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Thema: Leishmaniose-positiven Hund aufnehmen trotz anderer Haustiere?

  1. #1
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    Leishmaniose-positiven Hund aufnehmen trotz anderer Haustiere?

    Guten Tag zusammen

    Ich bin neu hier im Forum und habe mich extra angemeldet, da ich mich umfassend über die Leishmaniose und seine Risiken o.Ä. informieren möchte - vor allem natürlich mit Menschen, die selber betroffen sind und mit dem Thema Erfahrungen gemacht haben.

    Ich habe mir den Post über die Angaben, die nötig sind um schnell Hilfe zu bekommen durchgelesen, allerdings kann ich leider kein Blutbild mit Werten etc. hier liefern, da ich den schlichtweg nicht vorliegen habe. Ich hoffe, dass ihr mir trotz allen Angaben, die ich habe und hier weitergebe, helfen könnt.

    Und zwar waren wir vor ca. einer Woche auf unserem Hundetummelplatz wo wir öfter mit unserem Hund spazieren gehen (unser Hund ist 2,5 Jahre, ist ein Mischlingsrüde und stammt aus Kroatien aus einer Tötungsstation, den wir dort über eine Tierschutzorganisation nach Deutschland geholt haben, zunächst als Pflegehund und ihn dann behalten haben. Er ist laut unserer Tierärtin putzmunter und kerngesund und lebensfroh und aktiv). Dort haben wir durch Zufall ein Pärchen kennengelernt die als Pflegestelle fungiert und regelmäßig Hunde bei sich aufnimmt aus den bekannten Ländern um sie aufzupäppeln und gut weiterzuvermitteln. Mir haben die beiden sehr zugesagt und auch fand ich, dass die Hunde sehr ausgeglichen wirkten und sich wohl fühlten, daher hatte ich direkt ein gutes Gefühl. Sie hatten eine kleine Hündin dabei, in die ich mich sofort verguckt hatte. Sie ist ein Pinscher-Mix, 2 Jahre alt und kommt aus Zypern. Durch Zufall fanden wir dann heraus, dass sie noch zu vermitteln ist. Die beiden haben mir aber auch ehrlich gesagt, dass die Kleine im April diesen Jahres LM-positiv getestet worden ist. Woraufhin die Familie die sie aufnehmen wollte, einen Rückzieher gemacht hat. Sie bekommt morgens und abends laut den beiden je 1 Tablette (100 mg) Allopurinol und purinarmes Futter. Wie hoch dieser sogenannte Titer ist, weiß ich leider nicht. Ich weiß nur, dass man bei ihr äußerlich nichts sieht, was wohl bedeutet, dass die LM zwar da ist, aber wohl (noch) nicht ausgebrochen ist, oder? In jedem Fall denke ich mal, dass das alles so korrekt ist und das ist auch in Ordnung für uns.

    Fakt ist: wir haben uns ein wenig in die Kleine verliebt, da sie so einen liebevollen Charakter hat, sie geht uns einfach nicht mehr aus dem Kopf. Für uns wären auch die zusätzlichen Kosten für Futter, Medikamente, Tierarzt etc. kein Problem.

    Es ist etwas anderes was mir/uns Sorge macht und weswegen wir nun zweifeln und was auch der Grund ist warum ich hier frage. Und zwar haben wir noch zwei weitere Haustiere: nämlich eine Katze (6,5 Jahre, auch aus dem Tierschutz aus Mallorca) und einen Kater (5,5 Jahre, nicht aus dem Tierschutz, aus Deutschland). Die Katzen sind für uns neben unserem Rüden unser ein und alles!

    Ihr ahnt sicher nun schon worauf ich hinauswill: die Ansteckungsgefahr. Natürlich habe ich mich bereits informiert und weiß (zumindest habe ich es so gelesen, falls es anders sein sollte, sagt das bitte!), dass eine direkte Übertragung der LM nur durch die Stechmücke vor Ort oder eben durch Bluttransfusion möglich ist. Ich frage mich aber wie hoch das Risiko im Alltag tatsächlich ist, dass die Tiere sich untereinander einmal mit ihr "fetzen" und sich anstecken oder die Kleine eventuell irgendwann mal eine offene Wunde/eitrige Stelle hat (eventuell durch die LM? man weiß ja nicht, ob sie evtl doch ausbricht, kenne mich leider zu wenig aus) und die Tiere irgendwie an diese gelangen und eine Ansteckungsgefahr ist.

    Könnt ihr mir diese Frage beantworten? Und wie würdet ihr vorgehen? Ich möchte einfach nie- niemals, dass meine Tierchen sich anstecken könnten, das kann ich nicht verantworten. Das könnt ihr euch ja sicher vorstellen. Wären sie nicht da, hätte ich keine Sekunde wegen der Kleinen gezweifelt, da es wie gesagt nichts mit Geld oder so etwas zu tun hat.

    So, ich hoffe, ich habe mein Anliegen gut erklärt und ihr könnt mit meinen Aussagen so etwas anfangen. Ich würde mich wahnsinnig über Antworten freuen!

    Vielen Dank schon jetzt für die Mühen

    Liebe Grüße, Janine

    P.S. Ich habe mal ein Bild angefügt, wo die kleine Maus zu sehen ist, das ist recht aktuell von Ende letzten Monats auf der Pflegestelle (hoffe, der Link funktioniert).


  2. #2
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    Schade, das mit dem Bild hat natürlich nicht funktioniert Neuer Versuch!


  3. #3
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    Hallo Janine,

    soweit ich weiß, können auch Katzen LM bekommen. Ist Deine Katze denn getestet?

    Also ich halte das Alltagsrisiko für gering. Außer vielleicht, die Tiere würden jeden Tag einen blutigen Krieg ausfechten.

    Was hat man Euch denn zum weiteren Vorgehen bei der Hündin bezüglich der LM gesagt?

    Viele Grüße,
    Susanne

  4. #4
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    Hi Susanne,

    nein, der Hund ist noch gar nicht bei uns. Es ging mir nur um die grundsätzliche Frage wegen der Ansteckungsgefahr. Meine Katzen sind topfit und jährlich bei der Tierarztkontrolle

    Ja, ähnlich wie du sehe ich es auch. Aber die Hündin wäre - genau wie unser Rüde - sowieso immer mit uns auf der Arbeit und nie alleine mit den Katzen. Außerdem hat sie in den 2 Malen die wir sie jetzt gesehen haben, so gar keinen Eindruck gemacht, als ob sie "blutige Kriege" ausfechtet. Denn sie war total lieb, sensibel, aufmerksam und freundlich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Probleme mit den Katzen bekommt.

    Zum Weiteren Vorgehen weiß ich noch gar nicht so viel, wenn ich ehrlich bin. Aber guter Einwand, da sollte ich nochmal nachhaken! Sie sagten uns nur, dass die Kleine eben ihre Tabletten bräuchte und man regelmäßig ein Blutbild machen muss um zu testen ob es besser wird und eben das mit dem purinarmen Futter. Mehr weiß ich gar nicht

  5. #5
    Forum-Team Avatar von Dori13an
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    Hallo Janine,
    es werden sich bestimmt noch andere erfahrene Foris melden, denn hier haben einige mehrere Tiere im Haushalt und nicht alle davon LM.
    Vielleicht könntet ihr ja auf eure Kosten ein Blutbild machen lassen und evtl. einen Mittelmeercheck, dann seid ihr besser informiert über die kleine Maus und wisst genau was los ist...
    Befunde Flocke
    Liebe Grüße
    von Angelika und Flocke und im Herzen Nala immer mit von der Partie...
    wir sind in 82541 Münsing am Starnberger See

    Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeiffen lassen

    http://www.leishmaniose-forum.com/sh...p?23826-Flocke

  6. #6
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo Janine, wenn eine Übertragung stattfinden soll, dann müsstest du noch eine Sandmücke dazu adoptieren, um die Chance einer Ansteckung aufrechtzuerhalten. Guck doch mal hier: https://www.leishmaniose-forum.com/s...ose-durch-Biss da hatten wir gerade kürzlich eine ähnliche Fragestellung diskutiert. Da findest du auch den Hinweis, dass die Leishmanien an der Luft nicht überleben.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia

  7. #7
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    Dori13an, ja ich würde mich freuen wenn hier noch einige dazu was schreiben und etwas Positives über das Zusammenleben mit LM-"kranken" und gesunden Tieren schreiben

    Ja, das ist mit dem Blutbild und dem Mittelmeercheck ist eine gute Idee. Mir ging es nur vorrangig jetzt erstmal um den Grundgedanken, ob es möglich ist, dieses Tier aufzunehmen ohne dass meine gefährdet sind. Wenn das geklärt ist, wollte ich weiter tätig werden. Eventuell mir das vorhandene Blutbild von denen auch geben lassen.

  8. #8
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    Henri, eigentlich hatte ich nicht, vor eine Sandmücke mit zu adoptieren Nein, Spaß beiseite. Habe mir auch gerade den von dir geposteten Link dazu noch durchgelesen. Das heißt, mit anderen Worten also: die LM kann NUR durch die Sandmücke direkt und nicht durch einen Blutkontakt oder Kontakt mit einer (offenen/eitrigen) Wunde des LM-"kranken" Tiers auf das gesunde erfolgen??

    Wieso steht das dann bloß auf so vielen Seiten anders? Kann ich mich darauf also wirklich verlassen? Dann wäre das Risiko ja gen null, wenn wir nicht in den Süden fahren...

  9. #9
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    Ich muss nochmal nerven Und zwar hat mir eine Bekannte diesen Link hier empfohlen:

    http://www.vivalahund.de/beratung/mi...k/leishmaniose

    Wo man lesen kann, dass eine Übertragung der LM theoretisch denkbar aber noch nicht nachgewiesen ist. "Ausnahmsweise kann es zu einer Ansteckung über Bluttransfusionen oder über Schmierinfektionen mit offenen Hautwunden kranker Hunde kommen", das war der Satz der mich so verunsichert hatte. Aber wenn das bisher wiederum noch nie wirklich nachgewiesen wurde, kann das Risiko ja nicht sonderlich groß sein. Oh je, ich bin so überfordert bzw. überfragt. Entschuldigt, dass ich nerve. Mir geht einfach nur der Hund nicht aus dem Kopf und ich möchte sicher sein, dass alles gut geht

  10. #10
    Brandon
    Gast
    Also wir hatten bereits einen gesunden Hund, als Simba zu uns kam. Wir wussten auch vorher, dass er LM pos. getestet war. Es war nie irgendwie ein Problem und ich würde mich von der Krankheit nicht abhalten lassen, wenn du das Gefühl hast, dass der Hund zu euch passt.
    LG Andrea mit Nala und dem unvergessenen Löwenherz Simba

  11. #11
    Inaktiv Avatar von tizian_2003
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    Hallo Janine,

    die LM kann NUR durch die Sandmücke direkt und nicht durch einen Blutkontakt oder Kontakt mit einer (offenen/eitrigen) Wunde des LM-"kranken" Tiers auf das gesunde erfolgen??
    Doch, es gibt auch andere Übertragungswege als über den Vektor, also die Sandmücke. Z.B. durch die Plazenta im Mutterleib und durch den Deckakt. Denkbar ist auch die Übertragung von Wunde zu Wunde, wenn nämlich eine durch Leishmanien verursachte Hautläsion DIREKT auf die Wunde eines anderen Individuums gerieben wird. Und, ja, das wurde realiter noch nie nachgewiesen. Übers Blut ist es unwahrscheinlich insofern, als es ja keine Transfusion zwischen deinen Tieren geben wird, nehme ich mal an. Nur bei hoher Erregerlast lassen sich Leishmanien im Blut nachweisen, an der Luft sterben sie schnell ab. Also Kratzer, Wunden etc. stellen keine Infektionsquelle dar. Ich schätze das Risiko, was du da beschreibst, als in der Tat gen null ein, aber eine Sicherheit gibt es nie. In meinem Haushalt haben außer einem Hund mit Leishmaniose zwei gesunde und sechs Katzen gelebt, ohne Probleme und ohne Gefahr.

    Liebe Grüße
    Andrea

  12. #12
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    Hallo zusammen

    Vielen Dank für die zahlreichen Info's. Das hat mir für meine Entscheidung sehr weitergeholfen. Das sehr geringe Ansteckungsrisiko wäre dann tatsächlich nicht unser Problem, wir würden ja auch aufpassen.

    Nun müssen wir uns überlegen (das war dann der 2. Schritt, wollte erst einmal das mit der Leishmaniose als Grundlage klären) ob der Hund als Zweithund in unseren Alltag passt und wir ihm trotz Zeitmangel gerecht werden können. Keine einfache Entscheidung.

    Jedenfalls vielen Dank an alle für die Antworten

    LG Janine

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