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Thema: Adoption von Hund mit Erlichiose in bestehendes Rudel

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Adoption von Hund mit Erlichiose in bestehendes Rudel

    Hallo Zusammen!
    Ich hoffe ich bin mit meiner Frage hier richtig!
    Kurz zu uns: wir haben bereits 4 Hunde ( zwei Chihuahua, 1 Chi-Mix und seit drei Monaten 1 Podenca aus dem TS)
    Das Rudel harmoniert sehr gut, jedoch spüren wir, dass der Podenca ein gleichwertiger Spielpartner fehlt! Jetzt haben wir uns in eine Hündin, ebenfalls aus dem TS verguckt und wollen diese adoptieren! Sie soll in 14 Tagen zu uns kommen. Gestern erhielten wir vom TS die Nachricht, dass sie Erlichiose-Positiv ist (Titer 1:2000)! Symptome bestehen derzeit keine und sie ist fit und munter!
    Wir sind jetzt ein wenig verunsichert hinsichtlich unserer Entscheidung. Klar, für uns gäbe es keinen Grund, sie nicht zu adoptieren, nur weil sie "krank" ist, wäre sie bei uns Einzelhund. Aber wir stellen uns die Frage, ob es eine gute Entscheidung ist unser Rudel mit ihr zu ergänzen!
    Hat einer von Euch ein eigenes Rudel bereits mit einem "kränken" Hund ergänzt und was waren bzw. sind Eure Erfahrungen damit?
    Freue mich über Eure Antworten!

  2. #2
    Forum-Team
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    08.2007
    Beiträge
    7.606
    Hallo Du!

    im Forum.

    Eine Ehrlichiose muss kein Problem darstellen für den Hund. Liegen neben dem positiven Testergebnis auch grosses Blutbild und Organwerte, idealerweise auch eine Eiweisselektrophorese mit Kurve (in Spanien proteinograma) vor, kann man sehen, ob der Hund "nur" infiziert oder gerade auch akut erkrankt ist und behandelt werden sollte. Dazu sind natürlich auch eventl. Symptome oder Vergleichsbefunde von früheren Blutuntersuchungen interessant. Da gerade ja Zeckensaison ist, könnte es sich auch um eine relativ frische Infektion handeln und oft wird dann, gerade im Ausland, sofort behandelt. Was sagt denn die Orga, wie soll da vorgegangen werden?

    Liegt die Infektion länger zurück kann der Hund bzw. sein Immunsystem die Erreger auch schon selbst bekämpft haben und soweit gut damit zurecht kommen. Unser Podi z.B. hat nie eine Ehrlichiose-Behandlung benötigt und ist sehr alt geworden.

    Die Hauptansteckungsquelle sind Zecken.

    Trotz allem kann es natürlich sein die Erkrankung bricht später noch(mal) aus und der Hund ist dann stark geschwächt, braucht intensive Betreuung und Behandlung. Natürlich ist das kein Pappenstil und Ehrlichiose kann auch lebensbedrohlich verlaufen. Der Vollständigkeit halber: Ehrlichiose und Leishmaniose treten oft zusammen auf.

    Behandelt wird Ehrlichiose mit Doxycyclin über mehrere Wochen. Da sind die Kosten überschaubar, aber man kann nicht sicher sein, der Hund ist danach frei von den Erregern. Auch eine behandelte Ehrlichiose kann wieder zu Problemen führen, daher ist die regelmässige Überprüfung von Blutbild und Organwerten wichtig, anfangs alle 3 Monate. Das sind natürlich Kosten. Ihr habt ja schon einige Hunde und Kleinhunde haben ja auch öfters mal das eine oder andere gesundheitliche Problem. Da spielen die Kosten vielleicht auch eine Rolle.

    Hilft Dir das schonmal?

    Achso, hier haben eigentlich die meisten kranke und gesunde Hunde in Kombi

    Liebe Grüsse

    Andrea

  3. #3
    registrierter Teilnehmer
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    1
    Hallo Andrea!

    Vielen lieben Dank für Deine rasche Antwort. D

    Neben Erlichiose wurde auch LM und der Herzwurm getestet. Die Ergebnisse der beiden Werte waren zum Glück negativ.
    Leider wurden keine weiteren Befunde erhoben. Wäre es ratsam, die Orga darum zu bitten, noch detailliertere Untersuchungen zu veranlassen, bevor die Hündin zu uns kommt? Ich möchte Sie ungern, direkt nach ihrer Ankunft in
    D. zum Tierarzt bringen, schließlich ist der Trapo und die Umstellung hier, ja auch schon Stress für sie.
    Selbstverständlich machen uns zukünftige Behandlungskosten auch Sorgen, zumal, wie Du ja schon sagtest, wir bereits 4 Wauzies haben. Und bei unserer Maya, der Podenca, wissen wir ja noch nicht, ob sie nicht auch evtl mit einer MMK infiziert ist. Die Entscheidung ist wahrlich keine Leichte, zumal wir dem neuen Hund sehr gerne eine bessere Zukunft bieten möchten.
    LG Susanne

  4. #4
    Forum-Team Avatar von henri
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    6.619
    Wie Andrea ja bereits schrieb, ein positiver Titer bedeutet nicht automatisch, dass die Ehrlichiose auch ausgebrochen ist bzw. Probleme macht. Es kann gut sein, dass ihr Immunsystem damit alleine fertig wird. Aber das kann sich auch ändern, vor allem, wenn die Hunde zur Ausreise frisch geimpft werden und das Immunsystem dann mit den Impfstoffen auch noch klar kommen muss, also das Immunsystem sozusagen diese Doppelbelastung stemmen muss. Und ob die Ehrlichiose bereits Probleme macht, ober nicht, das sieht man dem Hund äußerlich hoffentlich wirklich noch nicht an. Bei einer aktiven Ehrlichiose würde der Hämatokrit fallen, das Gesamteiweiß und die Globuline steigen, die Leukozyten fallen, die Thrombozyten auch. Nur mal so als Beispiel. Es gibt also Laborwertveränderungen, wenn die Ehrlichiose in eurem Mädel gerade Unsinn macht, also daher macht eine Laborkontrolle der Werte natürlich schon Sinn. Oft sind es alte Infektionen und die müssen keine akuten Probleme machen, aber das kann man nicht sicher beurteilen, wenn man keine Laborwerte hat.

    Doxycyclin wird 4 Wochen gegeben, Kosten für einen 20 kg Hund wären ca. 15 Euro für die Tabletten.
    Viele Grüße aus Unna/NRW
    Michaela

  5. #5
    Moderatorin Avatar von Marion/Grappa
    Registriert seit
    04.2010
    Beiträge
    3.681
    Bedenke aber: so ein Hund aus dem Auslandstierschutz kann auch später noch mit Erkrankungen aufwarten (ein Hund aus Deutschland auch, aber da sind die MMKs ja weniger Thema) - Leishmaniose hat z. B. eine Inkubationszeit von bis zu sieben Jahren. Ein aktuell negatives Testergebnis ist zwar erfreulich, gibt Dir aber keine dauerhafte Garantie. Das gilt für beide Hunde.

    Meine Grappa ist LM und Ehrlichiose positiv zu mir gekommen, Ehrlichiose war schon von der Orga mit Doxy behandelt, ich hatte wegen eines Anaplasmose-Titers nach ein paar Jahren wieder mit Doxy behandelt, bei der LM haben wir Allo ausgeschlichen und Grappa ist seither stabil. Ihre aktuellen gesundheitlichen Probleme haben mit beiden Erkrankungen nichts zu tun. So kanns auch gehen ...
    ************************* ************

    Liebe Grüße von Marion
    mit Grappa, Nelly,Rosi Moser
    und der restlichen Viecherei


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