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Thema: Leishmaniose IMMER behandlungsbedürftig?

  1. #1
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    Leishmaniose IMMER behandlungsbedürftig?

    Hallo zusammen,
    Ich interessiere mich sehr für einen Hund aus dem Spanien. Er lebt schon auf einer Pflegestelle in DE und scheint wirklich super zu uns zu passen. Er ist vor Ausreise positiv auf LM getestet worden, wobei er aber laut Aussage des TS-Vereins keine Medikamente braucht, da seine Werte so gering sind.

    So eine Aussage konnte ich bei meinem Recherchen bisher im Internet aber nicht finden. Daher wollte ich mal hier bei den Profis nachfragen. Kann das so sein?
    Können sich die Werte denn jederzeit "aus dem Nichts" verschlechtern, so dass er Medis brauchen wird, oder kann man das zb durch die Ernährung gut eingrenzen?

    Ich finde überall nur widersprüchliche Aussagen, und bitte um Erfahrungswerte

    Liebe Grüße

  2. #2
    Forum-Team Avatar von henri
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    Hallo, also grundsätzlich kann eine Leishmaniose jederzeit ausbrechen. Aber wir haben schon Hunde im Forum, die positiv getestet worden sind und nie Medikamente brauchten. Das kann man aber leider nicht vorhersehen. Auf jeden Fall sollte man am Anfang, also die ersten Jahre nach Einreise enger die Werte kontrollieren, was auch mehr Kosten bedeutet. Also ich würde schon so ca. 3 Kontrollen pro Jahr empfehlen die ersten 3 Jahre. Danach evtl. 2, das muss man abwarten.

    Freut mich jedenfalls sehr, dass du dich alleine vom positiven Testergebnis nicht abschrecken lässt und dir zuerst weitere Infos besorgst. Ich würde ihm ja sehr wünschen, dass er ein eigenes Zuhause findet, denn Leishmaniose schreckt halt auch viele Interessenten ab. Seit wann ist er denn auf der Pflegestelle? Oft bricht eine Leishmaniose kurz nach Einreise aus, weil die Hunde solch einem Umzugsstress ausgesetzt sind, sie verlieren ihr bekanntes Zuhause, auch wenn es nur das Tierheim war, aber sie kannten ja nichts anderes. Dann die Impfungen zur Ausreise, der Transport, das alles beeinflusst das Immunsystem und der eine Hund steckt alles gut weg und der andere nicht.

    Und ja, ein sicheres Zuhause, gutes Futter, geliebt werden, alles das trägt dazu bei, dass eine Leishmaniose ruhig bleiben kann, aber es kann alleine keinen Ausbruch verhindern, wenn die Veranlagung da ist. Mit Veranlagung meine ich das Immunsystem, das über den Ausbruch und seine Intensität entscheidet. Und ja, dann kann die Leishmaniose "aus dem Nichts" ausbrechen, trotz gutem Futter etc. Das liegt alleine an der Immunantwort und da ist sich die Wissenschaft nicht sicher, warum der eine Hund mit einer TH1 Immunantwort auf die Erreger reagiert und der andere mit einer TH2 Immunantwort.

    Da gibt es immer mal wieder Versuche diese Immunantwort durch Medikamente, oder Nahrungsergänzungsmittel zu beeinflussen, aber da kann ich nicht bestätigen, dass es hier im Forum zu Erfolgen geführt hat. Man kann eher den Wissenschaftlern zustimmen, dass der Hund individuell reagiert und mal gut und mal schlecht mit den Parasiten zurecht kommt und man das so akzeptieren muss.

    Wenn es bereits Befunde des Hundes gibt, dann frag doch mal, ob sie dir die schicken können, dann gucken wir mal gemeinsam drauf.
    Geändert von henri (21.08.2021 um 02:02 Uhr)
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  3. #3
    Moderatorin Avatar von Marion/Grappa
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    Liebe(r) Unbekannte(r),

    grundsätzlich kann die Behandlungsbedürftigkeit nie allein aufgrund der Höhe des Antikörper-Titers beurteilt werden. Der Wert zeigt erstmal nur an, daß eine Infektion stattgefunden hat.
    ************************* ************

    Liebe Grüße von Marion
    mit Grappa, Nelly,Rosi Moser
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  4. #4
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    Danke sehr für die Antworten =)

    Woran genau macht man denn fest dass ein Hund dann Medis braucht?

    Er ist erst seit zwei Wochen in DE. Zu allem Übel hat er auch noch Zwingerhusten mitgemacht, also sein
    Immunsystem ist wohl ziemlich angeschlagen.

    Bevor ich ernsthaft darüber nachdenke ihn zu adoptieren, will ich erst genau wissen was da im schlimmsten Fall auf mich zukommen könnte.
    Sagen wir, die LM bricht aus. Was genau bedeutet das? Was sind so die ersten Anzeichen, bei denen ich zum TA sollte? Kann sich das wieder so einstellen dass er wieder keine Medis braucht?
    Und im aller schlimmsten Fall, welche Kosten können ca auf mich zu kommen, wenn die LM wirklich stark ausbricht?

    Und noch eine Frage. Ich habe eine Golden Retriever Hündin, die ist bisschen sensibel. Mal Bindehautentzündungen, mal Magen Darm, aber nichts wirklich ernsthaftes. Könnte es auch so weit kommen, dass der Rüde durch die LM so anfällig wird oder ist, dass er auch "dauernd" Infekte mitbringt und dann eben beide Hunde flach liegen?

    Ich bin noch total unwissend auf dem Gebiet. Ich will nicht mit meinen ganzen Fragen nerven, aber ich möchte mich richtig informieren und nicht einfach so "ach das wird schon" ran gehen.
    LG

  5. #5
    Forum-Team Avatar von henri
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    Also wir haben hier ja viele Hunde, bei denen die Leishmaniose ausgebrochen ist. Das bedeutet idR alle 3 Monate Kontrolle, also Blut abnehmen und Laborwerte erstellen lassen. Kostet bei meinem TA ca. 90 Euro, wobei man auch nicht bei jedem Check alles machen lassen muss, aber ich würde mit mehr rechnen, wenn man es dann nicht braucht, umso besser. Dann ca. 1-2 x pro Jahr eine Urinuntersuchung, kostet jede ca. 50 Euro. Wenns ganz schlimm sein sollte, so dass Allopurinol nicht ausreicht (Allo kostet je nach Gewicht ca. 5 Euro pro Monat), dann braucht man evtl. noch Milteforan, oder Glucantime. Das sind die teuersten Medikamente. Pro 10 kg Hund muss man da mit 100 Euro rechnen. Das wird idR einmal gegeben. Also für einen Hund bis 20 kg kostet das ca. 200. Es kann aber auch sein, dass man es noch ein 2. und auch ein 3. Mal geben muss. Das ist selten, sehr selten, aber dann sollte das Geld dafür doch da sein.

    Also bei den meisten Hunden reicht Allopurinol aus, das verbessert die Werte, so dass viele es irgendwann nach zB 2 Jahren ganz absetzen können. Andere müssen es länger geben. Und bei wenigen Hunden muss man auch mal das teure Medikament geben. Wir haben auch viele Hunde, die seit Jahren kein Allopurinol mehr brauchen, aber das kann man halt nie wissen und für den Fall der Fälle sollte man wissen was auf einem zukommt, genau wie du sagst. Also frag ruhig soviel du willst.

    Generell sind im Krankheitsschub alle Hunde anfälliger. Mein Rüde hat sich nach jeder OP was eingefangen. Mal wars ein Hakenwurm, mal Sarcoptesräude, mal Staphylokokken. Und er kam vom Züchter, war also kein Auslandshund. Aber durch die OP war wohl sein Immunsystem immer neu angeschlagen, so dass Milben und Co leichtes Spiel hatten. Das kann bei einem Leishmaniosehund auch so sein, dass er sich im Schub was einfängt. Aber das überträgt sich nicht auf deine Hündin, sofern sie nicht gerade besonders angeschlagen ist. Ich hatte zu meinem Rüden damals noch 2 andere Hunde, nur er hatte sich Milben und Bakterien eingefangen. Bei Sarcoptes allerdings musste ich alle Hunde zur Vorsicht mitbehandeln. Aber ich schweife ab. Ich wünsche ja deinem auserwählten Hund, dass du dich traust den Kampf gemeinsam mit ihm zu kämpfen. Er hat sich die blöden Parasiten unverschuldet eingehandelt und hats jetzt eh besonders schwer ein Zuhause zu finden. Aber klar, es muss auch finaziell passen, da darf man sich nicht übernehmen, das wird ihm dann auch nicht gerecht.

    Edit: Was ich noch vergessen habe, der Ausbruch der LM kündigt sich zuerst innerlich an. Deshalb sind die Blutkontrollen so wichtig. Wenn man äußerlich was sieht, also zB die typische Brillenbildung, dann ist es innerlich schon viel länger am brodeln. Und diese regelmäßigen Kontrollen sind halt im Endeffekt das teuerste bei einem LM Hund, weil das über Jahre nötig ist. Meine Hündin ist vor kanpp 3 Jahren zu mir gekommen, bei ihr war bisher alles negativ, aber ich war grad letzte Woche wieder los zur Blutkontrolle, weil die Gefahr ja auch bei ihr noch nicht vorbei ist. Ich wechsel bei den Kontrollen ab, mal kleine Kontrolle, mal große, oder 2 x klein, 1 x groß und ich habe diesmal wieder eine kleine Kontrolle machen lassen und pro Hund 55 Euro bezahlt. Sprich, ich habe 2 Spanier und habe 110 Euro bezahlt.

    Ach ja und man muss nach einem halben Jahr nochmal ein Reiseprofil machen lassen, vor allem wegen möglicher Herzwürmer. Das Reiseprofil kostet so ca. 120-130 Euro.
    Geändert von henri (21.08.2021 um 17:34 Uhr)
    Viele Grüße
    Michaela


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  6. #6
    Moderatorin Avatar von Marion/Grappa
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    Anmerkung am Rande: hier nervt KEINER mit seinen Fragen, dazu ist dieses Forum ja da. Grundsätzlich ergibt sich die Behandlungsbedürftigkeit der LM aus der Beurteilung aller von Michaela genannten Blutuntersuchungen. Die Erkrankung verläuft sehr individuell, man kann also keine wirklich ganz genauen Vorgaben, die dann immer zutreffen, machen.
    ************************* ************

    Liebe Grüße von Marion
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  7. #7
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    Danke sehr, das hat mich jetzt schon ziemlich gut aufgeklärt und weiter gebracht😊
    Hier handelt es sich um knapp 50kg Hund. Allopurinol und dazu purinarm füttern wäre ja gar kein Thema, auch die Checkups und das Reiseprofil ist jetzt keine Abschreckung.
    Sollte es mal hart kommen, und er bräuchte das teure Medikament, und dieses dann auch paar mal hinter einander, wäre das in meiner jetzigen Situation schon grenzwertig. Bezahlbar, aber halt "grade so".
    Anderseits... wenn man das teure Medi doch eher selten mal benötigt, und noch seltener auch mehrmals...

    Ich muss da noch eine Nacht drüber schlafen... und ihn persönlich kennenlernen 🙈

  8. #8
    Forum-Team Avatar von henri
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    Ja, überlege es dir. Und es kommt auch auf die Orga an, hier haben einige das teure Milteforan von der Orga für ihren Hund geschenkt bekommen, oder billiger über die Orga. Das kann man sicher auch absprechen, ob das möglich ist im Fall der Fälle.
    Viele Grüße
    Michaela


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