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Thema: Babesiose ohne Symptome

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Babesiose ohne Symptome

    Hallo,

    Es geht um meine Schäferhund-Mix Hündin Naiya, die ich vor 2 Jahren und 2 Monaten über den Tierschutz aus einem polnischen Tierheim bekommen habe. Ihr alter und die genauen Rassen sind uns leider nicht bekannt.

    Vor ca. 3 Wochen fing Naiya an immer wenn sie gelegen hat nach dem Aufstehen 2-3 Minuten stark zu humpeln und dann hatte sie sich eingelaufen und alles war wieder gut. Die Tierärztin hat uns Schmerztabletten mit Entzündungshemmer (Dolagis 120mg Carprofen) für 5 Tage mitgegeben. Das humpeln hörte dann auf, begann aber 3 Tage nach Beendigung der Schmerztherapie wieder. Daraufhin sagte die Tierärztin, dass sie gerne auf Borreliose und Athrose testen würde. Zu erst aber auf Borreliose weil das dringender zu behandeln wäre. Also hat sie Blut abgenommen und uns nochmal für 14 Tage Dolagis mitgegeben.

    Gestern kam jetzt der Anruf. Naiyas Borreliose Werte sind leicht erhöht und Babesia Canis ist stark erhöht und liegt bei 30 sagte die Tierärztin. Da die Tierarztpraxis eigentlich schon seit Freitag bis zum 1.1. im Urlaub ist, kam nur der Anruf und ich habe keine genauen Blutwerte. Jetzt will die Tierärztin im Labor nachfragen, ob die noch genauer gucken können, ob das bei Babesia Canis Antikörper sind oder ob es akut ist, weil sie ihr nicht sofort die starken Medikamente dagegen geben lassen möchte. Sie sagte so lange es ihr so gut geht wie im Moment sollen wir uns nicht zu große Sorden machen, aber wenn irgendwelchen Symptome auftreten sollen wir nicht erst zum Tierarzt sondern direkt zur Uni Klinik fahren und dort sagen das die Babesia Canis Werte bei 30 liegen.

    Gegen die Borreliose will sie dann nach ihrem Urlaub, Anfang Januar Antibiotika geben und sagt, dass das dann schnell wieder in Ordnung sein sollte.

    Naiya geht es super. Alles ist wie immer.

    Ich habe aber jetzt viel über Babesiose gelesen und weiß nicht so Recht, ob das alles richtig ist so. Bis jetzt war ich mit der Tierärztin immer mehr als zu frieden und ich vertraue ihr auch, aber man liest so viel schlimmes über Babesiose und hat natürlich Angst.

    Stimmt es, dass es nur Antikörper sein können?
    Was wäre dann, müsste sie dann trotzdem behandelt werden und wenn ja wie schnell?
    Wenn es Antikörper sind, ist es dann noch bei Beißereien oder so ansteckend?
    Ist es okay, die Borreliose erstmal außen vor zu lassen und erst im Januar zu behandeln?
    Könnten die Schmerztabletten die Symptome verhindern, so dass es vielleicht doch sehr dringend wäre zu behandeln, wir es aber nicht erkennen wegen den Dolagis Tabletten?

    Ich bedanke mich schon mal für Antworten und wünsche allen schöne Feiertage!

    Jana

  2. #2
    Grit
    Gast
    wir haben ein ähnliches Problem. Unsere Hündin ist top fit, zeigt keine Krankheitsanzeichen, außer das sie eine niedrige Toleranzschwelle hat und schnell Stress hat (schon seit Welpenalter). Wir haben vor 3 Monaten festgestellt, dass sie einen chron. Vitamin B12 Mangel hat und substituieren seitdem. Um die Ursache zu finden haben wir jetzt ein Geriatrisches Profil machen lassen. Alle Werte Top bis auf die Erytrozyten, die weit unter dem min. Wert sind. Daraufhin haben wir auf Leishmaniose, Babiose und Borelliose getestet. Alles neg bis auf die Babiose, der Wert war bei 22.

    Nach vielem Lesen im Netz bin ich jetzt leider auch nicht schlauer, denn dort steht überall als Symptome Fieber, Fressunlust usw. aber nichts davon trifft auf unsere Hündin zu....

  3. #3
    Unregistriert
    Gast
    Also Naiya geht es bis jetzt unverändert gut, aber heute morgen hat sie Magensäure erbrochen, da mache ich mir normalerweise keine Sorgen, da sie das ab und zu mal macht. Sie ist leicht übersäuert, das ist aber schon längst tierärztlich abgeklärt. Nur heute war das schaumig Erbrochene nicht wie sonst hell gelb sondern eher dunkel orange, schon fast bräunlich Das macht mich jetzt stutzig. Kann das von den Schmerztabletten kommen oder von der Borreliose oder hängt es eher mit der Babesiose zusammen und wir sollten zur Tierklinik fahren? So geht es ihr ja super und es war auch nur einmal eine kleine Pfütze :/

  4. #4
    registrierter Teilnehmer
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    Hallo Ihr Beiden!

    Anscheinend hatte noch niemand Zeit Euch zu antworten, dann gebe ich mal mein Bestes, bin aber auch nur interessierter Laie. Die Fach-Moderatorinnen melden sich bestimmt auch noch

    Im allgemeinen muss unterschieden werden, ob ein Hund nur einen positiven Titer hat oder ob er erkrankt sein kann, was sich an äusseren Symptomen und/oder Veränderungen im Blutbild zeigen kann. Eigentlich gilt das für alle Mittelmeerkrankheiten oder auch für die in Deutschland und Ostreuropa übertragenen Krankheiten.

    Auch ein Babesiose-Titer bedeutet nicht zwingend, dass ein Hund akut erkrankt ist, sondern dass er Kontakt mit dem Erreger hatte und in der Regel die Krankheit selbst in Schach halten konnte. Trotzdem sollte man mit Carbesia behandeln, da Babesiose so heilbar ist und auch um den Erreger zu eliminieren. Über einen infizierten Hund können auch weitere Zecken infiziert werden und die Krankheit kann sich so ausbreiten! Daher wird hier auch bei symptomlosen Hunden zu einer Behandlung geraten!

    Borreliose macht bei Hunden meist keine Probleme. Auch hier ist es sinnvoll festzustellen, ob die Infektion schon länger zurückliegt (IgG-Titer) oder ob es sich um eine frische (IgM-Titer) handelt, die zu äusseren Symptomen oder Veränderungen in den Blutwerten führte. Im letzteren Fall kann eine Behandlung ratsam sein.

    Da Du von Humpeln berichtest, sollte auch ein Anaplasmose-Test gemacht werden bzw. die vorhandenen Blutwerte überprüft werden auf Hinweise, die für eine Infektion sprechen. Es wäre daher gut, wenn Du dies nochmal mit Deiner TÄ besprichst bzw. die Befunde alsbald besorgst und hier einstellen lässt, damit die Moderatorinnen Dir raten können.

    Weil durch Schmerzmittel eine Besserung eintritt, kann es sich natürlich auch um ein orthopädisches Problem handeln, was geprüft werden sollte.

    Das Erbrechen heute kann im Zusammenhang mit den Schmerzmitteln stehen, aber natürlich auch auf eine Infektion hindeuten. Du hast ja sicher bewährte Mittel gegen die vermehrte Magensäure. Damit würde ich es erstmal probieren und das Schmerzmittel nicht nüchtern geben.

    Hast Du Bedenken, ist es natürlich am besten zum (Not-)TA zu fahren!

    Ich kann nur empfehlen sich die Befunde immer in Kopie geben/schicken zu lassen, besonders zur Ferienzeit und bei Feiertagen. Das macht es doch einfacher, auch wenn man einen Not-TA aufsuchen muss

    Liebe Grüsse

    Andrea

  5. #5
    Grit
    Gast
    Danke für die Antwort. Ich habe mal noch eine Frage zu dem Carbesia: Weiss jemand zufällig wie sich das mit MDR1 +/- Hunden verhält? Darf da das Mittel auch bedenkenlos gegeben werden?

  6. #6
    registrierter Teilnehmer
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    2.811
    Hallo Grit!

    Schau mal hier findest Du eine Übersicht zu den kritischen Mitteln: http://vptserver1.uzh.ch/reloader.ht...m?inhalt_c.htm

    Bei der Anwendung von Carbesia/Imidocarb wird aber empfohlen Atropin bereit zu halten: http://www.vetpharm.uzh.ch/wir/00002788/5923__F.htm (links durch Menü blättern).

    Die hier im Forum immer zu findende Dosierung ist:
    Zitat Zitat von tizian_2003 Beitrag anzeigen
    [...] Carbesia in der Dosierung 0,25 ml/10 kg KW zweimal im Abstand von 14 Tagen. Man kann die Spritze in ein Kochsalzdepot geben lassen und die Stelle vorher mit einem Lokalanästhetikum leicht betäuben, da die Injektion brennen kann.
    Liebe Grüsse

    Andrea

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