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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Toxoplasmose


Ralph
15.12.2004, 22:08
Hallo,

ich bin neu hier und hoffe, Ihr könnt mir helfen ...

Mein Mischlingshund (Rottweiler, Hovawart, Riesenschnautzer ua.) hat Toxoplasmose gehabt. Als es diagnostiziert wurde, waren die Symptome noch nicht so stark. Er hatte einen etwas wackeligen Gang und ermüdete sehr schnell. Während der Therapie wurde sein Zustand dann zusehends schlechter. Ihm knicken die Beine weg, er kann auf glattem Untergrund (Fliesen) kaum noch gehen, fällt dauernd hin. Es ist ein Trauerspiel !

Die Therapie ist inzwischen abgeschlossn. Seit knapp 3 Wochen bekommt er diese wahnsinnig schweren Antibiotika nicht mehr. Die Apothekerin sagte uns, dass wir bei dieser hohen Dosierung über diesen langen Zeitraum (über 10 Wochen) davon ausgehen könnten, dass der Hund ALLE Nebenwirkungen hat, die im Beipackzettel erwähnt sind. Und es würde mindestens eine Woche dauern, bis die Wirkstoffe damit beginnen würden, den Körper wieder zu verlassen.

Wir wissen jetzt nicht, ob die noch vorhandenen Symptome auf die Toxoplasmose zurückzuführen sind (der Arzt meinte, die Toxoplasmen könnten das Gehirn angegriffen haben) oder ob es sich noch um Nebenwirkungen der Medikamente handelt.

Kann uns irgend jemand helfen ? Gibt es einen Arzt, den man danach fragen kann ? Unser TA weiß nicht weiter ... Und unsere Apothekerin hat dieses Forum und Dr. Naucke empfohlen. Zumindest sollte man uns hier sagen können, an wen wir uns wenden können. Wir möchten den Hund nicht einschläfern lassen, ohne zumindest alles versucht zu haben.

Wir sind für jeden Hinweis dankbar.

Viele Grüße
Ralph

Christiane
15.12.2004, 22:30
Hallo Ralph,

Toxoplasmose ist eigentlich eine opportunistische Krankheit, das heißt, das Immunsystem muss entweder noch nicht ausgereift oder schon anderweitig ausgelastet sein, damit der Hund krank wird ...

was war denn vorher passiert? Woher kommt er, wie alt ist er, welche Blutbefunde hast Du ... wenn Du willst, schreib einfach mal ein bisschen mehr.

Es kommt mir sehr erstaunlich vor, dass Dein Hund allein durch Toxoplasmose so krank geworden ist. Vielleicht gibt es noch andere Ursachen, gegen die man was tun kann.

Torsten Naucke kannst Du normalerweise über uns auch finden, aber er ist im Moment leider verreist bis nach Weihnachten. Vielleicht bekommst Du hier aber trotzdem ein paar Ideen.

Erst mal gute Besserung für Deinen Hund!

Ralph
16.12.2004, 09:44
Hallo,

wir haben ihn als 8 Wochen alten Welpen in der Nähe von Cuxhaven abgeholt - er ist also nicht aus dem Ausland.

Er ist jetzt 2 1/2 Jahre alt und der Arzt vermutete, dass er die Toxoplasmose schon als Welpe gehabt haben könnte. Dadurch, dass er wegen häufiger Augenentzündungen mehr oder weniger regelmäßig Antibiotika bekommen hat, könnten die Toxoplasmen immer wieder zurückgedrängt worden sein. Dann haben wir seine Augen operieren lassen (Follikel) und er bekam fortan keine Antibiotika mehr, so dass sich die Krankheit ungehindert ausbreiten konnte. Wie gesagt - es ist nur eine Vermutung. Die andere Vermutung ist eben, dass das zu einem großen Teil die Nebenwirkungen der Medikamente sind. Wenn man den Beipackzettel liest, wird einem schlecht: Von Kreislaufproblemen bis Gelenkentzündung ist alles dabei.

Ansonsten ist der Hund immer kerngesund gewesen. Ein fröhlicher und lauffreudiger, verschmuster Familienhund. Er lief bis zu 50 km/h Stunde und sein größter Spaß war es, am Fahrrad mit zu laufen. Es tut sehr weh, zu sehen, dass dieses Kraftpaket jetzt kaum noch zum Pinkeln in den Garten kommt. Wir gehen mit ihm nicht mehr lang spazieren. Seine Gelenke knicken ihm einfach weg und er hat auf den Pfoten Schürfwunden, da er sich die Oberseite der Pfoten dann natürlich verletzt. Er schwankt, er steht da mit den Beinen über Kreuz, er sackt mal hinten und mal vorne weg ... Manchmal schnuppert er an einer Stelle, dann brechen ihm die Gelenke weg und er liegt dann da auf dem Weg und schnüffelt weiter. Er kommt auch nicht mehr zur Tür gelaufen, wenn wir nach Hause kommen. Er liegt auf seiner Decke und fiepst uns zur Begrüßung an. Wenn er auf den Fliesen hinfällt, strampelt er wie verrückt, kommt aber nicht mehr hoch und bleibt dann einfach liegen, bis ihn jemand hoch hebt.

Es ist so furchtbar und wir suchen so dringend jemanden, der uns Hoffnung machen kann. :confused: :confused: :confused:

Viele Grüße
Ralph + Familie

P.S. Hier sind Bilder von ihm - als er noch gesund war:
http://www.dogster.com/pet_page.php?i=55835&PHPSESSID=a2d608de39522ff28dceabf641df4f74

Christiane
16.12.2004, 12:27
Hallo Ralph,

ist es denn absolut sicher, dass er "nur" Toxoplasmose hat?

Hast Du mal ein Blutbild, Leber- und Nierenwerte machen lassen? Daran kann man viel über Parasiten- bzw. sonstige Erreger sehen oder zumindest vermuten.

Ist er ggf. da hinein noch geimpft worden?

Es gibt eine Reihe von Zeckenkrankheiten, die hierzulande noch wenig bekannt sind und auch solche Symptome machen können ...

falls nicht aktuelle Werte vorhanden sind, würde ich unbedingt mal die oben genannten Untersuchungen machen lassen, und am besten noch eine Eiweiß-Elektrophorese dazu.

Das kostet nicht die Welt, und Du kannst die Ergebnisse gern mal hier reinstellen. Je nachdem, wie die ausfallen, kann man dann gezielt nachschauen. Die üblichen Tests auf Borreliose usw. sind meistens nicht genügend aussagefähig. Und außerdem kann man ggf. geschädigte Organe gezielt unterstützen.

Ralph
06.01.2005, 22:07
Hallo,

wir wollten mal berichten, wie es inzwischen bei uns aussieht ...

Baxter haben wir vor Weihnachten in die tierärztliche Hochschule nach Hannover gebracht, weil wir die Ungewissheit nicht mehr ertragen haben.

Dort wurden alle möglichen Tests mit ihm gemacht (CT, Leitfähigkeit der Nervenbahnen usw. usw.). Sie haben NICHTS gefunden. Man hat uns gesagt, dass eine schwere Schädigung durch die Toxoplasmen eigentlich auf dem CT erkennbar sein müsste. Da man aber nichts gefunden hat, gehen sie davon aus, dass es nicht die Toxoplasmose war, die unseren Hund so krank gemacht hat. Man hat uns empfohlen, dem Hund Vitamine zu geben und abzuwarten. Seltsamer Rat angesichts dieses Zustandes .... (die gesamte Untersuchung hat übrigens fast 1.200 € gekostet, nur so am Rande bemerkt)

Wir sind dann auf direktem Weg zu Dr. Schweda nach Seesen gefahren. Man hatte uns diesen Arzt wärmstens empfohlen. Er hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ein so junger Hund braucht eigentlich nicht gleich ein CT - da gäbe es andere Mittel und Wege, die es vorher auszuschöpfen gilt. Und durch die ganze Behandlung auf Toxoplasmose ist wertvolle Zeit ins Land gegangen. Er hat eine weitere Blutuntersuchung veranlasst (auch ohne Befund). Wir geben Baxter jetzt Cortison - Tabletten, in der Hoffnung, dass sich etwas tut. Ist ein Versuchsballon, aber wenn er darauf anspricht, kann man die möglichen Ursachen etwas eingrenzen.

Wir haben ein gutes Gefühl bei Dr. Schweda und werden wieder von Köln nach Seesen fahren. Aber es zehrt an unseren Nerven .... wir wissen immer noch nicht, ob er jemals wieder wird oder ob wir in einschläfern lassen müssen. Besonders für unseren 5jährigen Sohn wäre das eine Katastrophe.

So, wenn noch einer eine gute Idee hat - immer her damit.

Viele Grüße
Ralph und Jasmin

renny11111
07.01.2005, 00:13
Hallo Ralph,

ich kann verstehen, wie verzweifelt ihr sein müßt, wenn man einen ehemals so agilen Hund so erleben muß.

Habt ihr mal an Neospora oder Herpesinfektion gedacht. Ich kann Dir nur von meinem Pferd berichten, daß ganz ähnliche Symptome zeigte, sie wurde in der Uni München auch buchstäblich auf den Kopf gestellt, einschließlich Kernspin vom Kopf, aber gefunden wurde auch nichts. Es blieb ein Verdacht auf Herpesinfektion. Sie wurde dann 6 Wochen lang symptomatisch hochdosiert mit Cortison behandelt und dann langsam ausgeschlichen. Es hat dann noch ca. ein halbes Jahr gedauert bis sie wieder normal laufen konnte und erfreut sich bis heute bester Gesundheit, obwohl man ja nie weiß, ob sie wieder einen Rückfall bekommt. Das ganze ist jetzt 2,5 Jahre her.

Also, bitte gebt die Hoffnung nicht auf und ich wünsche Euch viel Glück, daß ihr doch noch eine Diagnose bekommt oder daß evtl. das Cortison so anschägt wie bei meinem Pferd. Manchmal muß man auch einfach mal ins kalte Wasser springen, so schwer es vielleicht auch fällt.

Also Kopf hoch und NICHT aufgeben.

Bonny
09.01.2005, 18:42
kannst Du mir mal kurz schildern, was Euer Hund zu fressen bekommt?

Mein Hund Ali ist im Mai nach schwerer Krankheit gestorben. Seitdem habe ich mich intensiv mit Ernährung auseinander gesetzt und bin auf Abgründe gestoßen...:confused:

Ralph
09.01.2005, 22:35
Hallo,

Baxter bekam bis vor etwa einem halben Jahr Friskies Bonzo
davor ein anderes Trockenfutter (?)

Im Moment bekommt er
morgens Frolic
abends Bonzo Friskies mit etwas Pedigree (Dosenfutter) untergemischt.

Das mit dem Dosenfutter liegt daran, dass er so dünn geworden ist und wenig fraß - da haben wir uns etwas suchen müssen, was er gern frisst.

Außerdem bekommt er seine Tabletten in etwas Schmelzkäse eingewickelt. Gelegentlich bekommt er ein paar Reste vom Tisch unter sein Essen gemischt, das liebt er ! Allerdings geben wir ihm nur Kartoffeln, Reis, Nudeln und Gemüse ohne Soße.

Erzähl doch mal, was mit Eurem Hund passiert ist ...

Viele Grüße
Ralph

chicca
09.01.2005, 23:30
hallo Ralph,
es ist so traurig, dass ihr trotz uniklinikum noch nicht weiter gekommen seid und keine diagnose habt.
hast Du denn keinerlei blutwerte bekommen, die Du mal hier einstellen könntest?
ich denke, anhand der werte könnte Dir hier doch noch viel umfassender unterstützung angeboten werden.
was Du schilderst an symptomen könnte wirklich ( siehe Christianes beitrag oben ) auf vielerlei hindeuten, ausserdem, wenn du keine blutwerte bekommen hast ( Du hast ein recht, diese zumindestens in kopie zu verlangen, soweit ich weiss ), hast Du als mitglied doch hier die option, tests machen lassen zu können zu sicherlich erschwinglicheren preisen als in Hannover ( ich halt mich grad mal zurück mit meinem erfahrungsbericht über die klinik dort )
- wie geht es Baxter denn jetzt?
ist es immer noch so schlimm mit dem einknicken beim laufen?
lg
cota.

Bonny
10.01.2005, 11:44
Ich bin zwar kein Tierarzt, aber Du solltest unbedingt das Futter umstellen. Ich kann Dir natürlich nicht versprechen, dass die Symptome auf die Ernährung zu schließen sind, aber jeder Mensch und jedes Tier besteht aus einem kompletten Organismus. Mein Hund war kerngesund und die Krankheit, wenn man das so sagen kann, hat nichts mit Deinem Schnuffi zu tun, denn Ali hatte eine Herzinsuffizienz. Aber vielleicht erkläre ich es Dir so: Der Organismus hat normalerweise bei Geburt 100 Prozent Organfähigkeit. Das Immunsystem ist Dein innerer Doktor. Angenommen Du verlierst jetzt Organfähigkeit, dann gleicht das Immunsystem das wieder so gut wie möglich aus. Das kann gut aber auch schlecht sein, denn Du merkst meist erst nach 70 Prozent Verlust der Organfähigkeit, dass Du überhaupt ein Problem besitzt und dann hat der Doktor nur noch 10 Prozent um Dir zu helfen. Und was benötigt ein Immunsystem: gute Ernährung, ansonsten kommt es zu Mangelerscheinungen.

Ich habe meinem Hund, weil er so ein schlechter Fresser war, jahrelang Frolic und später Eukanuba gefüttert. Ich will Dich nur warnen: Frolic ist so mit Aroma- und Geschmacksverstärken zugedröhnt, dass Du die pure Chemie fütterst. Ich weiß, Du meinst es nur gut, so wie ich auch gemeint habe. Mir hat jemand nach Alis Tod hinter vorgehaltener Hand (Verkäuferin aus dem Zoogeschäft) gesagt: Ich hätte auch einen Farbeimer im Baumarkt kaufen können! Du kannst Dir vorstellen, was das in mir ausgelöst hat. Ali hat 10 Monate über seine Zeit gelebt, denn wir haben das Futter umgestellt. Ich will Dir nur sagen, dass Du diesen Punkt dringend ausschließen solltest, um Dir zu sicher zu sein, dass es nicht an so etwas liegen könnte.

Ich weiß, dass in Deutschland durch die schlechten Tierschutzgesetze es möglich, jeden, aber auch wirklich jeden Dreck ins Hundefutter reinzumischen. Die meisten Futtersorten bestehen hauptsächlich aus Getreide. Mittlerweile mache ich Ernährungsberatung für Hunde, denn ich möchte das, was ich meinem Schnuffi angetan habe wieder gut machen.

Tue mir den Gefallen und befasse Dich ausgiebig damit. Ich bin natürlich nur noch von schwedischem Futter überzeugt, da die Schweden richtig strenge Tierschutzgesetze auch in der Tiernahrung besitzen. Wovon ich Dir auch abraten möchte, kein Trockenfutter. Der Hund kann meist nicht genug Wasser aufnehmen (8-9 Mal soviel Wasser zur Futtermenge, wenn nicht vorher aufgeweicht). Meine Marke heißt Anifit. Gib 4 Monate Anifit und überzeuge Dich selbst, wie es Deinem Hund bekommt. Übrigens null Chemie, nur Dosenfutter und vom Preis/Leistungsverhältnis in Ordnung. Da ich hier keine Werbung machen will, sondern nur Aufklärungsarbeit, kann ich Dir auch gern mehr Infos zukommen lassen, aber nur über direkten Kontakt, nicht übers Forum, da ich hier keine Diskussionspunkte vom Stamm brechen will und keinem zu nahe treten möchte.

Dein Baxter wird es Dir auf jeden Fall danken.

PS: Pedigree hat meist nur 4 Prozent Fleischanteil, im Welpenfutter sogar Zucker. Schau mal nach der Fütterungsempfehlung - ist meist nicht einzuhalten und die Uni in Hannover wird meiner Kenntnis nach ausschließlich von Pedigree gesponsort. Ich könnte Dir noch viel mehr Infos geben, aber entscheide selbst, ob es für Dich Grund genug ist.

Ralph
10.01.2005, 11:46
Hallo,

die Blutwerte sind beim Arzt .... muss mal nachfragen, ob ich die kriegen kann.

Übrigens scheint es Baxter jetzt etwas besser zu gehen. Wir haben den Eindruck, dass sich gaaaanz langsam etwas tut. Er bekommt jetzt seit 6 Tagen Cortison.

Er geht jetzt wieder allein in den Garten und fällt auch an der Türschwelle nicht mehr hin. Damit wissen wir zwar immer noch nicht, was er eigentlich hat, aber es ist erholsam, mal eine Verbesserung zu sehen und nicht immer eine Verschlechterung !! Er hat heute morgen sogar wieder ein Stöckchen durch die Gegend getragen. :p

Drückt uns mal weiter die Daumen, wir können es gebrauchen.

Gruß Ralph

Bonny
10.01.2005, 11:50
noch ein kurze Bemerkung: Gib statt Schmelzkäse Hüttenkäse. Das ist in jedem Fall geeigneter.

Kartoffeln, Reis und Nudeln sind immer gut. Reis allerdings nicht jeden Tag, wirkt sonst entwässernd. Kartoffeln mußt Du ganz klein machen, sonst kann er es sehr schwer verdauen. Nudeln sind immer in Ordnung. Gemüse muss immer vorgegart werden. Der Fleischfresser kann in der Natur nur Pflanzen über den Darminhalt des Pflanzenfressers beziehen (fast ausschließlich), weil dies schon vorverdaut ist, deshalb immer vorgaren.

Versuche auch bitte jegliche Gewürze wegzulassen.

Ich drück Dir die Daumen ;) :)

chicca
10.01.2005, 13:07
@ Ralph: toll, dass Ihr für eine weile aufatmen könnt! hoffentlich bleibt es bei dieser tendenz, ich wünsche es euch und vor allem Baxter sehr!!
das mit dem cortison, das weisst Du sicherlich, kann aber auch ein bumerang werden, solange ihr keine diagnose habt, denn bei manchen grundkrankheiten ist es zwar vielleicht vorübergehend wirksam, schadet aber unter dem strich insgesamt viel mehr, als es zu helfen in der lage ist.
wäre super, wenn du die blutwerte bekommen könntest, ich will hier nicht für Christiane zusagen machen, aber ich denke mir, dass Du dann mit ihrer hilfe doch so einiges klären kannst oder zumindestens weisst, wo noch klärungsbedarf ist....


@ Bonny:

:clap: :clap: :clap: für Deinen beitrag!
das ist leider wohl so, dass man immer wieder nach dem alten schnack: "aus schaden wird man klug" seine fortschritte und erfahrung macht, wenn einem etwas einschneidendes passiert ist.
mir ist es genauso gegangen, ich hab 2 hündinnen verloren, obwohl ich mich so sehr bemüht habe, sie zu retten - und nachher hab ich mühsam vieles herausgefunden, was ich hätte besser machen können....
ich hab ne grosse bitte an Dich.
meine hündin Julia mit LM hat auch herzinsuffizienz - und eine stark verschattete lunge, was wohl aber kein hinweis auf ein akutes lungenödem ist, sondern eher eine alte vernarbung von einer kindheitsstaupe o.ä. (?!? - so sagt man mir) - falls Du möchtest, zu lesen unter " hunde " im forum und: Julia stellt sich vor.
ich stelle sie jetzt seit ca. 1,5 monaten um auf barf, vorher hat sie viel schwedisches futter bekommen, aber auch Royal Canin, da es da ein spezielles trofu ( nur beim TA ) gibt für übergewichtige hunde.
da Du ja offenbar wegen Ali grade in richtung herzinsuffizienz geforscht hast, würde ich mich sehr freuen, wenn Du mir davon etwas erzählen könntest!!
vielleicht besser in Julias thread als bei Ralph oder per pn, je nachdem, wie es Dir lieber ist.
ganz liebe grüsse von
cora, julia und jana

Loewie
10.01.2005, 13:28
Zitat;
Ich bin zwar kein Tierarzt, aber Du solltest unbedingt das Futter umstellen. Ich kann Dir natürlich nicht versprechen, dass die Symptome auf die Ernährung zu schließen sind, aber jeder Mensch und jedes Tier besteht aus einem kompletten Organismus.

PS: Pedigree hat meist nur 4 Prozent Fleischanteil, im Welpenfutter sogar Zucker. Schau mal nach der Fütterungsempfehlung - ist meist nicht einzuhalten
xxx

Hallo,
unser Labrador-Mix Berry ist nach der Fütterung von Pedigree-Naßfutter beinahe verreckt, er hat einen wahnsinnigen Durchfall mit Blut bekommen und in kürzester Zeit bald sein Leben ausgeschis....
Der TA, den mein Freund nachts konsultierte, meinte, am nächsten Tag wäre er tot gewesen.
Soviel dazu.

Rinti-Naßfutter, bevor die an ihrer Zusammenstellung was geändert haben, hat er sehr gerne gefressen, allerdings bekam er davon weichen Stuhl. Meine TA meinte, das wäre, weil es ein recht hochwertiges Futter ist und empfahl mir das Rinti Green-Mix dazu zu füttern, das hat den Stuhl auch tatsächlich härter gemacht. Nach der Rezepturänderung wollte Berry aber kein Rinti mehr.
Ich habe meistens das Futter aus dem Lidl genommen oder das Loyal (bei Rewe) und Berry ist damit fast 16 Jahre alt geworden.

Damit will ich nicht in Abrede stellen, dass Bonni nicht Recht haben könnte, es soll nur eine Zustimmung an sie in dem Punkt sein, was Futter auslösen kann. Insofern ist der Ratschlag von ihr wirklich nicht von der Hund zu weisen und auf jeden Fall wert, ausprobiert zu werden.

Ansonsten drück ich euch die Daumen, dass es weiter besser geht.

Lieben Gruß

Birgit

Bonny
10.01.2005, 15:40
Hallo Birgit,

Du hast natürlich Recht. Es gibt Hunde, die sind damit richtig alt geworden. Aber es ist wie bei uns Menschen, der eine kommt damit klar, der andere überhaupt nicht.

Ich finde auch, dass wir z.B. den Krebserreger in uns tragen, aber unser gesundes Immunsystem den Erreger immer wieder abwehren kann.

Es ist bekannt, dass die Tierärzte in Ihrem Studium bis vor kurzem nichts mit Ernährung konkret zu tun hatten und alles was sie jetzt verkaufen, nur von den Anbietern direkt kennen. Ich finde es auch nicht diskutabel, wenn Tierärzte mehr vom Futter verticken leben, als von der Medizin! Habe nämlich so eine Ärztin kennenlernen dürfen. Aber das Beste ist, wenn Leute behaupten, dass unsere Hunde und Katzen Trockenfutter fressen müssen, damit Ihr Zahnstein beseitigt wird. Tschuldigung, aber ich muss auch nicht - böse gesagt - Steine essen, um meinen Zahnbelag runter zu bekommen. Mensch, das ist ein Raubtier, was schlingt und nicht großartig kaut. Außerdem kommt der Zahnbelag von diesem ganzen Getreidesch... der in dem Futter fast ausschließlich ist.

Übrigens haben die Trockenfutteranbieter mittlerweile auf der Verpackung drauf stehen: Ohne Konservierungsstoffe!! Laßt es Euch mal auf der Zunge zergehen? Wie lange hält sich frisches Fleisch? .....Denkpause...:rolleyes: und wie lange kann so ein Trockenfutter offen rum stehen? Wochen, Monate? Ja die lieben Hersteller lassen die Zulieferbetriebe einfach schon konservieren und schon braucht man in Deutschland nicht mehr drauf schreiben, dass das Futter konserviert wird. Für wie blöd halten die uns eigentlich?

Ja, die Hunde von früher haben besser gelebt. Auch wenn sie gewürzte Sachen von unserem Tisch bekommen haben, waren das wenigstens konkrete Nährstoffe. Da gab es den ganzen Plunder noch nicht. Wir brauchen doch mal die Entwicklung unserer Ernährung betrachten....

Anifit (schwedisches Futter) garantiert die ausschließliche Verwendung von Fleisch, das für die menschliche Ernährung zugelassen wurde - ein himmelweiter Unterschied z. B. zu Deutschland.

Christiane
10.01.2005, 18:11
Hallo Ralph,

hat Dein Tierarzt mal auf Neospora untersucht? Mittlerweile häufen sich die Fälle, und der Erreger ist der Toxoplasmose sehr ähnlich bzw. kann Kreuzreaktionen beim Testen verursachen. Das heißt, dass der Hund zwar einen pos. Toxoplasmosetest hat, obwohl eine andere Krankheit vorliegt.

Gegen Neospora hilft weder Cortison noch eins der üblichen Antibiotika - es braucht eine spezielle Therapie.

Zur Futterumstellung kann ich auch nur unterschreiben, dass die meisten Fertigfutter aus Abfällen aus irgendwelchen Fabriken bestehen. Allen voran Frolic.

Anifit kenne ich leider nicht und kann daher nichts über die Zusammensetzung sagen. Ich füttere seit vielen vielen Jahren Rohfutter, also rohes Fleisch, Knochen, Gemüse, Obst und anderes und habe damit auch bei meinen Leishmaniose-Hunden allerbeste Erfahrungen gemacht. Basis meiner Idee ist, dass es nicht schwerer sein kann, einen Hund gesund mit Frischfutter zu ernähren als uns selbst mit frischem bzw. selbstgemachtem Essen zu versorgen.

Vielleicht eine Alternative für Euch, zumindest gelegentlich. Teurer als eins der besseren Dosenfutter ist es auf keinen Fall, wenn man erst die Fleischquellen in seiner Umgebung aufgetan hat.

Zu den Blutwerten: versuch doch mal, sie zu bekommen. Vielleicht fällt uns dann noch was ein.

Ralph
28.01.2005, 12:00
Hallo,

wir wollten euch mal eben ein Update geben:

Wir geben Baxter jetzt seit einiger Zeit Cortison (10 mg ? pro Tag). Sein Zustand hat sich seitdem deutlich verbessert.

Außerdem haben wir uns ausgiebig mit dem Thema Ernährung beschäftigt - man bekommt ja wirklich das Kotzen, wenn man liest, was in handelsüblichem Futter in Deutschland drin ist. :baeh:

Seit etwa 2 Wochen bekommt Baxter das California Natural, das uns als sehr gutes Futter für empfindliche Hunde empfohlen wurde. Darunter mischen wir, was wir auch essen, soweit es für Hunde geeignet ist: Kartoffelbrei, Nudeln, Reis, Gemüse (alles möglichst gegart und ungewürzt). Wir haben den Einruck, dass ihm diese Ernährung sehr gut bekommt und er jetzt noch einmal einen Schub nach vorne gemacht hat. Und schmecken tut´s ihm auch ... :D

Er kommt sogar wieder an die Tür gelaufen, wenn wir nach Hause kommen. Es ist schön, den großen, schwarzen Schatten wieder hinter der Glasscheibe zu sehen ! ;) Er schwankt halt noch etwas und manchmal fällt er auch hin, wenn er draußen läuft. Außerdem hat er keine Kondition: Nach 500 Metern knicken ihm die Hinterbeine wieder weg und wir müssen langsam nach Hause gehen. Aber verwunderlich ist das ja eigentlich nicht. Er hat jetzt 10 Monate fast nur gelegen.

Heute haben wir das Ergebnis der letzten Untersuchung aus Hannover bekommen. Diese Untersuchung hat einen erhöhten Alanin-Wert im Urin ergeben. Was das bedeutet oder bedeuten kann, mussten wir den Leuten wieder aus der Nase ziehen.... :rolleyes:

Alanin ist eine Aminosäure, also ein Eiweiß, dass beim Stoffwechsel entsteht. Dieser erhöhte Wert KANN auf eine Erkrankung zurückzuführen sein (da würde dann nur eine eiweißarme Diät helfen), KANN aber auch durch die bisherige Ernährung kommen !

Wenn das wahr ist, und Baxter evtl. durch das Futter so krank geworden ist, ist das ein echter Skandal ! Er hat handelsübliches Futter bekommen: Bonzo Friskies, Frolic, Pedigree Nass.

Inzwischen haben wir im Internet geforscht und gelesen, dass erhöhte Alanin-Werte auf Lebererkrankungen, Hepatitis und sogar Diabetes hinweisen können .... alles sehr verwirrend, ehrlich !

Die Hannoveraner konnten uns nicht sagen, ob sich sein Zustand wieder völlig normalisieren kann. Also wir machen erst mal so weiter, wie wir angefangen haben, und hoffen, dass er sich erholt. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Wenn wir daran denken, dass wir uns schon mit dem Gedanken vertraut gemacht hatten, ihn einschläfern lassen zu müssen, wird uns ganz schlecht ...

Viele Grüße
Ralph und Jasmin

Christiane
29.01.2005, 23:14
Hallo Ralph,

das hört sich ja schon besser an. Ich würde aber nicht unter ein Trockenfutter, das sowieso schon sehr viel Getreide enthält, noch pflanzliche Zutaten mischen. Oder alternativ dann eben zwischendurch mal eine richtige Fleischmahlzeit füttern (nicht mit dem Trockenfutter mischen). Wenn Du keinen kooperativen Metzger hast, kannst Du Tiefkühl-Fleisch für Hunde auch fast in jedem Futtermarkt kaufen.

Ich drücke Euch die Daumen, dass es weiter bergauf geht!

Ralph
31.01.2005, 09:30
Unser Tierarzt meinte aber, dass er evtl. das Eiweiß nicht so gut verträgt. Das könnte ein Grund für den erhöhten Alanin-Wert sein. Bis das abgeklärt ist, wollten wir sehr vorsichtig mit Fleisch sein ... :confused:

Christiane
31.01.2005, 23:01
Hallo Ralph,

Alanin Aminotransferase ist ein Leberenzym, hier besser bekannt als ALT. Ich wüsste aber nicht, dass das im Urin gemessen wird. Wenn im Urin Eiweiß feststellbar ist (und das ist ja ein Eiweiß), dann würde eher was mit den Nieren nicht stimmen.

Wie schon ganz oben geschrieben, kann man nichts dazu sagen, ohne den Befund gesehen zu haben.

Barbara
01.02.2005, 10:01
@Christiane
Alanin-Aminotransferase (ALT) wird tatsächlich im Blut nachgewiesen und ist ein komplexes, aus mehreren Proteinbausteinen aufgebautes Enzym, dass am Eiweißstoffwechsel beteiligt ist. Wie der Name andeutet, ist an dem Prozess, den das ALT katalysiert, Alanin irgendwie beteiligt. Das Enzym ALT selber KANN, aber MUSS NICHT zwangsläufig Alanin enthalten!

Daneben gibt es, wie Ralph geschrieben hat, auch noch das Eiweissmolekül Alanin, welches im Urin nachgewiesen wurde, nicht das ALT. ALT und Alanin sind zwei verschiedene Substanzen mit einer wagen Namensähnlichkeit!!!


Komisch, eigentlich wird doch im Urin zunächst unspezifisch Gesamtweiweiß gesucht, wobei doch erst mal gar nicht interessiert, WELCHES Eiweiß man findet. Warum wurde es so genau identifiziert? Gibt es einen Verdacht auf (Eiweißstoffwechsel)Erkrankungen, für die die genaue Identifizierung einzelner Proteine im Urin wichtig ist? Oder war das Labor einfach gründlich?

Eiweiß im Urin ist immer heikel. Von Niereninsuffizienz über Stoffwechselstörungen bis zu Erkrankungen (Infektionen) des Urogenitalsystems ist alles möglich. Ich vermute und hoffe, der tA wird das genau abklären.

Viel Glück!

Ralph
01.02.2005, 10:55
Ich glaube, ich muss da in der Tierklinik noch mal genau nachfragen .....

Also, die haben vor Weihnachten eine Urinprobe an einen Kinderarzt (Professor in Köln ?) geschickt, weil eine bestimmte unheilbare Krankheit (ähnlich der MS beim Menschen) ausgeschlossen werden sollte. Es gibt wohl nur wenige Labors in Deutschland, die das testen können. Dieser Professor hat aber wohl noch einige andere Tests durchgeführt und das EINZIGE was festgestellt werden konnte, ist eben dieser erhöhte Alanin-Wert. Er bat um eine zweite, aktuelle Probe. Diese haben wir letzte Woche losgeschickt. Übrigens waren diese Untersuchungen, die wohl im Rahmen einer Forschungsarbeit stattfinden, kostenlos - und als einzige mit einem Befund gekrönt ... (was uns aber bisher auch nicht wesentlich weiter bringt).

Hmmm ... ich habe Alanin nach dem Lesen im Internet zunächst auch mit ALT in Verbindung gebracht. Habe mich aber dann etwas gewundert, dass die Tierärztin in Hannover nicht von ALT, sondern eben von Alanin sprach. Hatte schon an eine Leberschädigung wegen der schweren Medikamente gedacht. Geht das eigentlich wieder zurück, wenn die Medikamente abgesetzt werden ? Muss mich nochmal erkundigen. Ist alles sehr verwirrend, ehrlich !

Viele Grüße und vielen Dank für die Rückmeldungen (bin im Moment echt für jede Beitrag dankbar ....)

Viele Grüße
Ralph

Barbara
01.02.2005, 11:46
Hatte schon an eine Leberschädigung wegen der schweren Medikamente gedacht.
Die Leber als DAS "Entgiftungs"organ schlechthin bekommt früher oder später fast alles ab, was in den Organismus und ins Blut reinkommt. Das schlägt sich dann schnell und gerne in nach oben oder unten verschobenen Leberwerten nieder. Es liegt aber nicht sofort eine SCHÄDIGUNG vor, vielleicht gar noch eine irreversible. Es dauert eine ganze Weile, bis die Leber endgültig hinüber ist, denn sie besitzt zum Glück eine hohe Regenerierungsfähigkeit. Nicht unbegrenzt, aber sie macht viel mit, bevor sie die Hufe streckt.

Wenn dein Hund also schwere Medikamente bekommen hat, auch noch über einen längeren Zeitraum, dann macht sich das für die Zeit der Therapie und vielleicht auch noch einige Wochen nach Absetzen der Medikamente garantiert über veränderte Leberwerte bemerkbar. Aber das ist ja hier nicht der Punkt.

Hier geht es ums Pipi, und da wurde was gefunden, was nicht reingehört, nämlich Eiweiß. Das Kann sich vielleicht alles durch die Erkrankungen deines Hundes erklären und ist hoffentlich nur vorübergehend. Aber vielleicht steckt auch eine andere Ursache dahinter? Mal sehen, was die neue Untersuchung erbringt, dann orakeln wir weiter. Wann sollen die Ergebnisse kommen?

Ralph
01.02.2005, 13:12
Das letzte Mal hat es fast 5 Wochen gedauert, bis die Ergebnisse aus Köln da waren .... aber dieses Mal sucht er ja ganz gezielt nach Alanin. Hoffentlich geht´s dann schneller.

Danke !

Gruß, Ralph

Christiane
01.02.2005, 22:50
Hi Barbara,
Original geschrieben von Barbara
Alanin-Aminotransferase (ALT) wird tatsächlich im Blut nachgewiesen und ist ein komplexes, aus mehreren Proteinbausteinen aufgebautes Enzym, dass am Eiweißstoffwechsel beteiligt ist. Wie der Name andeutet, ist an dem Prozess, den das ALT katalysiert, Alanin irgendwie beteiligt. Das Enzym ALT selber KANN, aber MUSS NICHT zwangsläufig Alanin enthalten!
Es enthält gar keins. Bei den Enzymbestimmungen wird immer die Aktivität des Enzyms gemessen, also eine indirekte Bestimmung. Das ALT katalysiert die Umwandlung von Alanin. Ein Katalysator bewirkt eine bestimmte Aktion allein durch seine Anwesenheit ... aber da würden wir hier zu persönlich werden, glaube ich :D

Ich hatte nur noch nie gehört, dass man direkt auf Alanin untersucht und daher angenommen, dass das ALT damit gemeint war.

Nach dem Dialog zwischen Dir uns Ralph habe ich im Humanbereich nachgelesen und diesen Link (http://www.icomm.ca/geneinfo/alanin.htm) gefunden. Leider in Englisch. Grob übersetzt steht da, dass bei einigen, seltenen Erkrankungen, insbesondere der Krankheit "Pyrovat Dehydrogenose Defizienz" Alanin im Urin ausgeschieden wird. Sie bewirkt geistiges Zurückbleiben und neurologische Symptome.

So macht jetzt die Auskunft des Kinderarztes Sinn.

Ich habe leider keine Ahnung, ob dies auch auf Hunde anwendbar ist - habe vorher noch nie von dieser Krankheit gehört. Beim nächsten Telefonat mit Laboklin frage ich mal nach, ob sie zum Thema Alanin-Urinausscheidung irgendwas wissen.

Aber der Ralph macht es hier auch spannend - trotz vieler Hinweise mit dem Zaunpfahl hat er uns noch mit keinerlei Laborbefunden beglückt. Und die würden mich jetzt wirklich interessieren.

Und an Ralph noch mal meine erste Frage von oben: wurde mal auf Neospora untersucht? Im Moment häufen sich die Fälle, und die Symptome sind sehr ähnlich.

Hunde können sich diese Krankheit nicht nur an infizierten Rinder-Nachgeburten holen, sondern auch wenn sie z. B. Mäuse fressen.

Ingrid
01.02.2005, 23:08
Hallo Christiane,
das Thema ist wirklich interessant.
Vielleicht schreibe ich jetzt Blödsinn, aber mich würde mal
interessieren ob es Referenzwerte gibt bei Hunden bezüglich
der gemessenen
Aminosäuren im Urin , in diesem Falle
Alanin.
Ich hatte mal mit Willy eine Theorie entwickelt die ich jetzt
nicht näher erkläre. Und zwar habe ich bei ihm Tryptophan im
Urin messen lassen. Das war zwar möglich aber es gab keine
Referenzwerte für Hunde für diese Messung.
So eine Messung hat nur Sinn wenn Referenzwerte vorhanden
sind.
In dem Falle mit Alanin kann ich mir nur vorstellen, daß falls
zuviel Alanin im Urin gefunden wird, im Körper diese Amimosäure
nicht genügend " verarbeitet " wird und somit auf eine gewisse
Erkrankung geschlossen werden kann.
Wenn ich jetzt totalen Blödsinn schreibe.........bitte entschuldigt......und natürlich korriergiert mich bitte.
Viele Grüße
Ingrid, Artus , Willy und Mona

Christiane
01.02.2005, 23:35
Hallo Ingrid,

nein, Blödsinn ist das nicht, was Du schreibst. Nur weiß ich die Antwort auch nicht :). Ich werde es Euch wissen lassen, wenn ich von Laboklin etwas erfahre.

Alanin wird normalerweise nicht nur vom ALT, sondern auch von der Niere und noch an anderen Stellen umgewandelt, wie ich inzwischen nachgelesen habe, zumindest beim Menschen, so dass das meiste wieder "eingefangen" wird.

Ob beim Hund überhaupt keins im Urin sein darf, muss ich auch erst erfragen.

Manche Dinge im Stoffwechsel funktionieren bei Hunden anders als bei Menschen, so dass man nicht alles gleichstellen kann.

Ralph
09.02.2005, 07:48
Hallo,

ich würde gern die Untersuchungsergebnisse hier reinstellen. Habe die wichtigen Seiten jetzt gescannt und könnte sie jetzt ins Netz stellen und hier einen Link anbringen - wenn ich es denn könnte ! Kann mir jemand (evtl. per PN) eine Kurzanleitung geben, wie ich das mache ? Ich kann unmöglich die ganzen Ergebnisse hier abtippen.

Außerdem habe ich mich in den letzten Tagen mal intensiv mit dem Thema Neospora auseinander gesetzt und ich bin inzwischen überzeugt davon, dass das der Grund für Baxters Probleme ist.

Anfang August 2004 wurde eine umfassende Blutuntersuchung gemacht. Als ich mir die Ergebnisse jetzt noch einmal angesehen habe, habe ich gesehen, dass auch auf Neospora getestet wurde. Der Titer war 1:50. Anfang August war bei Baxter für den Laien aber auch noch nicht viel zu sehen .... er humpelte nach größerer Belastung ein bisschen und die Stellreflexe funktionierten nicht richtig - das war´s. Danach wurde die Toxoplasmose-Behandlung eingeleitet mit Clindamycin. In den folgenden Wochen wurde es dann immer schlimmer, bis er schließlich fast nicht mehr gehen konnte. Der Neospora-Titer ist allerdings nie mehr ermittelt worden. Auch der alte Wert ist keinem der Tierärzte aufgefallen.

Ich werde nachher noch einmal zum Tierarzt fahren und ihn Blut abnehmen lassen. Dann haben wir in ein paar Tagen einen aktuellen Titer.

Nun bekommt Baxter ja immer noch Cortison ..... wenn es aber wirklich Neospora ist, ist das natürlich gefährlich, ihm das Zeug weiter zu geben. Unser Tierarzt sagte aber, es sei auch nicht gut, die Cortisongabe sofort einzustellen. Ich bin jetzt wieder etwas ratlos. :confused:

Übrigens hat unser Tierarzt - was die Diagnose und die Therapie angeht - jetzt das Handtuch geworfen. Er meinte, uns könnte jetzt kein niedergelassener Tierarzt mehr helfen. Wir sollten uns an die entsprechenden Spezialisten an den Universitäten wenden, denn hier könne nur noch wissenschaftliches Interesse etwas bewirken (er hätte auch sagen können: ein Wunder). Er hat die Uniklinik München empfohlen.

Ich habe zunächst vor, mich in dieser Sache an Prof. Mehlhorn am Institut für Parasitologie der Uni Düsseldorf zu wenden. Es gibt Veröffentlichungen von ihm zum Thema Neospora, vielleicht kann er uns helfen oder wenigstens einen kompetenten Ansprechpartner nennen. Ich möchte nicht noch mehr Zeit durch "Behandlungsversuche" verlieren.

Viele Grüße erstmal
Ralph (und Familie)

P.S.: Hallo Christiane, könntest du diesen Strang ins Hunde-Forum verschieben ? Da scheint er richtiger aufgehoben zu sein ...

Ralph
09.02.2005, 11:17
So, ich habe eben mit Prof. Mehlhorn von der Uni Düsseldorf telefoniert.

Er meint, die Neosporose sei extrem selten und die Symptome passen auch auf eine Borreliose und eine Ehrlichiose.

Wir sollen auf jeden Fall alle drei Titer bestimmen lassen.

Sollte es dann wirklich Neosporose sein, sollen wir uns von unserem Tierarzt ein Medikament mit dem Wirkstoff Toltrazuril verschreiben lassen (z.B. von Baycox). Allerdings könnte es sein, dass die Symptome sich nicht mehr wesentlich verbessern lassen, wenn die Parasiten schon zu viel Schaden angerichtet haben.

Und: wir sollen SOFORT aufhören, dem Hund Cortison zu geben !

Soviel erstmal zu eurer Info - vielleicht kann sie ja noch jemand gebrauchen.

Viele Grüße
Ralph

Barbara
09.02.2005, 11:41
Himmel nochmal, was machen eigentlich die Leute, die nicht so hartnäckig sind wie du???? Schauen die ihren Tieren hilflos beim Siechen und Sterben zu?

Ich drücke euch die Daumen, dass die Blutergebnisse Klarheit bringen. Ich weiß nur nicht, ob ich euch positve Borreliose- und/oder Ehrlichiosebefunde wünschen soll oder nicht.

Viel Glück!!!!

Ralph
09.02.2005, 12:30
:D

Für meine Hartnäckigkeit in solchen Dingen bin ich bekannt .... Was meinst du, wie vielen Humanmedizinern ich da schon die Show gestohlen habe. Es kommt nur immer darauf an, selbst zu recherchieren, den richtigen Tipp zu bekommen und den weiter zu verfolgen. Und: du musst den Spezialisten auf der Welt finden, der sich mit sowas wirklich auskennt. Wegen meiner eigenen Augen bin ich schon in den USA gewesen - in einer der angesehendsten Augenkliniken des Landes (und: nein, ich habe NICHT Geld ohne Ende ....). Einem "einfachen" niedergelassenen Arzt glaube ich inzwischen nichts mehr, was über das einfache Schienen eines gebrochenen Arms hinaus geht.

Leider hat es wie es aussieht in diesem Fall einfach zu lange gedauert .... könnte sein, dass nichts mehr hilft.

Und zum Thema "andere Leute": Rate mal, wie viele Leute mir schon geraten haben, ich solle den Hund doch einschläfern lassen - oder "weg tun", wie mir mal jemand wörtlich sagte. Aber ein Tier ist bei uns wie ein Familienmitglied - das tut man nicht einfach weg !!

Gruß, Ralph

Anna-M
09.02.2005, 12:47
Ich sag nur:

WEITER SO


Anna-M mit Benito und Lana

Kerstin
09.02.2005, 12:48
Weg tun...
Wer sowas sagt hat es nicht verdient sein Leben mit einem Haustier zu teilen!
:splash:

Ein Haustier ist Verantwortung, ebenso wie ein Kind eine Verantwortung ist und ich für meinen Teil hab noch jedes Haustier innig geliebt!
Da steht man in der Pflicht alles zu tun was möglich ist. Das ist für mich keine Frage sondern essenziell! Zum Glück gibt es Zeitgenossen wie Dich und wie wir es hier im Forum sind: Leute, die sich mit einem "Nein" nicht automatisch zufrieden geben.

Mach weiter so und gute Besserung für Baxter!

Christiane
10.02.2005, 01:04
Hallo Ralph,

ich würde mal bei www.zecklab.de anrufen und mit Frau Dr. Liebisch sprechen. Für Ehrlichiose und Borreliose-Tests ist sie die beste Adresse, die ich kenne. Wenn sie Neosporose nicht machen kann, dann weiß sie bestimmt, welches DAFÜR die beste Adresse ist. Kannst gern einen schönen Gruß von mir bestellen.

Viel Glück erst mal!

Ralph
15.02.2005, 14:09
Hi,

habe jetzt die Ergebnisse der neuen Blutuntersuchung bekommen. Außerdem habe ich im Hunde-Forum (im Mitgliederbereich) einen neuen Thread für Baxter aufgemacht. Dort könnt Ihr Euch auch die Blutwerte ansehen.

Übrigens habe ich von der TiHo Hannover inzwischen die Werte der Stoffwechseluntersuchung von diesem Kinderarzt aus Frankfurt (nicht Köln - mein Fehler) bekommen. Da lag ein verträumter Zettel dabei, dass sie sich vertan hätten ... der erhöhte Alanin-Wert sei nicht im Urin aufgetreten, sondern im Blut. Sie bitten, diesen "Flüchtigkeitsfehler" zu entschuldigen.

Naja, es handelt sich ja auch nur um einen totkranken Hund, dessen Besitzer händeringend auf der Suche nach der Krankheitsursache sind. Da kann so ein Fehler schon mal passieren. Und wenn man dann merkt, dass es ein Fehler war, legt man eben ganz entspannt einen Zettel in den Umschlag, der dann 1 bis 2 Tage auf dem Postweg ist. Hat ja alles Zeit .... :splash:

Manchmal könnte ich .....

Gruß, Ralph