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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leishmaniose positiv - darf der Hund eingeführt werden?


hopihalido
02.11.2004, 21:02
Wir haben über Internet eine Hündin gefunden, in die wir uns sehr verliebt haben. Luna heißt sie und lebt in Granada im Tierheim. Sie ist ein Stefford-Mix und scheinbar will sie deshalb niemand. Wir schon.
Jetzt wurden in Spanien Bluttests bei ihr gemacht und bei Leishmaniose hat sie einen Antikörperwert von 80.
Was bedeutet das? Die Dame vom Tierheim sagt es wären nur Antikörper und somit nicht sicher ob Luna diese Krankheit hat.

Darf Luna überhaupt nach Holland (Wir leben in Holland) eingeführt werden mit positivem Testergebnis?

Und wenn ja, was kostet eine Behandlung dieser Krankheit?

Wenn sie positiv ist, darf sie dann überhaupt reisen? Die zukünftige Besitzerin ist Engländerin und fährt oft mit ihrem jetzigen Hund zu ihren Eltern. Jetzt habe ich gelesen, Luna dürfte nicht geimpft werden, da dann die Krankheit verstärkt werden könnte. Ohne Impfung allerdings keine Reise ins Ausland... ??? Es geht hier nicht um Fernreisen, sondern darum, daß Familienbesuche nunmal wichtig sind und Luna dann zurück gelassen werden müsste, das wollen wir ihr nach langem Tierheimaufenthalt nicht zumuten...

Kann mir jemand Antworten auf diese Fragen geben?

Vielen Dank schon mal...

Gruß Anja

Kerstin
03.11.2004, 09:32
Hallo Anja,
und herzlich willkommen hier im Forum!

Die von der Tierheimleitung genannten 1:80 ist ein Titerwert. Das jetzt genau zu erklären fällt mir etwas schwerer (es gibt aber fachkundige Leute hier, die Dir das genauer erklären können) aber ich glaube so ganz auf die Schnelle ist das jetzt auch eher nebensächlich... Auf jeden Fall sagt dieser Wert aus, dass die Hündin zumindest mit Leishmaniose in Kontakt gekommen ist und somit auch die Möglichkeit besteht (auch noch nach Jahren) dass die Krankheit ausbrechen KANN.
Der Wert ist eher gering und von daher benötigt man weitere Angaben um wirklich etwas dazu sagen zu können. Zum Beispiel wäre es wichtig zu wissen wie alt der Hund ist und wie es im Inneren der Hundes aussieht, also ob evtl Organe betroffen sind. Es müßte also ein Blutbild angefordert werden, aus dem dann "gesehen" werden kann wie Nieren und Leber arbeiten.

Wie hoch sich die Behalndlungskosten belaufen, kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt Tiere, bei denen kaum Beschwerden auftreten, kaum behandelt werden müssen und es gibt Hundehalter, die haben schon einen Kleinwagen in ihren Hund investiert... Es ist also sehr unterschiedlich.

Ich persönlich sehe die Reiserei bzw. die dafür nötigen Impfungen als problematisch. Grade England ist da sehr gründlich - meine ich gehört zu haben. Wenn nun die Hündin tatsächlich Leishmaniose in sich trägt, sollte von jeglicher Belastung abgesehen werden und da steht Impfen ganz weit oben auf der Liste der Dinge, die man tunlichst unterlassen sollte. Es gibt da zwei häufige Reaktionen. Entweder das Immunsystem ist so ausgelastet, dass der Körper sich nicht mit den Erregern beschäftigen kann und ein Immunecho bleibt aus - Die Impfung verpufft sozusagen Ergebnislos - oder das Immunsystem stürzt sich auf die Erreger und beschäftigt sich nicht mehr ausreichend mit den Leishmanien, so dass sie sich uneingeschränkt ausbreiten und für Schaden sogen können. Unter Umständen kann eine Leishmaniose ausbrechen, die sich so ohne weiteres nicht mehr in den Griff bekommen läßt.

Ich hoffe die Infos helfen Dir erstmal!

tizian_2003
03.11.2004, 17:41
Hallo Anja,

auch von mir ein Willkommen.

Kerstin hat dir ja schon so ausführlich geantwortet. Ausreisen wird der Hund sicher dürfen, Leishmaniose ist keine meldepflichtige Krankheit. In der Regel bekommt der Hund zur Abfahrt die Impfdröhnung, und das kann wirklich schon fatal sein. Kerstin hats erklärt.

Einen LM-positiven Hund aufzunehmen, will gut überlegt sein. Nicht nur wegen der eventuell auf einen zukommenden Kosten, auch die nervliche Belastung ist nicht zu unterschätzen. Mit einem solchen Hund aber immer mal wieder ausgerechnet nach GB zu fahren, halte ich für nicht machbar.

Keine leichte Entscheidung für Euch!

Grüße
Andrea

goody
03.11.2004, 19:04
Hallo Anja,
auch von mir ein Herzlich Willkommen.
Ich sehe da gleich mehrere rechtliche Probleme.
Wenn ich richtig infomiert bin, dürfen Am.Staffs überhaupt nicht in die Niederlande eingeführt werden, bzw. nur zu Besuch und dann mit kurzer Leine und Maulkorb. Da solltest Du Dich noch einmal genau informieren.
Mit dem Besuch in England tritt dann ein weiteres Problem auf, denn die Hunde müssen tollwutgeimpft sein. Gerade England legt da gesteigerten Wert drauf, haben sie doch bis vor kurzer Zeit wegen der Tollwutgefahr überhaupt keine fremden Hunde ins Land gelassen.
Und zum Schluß: Vielleicht sollte man gerade für Hunde dieser Rassen überlegen, ob sie nicht in einem anderen europäischen Land ein besseres Leben führen können, als hier, wo sie mit den sogenannten "Kampfhunderlassen" diskriminiert werden.
Vielleicht überlegt ihr noch mal genau, ob das so alles durchführbar sein wird, mal abgesehen von der Leishmaniose.
Viele Grüße in das schöne Zeeland
Goody

Melanie
03.11.2004, 19:11
Hallo zusammen,

@Anja und goody: Die Einführung von AmStaffs in die Niederlande IST erlaubt, jedoch nur nach Vorlage eines anerkannten Stammbaumes! Und das ist die Krux an der Geschichte - als Mix hat er den nicht und kann durchaus auch als PitBullTerrier eingestuft werden und mit diesen ist die Einreise wie auch der Import VERBOTEN! Im Sinne des Hundes sollte von einem Import wirklich abgesehen werden, denn was passiert, wenn man mit dem Hund auf der Straße kontrolliert wird und einen Abstammungsnachweis nicht erbringen kann??

Die Leishmaniose ist kein Hinderungsgrund bei der Einreise.

LG,
Mel

Christiane
05.11.2004, 00:57
Hallo Anja,

die anderen haben ja schon alles gesagt. Ich kann Euch in diesem Fall auch nur abraten. Unabhängig von der Rasse sollte man Leishmaniose-positiven Hunden keinen Stress zumuten, weder durch Impfung noch durch häufige Reisen, auch wenn sie gern mitkommen.

In Eurem speziellen Fall würde ich es für besser halten, wenn sich Deine Freundin einen gesunden Hund aus einem holländischen Tierheim holt, denn diese Rasse gibt es dort sicher auch. Und der Hund wäre ganz sicher genau so dankbar, wenn er aus seinem Zwingerdasein befreit wird - also auch hier in jedem Fall eine gute Tat.