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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Immunsystem stärken?


Daniela
14.12.2007, 14:29
Hallo,

ich habe mich gerade bei euch angemeldet, weil ich mir grosse Sorgen um meinen Pflegehund Eddie mache. Eddie ist ein nicht mehr ganz junger Husky (mindestens 6 Jahre alt), den ich vor knapp 2 Monaten hier in Portugal auf der Strasse gefunden habe. Eddie war bzw. ist in einem sehr schlechten Zustand (völlig abgemagert, dehydriert, Nasenbluten, Anämie, Polydipsie/-urie, blutiges Erbrechen, Durchfall, Fieber, Lebervergrösserung, entzündete Augen, Bandwürmer,...).

Bereits beim ersten TA-Besuch wurde er positiv auf Dirofilariose und Ehrlichiose getestet, und gestern haben wir das positive Leishmaniose-Ergebnis bekommen.

Bisher sah es so aus, dass er auf die Behandlung scheinbar gut reagiert hat. Nach Absetzen oder Reduzierung der Dosis hat sich sein Zustand aber wieder verschlechtert. Zur Zeit bekommt er Medrol, Vibramicina, Antibiophilus und seit gestern Alopurinol, und bei Bedarf Rutinicê und Predniftalmina. Das Aspirin zur Vorbereitung auf die Dirofilariose-Behandlung mussten wir wieder absetzen, da er daraufhin Blut erbrochen hat und letzte Woche vermutlich eine Thromboembolie hatte.

Der TA kennt sich sehr gut mit diesen drei Krankheiten aus und hat auch drei meiner anderen Hunde schon erfolgreich gegen diese Kranhkeiten behandelt. Allerdings hatten die jeweils nur eine Krankheit. In Eddies Fall ist er sehr pessimistisch.

Jetzt würde ich gerne wissen, ob ich über diese Behandlungen hinaus noch irgendwas machen kann, um Eddie zu helfen. Z.B. das Immunsystem stärken oder sowas in der Art!?

Vielen Dank im Voraus!
Danni

Mona
14.12.2007, 14:49
Hallo Daniela,
Herzlich willkommen hier !
Da hat dein Eddie ja gleich mehrere Baustellen :(
Hab bitte Geduld, bis die Fachfrauen sich melden kann es bis zum Abend
dauern. Sie haben alle noch eine "Nebentätigkeit" :D

tizian_2003
14.12.2007, 17:04
Hallo Daniela,

da hast du ja wirklich eine sehr arme Socke aufgenommen :respekt:. Auch wenn sich dein TA gut auskennt, würde ich dich bitten, Blutbild, Organwerte und Elektrophorese hier enzustellen, damit ich mir ein besseres Bild machen kann. Hast du sowas?

Ich kenne nicht alle Mittel, die du aufgelistet hast. Kannst du mir sagen, was die Wirkstoffe von Medrol, Antibiophilus Rutinicê und Predniftalmina sind? Letzteres hört sich nach Cortison an, das wäre gar nicht gut. In welcher Dosis verabreichst du das Antibiotikum (ist es ein Hyclat?) und das Allo? Wurde auch ein Herzultraschall gemacht?

Erst mal viele Fragen, ich hoffe, du kannst mir weiterhelfen!

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
14.12.2007, 18:43
Hallo Andrea,



Auch wenn sich dein TA gut auskennt, würde ich dich bitten, Blutbild, Organwerte und Elektrophorese hier enzustellen, damit ich mir ein besseres Bild machen kann. Hast du sowas?



Oje, ich hab nur die Werte vom ersten TA-Besuch am 19. Oktober:

ALB 2,5 g/dl (2,3 - 4,0)
ALKP 114 U/L (23 - 212)
ALT 99 U/L (10 - 100)
AST - der Wert war so hoch, dass er nicht gemessen werden konnte
BUN 11 mg/dl (7 - 27)
CREA 1,0 mg/dl (0,5 - 1,8)
GLOB 8,1 g/dl (2,5 - 4,5)
PHOS 4,5 mg/dl (2,5 - 6,8)
TP 10,5 g/dl (5,2 - 8,2)

GB 7,81 (6,0 - 17,0)
GR 4,28 (5,5 - 8,5)
Hb 9,2 (10,0 - 18,0)
Hct 31,5 (35,0 - 55,0)
VGM 73,6 (58,0 - 73,0)
TCMH 21,5 (19,5 - 24,5)
CCMH 29,2 (28,0 - 40,0)
Plt 167 (120 - 600)
Pct 0,1
VMP 8,3 (5,0 - 12,0)
Mode Plt 7,8
Medn Plt 9,6

Urin:
Dichte 1,020
pH 5,0
Spuren von Blut und Proteinen
Bilurubin -
Glukose -
Rest normal


AST-Wert bei den nächsten beiden Untersuchungen (Referenzwert: 0 - 50):
352 (vor ca. 4 Wochen?)
363 (vor ca. 2 Wochen?)

Und bei der letzten Untersuchung vor einer Woche war der Phosphorwert zu hoch und wieder Spuren von Blut und Proteinen im Urin.

Leishmaniose-Titer: > 1/320

Sorry, aber mehr und genauere Angaben hab ich leider nicht.




Ich kenne nicht alle Mittel, die du aufgelistet hast. Kannst du mir sagen, was die Wirkstoffe von Medrol, Antibiophilus Rutinicê und Predniftalmina sind? Letzteres hört sich nach Cortison an, das wäre gar nicht gut. In welcher Dosis verabreichst du das Antibiotikum (ist es ein Hyclat?) und das Allo?



Medrol: Metilprednisolona (Corticosteroid)
Antibiophilus: Lactobacillus casei variedade rhamnosus (zum Aufbau der Darmflora wegen des Antibiotikums)
Rutinicê: Vitamin C + Rutin (soll das Nasenbluten stoppen)
Predniftalmina: Cloranfenicol 10,0 mg/g + Prednisolona 2,5 mg/g (das ist eine Augensalbe, die er nur bekommt, wenn er wieder mal eitrige Augen hat)
Vibramicina: Doxycyclin 100 mg - 1,5 Tabl. alle 12 Std.
Alopurinol: 300 mg - 3/4 Tabl. alle 12 Std. (aber wie gesagt erst seit gestern Abend)




Wurde auch ein Herzultraschall gemacht?



Nein. Der Brustkorb wurde nur geröntgt, und es schien alles in Ordnung zu sein.
Bei einer weiteren Röntgenaufnahme wurde festgestellt, dass die Leber und die Prostata vergrössert sind.


Übrigens ist Eddie trotz all dieser Probleme erstaunlich gut drauf und erweckt den Eindruck, dass er Bäume ausreissen könnte (wenn er nicht gerade 41 ºC Fieber hat). Und er hat auch einen sehr guten Appetit und hat in den 8 Wochen immerhin schon 2 kg zugenommen (von 19 kg auf 21 kg). Die Leute auf der Strasse glauben überhaupt nicht, dass er so krank ist.

LG und vielen Dank!
Danni

tizian_2003
14.12.2007, 22:27
Hallo Daniela,

die Organwerte - bis auf die eine Lebertransaminase - sehen noch ganz gut aus. Die Nieren scheinen in Ordnung, das ist schon viel wert. Auch das Blutbild ist nicht so dramatisch. Es gibt eine leichte Anämie; ich würde täglich ein Vitamin-B-Komplexpräparat zum Futter geben. Gegen das Nasenbluten hilft Vitamin K 1, bei uns gibt es das als Kanavit-Tropfen in der Apotheke. Schau mal, was du auftreiben kannst. Wegen der Leberbelastung empfehle ich dir Mariendistel hochdosiert. Der Wirkstoff ist Silimarin; davon gib 200 mg/10 kg zweimal täglich.

Die Allopurinoldosis ist mit etwa 20 mg/kg am Tag eine mittlere Dosis und zunächst so okay. Es wäre gut, wenn du bei der nächsten Blutabnahme eine Elektrophorese machen lassen könntest, diese Kurve gibt über die Leishmanioseaktivität Auskunft.

Vibramicin ist meines Wissens nach kein Doxycyclinhyclat, sondern ein Monohydrat. Ein Hyclat wird empfohlen, weil es vom Hund langsamer verstoffwechselt wird und damit ein gewisser Wirkstoffspiegel länger aufrechterhalten wird. In jedem Fall ist es unterdosiert; man empfiehlt 10 mg/kg alle 12 Stunden! Die Behandlungsdauer sollte 28 Tage nicht unterschreiten.

Cortison würde ich auf keinen Fall verabreichen, dass es in den Organismus gerät! Es ist bei parasitären Erkrankungen absolut kontraindiziert. Bei der Augensalbe mag es angehen, da es dort lokal und nicht systemisch wirkt, soweit es überhaupt nötig ist und nichts anderes möglich wäre.

Nach dem Herzultraschall habe ich wegen der Herzwürmer gefragt. Bei massivem Befall sollten sie zu sehen sein. Man kann durch monatliche Spot-ons wie Advocate oder Stronghold die Dichte der Mikrofilarien verringern, die adulten werden durch diese Behandlung quasi kastriert und vermehren sich nicht weiter.

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
16.12.2007, 00:00
Hallo Andrea,

ganz herzlichen Dank für deine Antwort!

Die Werte hat mein TA genauso interpretiert wie du.
Warum er das "falsche" Antibiotikum gibt und dann auch noch zu niedrig dosiert, weiss ich nicht. Bisher hat dieses Medikament in der selben Dosis meine anderen Hunde immer wieder ganz schnell auf die Beine gebracht.
Der TA hat mich auch auf die Gefahr des Cortisons hingewiesen und hat es nur für absolute Notfälle verschrieben - und letzte Woche war es dann wohl so weit. Morgens um 10 war Eddie noch putzmunter, war beim Spaziergang voller Energie, hat gut gefressen usw. Dann war ich genau 3 Stunden weg und als ich wieder nach Hause gekommen bin, hab ich einen riesigen Schock bekommen. Er hatte das ganze Futter erbrochen - mit Blut vermischt - und lag regungslos auf dem Boden mit völlig ausdruckslosen Augen. Ich dachte im ersten Moment er wäre schon tot. Dann hab ich festgestellt, dass er 41º Fieber hatte. Daraufhin meinte der TA, ich solle ihm eine Tablette Medrol geben. Man konnte richtig zusehen, wie es Eddie langsam besser ging und ca. 5 Stunden später stand er wieder auf den Beinen und hat gefressen als ob nie was gewesen wäre. Das Fieber war auch verschwunden.
Bei meinem anderen Dirofilariose-Hund ist das Medrol zum Glück nie zum Einsatz gekommen.

So einen brutalen Absturz hatte ich bisher auch nie bei einem Hund erlebt. Und ich hab nicht nur ständig die Bude voller Hunde, sondern bin auch "TA-Helferin" und helfe seit gut 3 Jahren auf der Hundekrankenstation eines riesigen Tierheims mit.




ich würde täglich ein Vitamin-B-Komplexpräparat zum Futter geben. Gegen das Nasenbluten hilft Vitamin K 1, bei uns gibt es das als Kanavit-Tropfen in der Apotheke. Schau mal, was du auftreiben kannst. Wegen der Leberbelastung empfehle ich dir Mariendistel hochdosiert. Der Wirkstoff ist Silimarin; davon gib 200 mg/10 kg zweimal täglich.



Dagravit B-Komplex und Mariendistel (Legalon) hab ich inzwischen besorgt. Vitamin K 1 konnte ich nicht auftreiben, aber zumindest heute hatte Eddie auch kein Nasenbluten und das Rutinicê hilft da i.d.R. auch ganz gut.

Wie soll ich denn das Dagravit eigentlich dosieren?

LG und vielen Dank nochmal!
Danni

tizian_2003
16.12.2007, 10:36
Hallo Daniela,

von den B-Vitaminen kannst du ihm eine halbe Menschendosis geben. Ein Mehr kann höchstens zu dünnem Kot führen, es wird wieder ausgeschieden.

Bei dem Doxy ist es auch nicht so, dass ein Monohydrat nicht hilft. Ich würde nur bezüglich der Dosis und des Präparates immer auf Nummer sicher gehen. Es ist ein starkes Medikament, man muss es relativ lange geben und will doch wenigstens davon ausgehen, die Anwendung optimal gestaltet zu haben. Meistens kann man bei Ehrlichiose die Erreger ohnehin nur zurückdrängen und die Krankheit nicht ausheilen. Trotzdem will man langfristig Stabilität erreichen, und genau um die langfristige Betrachtung geht es.

Mit dem Spot-on bei den Herzwürmern könnte ihr euch Zeit verschaffen, wenn der Hund jetzt keine akuten Probleme deswegen hat, bis ihr später die Adulten mit Immiticide behandelt.

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
16.12.2007, 11:48
Okay, vielen Dank!

Dann werde ich meinen TA beim nächsten Besuch (voraussichtlich am Donnerstag) mal auf deine Vorschläge ansprechen. Ich will Eddie nicht einfach irgendwelche Medis geben, ohne dass er davon weiss.

LG
Danni

Unregistriert
05.01.2008, 12:13
Mein Hund Dyke hat wegen Unterernährung im Zusammenhang mit Mittelmeerkrankheiten Vitamin B Komplex, Vitamin B12 und Folsäure einmal die Woche als Spritzen bekommen und das hat gewirkt wie der Blitz. Vorher die Pillen konnte ich nur mit Hackfleisch eingeben was nicht so gut war wegen des hohen Fleichkonsums. Ausserdem hat er so manches wieder ausgespuckt. Als die Leberwerte wegen Doxy und einer Blasenentzündung die mit Baytril behandelt wurde plötzlich zu hoch waren,über 1000, hat er eine Eisenspritze bekommen, eine Woche später waren sie um 50 Prozent besser geworden. Es wurde alle 3 Wochen ein Blutbild gemacht und die Vitaminspritzen angepasst. Mariendistel bekommt er auch. Im Moment Cranberry für die Blase.Nach 3 Monaten war alls ok.Hämatocrit und rote Bl. Thrombozyten sind sehr angestiegen, aber anfällig.Nun haben wir nur noch die Frage zu beantworten, warum das Fell am Kopf wieder ausfällt. Glänzendes Fell. Die Kurve bekomme ich erst in einigen Tagen. Gruß Carla

Daniela
11.01.2008, 15:47
Inzwischen gibt es News von Eddie. Leider aber keine besonders guten.

Ich geb ihm weiterhin Alopurinol und seit 3 Wochen Mariendistel und Vitamin-B-Komplex. (Seh gerade, dass ich das hier noch gar nicht geschrieben hatte)
Obwohl der TA meinte, schaden würde es wohl nicht, ich könnte mir das Geld aber sparen...

Stronghold oder Advocate soll ich Eddie laut TA auf keinen Fall geben. Das hält der TA für lebensgefährlich aufgrund der Gefahr von Thromboembolien. Ich hatte mich schon gewundert, da ich das auch so in meiner Ausbildung gelernt hatte!?

Gestern haben wir Eddie wieder mal Blut abgezapft und dabei festgestellt, dass sich sein Zustand (sprich: die Anämie) langsam aber sicher immer weiter verschlechtert. Eddie zerstört immer noch fleissig seine eigenen Blutzellen... (Blutwerte habe ich nicht)
Daher will ihn der TA jetzt so schnell wie möglich mit Glucantime behandeln, obwohl er nicht mehr besonders zuversichtlich ist.

Die Nieren scheinen zwar noch perfekt zu funktionieren, aber der TA hat Angst, dass der Phosphor-Wert wieder ansteigt, daher soll ich ihm Ipakitine geben. Das wird in Portugal leider nicht verkauft, ich denke aber, dass ich es am Wochenende in Spanien besorgen kann. Am Montag wird's dann wohl losgehen.

So weit, so schlecht :cry:

Ansonsten ist Eddie aber immer noch fit wie ein Turnschuh und immer zum Rumalbern und Spazierengehen aufgelegt. Er hat auch einen sehr guten Appetit und hat schon ganz gut zugenommen. Man sieht ihm echt nicht an, dass er so krank ist!

LG
Danni

Robbiemama
11.01.2008, 16:35
Hallo Danni,

hab das jetzt alles nur überflogen wurde Eddie auch auf Babesien getestet?

Die sind nämlich Meister im Blutkörperchen zerstören....

Daniela
11.01.2008, 16:46
Ja, Babesiose hat er zum Glück nicht. Drei Krankheiten sind meiner Meinung nach auch genug.

In Eddies Fall zerstört wohl sein auf Hochtouren arbeitendes Immunsystem die Blutkörperchen.

Uschi mit Sardi
11.01.2008, 18:53
Hallo Danni,
versuch doch mal an Milteforan zu kommen, das hat viel wengiger Nebenwirkungen als Glucantime. Ich glaube das ist auch bei Euch in Portugal schon zugelassen und erhältlich, im Spanien auf jeden Fall.
Hier findest Du Infos dazu:
http://www.leishmaniose-forum.de/showthread.php?t=7097&highlight=Milteforan
und
http://www.leishmaniose-forum.de/showthread.php?t=6911&highlight=Milteforan

Daniela
11.01.2008, 19:21
Ja, Milteforan bekommt man hier schon. Das war auch im Gespräch, aber dann haben wir uns doch auf Glucantime geeinigt.

Das heisst, eigentlich ging es nicht um Eddie, sondern um Carlota - meine andere Leishmaniosehündin. Das Glucantime hatte ich eigentlich für sie gekauft. Da es Eddie jetzt aber so schlecht geht, muss sich Carlota noch ein paar Tage gedulden.

tizian_2003
11.01.2008, 21:29
Hallo Daniela,

warum will denn der Tierarzt mit Glucantime behandeln, wenn eine autoimmunhämolytische Anämie vermutet wird?

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
11.01.2008, 21:51
Oje, da bin ich überfragt.
Was wäre denn die Alternative? Milteforan? Oder ein anderes Medikament? Oder nicht behandeln? Oder meinst du, dass das eine nichts mit dem anderen zu tun hat?

Ich fürchte, ich habe deine Frage nicht verstanden...

Daniela
11.01.2008, 21:56
Ach so, es scheint auch keine (reine) Autoimmunreaktion zu sein. Der TA befürchtet, dass das Knochenmark (?) evtl. schon dauerhaft geschädigt worden ist oder werden könnte.

tizian_2003
11.01.2008, 22:16
Ich meine, dass beides nichts miteinander zu tun hat. Mal abgesehen davon, dass ich Glucantime aus vielerlei Gründen nicht verabreichen würde, wird es bei einer Anämie, die autoimmun bedingt, ist nicht helfen.

Wie ist denn die Diagnose überhaupt zustande gekommen? Und was heißt, keine reine Autoimmunreaktion? Wie ist denn der aktuelle Hämatokrit? Es wurde ja auch eine Ehrlichiose festgestellt, aber leider unterdosiert und nicht mit einem Hyclat behandelt. Gibt es denn mal eine Elektrophorese?

Entschuldige, wenn ich das so sage, aber ich finde, da wird im Nebel gestochert und probiert, und der TA gibt dem Hund ja sowieso wenig Chancen. Liegt das daran, dass du wenig andere Möglichkeiten hast/siehst?

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
11.01.2008, 23:51
Oje, da hab ich mich wohl nicht ganz klar ausgedrückt.

Ich meine, dass beides nichts miteinander zu tun hat. Mal abgesehen davon, dass ich Glucantime aus vielerlei Gründen nicht verabreichen würde, wird es bei einer Anämie, die autoimmun bedingt, ist nicht helfen.

Wie ist denn die Diagnose überhaupt zustande gekommen?


Das Glucantime wird natürlich nicht gegen die Anämie gegeben, sondern gegen die Leishmaniose.

Der TA (bzw. die Urlaubsvertretung, die Eddie ganz am Anfang behandelt hat) meinte nur, Eddies Immunsystem sei mit den ganzen Krankheitserregern so überlastet, dass es scheinbar schon die Blutkörperchen zerstören würde.



Und was heißt, keine reine Autoimmunreaktion?


Was ich oben geschrieben habe: dass das Knochenmark evtl. schon geschädigt ist oder geschädigt werden kann, so dass es keine Blutkörperchen mehr bilden kann.



Wie ist denn der aktuelle Hämatokrit?


26,0



Gibt es denn mal eine Elektrophorese?


Soweit ich weiss nicht. Und wenn es eine gäbe, wüsste ich das bestimmt.



Entschuldige, wenn ich das so sage, aber ich finde, da wird im Nebel gestochert und probiert, und der TA gibt dem Hund ja sowieso wenig Chancen. Liegt das daran, dass du wenig andere Möglichkeiten hast/siehst?


Der TA versucht alles, hat aber von Anfang an ganz deutlich gesagt, dass er nicht garantieren kann, dass Eddie durchkommen wird.

Welche Möglichkeiten könnte ich denn haben oder sehen?
Sorry, ich steh echt etwas auf der Leitung und versteh nicht, was du meinst. Liegt vielleicht daran, dass ich in letzter Zeit nicht viel Schlaf bekommen habe...

Liebe Grüsse aus Portugal
Danni

tizian_2003
12.01.2008, 17:27
Hallo Daniela,

es ist in der Tat hier etwas wirr geworden. Du hast geschrieben:

Gestern haben wir Eddie wieder mal Blut abgezapft und dabei festgestellt, dass sich sein Zustand (sprich: die Anämie) langsam aber sicher immer weiter verschlechtert. Eddie zerstört immer noch fleissig seine eigenen Blutzellen... (Blutwerte habe ich nicht)
Daher will ihn der TA jetzt so schnell wie möglich mit Glucantime behandeln,
Das kann man eigentlich nur so lesen, wie es da steht. Aber egal; wenn ich deine Erläuterungen nun richtig verstanden habe, soll das Glucantime gegen die Leishmaniose gegeben werden und damit auch die Anämie bekämpfen helfen, weil man annimmt, dass das Knochenmark (durch die Leishmaniose) bereits so geschädigt ist, dass die Blutbildung beeinträchtigt ist.

Das wäre theoretisch möglich, würde sich aber auf alle drei Gruppen der Blutzellen auswirken, d.h. es müssten auch die weißen Blutkörperchen und die Thrombozyten verringert sein. Du berichtest aber von einer Anämie und zusätzlich davon, dass er seine Blutzellen (damit meinst du die Erythrozyten) zerstört. Das sind ja alles ganz unterschiedliche Krankheitsbilder!

Das Problem ist, dass es keine vernünftige Diagnostik gibt. Eine Elektrophorese ist bei Leishmaniose existentiell, ohne diese weiß man gar nicht, wie viel man der diesbezüglichen Krankheitsaktivität zuordnen kann. Trotzdem soll nun Glucantime ran; da kann ich nur sagen, dass es alles völlig spekulativ geschieht.

Auch könnte man feststellen, ob der Körper genügend Erythrozyten produziert und diese dann zerstört werden oder ob es schon an der Produktion hapert.

Kannst du mir bitte noch mal aufschreiben, wie lange Eddy das Antibiotikum in welcher Dosierung (mg/kg/Tag) bekommen hat?

Ist es denn nicht möglich, die notwendigen Untersuchungen mal zu machen? Kannst du die Blutwerte, die gemacht wurden, besorgen? Wenn Allopurinol nicht ausreicht, würde ich jedenfalls Milteforan einsetzen.

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
13.01.2008, 11:50
Hallo Andrea,

ganz herzlichen Dank für deine Hilfsbereitschaft, aber ich denke, es bringt überhaupt nichts, wenn wir hier weiter wild rumspekulieren. Ich habe ja wie gesagt nur einen winzigen Teil der sehr umfangreichen Untersuchungsergebnisse vorliegen, und die Werte, die ich habe, sind inzwischen 3 Monate alt! Ich kann dir beim besten Willen nicht sagen, welche Untersuchungen gemacht wurden oder nicht und warum, welche Diagnosen der TA basierend auf welchen Testergebnissen gestellt hat, oder ob es sich um reine Vermutungen handelt, warum er welche Medikamente in welcher Dosis verschrieben hat,... Der einzige, der deine Fragen beantworten könnte, ist der TA.

Trotzdem nochmal vielen Dank und liebe Grüsse
Danni

steffi
13.01.2008, 17:44
Hallo Danni,

wenn ich Dein letztes Posting richtig verstanden habe, vertraust Du Deinem TA insofern, als daß er schon weiß, was er da tut, Du selbst mischt Dich in die Behandlung nicht ein und machst das, was der TA für richtig hält. Wenn Du diesen Weg gehen möchtetst, ist das ja auch in Ordnung, wir können hier anhand der vorliegenden Fakten auch nur Ratschläge erteilen, jeder Hundebesitzer entscheidet selbst, inwiefern er aus diesen Ratschlägen Nutzen zieht.

Falls Du dennoch an einer weiteren Meinung und evtl. Alternativvorschlägen zur Therapie Deines Hundes intertessiert bist, wäre es eine Möglichkeit, die noch fehlenden Untersuchungsergebnisse Deines Hundes zu besorgen und einzustellen.

Liebe Grüße

Steffi

tizian_2003
13.01.2008, 19:03
Hallo Daniela,

ich bin auch gar nicht an Spekulationen interessiert, aber um dir raten zu können, braucht man eben Fakten.
Ich habe ja wie gesagt nur einen winzigen Teil der sehr umfangreichen Untersuchungsergebnisse vorliegen, und die Werte, die ich habe, sind inzwischen 3 Monate alt! Ich kann dir beim besten Willen nicht sagen, welche Untersuchungen gemacht wurden oder nicht und warum, welche Diagnosen der TA basierend auf welchen Testergebnissen gestellt hat, oder ob es sich um reine Vermutungen handelt, warum er welche Medikamente in welcher Dosis verschrieben hat,...
:tja: Wie könnten wir dir dann wohl helfen?

Alles Gute für Eddy!

Liebe Grüße
Andrea

Daniela
14.01.2008, 15:14
Hallo Steffi,


wenn ich Dein letztes Posting richtig verstanden habe, vertraust Du Deinem TA insofern, als daß er schon weiß, was er da tut, Du selbst mischt Dich in die Behandlung nicht ein und machst das, was der TA für richtig hält.


Genau! Ich fürchte, ich habe am Anfang nicht klar genug gesagt, dass ich an der Behandlung selbst nichts ändern möchte.

Eure Beratung ist sicher eine unheimlich wichtige Hilfe, wenn ein TA keine oder wenig Erfahrung mit MMKs hat (was wohl in Deutschland oft der Fall ist) oder ihm das Wohl der Hunde egal ist (wie häufig hier im Süden).

Wir haben mit unserem ersten Strassenhund ja auch ne riesige Odyssee hinter uns. Medizinische Laien haben ihm die Herzprobleme schon von weitem angesehen. Nur die 7 oder 8 TÄ, zu denen wir ihn innerhalb eines halben Jahres geschleppt haben, konnten nichts feststellen. Naja, sie haben es auch nicht für nötig gehalten das Herz mal abzuhören oder sogar ein EKG zu machen. Stattdessen haben sie ihm immer wieder Vitamine verschrieben, einmal auch Joghurt, und einige meinten, er "sei halt einfach so"... :mad:
Als wir dann endlich einen TA schon fast mit Gewaltandrohung dazu zwingen konnten ein EKG zu machen, hatte Álvaro sehr deutlich sichtbare Arrhytmien, und beim anschliessenden Röntgen und Ultraschall war das Herz schon so stark erweitert, dass ihm DER portugiesische Herzspezialist nur noch ein paar Wochen gegeben hat und meinte, wir sollten ihn lieber gleich einschläfern lassen... :mad:
Dann haben wir ENDLICH unseren jetzigen TA gefunden, der Álvaro sofort auf Dirofilariose getestet hat und... BINGO! Er hat unseren "Kleinen" entgegen dem Rat des Herzspezialisten noch behandelt, und heute (fast 4 Jahr später!) geht's Álvaro blendend. Wir sind gerade am Wochenende wieder mal 10 km mit ihm gewandert. Und 4 Jahre sind im Leben eines damals schon ca. 3-4 Jahre alten Riesenhundes eine ganze Menge! Von wegen "nur noch ein paar Wochen"... :mad:

Seitdem sind wir nie wieder zu einem anderen TA gegangen - weder mit unserem eigenen Hund, noch mit all unseren (i.d.R. kranken) Pflegehunden. Und bisher haben alle die Behandlungen ohne Probleme überstanden und sind heute gesund bzw. zumindest symptomfrei (was die Leishmaniosefälle betrifft).

Eddies Fall ist bisher der Komplizierteste, da bei ihm so viel zusammenkommt, und die Krankheiten schon sehr weit fortgeschritten sind. Trotzdem (oder gerade deshalb) möchten wir es jetzt nicht riskieren irgendwo illegal verschreibungspflichtige Medikamente zu besorgen und Eddie auf eigene Faust ohne tierärztliche Betreuung zu behandeln.

Liebe Grüsse
Danni

tizian_2003
14.01.2008, 18:43
Trotzdem (oder gerade deshalb) möchten wir es jetzt nicht riskieren irgendwo illegal verschreibungspflichtige Medikamente zu besorgen und Eddie auf eigene Faust ohne tierärztliche Betreuung zu behandeln.

Entschuldige mal, Daniela, das geht entschieden zu weit! Das hat hier niemand geraten, weder dir noch jemand anderem. Wenn du deinem Tierarzt blind vertrauen möchtest, kannst du das gern tun, aber unterstelle bitte nicht, wir würden hier solche Ratschläge geben. Das finde ich sehr ärgerlich!

Daniela
14.01.2008, 18:57
Sorry, Andrea, war nicht böse gemeint!

Ich denke nur, wenn ich einen schwer kranken Hund behandeln möchte, brauch ich die Unterstützung von einem TA vor Ort, der mit dieser Behandlung einverstanden ist. Und wenn mein TA Medikament A verschreibt, kann ich meinem Hund nicht Medikament B geben. Oder ich müsste mir einen TA suchen, der bereit ist Medikament B zu verschreiben.

Liebe Grüsse
Danni

Uschi mit Sardi
14.01.2008, 19:30
Hallo Danni,
Du könntest aber auch Tierarzt A fragen, was er von dem alternativen Medikament hält, denn es soll im Vergleich zum ersten Medi diese und jene Vorteile haben.
Wenn er ein guter TA ist, wird er mit Dir zusammen abwägen, was für Deinen Hund das Beste ist...

Daniela
14.01.2008, 19:46
Hallo Uschi,

genau das haben wir ja gemacht.

Und wem soll ich dann glauben, wenn er darauf beharrt, dass Medikament A besser ist? Und was soll ich tun, wenn ich dem TA, mit dem ich im Internet Kontakt hatte, glaube? Dann muss ich doch entweder weiterhin Medikament A geben (obwohl ich es für die schlechtere Alternative halte) oder Medikament B besorgen (wie auch immer).

Wobei ich ja normalerweise davon ausgehe, dass beide Seiten aus ihrer Sicht "Recht haben". Und in diesem konkreten Fall hatten noch dazu beide völlig unterschiedliche Infos vorliegen...

LG
Danni

tizian_2003
16.01.2008, 21:36
Hallo Daniela,

ich war gestern hier nicht präsent, will aber noch mal auf dich eingehen.

Ganz klar muss ich dich verwarnen, dass du hier nicht solche Behauptungen aufstellen kannst, wir würden dazu ermuntern, sich illegal Medikamente zu besorgen und den Hund am Tierarzt vorbei zu behandeln. Sowas gibt es nicht in diesem Forum, und wenn du aufmerksam lesen würdest, wüsstest du das auch. Mit einem nicht böse gemeint ist das nicht erledigt; deshalb habe ich es jetzt richtiggestellt.

Zur Sache selbst: Ich sagte bereits, dass die Behandlung deine Sache ist. Das Forum ist allerdings dazu da, dass man sich Informationen beschaffen kann; dies geschieht einmal durch das Lesen anderer Krankengeschichten und -verläufe und durch die Arbeit der Moderatoren hier.

Im Laufe der Jahre hier stelle ich fest, dass die Tendenz doch zum aufgeklärten Patientenbesitzer geht und im Grunde willige Tierärzte vielfach durch gute Gespräche zur Kooperation bewogen werden können. Ich meine, es kann nicht schaden, seinen Horizont zu erweitern und neuere Erkenntnisse zum Wohle des Hundes einzubeziehen. In D haben die TÄe eben keine Ahnung, und in südlichen Ländern haben sie zwar Ahnung, aber das Wohl der Tiere liegt ihnen nicht so am Herzen ist dagegen nur Klischee und nicht zutreffend.

Du hast nun deutlich gemacht, dass du über die Art und Weise und den Grund der bei Eddy durchgeführten Behandlung nicht einmal Bescheid weißt und wohl auch nicht wissen willst. Das musst du mit dir selbst abmachen. Für mich klingt das wie jemand, der alle Verantwortung an seinen Tierarzt abgegeben hat. Da unterscheiden wir uns dann, denn das tue ich nicht (mehr). Ich fühle mich selbst verantwortlich, musste mich damals bei Krankheitsausbruch meines Hundes schnell kundig machen und habe Hilfe angenommen, sonst gäbe es meinen Kleinen heute nicht mehr.

Ich wünsche dir - besonders für Eddy - alles Gute!
Liebe Grüße
Andrea

atb
17.01.2008, 11:20
Hallo Daniela,


Genau! Ich fürchte, ich habe am Anfang nicht klar genug gesagt, dass ich an der Behandlung selbst nichts ändern möchte.
Wenn ich Dich so lese, würde ich obige Aussage noch damit komplettieren, dass Du auch über das, was in Deinem Hund aufgrund seiner Erkrankungen vorgeht sowie über die Art der Behandlung eigentlich gar nicht so viel wissen willst...?

Eure Beratung ist sicher eine unheimlich wichtige Hilfe, wenn ein TA keine oder wenig Erfahrung mit MMKs hat (was wohl in Deutschland oft der Fall ist) oder ihm das Wohl der Hunde egal ist (wie häufig hier im Süden).

Wenn Du tatsächlich sowohl einen kompetenten als auch engagierten TA vor Ort hast - und für Dich daher tatsächlich kein Beratungs- oder Informationsbedarf besteht -

- - - was soll/te dieses Forum für Dich / Deinen Hund denn bewirken??

Dein Hund ist "irgendwie" krank, er wird "irgendwie" behandelt - und das scheint Dir "irgendwie" zu reichen.

Dann ist ja "irgendwie" alles gut.

Ich geh denn mal weiter bei denen lesen, die sich für das WIE, WAS (ist los/ kann ich/man machen) interessieren mit ihrer Fachkompetenz zu meiner "Weiterbildung", dem Wohlbefinden meines Tieres ... und nicht zuletzt zu den manchmal kritischen Dialogen mit meinem TA beitragen, der sich auch darüber freut, wenn ich schon weiß, wovon er überhaupt redet.

Soderle.
Irgendwie Grüße & irgendwie alles Gute
anke

Daniela
17.01.2008, 13:18
Zum Glück liegt ihr beide völlig daneben.

Natürlich habe ich mich INTENSIVST mit diesen Krankheiten beschäftigt - und das schon seit Jahren, bevor ich überhaupt wusste, dass Eddie existiert. Es ist kein Zufall, dass ich noch eine Ausbildung zur Tierarzthelferin gemacht und meine Abschlussarbeit über Dirofilariose geschrieben habe.

Ich versuche mich ständig auf dem Laufenden zu halten. Daher habe ich nicht nur so ziemlich alles gelesen, was ich im Internet gefunden habe, sondern ich frage auch bei jeder Gelegenheit den TA meiner Tiere, meinen Chef und den TA, bei dem ich meine Ausbildung gemacht habe, Löcher in den Bauch.

I.d.R. lass ich mir auch die Untersuchungsergebnisse geben (schon um sie meinem Chef vorzulegen, der mir bereitwillig alles bis ins kleinste Detail erklärt). Evtl. Fehlendes könnte ich noch ohne Probleme besorgen. Aber ich sehe nicht ein, all diese Unterlagen hier reinzustellen. Das würde überhaupt keinen Sinn machen, da Eddie bereits bestens versorgt wird. (Sorry, wenn ich mich wiederhole)

Ausserdem kann ich selbst nicht über Eddies Behandlung entscheiden, da er nicht mein Hund ist, sondern ich ihn nur versorge. Ich habe Eddies aktuellem Besitzer bereits von dieser Diskussion erzählt, und er meinte nur, dass er auf jeden Fall weiter seinem jetzigen TA vertrauen wird. Es kommt für ihn überhaupt nicht in Frage sich darauf zu verlassen, was "irgendjemand im Internet" gesagt hat. Jede weitere Diskussion ist also völlig zwecklos.

Ciao
Danni

tizian_2003
17.01.2008, 20:40
Jede weitere Diskussion ist also völlig zwecklos.
Jau! Dafür hast du uns ganz schön beschäftigt :( !