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Thema: Anaplasmose und Ehrlichiose positiv

  1. #1
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    Anaplasmose und Ehrlichiose positiv




    Hallo, ich bin neu hier im Forum und hätte gerne euren Rat!
    Wir haben einen 8 jährigen kastrierten Rüden aus Ungarn, der seit 3 Jahren bei uns lebt und vorher schon 3 Jahre
    bei einer anderen Familie in Deutschland war. Letzte Woche haben wir ein Blutbild und ein Reiseprofil Ungarn erstellen lassen,
    wie ihr auf den beigefügten Dateien sehen könnt. Leider war das Ergebnis bei Anaplasmose und Ehrlichiose positiv. Allerdings
    ist unser Hund topfit und hat keinerlei Krankheitsanzeichen. Unsere Tierärztin wollte aufgrund der guten Blutwerte und des
    guten Allgemeinzustandes keine Behandlung einleiten, sondern in 3 Monaten erneut testen, um zu sehen wie sich die beiden
    Titer verändern. Ich habe allerdings auch keine Ahnung wie gut sie sich mit den Mittelmeerkrankheiten auskennt. Daher möchte
    ich euch darum bitten, die Werte mal anzuschauen und mir euren Eindruck davon mitzuteilen.
    Vielen lieben Dank im voraus!

  2. #2
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo, ich sehe das wie eure Tieraerztin. Ehrlichiose wurde fraglich getestet, bei Ausbruch wuerden Gesamteiweiß steigen, Albumin sinken, auch zeigt sich oft eine Anämie. Das ist alles nicht zu sehen. Bei Anaplasmose müssten die Thrombos sinken, die sind aber ok. Ich würde aktuell auch nichts an Medikamenten geben und dem Rat eurer Tierärztin folgen.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  3. #3
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    Vielen Dank, Michaela!
    Noch eine Rückfrage. Da wir nie ein akutes Stadium bei unserem Hund erlebt haben, kann man davon ausgehen, dass die Infektion länger zurück liegt, oder?
    Also könnte man nicht davon ausgehen, dass die beiden Titer sinken und die Krankheit verschwindet?

  4. #4
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    Hallo Ulrike!

    Nur einige Formen der Babesiose und Filarien gelten als heilbar. Bei allen anderen Mittelmeerkrankheiten muss man davon ausgehen der Hund ist lebenslang infiziert und es kann auch lebenslang zu einem Ausbruch bzw. Rückfall kommen, weshalb alles, das (unspezifisch) aufs Immunsystem wirken kann, wie Impfungen, Cortison, Zylex**, Echinacea, übermäßiger Stress usw., am besten vermieden werden sollte.

    Bitte wieder melden, wenn nochwas unklar ist

    Liebe Grüße

    Andrea

  5. #5
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    Hallo Andrea,
    vielen Dank! Ich hatte heute einige der älteren Beiträge gelesen und bin genau auf das Problem Impfung und Wurmkur gestoßen und wollte danach fragen. Nach der Blutabnahme für das Blutbild hat meine Tierärztin den Hund geimpft. Eigentlich sollte sie nur Leptospirose impfen, wie ich aber erst zuhause gesehen habe, hat sie es in Kombination mit Zwingerhusten geimpft - was ich gar nicht wollte. Offensichtlich hat der Hund es aber gut verkraftet, da ich gar keine Änderung bei ihm wahrnehmen konnte. Aber nur nochmal zu meiner Sicherheit die Frage: egal wie hoch oder niedrig der Titer ist, man soll Impfung und Wurmkur eher lassen? Kennst du evt eine natürliche Alternative zur chem. Wurmkur?
    Danke und liebe Grüße,
    Ulrike

  6. #6
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    Hallo nochmal!

    Wenn Impfungen bei Infektionskrankheiten zu Problemen führen, passiert das idR ca. 2-4 Monate nach der Impfung!

    Sollten in dieser Zeit Auffälligkeiten auftreten also an die Anaplasmose denken. Auch wiederkehrende oder starke Durchfälle können da z.B. Symptom sein.

    Wichtig ist auch Blutbild und Organwerte kontrollieren zu lassen und, wenn Du Deine Befunde hier wieder zeigen willst, am besten auch die Eiweisselektrophorese mit Kurvendarstellung.

    Ein positiv getesteter Hund benötigt regelmäßige Kontrollen der Blutwerte, da ein Ausbruch der Erkrankung äusserlich lange Zeit symptomlos verlaufen kann. Eine Anämie z.B. oder angegriffene Nieren bemerkt man sonst meist erst im fortgeschrittenen Stadium.

    Der Titer ist nur, im positiven Fall, zur Diagnosestellung wichtig. Wie sich der Titer entwickelt, ist individuell und verläuft nicht parallel zu einem Krankheitsausbruch o.ä.

    Euer Hund ist ja auch nicht mehr ganz jung. Da sind Blutkontrollen ja eh nicht verkehrt.

    Liebe Grüße

    Andrea
    Geändert von Charlie (30.06.2020 um 20:10 Uhr)

  7. #7
    Forum-Team Avatar von henri
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    Wenn der Hund Würmer hat, würde ich ihn auch entwurmen. Es nützt ja nichts, gerade Darm und Immunsystem hängen ja zusammen.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  8. #8
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    Hallo Andrea,
    da muss ich jetzt zu meinem besseren Verständnis nochmal nachfragen. Unsere Tierärztin will in 3 Monaten nochmal ein Blutbild machen und den Titer anschauen und geht davon aus, dass ein sinkender Titer bedeutet, dass die Infektion bekämpft ist/wird. Da liegt sie dann also falsch? Du hast ja geschrieben, dass sich der Titer nicht parallel zum Krankheitsausbruch entwickelt.
    In welchen Abständen würdest du Blutbild etc erstellen lassen?
    Danke und viele Grüße,
    Ulrike

  9. #9
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    Hallo Ulrike!

    In 3 Monaten erst kontrollieren, wenn der Hund grade erst geimpft wurde, man noch nicht weiss "wie frisch oder alt" die Infektion ist und auch eine erhöhte Lipase vorliegt? Ne, das wäre nichts für mich.

    Wenn es mein Hund wäre, würde ich aufgrund der Impfungen nach 7-8 Wochen kontrollieren. Bei Auffälligkeiten natürlich früher. Je nach Ergebnis legt man dann das nächste Intervall fest. Titerkontrolle würde ich mir sparen, aber davon wirst Du Deine TÄ vermutlich nicht überzeugen können Oder fahrt Ihr ins Ausland in Urlaub? Was war denn eigentlich der Grund für die Tests nach 3 Jahren bei Euch?

    Richtig, die Titerhöhe sagt in der Regel nichts über den Verlauf der Infektion aus. Bei grenzwertigem Titer kann z.B. eine Titerkontrolle sinnvoll sein, um eventl. festzustellen, ob eine Neu-Infektion vorliegen könnte. Aber nicht Monate, sondern wenige Wochen nach dem ersten Test. Schau mal in die Anmerkungen des Labors. Oft werden dort Empfehlungen gegeben. Zu Anfang einer Infektion werden noch nicht so viele Antikörper gebildet, einige Zeit später werden es oft mehr. Zuvor grenzwertige Titer können dann beim Nachtest positiv ausfallen. Das sagt aber auch nichts über den Verlauf aus.

    Liebe Grüße

    Andrea
    Geändert von Charlie (01.07.2020 um 20:55 Uhr)

  10. #10
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    Hallo Andrea,

    1)wg. des erhöhten Lipase Wertes hatte die Tierärztin noch einen Wert für die Bauchspeicheldrüse nachgefordert und uns dann angerufen, dass die Bauchspeicheldrüse in Ordnung sei.
    Kann der Wert noch eine andere Bedeutung haben?

    2) Nein, wir fahren nicht ins Ausland und die 3 Jahre, die er bei uns ist, war er auch nie im Ausland. Daher vermuten wir ja auch, dass es eine ältere Infektion ist.
    Woran erkennt man denn genau, ob die Infektion frisch oder alt ist?

    3) Letztes Jahr im Sommerurlaub (in Norddeutschland) mussten wir eine Zahn-Op bei Curtis durchführen lassen. In dem Zusammenhang wurde ein großes Blutbild gemacht. Die dortige Tierärztin sagte uns damals, dass die Werte von Leber und Niere nicht ganz so gut seien und dass er möglicherweise eine Mittelmehrkrankheit hätte, die sein Immunsystem aber wohl gut im Griff hätte. Sie riet uns, gelegentlich ein Reiseprofil machen zu lassen.
    Das hatten wir dann leider erstmal wieder vergessen, da der Hund auch immer topfit war. Als wir dann jetzt ein Blutbild machen lassen wollten, fiel uns das wieder ein und wir haben das Reiseprofil mit angefordert.

    4) Wir kommen aus Solingen/NRW. Kennt hier vielleicht jemand eine/n Tierarzt/in aus dem Umkreis, die sich gut mit diesen Krankheiten auskennt?

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Ulrike

  11. #11
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo Ulrike, ich würde den Tierarzt nicht wechseln. Deine Tierärztin scheint doch auf Zack zu sein und man braucht den TA ja auch für viele andere normale Probleme.

    Durch das Coronavirus haben wir alle ja in den letzten Monaten viel gelernt, bei den bakteriellen Erkrankungen ist es genauso. Zuerst erfolgt die Ansteckung und erst Wochen später folgt die Antikörperproduktion. Also wenn Antikörper da sind, ist es eine ältere Infektion. Die Ehrlichiose muss bei eurem Curtis allerdings sehr alt sein, weil es bei uns die Überträgerzecke nicht gibt. Mit Anaplasmose können sich unsere Hunde hier in D jederzeit reinfizieren, da ist die Übertrâgerzecke hier heimisch.

    Sorgen mache ich mir um die Ehrlichiose, weil die tückisch ist und in Schüben verläuft. Bei Curtist ist der Titer aber fraglich, nicht positiv. Da würde ich unbedingt nochmal nachtesten lassen. Was war das denn für ein Labor? Evtl Idexx? Das sieht aus wie Elisa Tests. Daher würde ich noch mit einem anderen Testverfahren nachtesten. Das nennt sich IFAT. Ich meine Laboklin bietet den IFAT bei Ehrlichiose an. Bin mir aber nicht sicher, kann das auch nicht googlen, bin im Urlaub und habe schlechtes Internet. Bespricht das doch mal mit eurer TÄ.
    Geändert von henri (02.07.2020 um 13:21 Uhr)
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  12. #12
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    Hallo Ulrike!

    Was Michaela zum Ehrlichiose-Titer meint: Der aktuelle Test ist grenzwertig. Mit einem steigenden, also dann eindeutig positiven, Titer darf man bei einer Kontrolle des Tests nicht rechnen, da es sich um eine alte, aus der Heimat mitgebrachte, Infektion handelt. Um in so einem Fall zu versuchen eine Infektion eindeutig nachzuweisen oder auszuschließen, wählt man ein anderes Testverfahren. Das hat also nichts mit der Titerkontrolle zu tun, die Dein TA vorschlägt. Es geht darum grundsätzlich Erregerkontakt zu klären.

    Wie man sich nun entscheidet, ist individuell, also womit man sich sicherer fühlt z.B.

    Jetzt noch zu Deinen neuen Infos:

    Kannst/Willst Du die Befunde aus dem Urlaub und von der Pankreaskontrolle auch einstellen? Oder auch in der Zwischenzeit erstellte. Da kann man vielleicht eine Entwicklung sehen.

    Alle Mittelmeerkrankheiten können zu einer Anämie führen oder die Organe angreifen, zu erhöhen Nierenwerten z.B. führen. Auch eine erhöhte Blutungsneigung durch verminderte Thrombozyten ist möglich bei einem Ausbruch. D.h. man bemerkt lange Zeit nicht, ob ein Hund aktiv erkrankt ist, also behandlungsbedürftig oder nur infiziert und ansonsten mit den Erregern zurecht kommt. Man sollte sich also nie allein vom äusseren Eindruck des Hundes abhängig machen

    Liebe Grüße

    Andrea

  13. #13
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    Hallo zusammen,

    hier sind die Befunde aus Juli 2019.
    Heute abend ruft meine Tierärztin zurück und ich hoffe, sie überzeugen zu können noch den IFAT Test zu machen.




  14. #14
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    Hallo nochmal!

    Was bei den Befunden aus dem letzten Jahr auffällig ist, ist der stark erhöhte SDMA. Das ist ein Frühmarker zur Erkennung von möglichen Nierenschäden. Ein einmalig erhöhter SDMA ist zunächst nicht besorgniserregend, aber ein Grund für eine Nachkontrolle. Den SDMA würde ich also bei der nächsten Kontrolle auch anfordern. Im aktuellen Juni-Befund ist er nicht enthalten.

    Der Hämatokrit war leicht erniedrigt. Das kann ein Hinweis auf eine überstandene oder auch beginnende Anämie sein, aber auch ganz harmlos sein ("Tagesform").

    Die Thrombozyten waren erniedrigt. Ebenfalls ein möglicher Hinweis auf eine aktive parasitäre Erkrankung.

    Auch der Schilddrüsenwert T4 ist ziemlich niedrig. Da kann eine Kontrolle auch sinnvoll sein.

    Gesamteiweiss, Globuline und der AG-Quotient (Albuminwert:Globulinwert ) sind aber in der Norm gewesen. Das ist gut.

    Liebe Grüße

    Andrea
    Geändert von Charlie (02.07.2020 um 19:02 Uhr)

  15. #15
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    Hallo zusammen,

    also ich habe heute mit der Tierärztin gesprochen und ihr meinen Wunsch nach einem 2. Test erklärt. Sie war davon überhaupt nicht überzeugt, ist aber bereit unserem Wunsch zu entsprechen und uns zu unterstützen. Sie hat sich im Labor erkundigt, welcher Test durchgeführt wurde und wie ihr richtig vermutet habt, war es ein ELISA Test. Ich habe eben mit Laboklin telefoniert und dort hat man mir gesagt, dass sie den IFAT Test machen können. Am kommenden Dienstag gehen wir dann zur Blutabnahme und dann werde ich euch später das Ergebnis hier einstellen.
    Unsere Tierärztin geht wohl von ganz anderen Grundannahmen aus, als die Experten hier im Forum, z.B. dass Ehrlichiose gut behandelbar und vollständig heilbar ist und dass die Blutwerte von Curtis so gut sind, dass man sich entspannen kann. Ich finde es dann schon schwierig mit ihr zu sprechen ohne besserwisserisch zu erscheinen. Aber letztlich hat es ja ganz gut geklappt und ich fand es super, dass sie auf uns eingeht, obwohl sie eine andere Meinung vertritt.
    Schönes Wochenende und viele Grüße,
    Ulrike

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