+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 31 bis 39 von 39

Thema: Anaplasmose und Borreliose Befund - seit 10 Tagen Ronaxan, aber keine Besserung

  1. #31
    Email Bestätigung steht aus
    Registriert seit
    06.2020
    Beiträge
    16
    Hallo,
    danke für eure Rückmeldungen und dass ihr euch meine langen Berichte gebt :-)
    Die Klinik hat vorher angerufen, die Prüfung der Gelenksflüssigkeiten hat die Diagnose Polyathritis bestätigt.
    Erleichtert bin ich, dass ich endlich eine bestätigte Diagnose habe. Ansonsten ist eine Autoimmunkrankheit nichts Feines, und die Prognosen anscheinend nicht immer günstig. Vor allem, sie ist erst 5 Jahre alt und muss nun mit dieser Krankheit leben.

    Jedenfalls überdeckt das Kortison derzeit alles, der Hund ist wie vor 4 Monaten, lebendig, hungrig, bellt, beißt in seinen Plüschbiber, rennt mir wieder hinterher und und und.

    Das mit der Leishmaniose kommt mir auch etwas spanisch vor, vor allem diese Kreuzreaktion. Laut PCR-Test sind alle Krankheiten negativ, ich habe den Befund auch schriftlich erhalten. Der Tierarzt sagte, dies wäre eine Erleichterung, da die Hunde nicht immer auf die entsprechenden Medikamente ansprechen.
    Ich werde es - wie Michaela rät - im Auge behalten, vielen Dank für den Tipp.

    Ganz liebe Grüße einstweilen und vielen Dank für eure bisherige Unterstützung. Es war mir immer ein Trost von euch zu lesen und von euren Überlegungen und Fachwissen zu erfahren. Ich berichte gerne wieder.

  2. #32
    Forum-Team
    Registriert seit
    08.2007
    Ort
    NRW
    Beiträge
    9.407
    Hallo Heidi!

    Du weißt aber Dein Hund kann LM haben ohne auf Reisen gewesen zu sein? Die Mutter, die auf Reisen im Süden war oder von dort stammt, kann LM auf die Welpen übertragen oder es kann eine Übertragung beim Deckakt erfolgen.

    Daher würde ich die Gelenkproben unbedingt auch auf Leishmanien untersuchen lassen.

    Du schreibst es wäre mit Tests keine Aktivität der Errger festgestellt worden. Dann wurden wohl PCR erstellt? Dabei wird nach dem Erreger selbst bzw. seiner DNA gesucht. Sie können aber idR nur in der Frühphase der Infektion positiv ausfallen. Ein negativer PCR-Test ist daher nicht beweisend, schliesst eine (aktive behandlungsbedürftige) Infektion nicht aus. Das müsste aber auch als Anmerkung auf dem Befund stehen

    Edit: Hatte Deinen letzten Beitrag noch nicht gelesen. In dem Sinne muss Polyarthritis ja keine eigene Erkrankung sein. Ich finde hier ist es sehr gut aufgeschlüsselt:

    https://www.thieme.de/statics/dokume...14_40_Kohn.pdf

    Hattest Du die Mail mit dem Link zur Freischaltung nicht bekommen? Ist vielleicht im Spam-Ordner.

    Liebe Grüße

    Andrea
    Geändert von Charlie (30.07.2020 um 21:16 Uhr)

  3. #33
    Moderatorin Avatar von Marion/Grappa
    Registriert seit
    04.2010
    Beiträge
    4.363
    Ich teile Andreas Ansicht - all die negativen PCRs bedeuten nicht, daß keine dieser Erkrankungen vorliegt. Bei länger zurückliegenden Infektionen z. B. findet sich der Erreger selbst u. U. nicht im Blut (also wird auch keine Erreger-DNA gefunden), die Erkrankung selbst kann trotzdem schlimme Probleme bereiten. Unbehandelte Leishmaniose verläuft in der Regel tödlich.

    Die Infos, die Du zu Kreuzreaktionen bekommen hast, sind definitiv falsch - das kannst Du bei viele Laboren nachlesen (will heissen, das ist keine Spezialmeinung, die von mir oder hier im Forum vertreten wird).

    Ich wünsche Euch viel Glück mit der Behandlung und drücke die Daumen, daß das der richtige Weg ist.
    ************************* ************

    Liebe Grüße von Marion
    mit Grappa, Nelly,Rosi Moser
    und der restlichen Viecherei


    Tagebuch Mädels

    Gesundheit Grappa

    Befunde Grappa Befunde Rosi Befunde Nelly

    Infos zum Verein Leishmaniose-Forum e.V.
    Vergünstigte Untersuchungen für Vereinsmitglieder

  4. #34
    Email Bestätigung steht aus
    Registriert seit
    06.2020
    Beiträge
    16
    Hallo,
    ein weiterer Zwischenbericht nach fast zwei Wochen Kortisonbehandlung:
    Der kleinen Hündin geht es sehr gut, sie hat außer Durst und vermehrtem Appetit derzeit keine Nebenwirkungen vom Kortison. Sie ist so wie früher, mit Ausnahme dass sie mich nicht mehr vor Freude anspringt, wenn sie mich von der Arbeit kommend sieht. Also anspringen - eine ihrer wenigen Unarten - tut sie glücklicherweise kaum mehr, gut weil sie zusätzlich eine Kniescheibenluxation zweiten Grades bei beiden Hinterbeinchen hat.
    Die Tierärztin überlegt bereits, die Kortisonbehandlung ausschleichen zu lassen, also bereits nach zwei Wochen. Es ist noch nicht entschieden, es erscheint mir aber sehr früh.

    Mein Hündin war niemals bisher außerhalb unserer näheren Umgebung, allerdings ja, ihre Mutter war mehrfach am Meer, das ist richtig, ich erinnere mich, dass der Eigentümer mir Fotos vom Strand von der Mutter und Vater - sie leben zusammen beim gleichen Eigentümer - gezeigt hatte. Wenn eine solche Übertragung von Mutterhund auf den Welpen übertragbar ist, dann könnte das theoretisch möglich sein.
    Allerdings hat sie bisher Anzeichen der Leishmaniose gezeigt (außer Blutbild und Lahmheiten), übrigens auch kaum zur Anaplasmose, auf die sie auch positiv getestet wurde und behandelt wurde. Mit den Symptomen der Borreliose war ihr Zustand kompatibel, d.h. als ich in meiner Verzweiflung alle ihre Symptome in Google eingab, kam Borreliose heraus und es kam mir bei der Beschreibung vor, als wäre diese genau für die Krankheit meines Hundes geschrieben worden. Aber ihr schreibt hier häufig, dass die Hunde mit Borreliose gut zurecht kommen, daher wohl auch nicht zutreffend. Und Ronaxan hat nach 4 Wochen keine Besserung gebracht.

    Im Befund zur Polyathritis steht, dass der Ursprung wahrscheinlich immunvermittelt oder Autoimmun ist (wo ist da der Unterschied?) Auf dem PCR-Test sind Borreliose, Anaplasma, Babeisa, Bartonella, Ehrlichia, Hepatozoon, Leishmania und Rickettsia angeführt, alle negativ. Bei Leishmania (auch bei Rickettsia, Ehrlichia, Bartonella, Anaplasma und Borrelia) steht: "PCR real-time". Wisst ihr was das mit "Real-time" bedeutet? Also möglicherweise das was ihr oben schreibt, dass es jetzt negativ ist, aber evtl. doch mal positiv gewesen sein könnte?

    Ich habe noch eine wichtige Frage an euch: Kortison überdeckt sehr viel, d.h. wäre Leishmaniose aktiv, würde das Kortison auch dann zu einer scheinbaren Besserung führen? Anders gefragt: Bei Leishmaniose darf nicht mit Kortison behandelt werden. Würde ich bzw. wann würde ich dann die fatalen Auswirkungen der Kortisonbehandlung bemerken und welche wären diese?
    Auch ich verstehe den positiven Leishmaniosetest nicht und auch ich finde keinen Hinweis im Internet zu einer Kreuzreaktion mit Anaplasmose/Borreliose. Ich gebe euch recht und hatte daher auch nochmals nachgefragt: Die Antwort war wieder, dass Kreuzreaktionen mit den anderen Mittelmeerkrankheiten bei Leishmaniose nicht auszuschließen sind.

    Die Besserung mit Kortison ist bei meiner Hündin unglaublich, und das bereits ab der zweiten Pille. Ihr Zahnfleisch ist wieder rosa, sie ist so als wäre sie nie krank gewesen. Allerdings sind alle ihre Muskeln verschwunden (laut Tierärzte aufgrund der Polyathritis, welche nicht nur auf die Gelenke sondern auch auf die Muskeln gehen kann) und ihr süßes Schnäuzchen ist viel schmaler geworden. Aber beim Gehen merke ich gar nichts, sie läuft wie früher, ich soll sie aber noch schonen.
    Was aber wenn derzeit alles überdeckt wird und dann ein Zusammenbruch kommt?

    Liebe Grüße

  5. #35
    Email Bestätigung steht aus
    Registriert seit
    06.2020
    Beiträge
    16
    Ich möchte oben korrigieren: Mein Hund hat bisher keine weiteren Anzeigen der Leishmaniose gezeigt, außer Blutbild und Lahmheiten, was kompatibel wären. Die Hautveränderungen, Krusten, Brillenbildung usw. hat sie nicht.

  6. #36
    Forum-Team Avatar von henri
    Registriert seit
    07.2004
    Ort
    Unna/NRW
    Beiträge
    10.233
    Bei Leishmaniose darf nicht mit Kortison behandelt werden. Würde ich bzw. wann würde ich dann die fatalen Auswirkungen der Kortisonbehandlung bemerken und welche wären diese?
    Da Kortison nicht gegen die Erreger wirkt, sondern genau im Gegenteil das Immunsystem runter fährt, werden sich die Werte schnell verschlechtern, also Hämatokrit wird weiter fallen, Gesamteiweiß und Globuline werden steigen, Albumin geht weiter runter uvm. Die Folge davon sind dann irgendwann immer schlechter werdende Nierenwerte.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  7. #37
    Forum-Team
    Registriert seit
    08.2007
    Ort
    NRW
    Beiträge
    9.407
    Hallo Heidi!

    Eine ausgebrochene LM kann zunächst komplett ohne äussere Symptome verlaufen und erstmal "nur" Veränderungen der Blutwerte verursachen, also z.B. eine Anämie oder die Nieren werden angegriffen. Das gilt im Prinzip für fast alle Mittelmeerkrankheiten.

    Aus welchem Material wurden denn die PCR erstellt? Aus Blut oder der Gelenkflüssigkeit? Zeig den Befund doch auch mal hier. Das "real time" beschreibt die PCR, hat nichts mit dem Ergebnis zu tun. Nur positive PCR sind beweisend, negative Ergebnisse schliessen Infektion oder behandlungsbedürftige Erkrankung nicht aus!

    Wann sich bei einer LM bedingt durch Cortison eine Verschlechterung ergeben könnte, lässt sich nicht eingrenzen. Allerdings auch bei nichtbetroffenen Hunden kann das Cortison viel durcheinander bringen und sie können anfälliger für Infektionen sein. Bei unserem Rüden ging das damals bestimmt zwei Monate.

    Liebe Grüsse

    Andrea

  8. #38
    Email Bestätigung steht aus
    Registriert seit
    06.2020
    Beiträge
    16
    Hallo,
    danke für eure raschen Antworten und Hinweise. Es ist unglaublich wie groß die Hilfsbereitschaft hier ist. Ich habe die Befunde fotografiert, sind zwar auf italienisch, aber für mich könnten sie auch auf deutsch sein, ich verstehe sogut wie nichts.

    Meinem Hund wurden im Juli Proben aus dem Knochenmark (midollo emopoietico) entnommen, für den PCR-Test und für einen weiteren Test wegen Verdacht auf Tumor.

    Ergebnis PCR-Test:


    Ergebnis Knochenmarkuntersuchung, u.a. wegen Verdacht auf Tumor (2 Seiten):



    Da trotz der Tests immer noch nicht klar war was nun ist, wurde ein dritter Arzt, ein Gelenksspezialist, hinzugenommen, welcher schnell festgestellt hatte, dass keine Muskeln mehr vorhanden sind, die Gelenke geschwollen waren (was sie vorher nicht waren) und sie berührungsempfindlich war (was sie vorher selten war, aber wenn dann hat sie extrem gejault). Alle drei Ärzte stimmten nun über Polyathritis überein, wobei sie dem Hund an allen vier Gelenken Gelenkflüssigkeiten entnommen haben, der Befund ist hier:

    Sie wurde auch geröngt, es handelt sich hier um eine nichterosive Form der Polyathritis (vorausgesetzt es trifft zu).

    Was ich auf jeden Fall neben einer aprupten Besserung festgestellt hatte, dass sie wieder rosa Zahnfleisch hat. Davor war es sehr hell, weil ihre roten Blutkörperchen sehr gesunken waren.

    Ein großes Blutbild wurde vor genau einem Monat gemacht, es war niederschmetternd, also noch weiter gestiegene Eiweißwerte, weniger Hämatokrit, weniger rote Blutkörperchen, hoher CK-Wert, hoher Entzündungswert. Ich kann auch dieses hier reinstellen, allerdings ist es nun ein Monat alt.

    Was meint ihr?

    Liebe Grüße

  9. #39
    Forum-Team
    Registriert seit
    08.2007
    Ort
    NRW
    Beiträge
    9.407
    Hallo nochmal Heidi!

    Ja, das wäre gut, wenn Du den anderen Befund auch zeigen könntest.

    So gut ist mein Italienisch leider nicht, aber der Befund stellt keine gesicherte Diagnose dar meine ich. Der untersuchende TA hat doch eine internationale Ausbildung lass Dir den Befund doch wenigstens auf Englisch ausstellen.

    Liebe Grüsse

    Andrea

+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •