten: Hat eine Fellmaus für die Katze Knopfaugen, die sich leicht lösen könnten, ist sie nicht empfehlenswert. «Katzen sind zwar intelligent genug, die Sachen nicht zu fressen, aber sie könnten sie im Spiel verschlucken», warnt Steinbach. Das Material ist laut Astrid Behr auch bei Spielzeug für Hunde entscheidend: «Was aus Vollgummi ist, ist ein gutes Spielzeug. Das ist so hart, dass der Hund es in der Regel nicht abfressen kann.»

Liste ungeeigneter Tier-Produkte: www.zzf.de/leistungen/checkliste.html

Meldung vom 26.08.2004 09:40 Uhr

http://portale.web.de/Schlagzeilen/?msg_id=5358421

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TIER-INFO-News 27. 8. 2004
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