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Thema: Leishmaniose und Titer

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  1. #1
    Dagi
    Gast

    Leishmaniose und Titer

    Hallo zusammen,
    meine Bekannte hat einen Hund mit Leishmaniose, dem es im Moment sehr schlecht geht. Ich selbst kenne mich leider überhaupt nicht mit dieser Krankheit aus.
    Hier die Infos zum Hund: Border-Collie-Mischling, kommt ursprünglich aus der Türkei, ist seit 2014 in Deutschland und ist jetzt 9 Jahre alt. Er hatte vor 4 oder 5 Jahren einen schweren Leishmaniose.Schub, der aber mit Medikamenten gut behandelt wurde. Danach war er mehr oder weniger ohne Medikamente beschwerdefrei. Seit ca. drei Wochen geht es ihm wieder sehr schlecht. Blutuntersuchung ergab einen negativen Titer auf Leishmaniose. Die Leber- und Nierenwerte sind sehr schlecht und der Tierarzt meint, das der schlechte Zustand alleine darauf zurückzuführen sind und die Leishmaniose im Moment nicht aktiv ist. Er hat aber auch einige Symptome der Leishmaniose (starkes Krallenwachstum, schlechtes Hautbild, auf einem Auge blind geworden, Punkte auf der Nase). Meine Bekannte hat nun die Befürchtung das es doch wieder ein Schub ist. Er frisst nun seit ein paar Tagen so gut wie nichts mehr und ist schon total abgemagert. Er benötigt dringend Infusionen. Erschwerlich hinzu kommt, das er nur mit Maulkorb untersucht und behandelt werden kann, sich diesen aber nun nicht mehr anlegen läßt und schon beim Anblick dessen um sich beißt. Seit einer Woche versuchen sie es jetzt schon beim Tierarzt und mußten immer abbrechen. Heute bin ich mit dabei gewesen, weil ich einen beruhigenden Einfluß auf den Hund habe. Der Tierarzt hat heute alles abgebrochen, weil das Risiko einer Verletzung zu groß war, Wir hatten es außerhalb der Praxis dann doch geschafft den Maulkorb draufzubekommen und haben dann eineinhalb Stunden im Wartezimmer gewartet, Als wir dann endlich dran waren und der Hund den Tierarzt sah ist er so ausgeflippt und hat so getobt, das der Maulkorb davonflog. Wir waren am Boden zerstört und mußten wieder unverrichteter Dinge abziehen.
    Jetzt meine Frage: Meine Bekannte wundert sich, das der Titer negativ war. Er hatte ja schon mal einen Leishmaniose Schub. Kann es denn dann sein, das der Titer negativ ist? Erhöht sich dieser nur bei einem Schub?
    Sorry für das Durcheinander. Wir sind am verzweifeln....

    liebe Grüße
    Dagmar

  2. #2
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo, was war das denn für ein Titertest? Also welches Verfahren? Kann deine Bekannte nicht zu Hause ihren Hund infundieren? Das toleriert er evtl. besser. Ansonsten würde ich ihn leicht sedieren lassen. Was ist denn mit Ehrlichiose? Wurde er darauf negativ getestet? Koinfektionen können oft den Verlauf einer Leishmaniose erschweren und müssen auf jeden Fall dann auch behandelt werden. Gibt deine Bekannte ihm denn wieder Allopurinol?
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  3. #3
    Forum-Team
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    Guten Morgen Dagmar!

    Wenn der Hund äussere Symptome zeigt, die zur Leishmaniose "passen", wäre ansich wichtig zu wissen wie die weiteren Blutwerte aussehen. Also neben den Organwerten, wie u.a. Leber- und Nierenwerte, grosses Blutbild und am besten auch eine Eiweißelektrophorese mit Kurvendarstellung. Daran lässt sich meist erkennen, ob ein Ausbruch oder ein Schub der LM vorliegen könnte. Auch auf Co-Infektionen finden sich idR Hinweise. In Deutschland kann sich ein Hund z.B. auch jederzeit Anaplasmose zuziehen, die auch die Organe angreifen kann.

    Wenn Ihr wollt, könnt Ihr gern hier die Befunde zeigen und wir schauen gemeinsam.

    Viel wichtiger als der Titer sind also äussere und innere Symptome von Mittelmeerkrankheiten. Die Entwicklung des Titers sollte dabei, wenn überhaupt, eine untergeordnete Rolle spielen. Wichtig ist er zur Diagnosestellung, also um zu wissen der Hund ist infiziert. Höhe und Entwicklung des Titers sind individuell und nicht parallel zum Krankheitsverlauf zu sehen.

    Nun zu Deiner konkreten Frage: Ja, es gibt betroffene, behandlungsbedürftig erkrankte Hunde mit negativem Titer.

    Wichtig finde ich für Deine Bekannte Leber und Nieren zu entlasten. Das kann sie über vermehrtes Trinken versuchen, z.B. mit etwas selbstgekochter ungewürzter Fleischbrühe im Wasser oder einem Schuss Sahne. Viele Hunde hier reagieren auch sehr gut auf Kokoswasser.

    Ist Deine Bekannte aufgeschlossen für Homöopathie ist SUC von Heel sehr gut zur Nierenunterstützung. In etwa einer Woche kann es den Allgemeinzustand erheblich verbessern.

    Für die Leber ist Mariendistel / Silymarin hervorragend. Mittel für Hunde sind beim TA oder im Internet erhältlich, z.B. Legavit, Legaphyton u.a. Auch ein Mittel für Menschen aus Apotheke oder Drogerie kann man zum Einstieg verwenden. Aber vielleicht bekommt er da ja schonwas.

    Wenn es ihm so schlecht geht, ist eine Behandlung der LM oder bisher unerkannter Co-Infektionen natürlich nicht einfach. Dazu muss er ja fressen.

    Seine massive Reaktion auf den Maulkorb lässt mich auch an Schmerzen denken. Aufgrund der schlechten Leber- und Nierenwerte ist die Gabe von herkömmlichen Schmerzmitteln vielleicht schwierig. In dem Fall könnt Ihr das pflanzliche Dexboron versuchen, das auch oft "wie Leckerchen" aus der Hand genommen wird.

    Ich hoffe das hilft Euch schonmal

    Liebe Grüße

    Andrea
    Geändert von Charlie (20.05.2020 um 09:34 Uhr)

  4. #4
    Dagi
    Gast
    Vielen Dank für die Rückmeldung. Wir werden es heute vormittag nochmal versuchen den Maulkorb anzulegen und zum Tierarzt zu fahren. Ich hatte ihn gestern wegen des Infundieren gefragt, da ich meine nierenkranke Katze auch infundiere und er sagte ganz klar, das das bei Katzen gut machbar ist, bei Hunden meist mit Abszessen endet und es nicht gut ist. Ich werde mir von meiner Bekannten mal die Blutergebnisse geben lassen und einstellen. Drückt uns die Daumen, das es endlich klappt.

    liebe Grüße
    Dagmar

  5. #5
    Forum-Team Avatar von henri
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    Daumen sind gedrueckt und du koenntest die Befu de evtl. auch abfotografieren
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  6. #6
    Dagi
    Gast
    So, bin wieder zurück. Leider hat es wieder nicht geklappt. Er hat wie wild um sich gebissen und hat die Besitzerin am Finger und mich am Handgelenk erwischt. Zum Glück aber nur kleine Kratzer.

    Hier die Blutwerte vom 09.05.2020:

    großes Blutbild: alles im Normbereich

    Differentialblutbild:
    Hier sind die Lymphozyten bei 715 (Norm: 1000-3900)
    alle anderen Wert im Normbereich

    Leber:
    komischerweise sagte ja meine Bekannte das er hohe Leberwerte hätte. Lt. des Befundes sind alle Leberwerte im Normbereich (Alk. Phosph., AST, ALT, y-GT, GLDH, Bilirubin)

    Pankreas:
    davon hatte sie nichts gesagt (ich fürchte sie hat das mit der Leber verwechselt)
    alpha-Amylase 2574 (314 - 1162)
    DGGR Lipase 72 = Normbereich (< 127)
    spricht aber auch nicht unbedingt für eine Bauchspeicheldrüsenentzün dung, oder ? Da wäre wohl der spez. Wert notwendig...

    Muskulatur + Fettstoffwechsel im Normbereich

    Niere:
    Kreatinin 5 mg/dl ( < 1,595)
    Harnstoff 199 (25,8 - 56,5)

    Elektrolyte:
    Kalium 5,9 (4,3 - 5,7)
    Phosphat 3,28 (0,82 - 2)
    alle anderen im Normbereich

    Kohlenhydratstoffwechsel:
    Glykose 40 (70,2 - 120,7)
    kein Wunder, er frißt ja fast nichts mehr

    Proteinstoffwechsel:
    Albumin 1,6 (2,81 - 3,97)
    Leishmania spp.-AK < 1:50 (Titer < 1:50)
    Vermerk negativ keine Leishmania spp.AK nachgewiesen

    Eine Eiweißelektropharese wurde anscheinend nicht gemacht. Gesamteiweiß liegt bei 6 (Norm = 5,7 - 7,6).
    Co-Infektionen wurden diesmal leider nicht mit getestet. Als er damals einen Schub hatte waren aber angeblich alle anderen Werte negativ.

    Die Tipps zum Animieren des Trinkverhaltens werde ich weitergeben. Vielen Dank dafür.

    SUC habe ich auch schon angesprochen. Er bekommt im Moment Renes Viscum, was bei meiner Katze auch sehr gut angeschlagen hat. Ich weiß nicht, ob man beides gleichzeitig geben sollte.

    Vielen Dank für den Tipp mit Dexboron (kenne ich nicht). Werden wir uns mal anschauen.

    Seine frühere Medikation war nicht Allupurinol, sondern das Medikament, das in Deutschland noch nicht zu haben ist. Sie haben es damals aus Italien bezogen. Ich weiß jetzt leider den Namen nicht. Wenn es notwendig ist, dann frag ich nochmal nach. Und nein, im Moment bekommt er das noch nicht (sie hat es aber zu Hause). Da der TA sagt das es im Moment kein Schub ist, will sie es ihm natürlich noch nicht geben.

    Leider ist der Hund nicht ganz einfach. Sobald man ihm irgendwas unterschieben möchte reagiert er mit Knurren und Schnappen. Infundieren wäre wahrscheinlich auch schwierig... Ich würde es aber probieren, wenn mir der TA nicht davon abgeraten hätte....

    Wir würden ihm so gerne helfen, aber er läßt halt leider nicht viel zu und über Futter kommen wir leider auch nicht an ihn ran. Es ist so traurig. :-(

    Ich hoffe ihr könnt mit den Werten etwas anfangen. Vielen Dank auf jeden Fall schon mal im Voraus!!!

    liebe Grüße
    Dagmar

  7. #7
    Dagi
    Gast
    und was ich noch vergessen habe: er beißt und leckt sich die Hinterfüße wund. Das sieht auch nicht sehr schön aus....

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