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Thema: Einen Leishmaniose positiven Hund aufnehmen?

  1. #1
    Tulipan
    Gast

    Einen Leishmaniose positiven Hund aufnehmen?

    Hallo,

    die Freischaltung scheint etwas zu dauern, daher meine ersten Fragen auf diesem Weg...

    Wir interessieren uns für einen Leishmaniose positiven Hund. Der Hund wurde vor Ort behandelt, die Blutwerte scheinen gut zu sein. Uns wurde gesagt, die Krankheit ist derzeit nicht aktiv. Medikamente muss der Hund zur Zeit nicht nehmen.

    Nun fragen wir uns aber, worauf wir uns so generell einlassen. Ein bißchen eingelesen in die Thematik haben wir uns. Letztendlich scheint man gar nicht sagen zu können, wohin sich das Ganze entwickelt. Dem Hund kann es jahrelang gut gehen - oder eben auch nicht. Korrekt? Wie sieht es denn kostenmäßig im worst case aus? Auch das sollte ja im Fall der Fälle zu stemmen sein? Könnt ihr mir dazu Angaben machen?

    Und noch eine Frage: wir haben drei Kinder, davon ein Kleinkind. Mein Informationsstand derzeit ist, dass jede Reise nach Italien / Spanien / Südfrankreich in Sachen Leishmaniose gefährlicher ist, als einen positiven Hund aufzunemen. Auf der anderen Seite habe ich gelesen, dass es in den wärmeren Regionen Deutschlands (und in einer solchen leben wir) durchaus auch Sandmücken gibt. Ich bin ratlos... gehen wir mit einem solchen Hund ein Risiko für die Kinder ein? Ist das Ganze zu verantworten? Oder sollten wir uns sinnvollerweise für einen gesunden Hund entscheiden?

    Für den Hund (der aktuell schin in Deutschland lebt) ist das Leben in einer Großfamilie nicht zu stressig. Damit scheint er gut umgehen zu können. Das haben wir, gerade im Hinblick auf die Erkrankung, bereits abgeklärt..

    Den behandelnden Tierarzt werden wir im Vorfeld kennenlernen können. Sicher werden wir dann auch Einblick in die Laborergebnisse bekommen. Gibt es sonst noch etwa,s worauf wir achten sollten? Welche Punkte haben wir aktuell übersehen?

    Der Hund (wir lernen ihn in den nächsten Tagen persönlich kennen) scheint ansonsten genau das zu sein, was wir suchen: ein idealer Familienhund. Es wäre schade, wenn die Erkrankung gegen ihn spräche. Andererseits macht es natürlich auch keinen Sinn, sich in unüberlegte Dinge zu stürzen.

    Über eure kompetente Meinung würde ich mich freuen.

    Herzliche Grüße,

    Tulipan

  2. #2
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    01.2012
    Beiträge
    1.169
    Hallo Tulipan,

    ja, manchmal dauert es etwas bis man freigeschaltet wird. Ist noch echte Handarbeit hier .

    Ja, es ist richtig, dem Hund kann es über Jahre gut gehen. Oder eben auch nicht. Über die Kosten kann man so auch nichts genaues sagen. Es kommt ja unter anderem auch auf die Größe bzw. das Gewicht des Hundes an. Wenn Medikamente nötig werden, fängt man normalerweise mit Allopurinol an. Diese Tabletten sind auch bei größeren Hunden nicht besonders teuer. Anders sieht es dann schon wieder aus, sollte der Hund Milteforan benötigen... Von anderen Medikamenten und Untersuchungen mal abgesehen. Zumal es dabei ja auch auf den Tierarzt ankommt.

    Anfangs sollte so in etwas alle drei Monate eine Kontrolle stattfinden. Alle Blutwerte, alle Organwerte und eine Eiweisselektrophorese mit Kurvendarstellung. Da sind die Kosten wohl so um die 70 €. Erkundige Dich bei Deinem Tierarzt. Sollten die Werte stabil bleiben, kann man den Zeitraum vergrößern.

    Ich für mich sehe das Risiko mit einem kleinen Kind als nicht so groß an. Sollte der Hund tatsächlich eine offene Wunde am Körper haben, muß man halt verstärkt aufpassen, damit das Kind da nicht mit den Finger reinfasst. Insbesondere dann, wenn das Kind ebenfalls eine offene Wunde hat.

    Schön wäre, wenn Ihr die vorhandenen Befunde schon jetzt im Vorfeld bekommen könntet, um sie hier zwecks einer zweiten Meinung, einzustellen.

    Wurde Euch gesagt, der Hund darf nicht mehr geimpft werden. Der Hund ist chronisch krank und laut Beipackzettel dürfen kranke Hunde nicht geimpft werden. Eine Impfung könnte nach ungefähr drei Monaten einen Schub auslösen. Also fallen Urlaube im Ausland mit Hund dann flach .

    Dann wäre da noch das Futter. Der Hund sollte hochwertig ernährt werden. Kochen wäre da sinnvoll. Sollte der Hund auch dann mal Allopurinol bekommen, muß man auch noch besonderes auf purinarmes Futter achten. Also z.B. bei Huhn und Fisch darauf achten das keine Haut dran ist. Und auch einige Gemüsesorten gehen nicht. Aber dazu würdet Ihr hier im Forum von Ingrid einen Futterplan extra für den Hund bekommen, wenn Ihr wollt.

    So, mehr fällt mir grad nicht ein. Aber Dir vielleicht?

    Viele Grüße,
    Susanne

  3. #3
    registrierter Teilnehmer Avatar von Tolea
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    02.2013
    Beiträge
    32
    Hallo, wie Susanne schon geschrieben hat es gibt Einschränkungen. Man sollte es sich im Vorfeld gut überlegen, damit der Hund nicht abgegeben werden muß, denn das ist für einen LM Hund besonders schlimm. Wir haben jetzt den 2 LM Hund, haben aber auch keine Kinder und einen sehr geregelten Alltag, dies scheint unseren Hunden zu bekommen bis auf die Allopurinol Tabletten ist/war unser Hund nicht öfter krank und der erste war 8 J. bei uns und Leo ist jetzt schon 2,5 J. bei uns ohne Probleme, aber ich bin mir bewußt es kann auch anders sein.
    Einen schönen Tag wünscht
    Ina mit
    Cora&Leo


    Befunde Leo

  4. #4
    Tulipan
    Gast
    Danke für deine ausführliche Antwort, Luzifer.

    Der Hund hat etwas 15 kg, da sollte das überschaubar sein. Aber natürloch weiß man nie, was kommt. Realistischerweise weiß man das bei einem augenscheinlich gesunden Hund aber auch nicht. Auf Eventualitäten muss man als Tierhalter vorbereitet sien.

    Uns sagte man, die Blutuntersuchug (Kosten bezifferte man auf 80€, scheint also das selbe zu sein) ein mal im Jahr machen. Ich frage noch mal genauer nach, auch nach vorhandenen Befunden. Kann man daraus denn wirklich eine Tendenz ablesen, oder nur den Ist-Zustand besser feststellen?

    Das mit den Impfungen hatte ich hier im Forum gelesen. Prinzipiell ist das kein Problem. Sollten wir einmal ohne Hund ins Ausland in Urlaub fahren (ist jetzt erstmal nicht so geplant), haben wir hundekompetente Familie vor Ort.

    Ganz unabhängig von der Erkrankung werden wir jeden Hund mit hochwertigem Futter füttern, so wie wir das mit den anderen Tieren im Haus auch tun. Unsere Kaninchen leben getreidefrei, die Katzen werden teilgebarft Kann man einen Leishmaniose positiven Hund denn barfen oder geht das eher nicht?

    @tolea: Völlig unabhängig von der Krankheit steht die Entscheidung für einen Hund bei uns erst dann, wenn wir uns wirklich sicher sind, den Hund bis zu seinem Lebensende bei uns zu behalten. Das ist auch der Grund, warum wir einige Jahre auf einen Hund verzichtet und auf wirklich optimale Bedingungen (Haus mit Garten, ein Erwachsener komplett zu Hause, wirtschaftliche Sicherheit etc.) gewartet haben. Auch für einen gesunden Hund ist eine erneute Abgabe ja nichts Schönes.

    Gibt es denn noch etwas, worauf wir bei dem persönlichen Kennenlernen achten sollen? Fragen, die wir stellen sollten?

  5. #5
    Forum-Team
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    08.2007
    Beiträge
    7.795
    Hallo &

    Da Ihr den Hund noch nicht kennt, würde ich vorab überlegen, falls Ihr das noch nicht gemacht habt, welche Eigenschaften Euch besonders wichtig sind und auch wie Euer Leben mit dem Hund aussehen soll im Idealfall. Wollt Ihr häufig Ausflüge machen, sollte er Autofahren ja zumindest o.k. finden Meine Hündin war z.B. extremst gestresst beim Fahren und später herzkrank, Autofahrten haben wir daher auf ein absolutes Minimum reduziert.

    Kinderfreundlichkeit ist für Euch ja auch wichtig und da würde ich mir viel Zeit zur Beobachtung nehmen und mich nicht auf Aussagen vorab verlassen und von Gesprächen zur Krankengeschichte "ablenken" lassen. Stress ist ein wichtiges Thema bei positiv getesteten Hunden, da andauernder oder "zu viel" Stress eine LM oder andere Mittelmeerkrankheit zum Ausbruch bringen kann oder die Symptome verschlimmern kann.

    Ich bin der Meinung die Befunde sollten Euch vorab per Mail oder Fax zur Verfügung gestellt werden. Ist das nicht möglich, sollten Euch beim Besuch Kopien ausgehändigt werden. Es gehört "zum guten Ton" Interessenten vorab die Befunde zukommen zu lassen! Ohne die Befunde gesehen zu haben und beim eigenen TA oder z.B. auch hier eine zweite Meinung eingeholt zu haben, würde ich an Eurer Stelle keine Entscheidung treffen.

    Beim Gespräch würde ich nochmal genau nachfragen welche Krankheiten getestet wurden und welche positiv waren, falls das noch offen ist. Oft wird neben LM noch mind. eine andere Krankheit mitgebracht. Wie wurde der Hund behandelt? Wann war die letzte Blutuntersuchung, wenn Ihr das noch nicht wisst, und wann wurde er zuletzt geimpft (kann 2-4 Monate später Schub oder Ausbruch auslösen)? Seit wann ist er ohne Medikamente und aus welchem Grund genau wurden sie abgesetzt (das sollte sich an Blutbild, Organwerten und am besten auch einer Eiweisselektrophorese orientieren und nicht nur am äusseren Erscheinungsbild allein)?

    Persönlich meine ich allerdings (auch), dass so eine Krankheit nicht das wichtigste an der Entscheidung für einen Hund sein soll und ich würde mich nicht zu sehr darauf konzentrieren, ohne die LM jetzt verharmlosen zu wollen, im Gegenteil! Ihr habt Kinder und sicher auch selbst bestimmte Vorstellungen vom Zusammenleben das sollte im Vordergrund stehen, denn es ist das wichtigste um mit einem Hund glücklich zu werden. Fehlt das (zu sehr) ist auch der Umgang mit Krankheiten schwieriger, das denke ich ganz allgemein.

    Vielleicht ist für Euch auch wichtig zu wissen wie sein momentaner Tagesablauf ist und ob er damit gut zurecht kommt.

    Achso, hätte ich fast vergessen: Ein Hund, der erst relativ neu in Deutschland angekommen ist bzw. zu seiner Familie zieht, sollte auf jeden Fall anfangs alle 3 Monate eine Blutkontrolle erhalten und nur, wenn längerfristig alles stabil bleibt, kann man die Intervalle verlängern. Dabei muss man auch bedenken, dass sich LM nach aussen hin unbemerkt auch nur innerlich abspielen kann und z.B. die Nieren angreifen kann. Um früh genug eingreifen zu können, sollte daher die Überwachung der Blutwerte ernst genommen werden und möglichst regelmässig erfolgen. Aussagen wie "der Hund benötigt erst in 6 Monaten / wenn er sich gut eingelebt hat wieder eine Kontrolle", würde ich ganz schnell vergessen, falls Euch das gesagt wird.

    Wenn Ihr freigeschaltet seid, könnt Ihr auch viel nachlesen und seht dann sicher auch schon klarer. Eventl. Fragen könnt Ihr jederzeit stellen

    Alles Gute für Eure Entscheidung und viel Spass beim Kennenlernen!

    Liebe Grüsse

    Andrea
    Geändert von Charlie (27.04.2015 um 19:02 Uhr)

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