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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Leishmaniose Hund - Ja oder Nein?


toro
05.03.2008, 20:27
hallo,

ich hoffe ihr könnt uns einen rat geben. wir stehen vor der entscheidung uns einen hund anzuschaffen. leider wurde unser favorit auf leishmaniose positiv getestet.
es handelt sich um eine ca. einjährige hündin aus mallorca.
sie wurde im januar vor ihrer reise nach deutschland mit milteforan behandelt.
die damalige blutuntersuchung ergab folgende werte.
Albumina 2,8
Globulina 2,8
Proteinas T. 5,6
der titer liegt bei 228

nun haben wir uns schon etwas im internet in das thema eingelesen und mit unserem tierarzt gesprochen, sind aber durch die verschieden meinungen noch mehr verunsichert.

bestehen risiken einer ansteckung während einer schwangerschaft oder für ein baby?
besteht die gefahr einer ansteckung bei einer offenen evtl. eitrigen wunde?
ist es wahr das der hund nicht mehr tollwut geimpft werden kann?
kann mann dem hund eine urlaubsreise zumuten?

der hund hat angeblich gesunde blutwerte und einen niedrigen titer.
wie gross ist die chance das die werte stabil bleiben und der hund ein normales leben führt?
sollte man blutuntersuchungen mehrmals jährlich machen?
wirkt sich die krankheit auf das wesen des hundes aus?
agressivität..?


danke für eure antworten.
vg
toro

steffi
06.03.2008, 08:11
Hallo Toro,

herzlich willkommen im Forum. Schön, daß ihr Euch vor einer Adoption eines LM-positiven Hundes im Vorfeld schlau machen wollt.

Die Blutwerte, die Du eingestellt hast, haben so in den Raum gestellt und ohne Referenzwerte (Normwerte) leider keine Aussagekraft, zumal die Referenzwerte von Labor zu Labor unterschiedlich sind. Da aber offensichtlich Blutbefunde vorliegen, könntest Du mal versuchen, alle vorliegenden Befunde zu bekommen und diese hier einstellen, damit wir uns ein besseres Bild von dem Gesundheitszustand Eures Favoriten machen und Dir etwas Konkreteres dazu sagen können.

Geimpft werden dürfen nur gesunde Hunde, ein LM-positiver Hund ist aber nicht gesund, auch wenn es keine äußeren Anzeichen der Erkrankung gibt, ist von einer Impfung, egal wogegen, dringend abzuraten, eine Impfung kann einen Krankheitsausbruch auslösen oder einen bestehenden Krankheitsschub verstärken. Woran hattest Du bei einer Urlaubsreise gedacht? Weitere Strecken, Wechsel der Umgebung? Auf äußere Umstände reagiert jeder Hund anders, was der eine gut findet, bedeutet für den nächsten Streß, das kommt ganz auf den jeweiligen Hund an.

Zu den Ansteckungsmöglichkeiten bei einer LM kannst Du Dich hier informieren: http://www.parasitus.com/krankheiten/leishmaniose/uebertragung/uebertragung.html

Prognosen sind bei Leishmaniose recht schwierig, da der Krankheitsverlauf individuell verschieden ist. Einige Hunde kommen mit ihrer Krankheit gut zurecht, sind und bleiben stabil, andere Hunde wiederum haben Probleme mit ihrer Erkrankung. Nach der Ausprägung der Erkrankung richtet sich auch die Häufigkeit der Blutuntersuchungen.

Ich hoffe, das hilft Dir erstmal weiter.

Liebe Grüße

Steffi

Michael Hansen
06.03.2008, 15:30
Hallo Toro,

vor kurzem gab es die von Dir gestellt Frage nach den möglichen Schwierigkeiten bei der Aufnahme eines LM-Hundes schon einmal. Den Thread findest Du hier (http://www.leishmaniose-forum.de/showthread.php?t=8764), den müsstest Du auch im noch nicht freigeschalteteten Modus öffnen können.

Ich glaube die bedenklichsten Punkte bei Aufnahme eines Leishmaniose-Hundes, die Du ansprichst, sind sicherlich zum einen die Schwangerschaft in Anwesenheit eines solchen Tieres (aber dann dürftest Du in der Schwangerschaft auch nicht in die Risikogebiete fahren) und zum zweiten die Kombination LM-Hund und Klein(st)kind. Gerade letzteren Punkt solltest Du in aller Ruhe überdenken. Infoquellen dazu hatte Steffi ja schon genannt.

Damit Du meine Äußerungen besser einschätzen kannst: Wir haben fünf Jahre lang eine LM-positive Jagdhündin aus Südfrankreich gehabt. Leider haben wir sie im vergangenen August an die Krankheit verloren. Ich würde auch jederzeit wieder ein solches Tier aufnehmen.

Und noch etwas: Von Wesenveränderungen infolge der LM habe ich noch nie gehört. Forumskollegen mit anderen Erfahrungen mögen mir aber bitte widersprechen.

LG Michael, Tanja, Icona und Rita im Herzen

toro
06.03.2008, 16:58
hallo,

erstmal danke für euer antworten. die blutwerte habe ich aus einem
"Proteinograma" entnommen das bei dem hund am 16.01 gemacht wurde.
vollständigen lautet es wie folgt:

Proteinas T. 5,6 g/dl(5-7)
Albumina 2,8 g/dl(0-0)
Globulina 2,8 g/dl(1,5-5)
Relacion 1 (0,62-1,28)

dann habe ich noch ein blatt mit "Analitica - Inmunologia Canina"

Leishmania 228(>150) Positivo

ich hoffe ihr könnt damit was anfangen.
zum thema urlaub möchte ich sagen dass wir gerne campen gehen und mit wohnmobil o.ä. durch die lande fahren. es wäre schade dann den hund zuhause zu lassen.
das risiko kleinstkinder damit zu gefährden ist eigentlich unsere hauptsorge.
sicherlich mag es sehr gering sein aber wenn doch?
viele grüsse
toro

tizian_2003
06.03.2008, 22:15
Hallo,

wenn du ein kleines Kind hast oder (noch) eines bekommen möchtest, rate ich dir von der Aufnahme eines leishmaniosepositiven Hundes ab. Es hat gar keinen Sinn, sich Blutwerte, die sich jederzeit ändern können, anzusehen oder auch über theoretische Infektionsmöglichkeiten zu sprechen. Es bleibt eben Theorie. Wenn das Kind da ist, sieht alles anders aus.

Es gibt viele hiesige arme Nasen, die ein gutes Zuhause suchen. Vielleicht wählst du lieber diesen Weg! Alles Gute dafür.

Liebe Grüße
Andrea

Michael Hansen
07.03.2008, 11:00
Hallo Toro,

Andrea hat -denke ich- alles gesagt.
Aber ich wollte noch kurz auf was anderes eingehen: Wenn Ihr Euch einen Hund anschafft (z.B. einen hiesigen), dann schützt ihn bitte auf Wohnmobiltouren unbedingt auch vor Sandmücken. Die Wohnmobilzeit und die Art des Urlaubs (z.B. Außenaufenthalt in der Dämmerung) sind in Risikogebieten (und dazu zählt sicherlich mindestens das Mittelmeer, aber auch andere typische Campergebiete wie Provence etc.) nicht ohne. Außerdem übertagen Zecken (und nicht nur dort) immer mehr Krankheiten.
Leider gab es in diesem forum auch schon Hunde, die aus Deutschalnd stammten aber nach einem Urlaub an LM oder anderen Krankheiten erkrankten und verstarben.

Also seid bitte vorsichtig

LG Michael, Tanja, Icona und Rita im Herzen

Uschi mit Sardi
07.03.2008, 13:11
Hallo Toro,
da möchte ich zu Michaels Hinweis noch ergängen, dass die Leishmaniose z.B auch schon in der Gegend des Gardasees heimisch ist. Keine "Hochburg" aber sie kommt schon vor. Man braucht also gar nicht erst bis ans Mittelmeer zu fahren...

Und beim Kleinkind immer daran denken, dass eine LM-Infektion durch die Sandmücke im Urlaub der nachgewiesene Infektionsweg ist, eine Ansteckung von Hund auf Mensch hingegen sehr unwahrscheinlich und bisher nur eine theroretische Überlegung.
Bei kranken Tieren machen sich viele Gedanken um eine mögliche Ansteckung der Kinder, nehmen sie aber bedenkenlos mit auf Urlaub in den Süden...

Wüsche Euch alles Gute für die Wahl Eures Traumhundes!

toro
08.03.2008, 20:22
hallo nochmal,

es war für uns schwierig das ausmaß der krankheit einzuschätzen deshalb sind wir sehr dankbar für euren rat. es ist wohl besser mit der anschaffung eines leishma-hundes zu warten bis man ältere kinder hat.
wir sehen uns erstmal um einen gesunden um.
bis vor einer woche haben wir nichts von der existenz der krankheit gewusst. ahnungslos wie wir waren hatten wir unsere damalige hündin mehrmals in kroatien dabei (ungeschützt).
ich denke da ist noch viel aufklärung nötig. nicht nur bei hundehaltern.
gruss
toro

sugie
01.04.2008, 20:20
hallo toro,

ich denke, du bist diejenige, die wegen rübe noch mal bei ihrer pflegemama angerufen hat - falls du noch interesse hast - ruf bitte unbedingt noch mal an!!!

glg sigi