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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Timmy - Nasenbluten


Unregistriert
21.10.2007, 22:33
Hallo an alle,
möchte mich kurz melden wegen Nasenbluten. Wir hatten über 3 Monate mal wenig, mal schlimm, mal ganz schlimmes Nasenbluten (Rüde 3 1/2 Jahre Mischling Berner-Schäfer ca.4o kg). Dann"endlich" LM festgestellt, vorher auf alles mögliche untersucht. Durch Gewebeprobe Lymphknoten - bereits sehr starke LM. Dann 20 Termine für Infusion und Spritzen von Glucantime und 2 x 1 1/2 Allopurinol. Letzte Glucantime am 12.10. - Allopurinol aber weiter.
Timmy hat nun schon seit einigen Wochen kein Nasenbluten mehr und es geht ihm wieder sehr gut. Ich hoffe es bleibt so. Ich bin nun nicht ganz sicher wie lange wir das Allop. noch nehmen müssen oder sollen. Mein TA sagt ersteinmal wieternehmen.
Kann mir jemand seine Erfahrungen dazu sagen - wie lange und vielleicht in welcher Dosis?
Dank vorab und beste Grüße
Renatre + Timmy

Unregistriert
21.10.2007, 23:38
Hallo Renate und Tommy,

hier unser Erfahrungsbericht, vielleicht hilft er Euch weiter.

Wir hatten bei unserer Labbi-Hündin, die aus Südfrankreich kommt, auch einen akuten Leishmanioseschub, und wir haben die Krankheit mit Glucantime + Allopurinol in den Griff bekommen, trotz bereits ganz schlechter Nierenwerte und starker Anämie (Hämatokrit um 20), plus Nasenbluten und Hautveränderungen. Das Glucantime haben wir nach Anleitung des Tierarztes dann selbst einen ganzen Monat lang 2x täglich subkutan gespritzt. Da außerdem eine starke Bildung von Immunkomplexen stattfand, die für die Nierenschädigung ursächlich war, bekam unsere Hündin zunächst auch relativ hoch dosiertes Cortison (Prednisolon), das wir dann über einen Zeitraum von einem halben Jahr "ausgeschlichen", d. h. in der Dosis schrittweise bis auf Null reduziert haben. Cortison sorgt für ein besseres Allgemeinbefinden des Hundes. Die Behandlung mit Cortison ist natürlich ein bißchen paradox, da dieses Medikament die Immunabwehr des Körpers DÄMPFT, was ja eigentlich ein unerwünschter Effekt ist. Wegen der starken, d. h. überschießenden, Immunkomplex-Bildung war es aber nicht anders machbar. Und die körpereigenen Abwehrkräfte reichten in diesem Fall ohnehin nicht aus, um die Krankheit zu bekämpfen.

Da die Leishmaniose nicht wirklich heilbar ist, dient das Allopurinol dazu, die Leishmanien in Schach zu halten, d. h. ihre Vermehrung zu unterdrücken. Hierzu behommt unsere Hündin auf Anraten des Tierarztes die Höchstdosis von 30 mg pro kg Körpergewicht, was bei 30 kg in unserem Fall 900 mg beträgt. Sie bekommt morgens und abends je 450 mg Allopurinol. Hierdurch soll ein Rückfall vermieden werden, der wegen der Nieren und wegen einer möglicher Resistenzbildung der Leishmanien gegen das Glucantime vermutlich sehr problematisch wäre.

Das Allopurinol soll sie in dieser Dosierung LEBENSLANG bekommen. Natürlich ist eine so starke Medikation nicht optimal, aber es geht unserer Hündin derzeit prima und wir können durch häufige Blutbildkontrollen sicherstellen, dass alles OK ist. Natürlich muss besonders die Nierenfunktion alle paar Monate kontrolliert werden. Inzwischen ist der Leishmanien-Titer negativ, aber es sind lt. Elektrophorese noch leichte Entzündungswerte vorhanden, so dass man wohl leider davon ausgehen muss, dass die Leishmanien noch irgendwo im Organismus sitzen.

Ich habe hier im Forum häufig gelesen, dass die Allopurinol-Dosis später reduziert werden kann, aber unser Tierarzt hat davon abgeraten, trotz möglicher Langzeitschädigung der Nieren. Da unsere Hündin vorher so krank war, dass sich auch der Tierarzt nicht sicher war, wie die Überlebenschancen stehen und zwischenzeitlich von "einigen Monaten" sprach, ist uns der Zustand MIT voller Allopurinol-Gabe momentan wirklich lieber. Wenn man ein bißchen auf eine nierenfreundliche Ernährung achtet, ist die Langzeitgabe wohl das kleinere Übel, und der Hund kann mit etwas Glück und viel Liebe richtig alt werden.

Vielleicht könnte Ihr mit diesen Informationen etwas anfangen. Weitere Fragen kann ich gerne beantworten, auch wenn unser Fall vielleicht nicht verallgemeinert werden kann, da jeder Hund anders auf Krankheiten und Medikamente reagiert.

Viele Grüße

Anne-Laure

Uschi mit Sardi
22.10.2007, 07:17
Hallo Renate,
es wäre besser, wenn Du für Timmy ein eigenes Thema eröffnest, dass Deine Fragen hier nicht untergehen.

Dauer und Dosierung der Allopurinolgabe sind so individuell, wie unsere Hunde und der Krankheitsverlauf. Diesen kontrolliert man mittels Blutbild, Leber- und Nierenwerte und der Eiweißelektrophoresekurve in der Regel 1/2-jährlich (bei Problemen auf öfter) und entscheidet anhand des Verlaufs, der Werte und des Befinden (Symptome) des Hundes über das weitere Vorgehen.

Aber nun erst mal ein herzliches Willkommen hier im Forum und

:toitoitoi :toitoitoi :toitoitoi das Timmy stabil wird und bleibt!

Jane H.
22.10.2007, 07:30
Hallo Renate,

willkommen im Forum :)

Ich habe für Dich ein eigenes Thema aufgemacht. Schreib bitte hier weiter.

Die Fachfrauen melden sich später zu Deinen Fragen.

tizian_2003
22.10.2007, 20:43
Hallo Renate,

wie behandlungsbedürftig die Leishmaniose deines Hundes ist, sollte man am Blutbild, den Organwerten und vor allem der Eiweißelektrophorese (als Kurve) sehen. Hast du solche aktuellen Daten von deinem Hund? Du kannst sie gern mal hier einstellen (mit den Referenzwerten dazu), dann können wir dich sicher gezielt beraten.

LIebe Grüße
Andrea

Unregistriert
22.10.2007, 23:04
Hallo an Euch alle,
danke für eure Antworten. Es ist schon toll, man fragt und dann kommen so viele Meldungen. Ich bin im Moment etwas im "Stress" da ich mal wieder was arbeiten muss, da ich wegen Timmy`s Krankheit doch viel Zeit gebraucht habe und zum Glück aussetzen konnte (3 x pro Woche zum TA) - habe ich aber gerne getan, da ich sicher war dass wir es schaffen und Timmy wieder "gesund" wird. Ich werde so schnell wir möglich die Infos hier einstellen.

Vielen, vielen Dank euch allen
und liebe Grüße
Renate+Timmy