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Thema: Leishmaniose und Kleinkinder

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Leishmaniose und Kleinkinder

    Hallo!
    Wir überlegen einen Hund mit nachgewiesener Leishmaniose aufzunehmen. Er ist bereits seit 2 Jahren in Deutschland und mit Alluporinol eingestellt. Nun haben wir allerdings zwei Kinder von 3 und 5 Jahren. Hinsichtlich der Ansteckungsgefahr liest man ja unterschiedliches. Ist es Leichtsinnig bei Kleinkindern einen Hund mit einer solchen Krankheit aufzunehmen? Oder ist das Risiko der Ansteckung so gering das man dies vernachlässigen kann? Der Tierarzt hat sich da eher wage ausgedrückt und kennt das Thema Leishmaniose eher vom einlesen. Das hat mich nicht wirklich weiter gebracht. Für eure Meinungen auch gerne von Haltern mit Kindern wäre ich sehr dankbar.

  2. #2
    Forum-Team
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    Hallo!

    Willkommen im Forum

    Kleinkinder, besonders unter 3 Jahren, zählen ja noch zu immungeschwächten Personen. Diesem Kreis wird sehr oft generell von der Aufnahme eines LM-Hundes abgeraten. Andere beschränken sich bei Kindern auf Kleinkinder unter 3 Jahren.

    Waren Deine Kinder schonmal in Süd- oder Osteuropa in Urlaub? Wenn ja, können sie bereits mit LM infiziert gewesen sein.

    Es wird eine theoretische Ansteckungsgefahr von LM-Hund auf Mensch diskutiert, wenn der Hund durch die LM ausgelöste Läsionen hat (also nicht bei jeder Wunde) und Sekret aus dieser Wunde in die Wunde eines Menschen gerät, vor allem bei intensivem Kontakt der Wundflächen. Nachgewiesen ist das bisher aber nicht als Ansteckungsquelle, jedenfalls meines Wissens nach. So lässt man seine Kinder ja auch generell nicht mit einem Hund mit offenen Wunden umgehen, sondern hält sich im allgemeinen an die üblichen Hygienmassnahmen.

    Ob der Hund für den Ihr Euch interessiert, aber wirklich gut mit der LM klar kommt, kann man nur anhand von grossem Blutbild und Organwerten sowie einer Eiweisselektrophorese beurteilen, da LM völlig ohne äussere Symptome ausbrechen und fortschreiten kann, sehr oft werden die Nieren angegriffen, was lebensbedrohlich sein kann. ich würde mir also in jedem Fall alle vorhandenen Befunde des Hundes aushändigen lassen oder zumindest die letzten Beiden. Sie sollten noch nicht so als sein, ansonsten würde ich vor der Übernahme nochmal einen aktuellen erstellen lassen und mich ggfs. an den Kosten beteiligen, um eine fundierte Einschätzung zum Stand der LM zu bekommen.

    Hier, hier und hier kannst Du in anderen Themen zu Deinem Problem nachlesen, falls Du sie noch nicht gefunden hast

    Vielleicht magst Du ja nochmal berichten wie es bei Euch weiter ging, würde mich freuen

    Liebe Grüsse

    Andrea
    Geändert von Charlie (20.10.2018 um 11:10 Uhr)

  3. #3
    Moderatorin Avatar von Christiane
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    Hallo und willkommen im Forum!

    Wie Andrea schon schrieb, ist das Ansteckungsrisiko für die Kinder durch den Hund allein sehr viel geringer, als wenn ihr die Kinder in ein südliches Land mit in Urlaub nehmt, wo es Sandmücken und Leishmaniose gibt.

    Es könnte aber hygienische Probleme geben, wenn ein Leishmaniose-Schub kommt und der Hund offene Wunden hat. Leishmaniose-Hunde kann man auch nie als gesund betrachten, von daher ist ein turbulenter Haushalt mit Kleinkindern in manchen Situationen nicht immer gut geeignet. Kindern fällt es oft schwer zu verstehen, dass sie den Hund wegen der Wunden zeitweise nicht mehr knuddeln sollen oder sich immer sofort die Hände waschen sollen. Oder dass er im Moment Ruhe braucht.

    Wenn der Hund schon bei euch wäre, alles super liefe und nach einiger Zeit Leishmaniose entdeckt würde, dann würde ich ihn nicht deswegen abgeben. Man kann sich damit arrangieren, und ein gesunder Hund kann auch krank werden, Ruhe und Pflege brauchen und Geld kosten.

    Wenn man aber von vornherein von der Krankheit weiß, dann sollte man die oben genannten Punkte berücksichtigen. Es kann, muss aber nicht, teuer und schwierig für die Kinder werden.

    Als meine Tochter klein war, lebten wir in Südeuropa in einem Endemiegebiet und hatten auch damals immer Hunde mit Leishmaniose und anderen Reisekrankheiten. Man muss es ihnen erklären und eben verstärkt auf solche Dinge achten.

    Überlegt es euch vorher gut, dann werdet ihr schon die richtige Entscheidung für euch treffen. Natürlich freuen wir uns hier immer, wenn ein armer Hund ein gutes Zuhause bekommt. Es muss aber passen, damit auch alles gut geht.

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