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Thema: Neuvorstellung mit Leishmaniosehund aus der Türkei 😀

  1. #1
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    Neuvorstellung mit Leishmaniosehund aus der Türkei 😀

    Hallo ihr Lieben,
    Will mich und meinen Rüden (1 Jahr alter Kangalmix) kurz vorstellen.Ein nettes Hallo in die Runde! Der Jung kam mit einem negativen MMK Test zu mir, da es ihm aber sehr schlecht ging bei Ankunft, machten wir direkt einen neuen Test. Leider offenbarte der Test die Ursache: Leishmaniose.

    Eiweiβ-Elektrophorese vom Januar mit einem LM Titer von 3,55 (Laboklin)


    Parameter Ist-Wert Normwert
    Gesamteiweiβ (PHO) 85.1 g/l + 54-75
    A/G-Quotient 0.49 . - > 0.59
    Albumin (ELP) 32.9 % - 44-66
    alpha-Glob. (ELP) 17.1 % 9-24
    beta-Glob (ELP) 25.1 % 9-32
    gamma-Glob (ELP) 24.9 % + 5-20

    Ich behandelte sofort mit Allopurinol 750 mg (35kg) und mit Domperidon. Nach wenigen Wochen ging es ihm schon deutlich besser.
    Nun ist es April bzw. Mai und der erneute Test ergab folgende Werte:

    Der LM Titer war runter auf 2,82 (wieder Laboklin)
    Und die Eiweiß-Elektrophorese ergab folgende Werte, die alle im Normbereich waren:

    Gesamteiweiß 65,49 g/l 54-75
    A/G Quotient. 0,81. > 0,59
    Albumin (ELP) 44,8 % 44-66
    Alpha- Glob. 19,2%. 9-24
    Beta-Glob. 22,5%. 9-32%
    Gamma Glob. 13,5%. 5-20

    Wir haben mittlerweile das Allopurinol auf 600 mg reduziert und auch Domperidon nimmt er auch nicht mehr. Mittlerweile hat er auch etwas abgenommen und wiegt 33,5 kg.

    Nun weiß ich allerdings nicht so recht wie es weiter gehen soll. Vor allem interessiert es mich, ob man überhaupt einmal darüber nachdenken kann Allopurinol abzusetzen bzw. auszuschleichen. Wie lange gibt man es denn in dieser Form weiter? Nach wievielten Monaten darf man darüber nachdenken es weiter zu reduzieren bzw. es abzusetzen? Bin da sehr unsicher und würde mich freuen, wenn mir jemand was dazu sagen könnte. Vielleicht auch wann ein erneuter Test sinnvoll ist?

    Danke und ganz liebe Grüße von mir und meinen 3 Wauzis 😀

  2. #2
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo, herzlich willkommen. Das hat sich ja schon toll verbessert, sehr gut. Gab es denn auch andere Blutwerte die schlecht waren und sich nun verbessert haben, oder gab es die Abweichungen bisher nur in der EEP? Also generell geht man so vor, dass man zuerst das Allo in Schritten bis zur Mindestdosis reduziert. Und wenn dann so ca. 2 Mal die Werte unter der Mindestdosis (10 mg/kg) stabil geblieben sind, kann man es in vielen Fällen wagen, das Allo zuerst zu schaukeln, wenn die Werte dann immer noch gut sind kann man Allo absetzen, was dann aber auch nochmal kontrolliert werden muss. Also das nur kurz zu einem möglichen Ablauf.

    Wann genau hast du denn das Allo auf 600 mg reduziert? Du hattest ja mit den 750 mg etwas mehr als die mittlere Dosis von 20 mg gegeben. Dann würde ich jetzt auf ca. 15 mg/kg reduzieren, deine 600 mg entsprechen ca. 18 mg/kg. Wenn die Blutwerte sonst gut sind, auch Leber und Nieren, dann könntest du auch überlegen nur 500 mg zu geben, also 2 x 250 mg. Um das gut dosieren zu können, kaufen hier viele gleich beide Sorten Allo, also die mit 300 mg Wirkstoff + die mit 100 mg Wirkstoff.

    Waren die Tests auf die anderen Mittelmeererkrankungen weiter negativ? Also Babesiose, Ehrlichiose, Filarien?
    Geändert von henri (30.04.2020 um 19:04 Uhr)
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  3. #3
    Unregistriert
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    Hallo liebe Michaela,
    Ganz lieben Dank für Deine schnelle Reaktion. Tatsächlich war er bereits in der Türkei (Test im Dezember 19) positiv auf Babesien getestet worden. Diese sind aber mit - ich glaube - Imidocarb vor Ort erfolgreich behandelt worden.
    Beim MMK Test bei mir hier in Deutschland wurde noch mal alles im Februar getestet und da war halt leider die Leishmaniose positiv. Wegen des (noch vorhandenen) Babesientiter trotz Behandlung und der Gefahr der Kreuzreaktionen wurde noch mal ein PCR Test auf Babesien gemacht, der Gott sei Dank negativ war.
    Ich habe bisher mit meinen anderen Hunden zum Glück noch keine Erfahrung mit MMK machen müssen. Daher lese ich mich jetzt erst ein, ist alles recht neu für mich. Die Diagnose kam ja doch recht überraschend. Nierenwerte sind okay, andere Werte habe ich momentan nicht, bzw. sind diese im Rahmen eines Infektes gemacht worden, bzw. nachdem er eine Tube medizinische Creme geklaut und gefressen hatte.Er leidet sehr, wenn er alleine bleiben muss, obwohl noch 2 Hunde im Haus sind und stellt dann allerhand an. Inzwischen räume ich schon echt alles weg, aber er hat Rechtsverletzung Flausen im Kopp.

    Ich füge mal die Werte ein, die beim Blutbild Mitte April NICHT im Rahmen waren. Der Rest inkl. EEP waren aber okay. Aber wir sind da ja auch zum Tierarzt wegen der gefressenen Tube und extremen Durst und Problemen beim Urinieren. Man konnte nicht sagen, ob es ein beginnender Infekt, wegen der erhöhten Leukozyten war bzw. eine Folge der vertilgten Cremetube. Danach ging es ihm aber wieder gut.

    MCV Wert: 58,2 61, 6 -73,5
    MCH Wert 20,3 21,2-25,9
    Leukozyten 25,63 5,05-16,76
    Neutrophile. 22,14. 2,95-11,64
    Eoninophile 0 0,06-1,23
    Sonstiges:
    Rettich-HGB$R. 20,9 22,3-29,6
    AMYL. 459 500-1500U/L

    Die 600 mg gebe ich ihm jetzt seit 2 Wochen. Seit dem ist auch kein Blutbild mehr gemacht worden. Sollte ich jetzt schon erneut ein Blutbild machen? Oder wann macht dies Sinn? Soll ich die 600 mg erst noch mal kurz weiter geben oder nachts Kurzruf Zeit weiter runter gehen?

    Interessant wäre für mich auch welche Werte dann getestet werden sollten um den LM Verlauf gut zu beurteilen.

    Sorry, ich hoffe das war jetzt nicht zu viel Information. Ich wünsche einen schönen Abend sage tausend Dank und liebe Grüße von
    Sarah

  4. #4
    Unregistriert
    Gast
    Oh Mann, diese beknackte Autokorrektur 😉
    Natürlich keine Rettich-HGB$R.... sondern Retic und es sollte heißen „ er hat recht viele Flausen im Kopp“ und nicht Rechtsverletzung 😎

  5. #5
    Forum-Team Avatar von henri
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    Ok, also beim Blutbild gab es dann keine großen Abweichungen, was ja schon mal gut ist. Also ab Januar hast du 750 mg Allo gegeben, jetzt seit 2 Wochen 600 mg. Dann würde ich die 600 mg so weitergeben bis zum nächsten Check. Der macht nach 2 Wochen keinen Sinn, dafür sind auch die Werte deines Hundes zu gut. Bei schweren Verläufen muss man schon mal enger kontrollieren, aber das sehe ich bei euch nicht.

    Ist er denn im Januar oder Februar erst eingereist? Wegen der Filarien, müsste man ja nach einem halben Jahr nochmal nachsehen, ob inzwischen welche da sind, weil die kleinen Larven (Micros) so lange brauchen bis sie sich zu erwachsenen Würmern entwickelt haben. Und der Test reagiert auf das Protein gebärfähiger weiblicher Würmer. Also wäre ja im August so eine Kontrolle auf Herzwürmer sinnvoll und dann ist es eine Kostenfrage, ob man dann gleich das Blut zur Kontrolle nutzt und die Werte auf Aktivität der Leishmaniose nutzt, oder ob man es etwas auseinanderzieht und evtl. das Blut einen Monat vorher schon im Juli kontrolliert, damit nicht alles auf einmal anfällt und man gleich wieder so eine hohe Rechnung bekommt.

    Also so rein theoretisch würde ein Blutbild und eine EEP ausreichen. Da zahle ich bei meinem TA ca. 45 Euro dafür. Wenn es aber noch so gar keine Organwerte gibt, also Leber, Nieren, dann würde ich die beim nächsten Check schon mitmachen lassen. Oder wurden evtl. im Februar schon Organwerte gemessen? Das Labor Laboklin bietet zB einen kleinen und großen Leishmaniosecheck an, das nennt sich bei denen kleines Leishmanioseprofil und großes Leishmanioseprofil. Grobe Kosten 80 Euro fürs große Profil.

    Also das Gesamteiweiß ist ja schon mal von 85 auf 65 runter gegangen, das ist wirklich sehr gut und macht Hoffnung, dass er wirklich mal später ganz ohne Allo auskommen kann. Auch das Albumin ist bereits schön gestiegen, aber es ist jetzt bei ca. 44 % und auch wenn es noch im Referenzbereich ist, es sollte eigentlich noch über 50 % steigen. Bei einem gesunden Hund beträgt es eher so um die 55-60 %, also da ist noch etwas Luft nach oben und daher würde ich jetzt auch nicht zu früh zu viel das Allo reduzieren. 500 mg wären sicher auch denkbar, aber so ganz ohne die Befunde gesehen zu haben und weil auch die Krankheit ja erst im Januar/Februar diagnostiziert wurde, wäre ich da lieber vorsichtig und würde eher bei 600 mg vorerst bleiben. Und dann nach dem nächsten Check neu entscheiden.
    Geändert von henri (30.04.2020 um 23:22 Uhr)
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  6. #6
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    Hallo liebe Michaela,
    Ja, mein Hund ist Mitte Januar eingereist. Ich freu mich, dass Du das Blutbild soweit ganz gut befunden hast. Ich denke wir haben die Leishmaniose recht früh erkannt. Denn im Dezember war der Titer ja noch okay und im Februar war der Große dann echt schon total down.

    Es macht mir echt Hoffnung, wenn Du glaubst dass er sogar zu den Kandidaten zählen könnte, der mal ganz ohne auskommen könnte.
    Ich mache das dann genau wie von Dir vorgeschlagen und mache den großen Check dann im August und gebe bis dahin weiter die 600 mg.

    Darf ich mal was fragen? Was bedeutet dieser Gesamteiweisswert? Ist es die Summe der Immunglobuline, die in der EEP gecheckt werden? Oder ist das noch mal ein eigener Wert. Was sagt er denn aus?

    Ich habe hier noch einen Herdenschutzhund aus Ungarn und einen kleineren, der aber aus Deutschland kommt. Ich muss zugeben, dass ich bei meiner Ungarin keinen MMK Test mehr gemacht habe, die ist jetzt seit 2 Jahren bei uns und es geht ihr gut. Macht das Sinn sie auch mal testen zu lassen?

    Vielen Dank für die Richtung. Das hilft schon mal enorm bei der Orientierung und Planung.

  7. #7
    Forum-Team Avatar von henri
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    Die Immunglobuline gibt es zum Teil bei Beta und vor allem beim Gamma und alle Globuline zusammen plus das Albumin ergeben das Gesamteiweiß, das hast du genau richtig gesehen, dass das die Werte der EEP addiert sind. Es gibt dazu bereits viele Untersuchungen, also was sich bei einem Ausbruch der Leishmaniose beim Hund ändert bzw. woran man einen Ausbruch erkennen kann. Guck mal hier zB, das ist so eine ältere Untersuchung, die finde ich gut, weil man da übersichtlich dargestellt hat, welche Symptome das zB sind. Auf Seite 23 zB findet sich eine Tabelle der typischen klinischen Symptome und da zählt die symmetrische Lymphknotenvergrößerung zu dem mit ca. 70-95 % häufigstem Symptom.

    Und dann guck mal auf Seite 27, da findet man die Erhöhung vom Gesamteiweiß ganz oben mit einer Häufigkeit von ca. 60 bis über 90 %, zu hohe Globuline soagr bis 100 %, eben weil da zuerst die Gammaglobuline steigen und als 3. wird das zu niedrige Albumin genannt, welches ebenfalls sehr häufig ist. Und daher ist so eine EEP bei einem Leishhund immer sinnvoll. http://geb.uni-giessen.de/geb/vollte...2005-01-11.pdf

    Wurde denn dein Ungarnhund vor Aureise getestet, oder damals auch einmal hier in D nach Einreise? Gerade bei Hunden aus Ungarn gibt es ja rel. oft Babesiose und weil der passende Vektor auch hier bei uns heimisch ist, könnte so eine unerkannte Babesiose zur Verbreitung dieser Erkrankung hier bei uns beitragen, was natürlich nicht so gut ist. Auch handelt es sich dort uU um den aggressiven Ungarn-Stamm des Erregers. Und wie gesagt, Herzwürmer gibt es auch in Ungarn, man muss wissen, ob der eigene Hund damit infiziert ist. Und zB Ehrlichiose kann auch noch Jahre später positiv getestet werden, die verläuft oft zuerst unerkannt schleichend und wird daher auch "Silent Killer" genannt. Also von daher muss man da schon bei unseren Hunden aus dem Ausland ein besonderes Auge auf mögliche mitgebrachte Infektionen haben. Wobei man da auch etwas Geldbeutel schonend vorgehen kann, aber so ein Reiseprofil kann man leider nicht umgehen und das ist ja meistens der teuerste Posten.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

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