+ Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9

Thema: Rehpischer aus Spanien: Leishmaniose und Ehrlichiose parallel behandeln?

  1. #1
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.2022
    Beiträge
    5

    Rehpischer aus Spanien: Leishmaniose und Ehrlichiose parallel behandeln?

    Hallo liebes Forum,

    wir haben folgende Fragen und folgenden Fall:

    Wir haben einen kleinen Rehpinscher aus dem spanischen Tierschutz, die an Leishmaniose erkrankt ist und gleichzeitig einen sehr hohen Wert an Babesiose und Ehrlichiose-Antikörpern hat. Wir sind sind unsicher, ob der Behandlungsplan unseres TA ok ist, die Leishmaniose und Ehrlichiose parallel und gleichzeitig zu behandeln.

    Hier die Rahmendaten:

    - Rehpinscher aus Spanien - Alter unbekannt - wahrscheinlich zwischen 1-4 Jahre alt
    - Gewicht: 2,4 kg (Mitte Mai) - 2,2 kg (Mitte Juli) - fast 2,5 kg (aktuell Stand 31. Juli) - SOLL-Gewicht: 3 kg
    - In den Tierschutz kam sie im März 2022 - der damalige spanische Bluttest hat keine Auffälligkeiten gezeigt und sie wurde als "gesund" klassifiziert
    - Im März / April wurde sie kastriert / sterilisiert
    - Wir haben sie Mitte Mai 2022 bekommen - da war sie bereits stark abgemagert (wirklich nur Haut und Knochen), war aber aktiv, wach, fröhlich, mit einem extrem gesegneten Appetit augestattet, Fell war gesund und glänzend und sie hat langsam zugenommen
    - Da wir "nur" Pflegefamilie waren, wurde sie Mitte Juni an eine Endstelle vermittelt
    - Mitte Juli haben wir sie zurückbekommen, weil sie nur apathisch war und "dicht gemacht" hat - die Endstellenmutti hat keinerlei Beziehung zu ihr aufbauen können
    - Als wir sie zurückbekamen, war sie noch stärker abgemagert als Mitte Mai und ab der Schulter symetrisch vollständig kahl, das Fell war stumpf - ebenfalls kahl waren Schwanz, Kopf und Ohren (diese waren noch nicht verkrustet oder ausgefranst). Sie hat stark nach Urin gerochen, was wir darauf geschoben haben, dass sie in ihr Körbchen Pipi gemacht hat und das von der Endstellenmutti nicht bemerkt wurde (diese Angewohnheit hatte sie bei uns in den ersten vier Wochen)
    - Wir sind sofort zum TA und haben ein großes Blutbild machen lassen
    - Aufgrund der (schlechten) Werte hat unser TA sofort auf Reisekrankheiten testen lassen inkl. Eiweißelektrophorese und PCR-Test für Babesiose und Ehrlichiose
    - Aktuell wird die Kleine mit Alluporinol behandelt (seit einer Woche, 1/4 Tablette / Tag, da sie noch so wenig wiegt, 2,4 kg)
    - Sie ist weiterhin wach, fröhlich, aktiv, verspielt, das Fell fängt an zu glänzen, die kahlen Stellen wachsen noch nicht nach, aber ihre Haut weist keine Schuppen oder Exkzeme auf, die hat keine Brillenbildung, nur ganz minimal verschorfte Ohrenränder, wenn man mit der Lupe draufschaut
    - Ihr Körpergeruch, der extrem unangenehm war, als wir sie erstmals bekamen und von der Endstelle zurückbekamen ist verflogen (ohne Baden)
    - Wir füttern übrigens purinarm und extrem hochwertig, mit Ölen, Ei, Kräutern Gemüse etc.
    - Wir vermeiden jeglichen Stress und achten auf einen ruhigen, geregelten Tagesablauf

    Symptome in der Übersicht:
    - Starkes Untergewicht (sie nimmt seit der Gabe von Allo und seitdem wir verstärkt Nudeln, Reis und Kartoffeln zugeben, endlich langsam zu
    - Stumpfes Fell (bis Mitte Juli - es glänzt nun wieder)
    - Kahlheit symmetrisch ab Schulter, am Oberkopf und an den Ohren und dort, wo das Geschirr aufliegt (wir wechseln das Geschirr tgl. und haben ausschließlich weiches Welpengeschirr, das nicht aufträgt)
    - Anfangs unangenehmer Geruch nach Urin / Ammoniak (Hinweis: Alle Hunde aus dem Tierheim haben nach dem Transport aus Spanien so gerochen, insofern war das für uns noch kein Warnzeichen)
    - Sie ist aktiv, frisst, bewegt sich viel, spielt, ist fröhlich und gelöst, hat IMMer Hunger, trinkt ausreichend - von ihrem Verhalten her scheint sie gesund
    - Sie hat nei Symptome von Ehrlichiose oder Babesiose gezeigt

    Ihre Befunde - interpretiert von unserem TA:
    - Hohe Antikörperwerte für Leishmaniose, Babesiose und Ehrlichiose - schlechte Nierenwerte deuten auf Nierenversagen hin (UPC-Wert wird aktuell noch ermittelt)
    - PCR-Test auf Babesiose und Ehrlichiose ist negativ
    - Eiweißelektrophorese deutet ebenfalls auf Leishmaniose-Erkrankung hin
    - Obwohl im März 2022 in Spanien nicht auffällig für eine der Reisekrankheiten getestet, ist sie stark an Leishmaniose erkrankt mit geringen Überlebenschancen - das sehe ich anders - logisch - ich kämpfe mit ihr!!!
    - Möglicherweise hat der Stress des Umzugs und der Kastration und Vermittlung an eine nicht geeignete Endstelle einen schweren Schub ausgelöst

    Behandlungsplan unseres TA:
    - Allopurinol 1/4 Tablette / Tag
    - In 2 Wochen zusätzlich: Milteforan
    - Parallel: Leisguard (Hier haben wir Zweifel, da Leisguard ausdrücklich nur bei milden Symptomen parallel zu Allo verabreicht werden soll und laut unserem TA ist sie SCHWER krank und dem Tod näher als dem Leben)
    - Parallel: Ehrlichiose behandeln mit Doxycyclin und einem Mittel gegen Übelkeit (Hier haben wir Zweifel, da wir gelesen haben, dass Milteforan nicht im Kombination mit einem Mittel gegen Übelkeit verwendet werden sollte und wir glauben: Diese Hammerbehandlung packt ihr Körper nicht)

    Unsere Fragen:
    - Wir würden nur mit Allo und Milte erstmal die Leishmaniose stabilisieren
    - In 4 Wochen lassen wir Blutund Urin erneut untersuchen
    - Sollte sie sich stabilisieren und ihre Werte besser sein, haben wir nichts dagegen, zusätzlich die Ehrlichiose mit Doxycyclin und einem Mittel gegen Übelkeit zu behandeln, aber erst, sobald die Behandlung mit Milteforan abgeschlossen ist
    - Dann würden wir Leisguard als Unterstützung geben, aber auch erst dann, wenn ihre Leishmaniose-Werte besser sind

    Ihre Befunde:













    Wir danken euch vielmals für euren Rat. Übrigens: WIR SIND JETZT IHRE ENDSTELLE Die kranke Maus gehört zu uns und wir gehen mit ihr jeden Weg, den sie uns mit ihr gehen lässt.

    Nikki mit Amelie (kranker "Flohzirkus"), Eny (Rehpinscher) und Lotti (Rehpinscher-Chihuahua)

  2. #2
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.2022
    Beiträge
    5
    Noch ein Befund (konnte nur 7 von 8 Bildern hochladen)

  3. #3
    Forum-Team Avatar von henri
    Registriert seit
    07.2004
    Ort
    Unna/NRW
    Beiträge
    14.356
    Hallo Nikki, herzlich willkommen. Das ist ja wunderbar, dass Amelie nun ganz zu euch gehört. Toll, dass du zusammen mit ihr den Leishmanien den Kampf angesagt hast. Die sollen richtig eins auf den Deckel bekommen und schlechte Prognosen mit frühem Tod werden nicht akzeptiert. Sehr gut, dass du mit der Allogabe schon den Kampf aufgenommen hast.

    Die Dosis ist mir nicht ganz klar, du hast wahrscheinlich die 100er Tabletten? Eine Viertel wären ja nur 25 mg. Oder gibst du 2 x eine Viertel? Bei einem Gewicht von ca. zweieinhalb Kilo sollte sie 50 mg täglich bekommen, also 2 x 25 mg wären richtig. Gibst du nur 25 mg, dann wären das ja pro kg nur 10 mg Allo. Das ist zu wenig. Man kann grob sagen, dass 10 mg die Werte halten, also dass sie nicht schlechter werden und ab ca. 15 bis 20 mg/kg verbessern sich die Werte.

    Die Blut- und Organwerte finde ich gar nicht schlecht. Schlecht sind die typisch bei Leishmaniose veränderten Eiweißwerte. Da steht oben in der klinischen Chemie das Gesamteiweiß mit 9,6 und unten in der Serumelektrophorese stehen 8,9, daher ist da das Albumin auch niedriger. War denn die Nachbestellung aus der gleichen Probe? Kannst du vielleicht kurz schreiben, wie der Ablauf war? Also Blut abgenommen, dann LM positiv und wann wurde die Elektrophorese nachbestellt?
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  4. #4
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.2022
    Beiträge
    5
    Hallo Michaela,

    vielen Dank für deine lieben und aufmunternden Worte!
    Wir haben Allo 100mg und erhöhen nun auf 2x 1/4-Tablette am Tag, d.h. 50mg / Tag. Deine Empfehlung deckt sich mit der unserer TA - die hat nämlich gerade angerufen und durchgegeben, dass Amelies Nierenwerte ok sind.

    Die Frage, die ich noch offen habe:

    1. Sollen wir parallel mit der Behandlung gegen Ehrlichiose starten? Hier würde sie 1/2 Tablette Doxycyclin / Tag bekommen und evtl. noch ein Mittel gegen Übelkeit.
    2. Sollen wir mit Leisguard warten, bis ihre Werte stabiler sind? Das wäre mein Empfinden nach allem, was ich über Leisguard gelesen habe....

    Wie gesagt: Erneute Untersuchung von blut, Urin und Eiweißelektrophorese ist am 22.08.

  5. #5
    Moderatorin Avatar von Marion/Grappa
    Registriert seit
    04.2010
    Beiträge
    4.727
    Hallo Nikki,

    im Forum.

    Ich teile Deine Bedenken bezüglich Leisguard, es wird nicht im akuten Schub empfohlen. Wir konnten hier generell keine Verbesserung durch Leisguard-Gabe feststellen, manchmal sogar Verschlechterungen der Krankheitsverläufe (wobei man natürlich ind diesen Fällen nicht weiß, ob das nicht ohne Leisguard ebenfalls passiert wäre).

    Wenn Du die Gabe des Doxy gut managst, brauchst Du kein Mittel gegen Übelkeit. Ich persönlich würde die Ehrlichiose ebenfalls zeitnah behandeln wollen, zumal diese im Hintergrund die Stabilisierung der LM erschweren kann. Ist natürlich eine schwierige Entscheidung, weil man nicht weiß, ob Allopurinol ausreicht und wie sie das Milte vertragen würde. Andererseits wärt Ihr in 4 Wochen mit dem Doxy durch, wenn Ihr gleich mit der Behandlung beginnt.
    ************************* ************

    Liebe Grüße von Marion
    mit Grappa, Nelly,Rosi Moser
    und der restlichen Viecherei


    Tagebuch Mädels

    Gesundheit Grappa

    Befunde Grappa Befunde Rosi Befunde Nelly

    Infos zum Verein Leishmaniose-Forum e.V.
    Vergünstigte Untersuchungen für Vereinsmitglieder

  6. #6
    Forum-Team Avatar von henri
    Registriert seit
    07.2004
    Ort
    Unna/NRW
    Beiträge
    14.356
    Zitat Zitat von Nikki Beitrag anzeigen
    die hat nämlich gerade angerufen und durchgegeben, dass Amelies Nierenwerte ok sind.
    Du meinst wahrscheinlich den UPC, weil der noch offen war. Weißt du wie hoch der ist? Lass dir am besten den Befund per Mail schicken, dann ist alles komplett.
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

  7. #7
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.2022
    Beiträge
    5
    Danke dir, Marion!
    Wir haben mit dem Doxy heute angefangen und geben 1 Stunde vorab Ulmenschleim, verpacken die Tablette in einer Fleischtasche zur Hauptmahlzeit und lassen mit Hüttenkäsewasser nachspülen.
    Das funktioniert bestens.
    Bis jetzt keine Übelkeit. Daher lasse ich das Mittel dagegen erstmal weg.

    In 2 Wochen geben wir zusätzlich Milteforan / -fosin (kann mir nicht merken, was der Wirkstoff ist und was das Mittel )

  8. #8
    registrierter Teilnehmer
    Registriert seit
    07.2022
    Beiträge
    5
    Hallo Marion,

    Laborergebnis Urin:

    UPRO: <5
    UCRE: 170
    UPC: < 0,20

    Kristalle:
    Struvit ++ (Epithelzellen)

  9. #9
    Forum-Team Avatar von henri
    Registriert seit
    07.2004
    Ort
    Unna/NRW
    Beiträge
    14.356
    UPC kleiner 0,2 ist ja schon mal sehr gut. So soll es bitte auch bleiben. Viel Erfolg mit dem Doxy. Welche Sorte gibst du denn?
    Viele Grüße
    Michaela


    Befunde Enia
    Befunde Joschi

+ Antworten

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Ja
  • Themen beantworten: Ja
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •