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Thema: Zuckermoleküle gegen Malaria, Tuberkulose und Leishmaniose?

  1. #1
    Moderatorin Avatar von Christiane
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    Zuckermoleküle gegen Malaria, Tuberkulose und Leishmaniose?

    Bericht im Wissenschaftsteil von "Die Welt" vom 30.10.2004:

    Bitte
    hier klicken.

  2. #2
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    Nein, die Zuckermoleküle alleine helfen natürlich nicht. Wenn das so wäre, würde ich ja NIE krank werden…

    Ich habe auf einer Medizinseite eine halbwegsverständliche Erklärung zum Aufbau einer Zellmembarn (das ist die Hülle, die jede Zelle umschließt) gefunden und die hier wichtigsten Aussagen zurechkopiert. Denn genauen Text könnt ihr auf der oben genannten Seite nachlesen.


    Die Zellmembran (Membrana cellularis) (…) ist eine die lebende Zelle umgebende und deren inneres Milieu aufrechterhaltende, elastisch verformbare, lichtmikroskopisch höchstens als vage Linie erfassbare häutchenartige Struktur. Sie ist nach dem Prinzip einer Biomembran aufgebaut, besteht also chemisch aus

    Lipiden, (…) die eine Doppellipidschicht bilden und deren polare, hydrophile Enden dem wässrigen Umgebungsmilieu entgegenragen, während die apolaren, lipophilen Schwänze einander zugekehrt sind,

    (…)

    (…) Nach außen aus der Membran ragende Molekülgruppen (wie zum Beispiel Kohlenhydratketten) sorgen für spezifische Membraneigenschaften und haben Antigen-Charakter.

    Soweit ich die Immunologie verstehe (und ich habe eine etwas wage Vorstellung, das gebe ich zu) spielen diese Kohlenhydratketten auf den Zelloberflächen auch eine wichtige Rolle bei der Erkennung von körpereigenen und körperfremden Zellen. Ein Eindringling wie ein Krankheitserreger wird durch das "Kohlenhydratmuster" auf seiner Zelloberfläche als Feind erkannt und bekämpft.

    Aber, wenn ich den Artikel jetzt richtig verstehe, sind Krankheitserreger auch in der Lage, körpereigene Zellen so zu verändern, dass sie wie körperfremde "aussehen".

    So ganz wird mir nicht klar, was der Mensch nun eigentlich macht, aber ich braue mir Folgendes zusammen: Er baut diese Kohlenhydratketten (im Text Zucker genannt), nach. Und zwar ganz spezifische, so wie sie z.B. auf Malariaerregern vorkommen. Da sie Antigen-Eigenschaften haben, können sie wie ein Impfstoff eingesetzt werden. Soll heißen: Diese ganz speziell aufgebauten "Zucker" werden injiziert, vom Körper als fremd, als Eindringling erkannt und die Immunabwehr wird angekurbelt. Im Falle einer "echten" Invasion mit dem Erreger ist die Immunabwehr dann bereit.

    Könnte es so ähnlich zu verstehen sein?
    Liebe Güße
    Barbara

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  3. #3
    registrierter Teilnehmer Avatar von Kerstin
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    Barbara!
    Ich bin so froh, dass Du Dir die Mühe gemacht hast und diese Frage stellst...
    Ich dachte schon ich bin nur blond! Hab ja von Gesundheit und sowas alles so gar keine Ahnung und scheiter schon an Laborberichten... Von daher hatte ich nur Fragezeichen in den Augen als ich den Artikel las...
    Ich fand ihr sehr interessant, aber wenn ich ehrlich sein soll: Ich hatte ihn nicht verstanden.

    Jetzt kommt langsam Licht ins Dunkel!

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    Liebe Grüße aus Nordfriesland

  4. #4
    Moderatorin Avatar von Christiane
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    Hi Barbara,

    genau so wie Du es erklärst habe ich es auch verstanden. Was mir nicht klar ist: was mit diesen Kohlenhydraten passiert, wenn sie injiziert werden - docken sie sich auch auf Blutzellen an? Irgendwo müssen sie ja eine Weile bleiben, damit der Körper Zeit hat, Antikörper zu bilden.

    Vielleicht gelingt es uns ja, einen Kontakt zu dem Forscher herzustellen - ich fände es hochinteressant, wenn er es mal für uns Laien erklären würde.

  5. #5
    registrierter Teilnehmer Avatar von Kerstin
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    Vielleicht gelingt es uns ja, einen Kontakt zu dem Forscher herzustellen - ich fände es hochinteressant, wenn er es mal für uns Laien erklären würde.
    ich auch! ich auch! ich auch!
    (obwohl ich vermute, dass ich als megalaie eher nur Bahnhof verstehe...)
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  6. #6
    Moderatorin Avatar von Christiane
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    Original geschrieben von Kerstin
    [B(obwohl ich vermute, dass ich als megalaie eher nur Bahnhof verstehe...) [/B]
    Ach was ... wenn Torsten hier was erklärt, verstehst Du das doch auch! Überleg mal, was Du jetzt schon alles über Leishmaniose weißt ... wahrscheinlich mehr als viele Mediziner.

  7. #7
    registrierter Teilnehmer Avatar von Kerstin
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    Ach Christiane...
    machmal (ganz oft... also eigentlich fast immer ) bist einfach nur zum Knuddeln!

    Ja, stimmt schon - zumindest wenn man bedenkt dass ich eher was über Beton-Güteklassen und Abstandsflächen sagen könnte. Das baut mich auf und das macht mich froh
    Werde also auch in Zukunft weiter fragen und löchern. Das hast Du jetzt davon!
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  8. #8
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    Ich habe es so verstanden:

    Auf den Zelloberflächen der mit Malaria infizierten Blutzellen werden bestimmte Moleküle, die im Text genannten „Glycoinositol Phospholipid (GPI)“ gekoppelt mit Kohlenhydraten gebildet.

    Diese Struktur (Glycoinositol Phospholipid (GPI) + Kohlenhydrat) wird nachgebaut und als Impfstoff eingesetzt.

    Das könnte ähnlich funktionieren wie in manchen Impfstoffen, in denen Zellmembranfragmente injiziert werden, die ja auch diese Strukturen aufweisen. Nur das die Antigene diesmal „von Hand“ gebaut sind. Mit Hilfe dieser hochinnovativen Technik „automatisierte Festphasensynthese“, die man zwar schon lange kennt, aber eben noch nicht so eingesetzt hat. Das geht schneller, besser, sicherer und vielleicht auch spezifischer als eine Impfung mit Lebend- oder Totimpfstoff (letzeres ist meine Eigeninterpretaion, das steht so nicht im Text!).

    Andocken werde die Moleküle nicht, sondern irgendwie im Körper rumwuseln, so wie herkömmliche Impfstoffe auch. Natürlich werden die irgendwann mal abgebaut, denke ich jedenfalls. Wenn das langsam genug passiert, haben die Abwehrzellen ausreichend Zeit, Antikörper zu bilden. Aber dazu ist nichts geschrieben.


    Seid ihr jetzt restlos verwirrt?

    Was sagt denn Torsten???

    Ich werde heute Abend mal in eines meiner Lieblingslehrbücher "Die Zelle" schauen. Vielleicht finde ich ja noch die eine oder andere Hintergrunderklärung, auf das wir weiter rätseln und zusammenreimen können. Ich kann aber nichts versprechen.
    Liebe Güße
    Barbara

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  9. #9
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    Hier ist die Internetseite von Seeberger:
    http://web.mit.edu/chemistry/www/faculty/seeberger.html

    Eine Veröffentlichungsliste steht am Schluss. Kann jemand Literatur über SUBITO bestellen? Vielleicht sollte man ihn direkt anschreiben und um ein paar der Veröffentlichungen bitten, gut möglich, dass er sie als pdf hat. Ich wäre auch bereit, mich da mal durchzukämpfen, wenn es hier niemanden gibt, der es besser kann als ich....

    Aber am besten wäre es, Christiane bittet ihn in diesen Thread, der ist ja öffentlich. Vielleicht ist Herr Seeberger so nett und auch zeitlich in der Lage, unsere Verwirrung mit wenigen Worten aufzulösen; oder er hat einen netten Mitarbeiter, dem er noch ein wenig mehr Arbeit aufdrücken kann . Auf dem Photo macht er doch einen netten Eindruck, man kann bestimmt mal fragen.
    Liebe Güße
    Barbara

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  10. #10
    Moderatorin Avatar von Christiane
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    Hallo Barbara,

    wenn Du das übernehmen würdest, fände ich es super. Du weißt doch genau, über was Du sprichst Ich fände es hervorragend, wenn Herr Seeberger uns hier im Forum oder auch über email oder sonstige Wege einige für Laien verständliche Erläuterungen geben könnte!

    Einen Kundenaccount bei SUBITO hat Torsten wahrscheinlich, da müssen wir ihn noch mal fragen. Zum Mitlesen kommt er im Moment nicht, er ist schon wieder unterwegs.

  11. #11
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    Gerade raus:
    Betreff: Zuckermoleküle gegen Malaria - Artikel in der "Welt" vom 30.10.2004

    Sehr geehrter Prof. Seeberger,

    vor einigen Tagen wurde im Leishmaniose-Forum von Parasitus Ex e.V. (www.parasitus.com; http://leishmaniose-forum.parasitus.com/forum/) ein Link zu einem Artikel in der "Welt" (http://www.welt.de/data/2004/10/30/353098.html) zu Arbeiten und Ergebnissen ihrer Arbeitsgruppe eingestellt.

    Wir, Mitglieder des Forums und Besitzer von Hunden aus dem Mittelmeerraum, sind sehr interessiert an allen Informationen zum Thema Leishmaniose, da einige unserer Hunde leider unter dieser Krankheit leiden. Wir sind also auf diesen Artikel angesprungen in froher Erwartung, interessante Neuigkeiten zu lesen. Leider mussten wir feststellen, dass wir ziemlich wenig verstanden haben. Entwickeln sie tatsächlich neuartige Impfstoffe oder eine neue Technik zur Herstellung von Impfstoffen? Oder sind wir da auf dem völlig falschen Dampfer? Die kleine Diskussion, in deren Verlauf wir mit mäßigem Erfolg versucht haben, Licht ins Dunkel zu bringen, habe ich ihnen als Word-Dokument angehängt. Sie ist auch im öffentlichen Bereich des Forums unter http://leishmaniose-forum.parasitus....=&threadid=462 nachzulesen.

    Wir möchten sie auf diesem Weg zu einem Besuch in unser Forum einzuladen, damit sie uns ein wenig über die Hintergründe ihrer Arbeit und die Ergebnisse, wie sie in dem Artikel in der "Welt" dargestellt wurden, aufklären. Sie können im öffentlichen Bereich, in dem sich die Diskussion zum Artikel befindet, als Gast auch ohne vorherige Registrierung schreiben.

    Wir wären ihnen SEHR dankbar, wenn sie etwas von ihrer Zeit abzweigen könnten, um uns Laien auf die Sprünge zu helfen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Barbara Priesmann
    Liebe Güße
    Barbara

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  12. #12
    Deaktiviert Avatar von goody
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    Hallo Barbara,
    das hast Du super formuliert. Also wer da nicht mit macht....
    Bin echt gespannt, wie ein Flitzebogen, kann mir das genau wie Kerstin nur vage zusammenreimen, obwohl ich nicht "blond" bin.
    Liebe Grüße
    Goody

  13. #13
    registrierter Teilnehmer
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    Gestern Abend kam eine Antwort von Herrn Seeberger.
    Sehr geehrte Frau Priesmann,

    vielen Dank für Ihre mail und auch den link zu dem Gesprächsforum.
    Gerne möchte ich unsere Arbeiten auch noch etwas genauer erklären
    aber leider war in den letzten Wochen aus verschiedensten Gründen
    hier sehr sehr viel los. Morgen muss ich für zwei Wiochen in die USA,
    werde mich aber danach nochmals ausführlich bei Ihnen melden.

    Wir habe letzte woche auch interessante Resultate zu Leishmania erhalten!

    Mit freundlichen Grüssen,

    Peter Seeberger
    --
    Prof. Dr. Peter H. Seeberger
    Laboratorium für Organische Chemie
    ETH Hönggerberg / HCI F 315
    Wolfgang-Pauli-Strasse 10
    CH-8093 Zürich
    Switzerland
    Phone: +41 1 633 21 03
    Email: seeberger@org.chem.ethz.c h

    Assistant:
    Mr. Mario Kessinger
    HCI / F 317
    Phone: +41 1 633 31 21
    Fax: +41 1 633 12 35
    Mail: kessinger@org.chem.ethz.c h
    Liebe Güße
    Barbara

    Du kannst dir einen Hund halten; aber es ist die Katze, die sich Menschen hält, weil sie ihr nützliche Haustiere sind. (George Mikes)

  14. #14
    registrierter Teilnehmer Avatar von claudia61
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    das ist ja nett geantwortet! ich bin schon sehr gespannt.......
    grüsslis von claudia
    mit herrn krümel, miss möppel, froillein nele, herr pixel, der omi im herzen und monsieur oscar sowie der bunten hühner-truppe
    Befunde Xica

  15. #15
    registrierter Teilnehmer Avatar von Elena
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    Ja, der scheint ja wirklich sehr nett zu sein. Und interessante Resultate zu Leishmania.... Ob er die Impfung meint? Bin gespannt wie ein Flitzebogen!
    Liebe Grüsse
    Elena

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