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herbers
13.02.2005, 11:40
Wir haben im Oktober 2003 einen damals rund 2 bis 3 Jahre alten Hund aus Istanbul aufgenommen. Bereits wenige Tage nach seiner Ankunft zeigte unser "Ares" ein sehr auffälliges Verhalten. Er versuchte sich in die Schenkel zu beißen, knurrte und bellte sich an. Teilweise geriet er gar in Trance und war nur sehr schwer zu beruhigen. Wir suchte zunächst unseren Haustierarzt auf, der uns aber recht schnell an eine Tierklinik verwies. Dort wurden die Untersuchungen - teils unter Vorlage von Videomaterial - fortgesetzt. Eine von uns erbetene Untersuchung auf "südländische" Krankheiten verlief negativ. Man tippte dort dann auf eine Allergie, die den Juckreiz auslösen würde, wegen dem sich unser Hund beißen würde. So gaben wir die verschriebene Medikamente, stellten das Futter um u.s.w.
Da aber über Monate hinweg keine wirkliche Besserung auftrat, suchten wir wieder unseren Haustierarzt auf, der nochmals konkret auf Leishmaiose und Babesiose untersuchte. Nach dem ELSA-test wurde jetzt Leishmaniose positiv (Tita 1:1024) und Babesiose (Tita 1:128) festgestellt.
Die Tierklinik wurde auf dieses Ergebnis angesprochen und erst jetzt stellte sich heraus, dass dort kein Leishmaniose-Test durchgeführt wurde. Wir haben also wegen der m.E. dortigen Fehldiagnostik ei wertvolles Jahr Behandlungszeit verloren.

Ares erhielt von unserem Haustierarzt zunächst 14 Tage lang Allopurinol gegen Leishmaiose und soll nun eine Kur von 20 Spritzen von Glucantime bekommen. Gegen die Babesiose hat er auch zwei Spritzen bekommen.

Hier kommt schon das nächste Problem. Ares ist nach wie vor sehr empfindlich an den Hinterläufen und hier müßten die Spritzen gesetzt werden. Dies hätte aber mit Sicherheit zur Folge, dass Ares wegen seiner schwache Psyche (Folgen aus der Türkei) dies nicht verkraften würde. Diese Einschätzung wird auch von unserem Tierarzt getragen, so dass er eine Verabreichung in die Venen vorgeschlagen hat. Hinzu tritt ein weiteres Problem. Ares hat seit Freitag schwarzen Kot und auch sehr dunkel erbrochen. Wir waren heute bei unserem Tierarzt und haben dies geschildert. Ares hat zunächst ein Medikament zur Blutgerinnung erhalten. Unser Tierarzt meint, dass dies möglicherweise schon ein Anzeichen dafür sein kann, dass die Krankheit sehr weit fortgeschritten ist und jede Behandlung umgehend beginnen müßte. Hier stimmen wir auch zu, jedoch stellt sich mir die Frage, ob es denn nicht eine Möglichkeit gibt, mit Tabletten zu behandeln. Eine Behandlung mit Spritzen würde für Ares die Hölle werden. Dies möchte wir dem Kleinen bei möglichen Alternativen nicht zumuten.
Für Tipps und Ratschläge, einfach für jede Hilfe bin ich Euch dankbar.

Lore_1940
13.02.2005, 15:34
Hallo,

ich möchte der Meinung unserer Experten nicht vorgreifen, aber warum muss das Glucantime in die Hinterläufe gespritzt werden? Mein Pedia hat bereits zweimal Glucantime erhalten, ich habe sie ihm selbst gespritzt und zwar subcutan am Rücken, also unter die Haut und er hat praktisch davon nichts gespürt, wenn man es einigermaßne gut spritzt und immer eine andere Stelle nimmt ist das für den Hund wirklich nicht schlimm.

Liebe Grüße Lore

Christiane
13.02.2005, 16:10
Hallo Herbers,

Glucantime ist ziemlich starker Tobak und kann arge Nebenwirkungen haben, wenn die Nieren nicht mehr ganz in Ordnung sind. Es gibt inzwischen andere Mittel (z. B. Oleyl PC und Amphotericin B) die meist besser vertragen werden. Glucantime ist auch schon über 70 Jahre im Einsatz, und häufig sind die Leishmanien resistent dagegen. Alternativen, die nicht gespritzt werden müssen, gibt es leider nicht.

Auf jeden Fall sollte vorher eine vernünftige Diagnostik gemacht werden. Das heißt mindestens Leber- und Nierenwerte, Blutbild, Eiweiß-Elektrophorese. Man muss wissen, wie der innere Zustand ist, bevor man die Behandlung beginnt, und sollte auch zwischendurch die Funktion der Organe überwachen.

Man sollte auch wissen, ob die anderen, am Herkunftsort vorhandenen Krankheiten (Babesiose, Ehrlichiose, Filarien, Hepatozoonose und anderes) bei diesem Hund sicher ausgeschlossen werden können. Sonst müssen diese zuerst behandelt werden.

Du bist schon als Mitglied freigeschaltet. Wenn Du magst, schau mal die Krankheitsverläufe der anderen Hunde an, dann bekommst Du einen Überblick.

Wenn Du Vereinsmitglied werden möchtest (ab 10 Euro / Jahr), kannst Du die Diagnostik über Parasitus Ex günstiger bekommen.

Und wenn Du Fragen hast, frag einfach. Erst mal viel Glück! Mit der richtigen Behandlung können auch Leishmaniose-Hunde alt werden.

herbers
13.02.2005, 16:48
Hallo und schon mal vielen Dank für Eure Tipps.
Es tut sehr gut zu erfahren, dass es andere Personen gibt, die einem helfen können. Es tut auch sehr gut zu wissen, dass man selbst die Spritzen anders setzen kann, als in den Muskel, weil alleine dies schon eine Erleichterung für unseren Ares ist.
Besonders nach so negativ - ereignisreichen Tagen, wie den letzten.

Ich habe auch von einem Medikament namens "Levamisole gehört, das zusammen mit Allopurinol verabreicht wird. Ist Euch dies bekannt? Wenn ja, wißt Ihr auch ob es sich hierbei um Spritzen oder Tabletten handelt??

Vielen Dank und mit den besten Grußen

Michael
P.S. Gerne möchte ich Eure wertvolle mit einer Mitgliedschaft unterstützen!

tizian_2003
13.02.2005, 17:07
Hallo Michael,

willkommen im Forum!

Christiane hat dir alles Wichtige zur Leishmaniose schon geschrieben. Jedenfalls kann man an schwarzem Kot oder Erbrochenen nicht sehen, wie weit die LM fortgeschritten sein könnte. Da sollten die angesprochenen Blutwerte her.

Levamisole ist eigentlich ein Antihelmintikum. Zusätzlich zur wurmabtötenden Wirkung hat man bei Hunden eine immunstimulierende festgestellt. Als ein Mittel gegen LM kann man es eigentlich nicht bezeichnen, es wird aber manchmal nach Überwindung der Akutphase zum Aufbau eines besseren Immunsystems - und zusammen mit Allopurinol zum Stabilhalten - gegeben.

Viele Grüße

Andrea