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Thema: Überstandene Anaplasmose

  1. #1
    registrierter Teilnehmer Avatar von Der Jupp
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    Überstandene Anaplasmose

    Guten Tag, ich bin Nina mit Jupiter (der Jupp) und durch eine Empfehlung im Gesunde Hunde Forum hier gelandet. Anfang des Jahres waren die letzten Tage unseres älteren Shelties und die ganze Familie war emotional recht aufgelöst, der zweite Sheltie stellte einen Tag vor dem Einschläfern auch das Fressen ein und wir dachten uns nicht so viel dabei, er ist sowieso ein sehr sensibler Kollege. Am Tag nach dem Einschläfern bin ich dann zum TA, weil es mir doch spanisch vorkam und er 39,5 Temperatur hatte. 7 anstatt Durchschnitt 250 Thrombozyten. Als die Tierärzting sagte, sie habe sehr schlechte Nachrichten für mich und es könne sein, dass er jederzeit stirbt, fühlte ich mich, als sei mir der Boden unter den Füßen weggezogen worden. Doxy und Cortison, 3 Tage später Thrombozyten schon auf 72, dafür massiv hohe Entzündungwerte, Anaplasmen-Ausstrich negativ. Nach einer Woche fing er wieder an zu fressen, er hat das Doxy 2,5 Wochen lang bekommen und das Cortison habe ich langsam ausgeschlichen. Er ist wieder topfit und die Blutuntersuchung von vor 5 Tagen ergab Thromozyten 297 und der Rest fast alles im Normbereich. Anaplasmen AK 2,1

    Was würde jetzt noch ein PCR-Test bringen?

    Ein Problem: Wir wandern nächstes Jahr nach Südfrankreich aus und werden mitten in der Natur (mit Unmengen von Zecken) wohnen. Meine Tierärztin hat mich eindringlich vor einer Neuinfektion gewarnt und mir vernünftige Bißprophylaxe ans Herz gelegt. Ich bin noch nicht dazu gekommen, mich durch hier durch alles zum Themen durchzulesen, weil ich für die Suchfuntion noch nicht freigeschaltet bin.

    Viele Grüße
    Nina

  2. #2
    Forum-Team Avatar von Dori13an
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    Hallo liebe Nina und hier im Forum,
    die erfahrenen Foris werden sich bestimmt bald melden
    Befunde Flocke
    Liebe Grüße
    von Angelika und Flocke und im Herzen Nala immer mit von der Partie...
    wir sind in 82541 Münsing am Starnberger See

    Gutes tun, fröhlich sein und die Spatzen pfeiffen lassen

    http://www.leishmaniose-forum.com/sh...p?23826-Flocke

  3. #3
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    Hallo Nina!

    Willkommen im Forum

    Schön, dass es wieder besser geht! Bei welchem Labor wurde denn der Anaplasmose-Test erstellt mit welchem Referenzbereich? Er scheint negativ zu sein?

    Wenn der Jupp sich nur bei Euch infiziert haben kann und nicht im Urlaub im Süden, bringt Euch eine PCR zum jetzigen Zeitpunkt nichts Neues. Zumindest nicht, wenn sie negativ ausfällt, was wahrscheinlich ist, da Anaplasma phagocytophilum idR vor allem in der Frühphase der Infektion im Blut nachweisbar ist. Es ist also sehr wahrscheinlich nach Doxy erhaltet Ihr eine negative PCR.

    Liegt dagegen bei Diagnose eine positive PCR vor, sollte diese gegen Ende der Doxy-Behandlung wiederholt werden, um einen ausreichenden Therapierfolg zu überprüfen.

    Anaplasma platys, die im Süden verbreitete Form, kann aber in Schüben auftreten und wird (fast) immer per PCR diagnostiziert und kontrolliert.

    Ich hoffe das war soweit verständlich, Du scheinst ja schon recht fit zu sein mit der Infektion Sonst einfach weiter fragen.

    War er denn auch anämisch? Cortison ist eigentlich unüblich bei Anaplasmose (oder kontraindiziert), es sei denn bei Verdacht auf Immunhämolytische Anämie.

    Wenn Ihr nach Frankreich auswandert, wäre es am besten sich mit umfangreichen Schutz- und Vorbeugemassnahmen (spezielles Mückennetz, Beleuchtung, Schlafplatz etc.) vertraut zu machen, da sich Euer Hund mit Leishmaniose, Herzwürmern, Hautwürmern und weiteren Filarienarten, Ehrlichiose, Anaplasmose, Rickettsiose, Hepatozoonose usw. infizieren könnte. Auslandshunde können schwerer erkranken als im Süden heimische Hunde. Benötigt werden also Mittel, die gegen Sandmücken, "normale" Mücken, Zecken und Filarien-Larven wirken, was mindestens zwei Mittel bedeutet. Dazu kannst Du Dich auch über die kostenpflichtige Hotline von Parasitus Ex e.V. zu den neuesten Empfehlungen beraten lassen.

    Müsst Ihr zur Ausreise impfen? Das kann leider einen erneuten Anaplasmose-Ausbruch auslösen.

    Liebe Grüsse

    Andrea
    Geändert von Charlie (27.02.2021 um 18:15 Uhr)

  4. #4
    registrierter Teilnehmer Avatar von Der Jupp
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    Lieben Dank für die schnelle Antwort!
    Die letzte Untersuchung wurde von Snylab Hamburg gemacht. Das steht auf dem Bogen:
    Anaplasmaphagozyt-Ak- Ergebnis: 2,1 Einheit: Ratio Referenzbereich: <0,8 Methode EIAa
    Im Januar wurde im Akutstadium der Blutausstrich mit negativem Blutparasiten-Befund bei Idexx gemacht. Das Cortison hat er bekommen, weil beide Tierärztinnen aufgrund der Blutergenissse nicht ausschließen konnten, dass es sich um ein Autoimmungeschehen handelt. Erythrozyten waren bei der allerersten Untersuchung auf 2,77, Hämatokrit 18,1 und Hämoglobin auf 6,4, alles auf der Hälfte der Untergrenze.
    Er kann sich aber tatsächlich Weihnachten in unserem neuen Zuhause infiziert haben, ich war 3 Tage da... Ich habe mich noch nicht darüber ekundigt, wie es bei der Umsiedlung ist, habe vor einigen Jahren schon einmal in F gelebt und da war es kein Thema mit einer verpflichtenden Impfung. Ist ja zum Glück noch ein bischen hin.
    Danke für den Tipp mit Parasitus Ex!

    Habe ich das richtig verstanden: Der Körper wird die Anaplasmen sowieso nicht wieder los (dass da was war, zeigt der Ak-Test) und es kann durch was auch immer wieder zu einem Aubruch kommen. Der PCR sagt aus, ob Genmaterial im Blut zu finden ist und bei einer hohen Anzahl würde man noch weiter Doxy geben, auch wenn der Hund symptomlos ist und gute Werte hat? Und bei einem niedrigen hoffen, beten und auf immunfördernde Maßnahmen und soliden Parasitenschutz achten?

    LG Nina

  5. #5
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo Nina, in der Literatur findet man den Hinweis, dass die Wissenschaftler nicht sicher garantieren, dass die Anaplasmen zu 100 Prozent vom Doxy eliminiert werden. Wobei ich letztens noch eine Publikation von Pantchev gelesen habe, wo er auf Grund vieler Fälle vermutet, dass die Anaplasmose erst bei mehrmaliger Reinfektion ausbricht. Normalerweise schafft es das Immunsystem des Hundes alleine mit den Erregern fertig zu werden, erst bei mehrmaliger Reinfektion bricht sie bei einigen Hunden aus.

    Und da ist der dramatische Abfall der Thrombos das Leitsymptom. Da sich jeder unserer Hunde jederzeit durch Zecken neu infizieren kann, würde ich bei deinem Hund auch auf eine sorgfältige Zeckenprophylaxe achten.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  6. #6
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    Hallo nochmal Nina!

    Ah, Synlab hatte ich jetzt nicht auf dem Schirm. Stimmt, sie haben einen recht niedrigen Referenzbereich. Ja, das waren dann schon dramatische Blutwerte. Der sehr niedrige Hämatokrit kann schon den Einsatz von Cortison rechtfertigen.

    Für den Grenzübertritt benötigt man eine gültige Tollwut-Impfung.

    Wurde denn ein Frankreich-Profil erstellt, also auf alle dort verbreiteten Mittelmeerkrankheiten getestet? Oder nur gezielte Einzeltests? In dem Fall würde ich sicherheitshalber ein komplettes Profil erstellen lassen. Mehrfach-Infektionen sind verbreitet.

    Ja, heute geht man davon aus auch Anaplasmose ist nicht zuverlässig heilbar. Ihr habt aber gute Karten, da er akut erkrankt war und Ihr gleich behandelt habt.

    Richtig, wenn man zu Ende der vorgesehenen Behandlungsdauer noch Erreger-DNA per PCR nachweisen kann, kann die Therapie mit Doxy verlängert werden. Hier im Forum sehen wir das aber sehr selten, da die meisten Hunde hier schon länger zurückliegende Infektionen haben und die Erreger dann in den meisten Fällen nicht mehr im Blut nachweisbar sind per PCR. Da Dein Hund schon Antikörper gebildet hat, wäre bei ihm auch eine negative PCR sehr wahrscheinlich gewesen. Die PCR ist normalerweiese ein Testverfahren zur Früherkennung. Ein Blutausstrich zeigt auch nur ganz kurz nach Infektion die typischen Auffälligkeiten (Morulae). Bei der Anaplasmose-PCR wird idR nur ein positives oder negatives Ergebnis, nicht aber im positiven Fall die Anzahl der Erreger, ermittelt.

    Für's Immunsystem sollte man nicht mehr tun als dem Hund ein artgerechtes Leben mit gutem Futter und Liebe ohne (Dauer-)Stress ermöglichen. Ausserdem Impfungen und das Immunsystem unspezifisch pushende (Zylex**, Echinacea etc.) oder unterdrückende Mittel (wie Cortison z.B.) so weit wie möglich meiden. Damit liegen jedenfalls hier die besten Erfahrungen vor.

    Liebe Grüsse

    Andrea
    Geändert von Charlie (27.02.2021 um 20:13 Uhr)

  7. #7
    registrierter Teilnehmer Avatar von Der Jupp
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    Ich bin wirklich froh, dass ich euch gefunden habe! Lieben Dank für die Antworten und Hinweise. Ich spreche mit meiner TÄ nochmal über die Mittelmeerkrankeheiten und lasse das mit dem PCR jetzt erst einmal sein und wühle mich durch die Zeckenprophylaxe-Möglichkeiten. Er schläft nämlich bei uns mit im Bett und wird vieeel gekuschelt und deswegen bin ich bei so etwas wie zB Sclaibor etwas zurückhaltend. Jupiter wird gebarft und wurde die letzten Jahre nicht geimpft, ich arbeite hauptsächlich auf unserem Hof, er ist so gut wie nie alleine und führt ein gutes Leben, würde ich jetzt mal sagen

    Liebe Grüße
    Nina

  8. #8
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    Hallo Nina!

    Wir hatten hier schon Hunde, die in Frankreich lebten und leider sehr schwer an Mehrfachinfektionen erkrankten auch adoptierte Hunde aus Frankreich. Auf natürliche Prophylaxe allein würde ich mich daher nicht verlassen. Auch die chemischen Mittel, von denen Scalibor allein auch nicht ausreicht, schützen nicht zu 100 %. Diverse "Schlucktabletten" kommen gar nicht in Frage, da sie den Biss / Stich nicht verhindern und daher auch keine Infektion! Spot-Ons sind natürlich auch nicht angenehm, wenn der Hund im Bett schläft. Aber ich hoffe Ihr findet eine einigermassen sichere Lösung.

    Liebe Grüsse

    Andrea

  9. #9
    registrierter Teilnehmer Avatar von mamajuul
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    Hallo Nina,

    wir hatten phasenweise drei Hunde, die alle Scalibor-Bänder immer getragen hatten. Da wir bis Corona regelmäßig in F, vornehmlich Bretagne, unterwegs waren, sind wir von Scalibor sehr überzeugt.
    Unser Joy, notorischer bei uns im Bettschläfer, trägt Scalibor nach Anleitung, ohne dass es uns stört.
    In F sind diese Bänder viel viel mehr als bei uns vertreten.

    In welche Region wandert ihr aus?
    Viele Grüße

    Marlies und Ulrich mit Joy
    und im Gedenken an unsere verstorbenen Fellnasen Dino, Maya, Lea und Juanca

    Befunde Juanca Befunde Maya Befunde Lea Befunde Joy

    Bilder und Tagebuch von Juanca, Maya, Lea und Joy

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